MARKTWERT 2026

Opel GT

Coupé · 1,1 / 1,9 Liter · 1968–1973

Opel GT Coupé mit charakteristischen Klappscheinwerfern
Foto: Fridolin freudenfett · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Der Opel GT ist das kleine Sportcoupé, mit dem Opel 1968 bewies, dass auch eine Volumenmarke ein echtes Designstück bauen kann. Gezeichnet von Erhard Schnell im Opel-Styling-Studio in Rüsselsheim, entstand der GT von August 1968 bis Juli 1973 in 103.463 Exemplaren. Die Karosserien kamen von Chausson und Brissonneau & Lotz aus Frankreich, die Endmontage mit Motor, Getriebe und Achsen erfolgte im Opel-Werk Bochum. Die drehbaren Klappscheinwerfer, die fließende Coupé-Linie und die Großserientechnik aus Kadett B und Rekord C machten ihn zum bezahlbaren Sportwagen. Marktwerte Stand November 2026: rund 3.000 bis 35.000 Euro.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 29.750 – 40.250 €
Zustand 2 (Gut) 18.700 – 25.299 €
Zustand 3 (Gepflegt) 11.900 – 16.099 €
Zustand 4 (Alltag) 5.525 – 7.474 €
Zustand 5 (Restobjekt) 2.550 – 3.449 €
Bauzeitraum
1968 – 1973
Versicherung (Zustand 2)
280–616 €/Jahr
Produktionszahl
103.463 Exemplare (August 1968 bis Juli 1973), Karosseriebleche von Chausson, Lackierung und Innenausstattung bei Brissonneau & Lotz (Frankreich), Endmontage im Opel-Werk Bochum
H-Kennzeichen ab
1998

Über den Opel GT

Der Opel GT ging 1968 in Serie. Vorbild war die Studie Experimental GT, die Opel auf der IAA 1965 in Frankfurt gezeigt hatte; Opel bezeichnet sie als ersten Konzeptwagen eines deutschen Herstellers. Für die Serie wurde die Form leicht gestrafft, statt der eckigen Klappscheinwerfer der Studie bekam der GT runde, drehbare Scheinwerfer. Die Karosserien entstanden in Frankreich: Chausson presste die Bleche, Brissonneau & Lotz lackierte die Karosserien und baute die Innenausstattung ein. Im Opel-Werk Bochum kamen Motor, Getriebe und Achsen hinzu. Fahrwerkskomponenten stammten vom Kadett B, der 1,9-l-Motor aus dem Rekord C.

Das auffälligste Merkmal sind die Klappscheinwerfer, die der Fahrer über einen Hebel am Mitteltunnel um ihre Längsachse dreht. Eine Kofferraumklappe gibt es nicht: Gepäck kommt über die Türen auf die Ablage hinter den Sitzen. In den USA, wo der GT über Buick-Händler verkauft wurde, bekam er den Spitznamen „Baby-Corvette“, weil die Linie an die Corvette jener Jahre erinnert.

Angeboten wurde der GT zunächst als GT 1100 mit 1,1-l-Vierzylinder (60 PS), der bis 1970 lief und mit 3.573 Exemplaren selten blieb, und vor allem als GT 1900 mit dem 1,9-l-CIH-Vierzylinder (90 PS), gut für rund 185 km/h. 1971 kam der günstigere GT/J (Junior) mit einfacherer Ausstattung und weitgehend ohne Chromschmuck hinzu, von dem 10.760 Stück entstanden. Insgesamt wurden 103.463 Exemplare gebaut, knapp 70 Prozent davon gingen in die USA.

Der GT ist rostgefährdet, vor allem an Schwellern, Kotflügeln, Unterboden, im Bereich der Klappscheinwerfer und an der Heckschürze. Rostfreie, originale 1900er mit funktionierender Scheinwerfermechanik sind am gefragtesten; der GT bleibt dabei preislich unter den teuren Sportcoupés seiner Zeit.

Motorisierungen

  • → 1,1-l-Vierzylinder (OHV, 1.078 cm³) 60 PS, 1968–1970, GT 1100 (3.573 Stück)
  • → 1,9-l-Vierzylinder (CIH, 1.897 cm³, aus dem Rekord C) 90 PS, Solex-Registervergaser, 1968–1973, GT 1900, Hauptmotorisierung; US-Version ab 1971 mit reduzierter Verdichtung
  • → GT/J (Junior): 1,9 Liter, 90 PS, einfachere Ausstattung, 1971–1973, 10.760 Stück

Karosserie-Varianten

  • → Coupé 2-türig mit Klappscheinwerfern (1968 bis 1973), einzige Karosserieform

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Karosserie-Rost an Schwellern, Kotflügeln und Radläufen, Unterboden, im Bereich der Klappscheinwerfer, an Heckschürze, Heckscheibenrahmen und Tankeinfüllstutzen, der häufigste und teuerste Mangel.
  • ! Klappscheinwerfer-Mechanik (manuell über Hebel und Seilzug) sollte auf beiden Seiten sauber und gleichmäßig drehen, schwergängige Mechanik muss eingestellt oder instandgesetzt werden. Geschlossene Scheinwerfer dürfen nicht absacken, sonst droht ein Kabelbrand; die Drehbewegung macht alte Kabel brüchig.
  • ! CIH-Motor (1,9 Liter): bei regelmäßiger Wartung langlebig, eine geräuschvolle Steuerkette ist aber verbreitet; verschlissene Motoren zeigen klopfende Kurbelwellenlager, Rauch und klappernde Ventilsteuerung.
  • ! Fehlende Kofferraumklappe: Gepäck wird über die Türen auf die Ablage hinter den Sitzen geladen; Dichtungen im Heckbereich prüfen, Rost an Heckscheibe und Heckschürze ist typisch.
  • ! GT-spezifische Karosserie- und Innenraumteile sind schwer zu bekommen, während Motor, Getriebe und Fahrwerk aus dem Opel-Baukasten (Kadett B, Rekord C/D) stammen und gut zu versorgen sind.
  • ! Der Solex-Registervergaser des 1900 (32 DIDTA-4) erfordert fachgerechte Einstellung.
  • ! US-Reimporte: knapp 70 Prozent der Produktion gingen in die USA, viele GT kamen später zurück, hier Vorgeschichte, Rost und etwaige US-Spezifikationen genau prüfen.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Der GT 1900 mit 1,9 Liter ist die gesuchte Hauptmotorisierung, der seltene GT 1100 (3.573 Stück) ist schwächer und liegt im Hiscox-Preisführer leicht unter dem 1900.
  • ✓ Rost ist das entscheidende Kaufkriterium: Schweller, Kotflügel, Unterboden, Scheinwerferpartie und Heckschürze genau prüfen, eine Hebebühnen-Inspektion ist Pflicht.
  • ✓ Funktion der Klappscheinwerfer testen, beide Seiten müssen sauber und gleichmäßig öffnen und schließen, die Betätigung erfolgt per Hebel und Seilzug.
  • ✓ Originalität und Matching-Numbers steigern den Wert, viele GT wurden über die Jahre umlackiert oder modifiziert.
  • ✓ Bei US-Reimporten die Historie, etwaige Unfallschäden und die Umrüstung auf europäische Spezifikation klären.
  • ✓ Vollständige, funktionierende Innenausstattung und originale Instrumente sind wertrelevant, Teile sind nicht immer leicht zu beschaffen.
  • ✓ H-Kennzeichen ist längst für alle GT möglich (ab 1998), was Steuer und Klassik-Versicherung erleichtert.

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Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Opel GT

Was ist ein Opel GT 2026 wert? +
Ein gut erhaltener, originaler Opel GT 1900 in Note 2 liegt Stand November 2026 bei rund 22.000 Euro, Spitzenexemplare in Note 1 bei etwa 35.000 Euro. Fahrbereite Gebrauchsfahrzeuge in Note 3 kosten rund 14.000 Euro, Autos mit deutlichen Mängeln (Note 4) rund 6.500 Euro, Restaurierungsobjekte etwa 3.000 Euro. Händlerangebote in Deutschland reichten Anfang November 2026 von 14.500 bis knapp 40.000 Euro. Der seltene GT 1100 und der GT/J notieren im Hiscox-Preisführer 2026 etwas unter dem GT 1900.
Warum heißt der Opel GT die kleine Corvette? +
In den USA, wo knapp 70 Prozent aller GT verkauft wurden, bekam er den Spitznamen „Baby-Corvette“, weil seine Linie an die Corvette jener Jahre erinnert. Die lange Motorhaube, die ausgestellten Kotflügel und die Coupé-Silhouette des GT stehen dabei auf bodenständiger Großserientechnik aus Kadett B und Rekord C. Dieser Kontrast aus aufregendem Design und robuster Technik macht den Reiz des Opel GT bis heute aus.
Welche Motorisierungen gab es beim Opel GT? +
Der GT wurde mit zwei Motoren angeboten: dem 1,1-l-Vierzylinder mit 60 PS (GT 1100), der nur bis 1970 lief und mit 3.573 Exemplaren selten ist, und dem 1,9-l-CIH-Vierzylinder mit 90 PS (GT 1900), der mit Abstand häufigsten Motorisierung, gut für rund 185 km/h. Ab 1971 ergänzte der GT/J (Junior) mit 1,9 Liter, einfacherer Ausstattung und weitgehend ohne Chromschmuck die Palette (10.760 Stück). Für die meisten Käufer ist der GT 1900 die erste Wahl.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Opel GT? +
Motor, Getriebe und Fahrwerk stammen aus dem Opel-Baukasten (Kadett B, Rekord C/D), weshalb Technik- und Verschleißteile überwiegend gut verfügbar sind. Schwieriger wird es bei GT-spezifischen Karosserieteilen, Zierteilen und Innenraumteilen. Die aktive GT-Szene mit eigenen Clubs und Foren in Deutschland und international ist die beste Quelle für seltene Originalteile und das nötige Know-how rund um die Scheinwerfer-Mechanik.
Wo rostet der Opel GT am stärksten? +
Typische Roststellen sind Schweller, Kotflügel und Radläufe, der Unterboden, der Bereich der Klappscheinwerfer, die Heckschürze, der Heckscheibenrahmen und die Umgebung des Tankeinfüllstutzens. Auch die Innenseite der vorderen Radhäuser nahe der Spritzwand sollte geprüft werden. Eine Inspektion auf der Hebebühne mit Augenmerk auf Bodenbleche und Schweller sowie eine Schichtdickenmessung sind beim Kauf Pflicht, da Karosserie-Instandsetzung schnell teuer wird.
Was bestimmt den Wert eines Opel GT? +
Wertentscheidend sind rostfreie Substanz, Originalität und die funktionierende Scheinwerfermechanik. Der GT 1900 notiert im Hiscox-Preisführer 2026 über GT 1100 und GT/J. Viele GT wurden in den 70er- und 80er-Jahren mit Spoilern und breiten Reifen umgebaut; heute sind unveränderte Fahrzeuge gefragter. Wertentwicklung lässt sich nicht verlässlich vorhersagen, der Kauf sollte von Freude am Auto ausgehen.
Welche Klassik-Versicherung passt zum Opel GT? +
Der Opel GT lässt sich bei den gängigen Klassik-Versicherern abdecken. Die Prämie hängt von vereinbartem Wert, Fahrleistung, Abstellort und Fahrerprofil ab; einen konkreten Vergleich liefert der Versicherungsrechner von Chromradar. Für gepflegte oder restaurierte Exemplare sichert ein aktuelles Wertgutachten die Wertvereinbarung ab.
Welche Alternativen zum Opel GT gibt es? +
Im Segment der bezahlbaren Sportcoupés der späten 60er und frühen 70er: Fiat 850 Sport / 124 Sport Coupé, Ford Capri I (größeres, vielseitigeres Coupé), Triumph GT6, MG B GT und der Karmann Ghia als stilistischer Verwandter. Der Opel GT hebt sich durch seine eigenständige, an die Corvette erinnernde Linie und die robuste, gut versorgte Opel-Großserientechnik ab.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand November 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.