Ford Capri I
Coupé · 1,3 bis 3,0 Liter · 1969–1974
Der Ford Capri I ist das Coupé, das Ford 1969 als europäisches Pendant zum Mustang auf den Markt brachte, in Großbritannien beworben als "The car you always promised yourself". Zwischen Ende 1968 und Anfang 1974 entstanden über eine Million Capri I, unter anderem in Köln, Saarlouis und Halewood (UK), mit Motoren vom 1300er-V4 mit 50 PS bis zum 3,0-Liter-V6, gekrönt von den Homologationsmodellen RS 2600 (3.532 Stück) und RS 3100 (rund 250 Stück). Das lange Schnauzen-Coupé mit den charakteristischen Hüftknicken und Lufthutzen ist heute ein gesuchter Klassiker. Marktwerte Oktober 2026: rund 3.500 Euro für ein Restaurierungsobjekt bis 38.000 Euro für einen Top-Sechszylinder, die RS-Modelle liegen deutlich darüber.
Marktwerte nach Zustand
Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.
| Zustand | Marktwert-Range |
|---|---|
| Zustand 1 (Topzustand) | 32.300 – 43.700 € |
| Zustand 2 (Gut) | 20.400 – 27.599 € |
| Zustand 3 (Gepflegt) | 12.750 – 17.250 € |
| Zustand 4 (Alltag) | 6.375 – 8.625 € |
| Zustand 5 (Restobjekt) | 2.975 – 4.024 € |
Über den Ford Capri I
Der Capri I wurde im Januar 1969 auf dem Brüsseler Salon vorgestellt, gebaut wurde er bereits ab November 1968. Technisch setzte Ford auf bewährte Großserientechnik aus Taunus und Cortina: Hinten arbeitete eine Starrachse mit Blattfedern, die Rückleuchten der frühen Wagen teilte er sich mit dem Escort I. Die lange Motorhaube, das kurze Heck und die Lufteinlass-Attrappen vor den Hinterrädern gaben ihm einen Hauch von Pony-Car, während der Einstiegspreis mit 6.995 Mark bewusst volksnah blieb. In Deutschland kamen V4-Motoren mit 1,3, 1,5 und 1,7 Litern sowie V6-Motoren mit 2,0, 2,3 und später 2,6 Litern zum Einsatz, in Großbritannien Kent-Vierzylinder, der Essex-V4 und ab September 1969 der 3,0-Liter-Essex-V6 im 3000 GT, der ab Herbst 1972 auch in Deutschland angeboten wurde.
Die sammlerische Spitze bilden die RS-Modelle. Der RS 2600 (1970 bis 1973) entstand zunächst in Köln-Niehl, ab 1972 in Saarlouis, als Homologationsbasis für den Tourenwagensport, mit 2,6-Liter-V6, mechanischer Kugelfischer-Einspritzung und offiziell 150 PS. Bis Juli 1971 wurde er aus Gewichtsgründen ohne Stoßstangen ausgeliefert. Insgesamt entstanden 3.532 Exemplare, die meisten gingen nach Deutschland, Frankreich, Österreich und Belgien. Mit Werkswagen auf dieser Basis gewannen Dieter Glemser 1971 und Jochen Mass 1972 die Tourenwagen-Europameisterschaft. Der britische RS 3100 wurde von November 1973 bis Anfang 1974 in Halewood gebaut, rund 250 Exemplare, alle mit Rechtslenkung, mit auf 3,1 Liter aufgebohrtem Essex-V6 und Weber-Doppelvergaser. Er diente als Basis für den Renn-Capri mit dem von Cosworth entwickelten GAA-Motor.
Im September 1972 erhielt der Capri I ein Facelift mit größeren Scheinwerfern (3000 GXL mit Doppelscheinwerfern), Blinkern in der Stoßstange, größeren Rückleuchten, neuen Sitzen und überarbeitetem Fahrwerk. Viele Teile von Vor-Facelift- und Facelift-Modellen sind nicht ohne Weiteres untereinander tauschbar.
Über alle Generationen wurde der Capri bis Dezember 1986 rund 1,9 Millionen Mal gebaut, doch Rost und harte Nutzung haben gerade den Capri I stark dezimiert. Originale, rostfreie 3000 GT und vor allem die RS-Modelle sind heute selten.
Motorisierungen
- → 1,3 / 1,5 / 1,7 Liter V4 (Deutschland), 50 bis 75 PS, 1969 bis 1972, Basis- und Mittelklasse
- → 1,3 / 1,6 Liter Reihenvierzylinder aus dem Taunus (Deutschland, ab Facelift September 1972), 1600 GT mit 88 PS
- → 1,3 / 1,6 Liter Kent-Reihenvierzylinder und 2,0-Liter-Essex-V4 (UK), ab Facelift 1,6 Liter Pinto statt Kent
- → 2,0 / 2,3 Liter Köln-V6, 85 bis 125 PS, 1969 bis 1974, 2300 GT mit Doppelvergaser 125 PS
- → 2,6 Liter Köln-V6 (2.550 cm³) mit Solex-Doppelvergaser, 125 PS, 2600 GT
- → 3,0 Liter Essex-V6, in Großbritannien ab September 1969 mit 128 bhp, ab Oktober 1971 mit 138 bhp; in Deutschland ab Herbst 1972 als 3000 mit 140 PS, 3000 GT / 3000 E / 3000 GXL
- → 2,6 Liter Köln-V6 (2.637 cm³) mit Kugelfischer-Einspritzung, offiziell 150 PS, 1970 bis 1973, RS 2600
- → 3,1 Liter Essex-V6 (3.098 cm³) mit Weber-Doppelvergaser, 148 bhp, November 1973 bis Anfang 1974, RS 3100 (rund 250 Stück)
Karosserie-Varianten
- → Coupé 2-türig (1968 bis 1974), alle Motorisierungen
- → Coupé vor dem Facelift (bis Sommer 1972), kleinere Scheinwerfer, Rückleuchten vom Escort I
- → Coupé nach dem Facelift (ab September 1972), größere Rechteckscheinwerfer (3000 GXL mit Doppelscheinwerfern), größere Rückleuchten
Typische Schwachstellen
Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:
- ! Karosserie-Rost ist der mit Abstand größte Wertvernichter: Schweller, Radläufe, Federbeindome, A-Säulen, Bodenbleche, Kofferraumboden und die Frontschürze rosten häufig durch.
- ! Hinterachsaufnahmen und Längsträger können verrosten, hier ist eine Hebebühnen-Inspektion vor dem Kauf Pflicht.
- ! Köln-V6 (2,0 bis 2,6 Liter): Die Nockenwelle wird über Zahnräder angetrieben, nicht über eine Kette. Laut Hagerty UK gelten die V6 als robust; Rauch aus dem Auspuff deutet auf einen verzogenen Zylinderkopf oder eine defekte Kopfdichtung hin.
- ! Essex-Motoren (UK): Beim 2,0-Liter-V4 drohen bei vernachlässigter Kühlung Überhitzung, eine defekte Zylinderkopfdichtung und der Bruch des Nylon-Steuerrads; auch das Nockenwellenrad des 3,0-Liter-V6 hat Kunststoffzähne, die bei Überhitzung abscheren können. Beim Pinto-Vierzylinder deuten Geräusche aus dem Ventiltrieb auf eine verschlissene Nockenwelle hin.
- ! Das Vierganggetriebe und die Hinterachse gelten als haltbar, Teile für die Überholung sind gut erhältlich; Mahlgeräusche deuten auf verschlissene Lager. Deutlich schwieriger ist die Versorgung mit RS-spezifischer Technik wie der Kugelfischer-Einspritzung.
- ! Innenraum: Türverkleidungen verziehen sich, poröse Türdichtungen führen zu Wasser im hinteren Fußraum und Folgerost. Nachgefertigte Bezüge sind erhältlich, aber teuer.
- ! Identitäts-Risiko: zivile Capris werden zu RS 2600- oder RS 3100-Replicas umgebaut, Originalität nur über Fahrgestellnummer, Werksunterlagen und RS-Register prüfbar.
Worauf beim Kauf achten
- ✓ Vor-Facelift- und Facelift-Modelle unterscheiden sich in vielen Details, Türen sind zum Beispiel nicht ohne Umbau tauschbar. Die Leuchten der Facelift-Modelle sind modellspezifisch und schwerer zu bekommen, das sollte bei fehlenden Teilen eingeplant werden.
- ✓ Die größte Wertfrage ist Rost: lieber ein teures, substanziell gesundes Auto als ein billiges mit versteckter Durchrostung, denn Rost an A-Säulen und Federbeindomen ist aufwendig zu reparieren.
- ✓ 3000 GT und GXL mit Essex-V6 sind die gesuchtesten Serien-Motorisierungen, kleine Vierzylinder bleiben deutlich günstiger.
- ✓ RS 2600 und RS 3100 nur mit lückenloser Historie und RS-Register-Eintrag kaufen, hier kursieren viele Replicas und der Echtheits-Aufpreis ist enorm.
- ✓ Matching-Numbers (Motor, Getriebe, Achse zur Fahrgestellnummer) sind bei RS-Modellen wertentscheidend.
- ✓ Originale Ausstattung und korrekte Farben sind wertrelevant. Laut Classics World haben nur rund 10 Prozent der erhaltenen Capri I eine andere Innenausstattung als Schwarz, passende Bezüge dafür sind kaum zu finden.
- ✓ H-Kennzeichen ist für alle Capri I längst möglich (ab 1999), was Steuer und Klassik-Versicherung erleichtert.
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Häufige Fragen zum Ford Capri I
Was ist ein Ford Capri I 2026 wert? +
Was ist der Unterschied zwischen RS 2600 und RS 3100? +
Welcher Capri I ist der sammlerisch begehrteste? +
Wie steht es um die Ersatzteilversorgung beim Capri I? +
Wo rostet der Ford Capri I am stärksten? +
Ist der Ford Capri I ein gutes Investitionsobjekt? +
Welche Klassik-Versicherung passt zum Capri I? +
Welche Alternativen zum Ford Capri I gibt es? +
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title="Ford Ford Capri I Marktwert-Check"
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- Wikipedia (en) Ford Capri
- Hiscox Pocket Price Guide 2026
- Classic-Trader Ford Capri
- classic.com Ford Capri (Europe) Mk1 Market
- Hagerty UK Buying Guide Ford Capri
- Classics World Ford Capri Mk1 Buyers Guide
- Supercar Nostalgia Ford Capri RS2600 Guide
- Supercar Nostalgia Ford Capri RS3100 Guide