MARKTWERT 2026

Opel Kadett C GT/E

Coupé · 1,9- und 2,0-l-Einspritzer · 1975–1979

Opel Kadett C GT/E Coupé
Foto: Lothar Spurzem · CC BY-SA 2.0 de · Wikimedia Commons

Der Opel Kadett C GT/E ist die sportliche Spitzenversion des Kadett-C-Coupés. Opel stellte ihn auf der IAA 1975 vor; VW zeigte dort den Golf GTI, der aber erst im Juli 1976 auf den Markt kam. Die erste Serie (1975–1977) hatte einen 1,9-l-CIH-Vierzylinder mit Bosch-L-Jetronic und 105 PS, die zweite Serie GT/E 2 (1977–1979) einen 2,0-l-Einspritzer mit 115 PS. Gebaut wurden rund 8.660 GT/E der ersten und 2.234 der zweiten Serie. Marktwerte Stand November 2026: 3.500 bis rund 40.000 Euro.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 34.000 – 46.000 €
Zustand 2 (Gut) 22.100 – 29.899 €
Zustand 3 (Gepflegt) 14.025 – 18.975 €
Zustand 4 (Alltag) 6.375 – 8.625 €
Zustand 5 (Restobjekt) 2.975 – 4.024 €
Bauzeitraum
1975 – 1979
Versicherung (Zustand 2)
312–728 €/Jahr
Produktionszahl
ca. 8.660 GT/E der ersten Serie (1,9 Liter, 1975–1977) und 2.234 GT/E 2 (2,0 Liter, 1977–1979), Teil der Kadett-C-Baureihe
H-Kennzeichen ab
2005

Über den Opel Kadett C GT/E

Der Kadett C kam im August 1973 als letzter Kadett mit Hinterradantrieb auf den Markt. Das sportliche Coupé GT/E debütierte auf der IAA 1975. Der VW Golf GTI wurde auf derselben Messe gezeigt, kam aber erst im Juli 1976 auf den Markt. Der GT/E gehört damit zu den frühen kompakten Sportmodellen mit Benzineinspritzung.

Die erste Serie (1975–1977) nutzte den 1,9-l-CIH-Motor (1.897 cm³) mit Bosch-L-Jetronic und 105 PS, der auch im Manta eingesetzt wurde. Der Listenpreis lag 1975 bei 12.950 Mark und damit rund 30 Prozent über einem Kadett Coupé 1,2 S (9.970 Mark). Dafür gab es unter anderem dickere Stabilisatoren, ein strafferes Fahrwerk, H4-Scheinwerfer und die markante Lackierung in Gelb/Schwarz. Ein Fünfganggetriebe von ZF und ein Sperrdifferenzial waren gegen Aufpreis lieferbar.

1977 folgte der GT/E 2 in Gelb/Weiß mit einem 2,0-l-Einspritzer (1.979 cm³, 115 PS), serienmäßigem ZF-Fünfganggetriebe und Sperrdifferenzial. Er war zunächst als Serie von 1.000 Stück für die Homologation im Motorsport gedacht und wurde wegen der Nachfrage in weiteren Serien nachgebaut. Insgesamt entstanden rund 8.660 GT/E der ersten Serie und 2.234 GT/E 2. Ab 1976 setzte Opel GT/E-Rallyeversionen mit den Werksfahrern Walter Röhrl und Rauno Aaltonen ein, unter anderem bei der Rallye Monte Carlo und der Rallye Portugal.

Einfache Kadett-C-Coupés werden deutlich günstiger gehandelt als der GT/E. Originale, rostfreie Exemplare mit funktionierender L-Jetronic und kompletter GT/E-Ausstattung sind selten, weil viele Autos im Motorsport oder durch Tuning stark verändert wurden.

Motorisierungen

  • → 1,9-l-CIH-Vierzylinder (1.897 cm³) mit Bosch-L-Jetronic, 105 PS, 1975–1977, GT/E erste Serie
  • → 2,0-l-CIH-Vierzylinder 2,0 EH (1.979 cm³) mit Bosch-L-Jetronic, 115 PS, 1977–1979, GT/E 2

Karosserie-Varianten

  • → Coupé GT/E (1975–1977), erste Serie, meist Gelb/Schwarz
  • → Coupé GT/E 2 (1977–1979), zweite Serie, Gelb/Weiß, später auch in Signalfarben

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Karosserie-Rost an Radläufen, Türschwellern, vorderen Kotflügeln, Stehblechen, A-Säulen und Endspitzen sowie unter den Scheibendichtungen, beim Kadett C das wichtigste Prüfthema.
  • ! CIH-Motor: obenliegende Nockenwelle mit Kettenantrieb. Im Alter treten Undichtigkeiten und poröse Gummiteile auf, gelegentlich auch defekte Wasserpumpen und zugesetzte Kühler. Lange Standzeiten schaden zusätzlich.
  • ! Bosch-L-Jetronic: Umbauten auf Doppelvergaser kommen vor. Eine funktionierende Original-Einspritzung ist wertrelevant, Einstellung und Fehlersuche erfordern Erfahrung.
  • ! Fahrwerk und Antrieb: Sportliche Fahrweise erhöht den Verschleiß vor allem am Fahrwerk. Starrachse, Fünfganggetriebe und Sperrdifferenzial bei Autos mit Motorsportvergangenheit genau prüfen.
  • ! Innenraum und Anbauteile: Zierleisten sind schwer zu bekommen, GT/E-spezifische Teile sind teuer. Ab Werk war die Ausstattung spartanisch (kein Radio, wenig Dämmung).
  • ! Identitäts-Risiko: einfache Kadett-C-Coupés werden zu GT/E aufgewertet, Echtheit über Fahrgestellnummer, Motorcode und Ausstattungsdetails prüfen.
  • ! Tuning-Folgen: viele GT/E wurden im Rallyesport oder durch Tuning stark beansprucht, teils mit fremden Motoren. Originalzustand mit Historie ist heute selten.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Originalität und nachgewiesene GT/E-Echtheit sind die wichtigsten Kaufkriterien, da viele Standard-Kadett zu GT/E aufgewertet wurden.
  • ✓ Rost ist das entscheidende Thema: Schweller, Radläufe und Bodenbleche genau prüfen, eine Hebebühnen-Inspektion ist Pflicht.
  • ✓ Funktion der L-Jetronic auf der Probefahrt testen: sauberer Kaltstart, stabiler Leerlauf, gleichmäßiger Lauf, da Einspritzteile teuer und rar sind.
  • ✓ Komplette, originale Sportausstattung (Sitze, Instrumente, Dekor, Felgen) ist wertentscheidend, fehlende GT/E-Teile sind schwer zu beschaffen.
  • ✓ Originaler Motor mit passenden Nummern und eine lückenlose Historie heben den Wert deutlich.
  • ✓ Auf saubere Schweißarbeiten und fachgerechte Restaurierungen achten, GT/E mit dokumentierter Aufarbeitung sind sicherer als günstige Projekte.
  • ✓ H-Kennzeichen ist für die GT/E ab 2005 möglich, was Steuer und Klassik-Versicherung erleichtert.

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Häufige Fragen zum Opel Kadett C GT/E

Was ist ein Opel Kadett C GT/E 2026 wert? +
Der GT/E wird klar über dem einfachen Kadett-C-Coupé gehandelt. Ein gepflegter, originaler GT/E der ersten Serie in Note 2 liegt im November 2026 bei rund 26.000 Euro, herausragende Exemplare in Note 1 bei rund 40.000 Euro. Fahrzeuge in Note 3 liegen um 16.500 Euro, in Note 4 um 7.500 Euro, Restaurierungsobjekte beginnen bei etwa 3.500 Euro. Für den GT/E 2 gibt es mangels Marktdaten keine eigene Notierung. Zum Vergleich: Ein restauriertes Kadett Coupé 1,2 wird bei Classic Trader für 7.500 Euro angeboten.
War der Kadett C GT/E vor dem Golf GTI da? +
Teilweise. Opel stellte den Kadett GT/E auf der IAA 1975 vor, auf derselben Messe zeigte VW den Golf GTI. Der GTI kam jedoch erst im Juli 1976 auf den Markt, der GT/E war also früher bei den Händlern. Technisch unterschieden sich beide deutlich: Der GT/E hatte Hinterradantrieb und einen 1,9-l-CIH-Motor mit Bosch-L-Jetronic und 105 PS, der Golf GTI Frontantrieb und einen 1,6-l-Motor mit mechanischer K-Jetronic und 110 PS. Den größeren Kultstatus erreichte später der Golf GTI.
Was ist der Unterschied zwischen GT/E und GT/E 2? +
Der GT/E der ersten Serie lief von 1975 bis 1977, hatte den 1,9-l-Einspritzer mit 105 PS und war meist gelb-schwarz lackiert. Gebaut wurden rund 8.660 Stück. Der GT/E 2 von 1977 bis 1979 erhielt einen 2,0-l-Einspritzer mit 115 PS, serienmäßig ZF-Fünfganggetriebe und Sperrdifferenzial sowie die Farbgebung Gelb/Weiß. Er war zunächst als Homologationsserie von 1.000 Stück geplant, insgesamt entstanden 2.234. Für Sammler zählen bei beiden vor allem Originalität, nachgewiesene Echtheit und rostfreie Substanz.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Kadett C GT/E? +
Die CIH-Mechanik und viele Fahrwerks- und Verschleißteile werden mit anderen Opel-Modellen geteilt und sind dank der großen Opel-Klassiker-Szene gut beschaffbar. Schwieriger wird es bei GT/E-spezifischen Teilen: originale L-Jetronic-Komponenten, Sportausstattung, Instrumente, Dekor und bestimmte Karosseriebleche. Die aktive Opel-Klassiker-Szene mit Clubs und Foren in Deutschland ist die zentrale Quelle für seltene Originalteile, Echtheits-Prüfung und das nötige Einspritz-Know-how rund um die L-Jetronic.
Wo rostet der Kadett C GT/E am stärksten? +
Typische Roststellen sind Radläufe, Türschweller, vordere Kotflügel, Stehbleche, A-Säulen und Endspitzen sowie die Bereiche unter den Scheibendichtungen. Da viele GT/E im Motorsport bewegt wurden, sind versteckte Reparaturen häufig. Eine Inspektion auf der Hebebühne mit Augenmerk auf Schweller und Unterboden sowie eine Schichtdickenmessung sind beim Kauf Pflicht, da eine Karosserie-Instandsetzung beim heutigen GT/E-Wertniveau zwar lohnen kann, aber teuer und aufwendig ist.
Worauf kommt es beim Wert eines Kadett C GT/E an? +
Wertentscheidend sind nachgewiesene Echtheit, der richtige Motor, die originale GT/E-Ausstattung und rostfreie Substanz. Ein Coupé mit nachträglich aufgewerteter Optik ist kein GT/E und wird deutlich niedriger gehandelt. Viele Autos wurden im Rallyesport oder durch Tuning stark verändert, gute Originalfahrzeuge sind deshalb rar. Ein Wertgutachten und die Prüfung von Fahrgestellnummer und Motorcode schützen vor Fehlkäufen.
Welche Klassik-Versicherung passt zum Kadett C GT/E? +
Der GT/E lässt sich über spezialisierte Klassik-Versicherer mit Wertvereinbarung absichern. Die Prämie hängt vor allem von Versicherungswert, Jahresfahrleistung, Garagenstellplatz und Fahrerprofil ab, konkrete Beträge zeigt der Chromradar-Versicherungsvergleich. Ein aktuelles Wertgutachten ist bei diesem Modell sinnvoll, um den vereinbarten Wert und die nachgewiesene Echtheit abzusichern.
Welche Alternativen zum Kadett C GT/E gibt es? +
Im Segment der frühen Sport-Kompakten und Coupés der späten 70er: VW Golf GTI Mk1 (der spätere Kultrivale), VW Scirocco I GTI, Ford Escort RS 2000 Mk2, Opel Manta A GT/E (markeninterner Coupé-Verwandter) und der spätere Kadett E GSi als Nachfolger der Sport-Kadett-Idee. Der Kadett C GT/E hebt sich durch Hinterradantrieb, L-Jetronic-Einspritzung und seine Rallye-Vergangenheit mit Werksfahrern wie Walter Röhrl ab.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand November 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.