MARKTWERT 2026

Porsche 944 Turbo

220–250 PS · 1985–1991

Porsche 944 Turbo (951)
Foto: Unknown · CC0 · Wikimedia Commons

Der Porsche 944 Turbo (intern Typ 951) ist die Turbo-Variante der 944-Reihe. Porsche stellte ihn Anfang 1985 vor und baute ihn bis Modelljahr 1991. Der wassergekühlte KKK-Turbolader auf dem 2,5-Liter-Vierzylinder brachte zunächst 220 PS, ab Modelljahr 1989 serienmäßig 250 PS. Damit lag der Turbo leistungsmäßig nahe am 911 Carrera 3.2 seiner Zeit; der Grundpreis lag 1985 bei 72.000 D-Mark.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 40.800 – 55.199 €
Zustand 2 (Gut) 28.050 – 37.950 €
Zustand 3 (Gepflegt) 17.850 – 24.149 €
Zustand 4 (Alltag) 10.200 – 13.799 €
Zustand 5 (Restobjekt) 5.100 – 6.899 €
Bauzeitraum
1985 – 1991
Versicherung (Zustand 2)
396–924 €/Jahr
Produktionszahl
25.245 (1985–1991, alle 944 Turbo einschließlich der Turbo S und der Turbo Cabriolets von 1991)
H-Kennzeichen ab
2015

Über den Porsche 944 Turbo

Mit dem 944 Turbo brachte Porsche 1985 die Hochleistungs-Variante des 944. Der wassergekühlte KKK-Turbolader auf dem 2,5-Liter-Vierzylinder (Verdichtung auf 8,0:1 gesenkt, Bosch-Motronic-Motorsteuerung) lieferte 220 PS und 330 Nm. Das Sondermodell 944 Turbo S von 1988 hatte durch einen größeren Lader 250 PS und 350 Nm, ab Modelljahr 1989 übernahm der normale Turbo diesen Motor. Der Grundpreis des 951 (so die interne Typnummer) lag 1985 bei 72.000 D-Mark.

Das Transaxle-Konzept (Motor vorn, Getriebe an der Hinterachse) sorgt für eine nahezu ausgeglichene Gewichtsverteilung. Äußerlich erkennt man den Turbo an der in die Karosserie integrierten Bugschürze aus Polyurethan mit Lufteinlass zwischen den Blinkern, dem Diffusor in Wagenfarbe unter dem hinteren Stoßfänger und den 16-Zoll-Rädern. Neben dem Coupé gab es im Modelljahr 1991 ein Turbo Cabriolet in kleiner Stückzahl.

Am Markt liegt der 944 Turbo klar über den Saugmotor-944, aber deutlich unter den 911-Modellen derselben Zeit. Original-Exemplare mit dokumentierter Service-Historie sind die sichere Wahl, getunte Fahrzeuge sind verbreitet.

Motorisierungen

  • → M44/51 2,5 l Turbo, 8V SOHC (220 PS, 330 Nm), 944 Turbo 1985–1988
  • → M44/52 2,5 l Turbo, 8V SOHC (250 PS, 350 Nm), 944 Turbo S Modelljahr 1988 (Sonderserie, laut Porsche 1.000 Stück, andere Quellen 1.635)
  • → 2,5 l Turbo, 8V SOHC (250 PS, Motor des Turbo S), 944 Turbo Modelljahr 1989–1991

Karosserie-Varianten

  • → Coupé (1985–1991)
  • → Cabriolet (nur Modelljahr 1991, Umbau bei ASC in Weinsberg)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! KKK-Turbolader (wassergekühlt): bei hoher Laufleistung auf Ölverlust, Lagerspiel und verzögerten Ladedruckaufbau achten
  • ! Zahnriemen und Ausgleichswellenriemen: Wechsel rechtzeitig (Porsche nennt 100.000 km, Spezialisten raten zu rund 80.000 km bzw. spätestens alle vier Jahre), Spannung regelmäßig prüfen; ein gerissener Riemen führt zu schwerem Motorschaden
  • ! Ölkühler: Öl im Kühlwasser-Ausgleichsbehälter deutet auf einen undichten Ölkühler hin
  • ! Pleuellager: bei hoher Laufleistung ein bekannter Schwachpunkt der Turbomotoren, Fachleute empfehlen vorbeugenden Tausch
  • ! Lager der Zentralwelle im Transaxle-Rohr: starke Vibrationen deuten auf Verschleiß hin
  • ! Kupplung: Tausch aufwendig und teuer, weil Transaxle-Rohr und Getriebe ausgebaut werden müssen
  • ! Ölundichtigkeiten am hinteren Kurbelwellendichtring und an den vorderen Dichtringen, dazu undichte Servolenkung
  • ! Karosserie: verzinkt, aber nicht rostfrei; Schweller (der Außenschweller ist nur eine Abdeckung), Hinterachsaufnahme, Wasserabläufe und Leitungen am Unterboden prüfen
  • ! Innenraum: Risse im Armaturenbrett sind häufig

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Zahnriemen- und Ausgleichswellenriemen-Wechsel mit Rechnungen belegen lassen; ohne Nachweis vor weiteren Fahrten wechseln
  • ✓ Turbolader bei der Probefahrt prüfen: gleichmäßiger Ladedruckaufbau, kein blauer Rauch, keine ungewöhnlichen Pfeifgeräusche
  • ✓ Druckverlusttest über alle vier Zylinder; Werte unter 15 Prozent gelten als gut
  • ✓ Rost-Check: hinter den Außenschweller fühlen, Hinterachsaufnahme, Wasserabläufe und Radhäuser auf Feuchtigkeit prüfen
  • ✓ Transaxle-Test: Vibrationen bei höheren Drehzahlen deuten auf verschlissene Lager der Zentralwelle hin
  • ✓ Kühlwasser-Ausgleichsbehälter auf Öl prüfen (Ölkühler)
  • ✓ Originalität prüfen: Leistungssteigerungen und Umbauten sind verbreitet und mindern in der Regel den Wert
  • ✓ Beim 944 Turbo S (Modelljahr 1988, Kleinserie) Ausstattung genau prüfen: M030-Fahrwerk mit Koni-Dämpfern, Vorderradbremse des 928 S4, Sperrdifferenzial mit 40 Prozent Sperrwirkung, geschmiedete 16-Zoll-Club-Sport-Räder
  • ✓ Späte Turbo ab Modelljahr 1989 haben serienmäßig 250 PS und werden in Inseraten meist höher angeboten als die 220-PS-Fahrzeuge

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Baujahr
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In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Porsche 944 Turbo

Was ist ein Porsche 944 Turbo wert? +
Ein Porsche 944 Turbo in gutem Zustand (Zustandsnote 2) liegt im Oktober 2026 bei rund 33.000 €. Spitzenfahrzeuge erreichen um 48.000 €, ordentliche Gebrauchtfahrzeuge (Note 3) rund 21.000 €, Restaurierungsobjekte starten bei rund 6.000 €. Späte 250-PS-Fahrzeuge liegen meist über den 220-PS-Fahrzeugen. Der seltenere Turbo S wird in gutem Originalzustand meist höher gehandelt, die Preisspanne ist aber groß.
Was ist der Unterschied zwischen 944 Turbo und 944 Turbo S? +
Der 944 Turbo S (Modelljahr 1988, laut Porsche 1.000 Stück, andere Quellen 1.635) hat einen größeren KKK-Turbolader und leistet 250 statt 220 PS (350 statt 330 Nm). Dazu kommen die Vorderradbremse des 928 S4 mit Brembo-Vierkolbensätteln, das M030-Fahrwerk mit verstellbaren Koni-Dämpfern und dickeren Stabilisatoren, ein Sperrdifferenzial mit 40 Prozent Sperrwirkung und geschmiedete 16-Zoll-Club-Sport-Räder von Fuchs (7 und 9 Zoll breit). Die meisten Turbo S tragen die Farbe Silver Rose mit burgunderfarbenem Karo-Interieur. Ab Modelljahr 1989 bekam der normale Turbo den 250-PS-Motor, aber nicht M030-Fahrwerk und Club-Sport-Räder.
Welche Schwachstellen hat der Porsche 944 Turbo? +
Wichtig sind die Zahnriemen- und Ausgleichswellenriemen-Historie, der Zustand des KKK-Turboladers, die Pleuellager bei hoher Laufleistung, ein möglicher undichter Ölkühler (Öl im Kühlwasser) und die Lager der Zentralwelle im Transaxle-Rohr. Die Kupplung ist teuer im Tausch, weil Transaxle-Rohr und Getriebe heraus müssen. Die Karosserie ist verzinkt, Schweller, Hinterachsaufnahme und Wasserabläufe sollten trotzdem genau geprüft werden.
Lohnt sich der Porsche 944 Turbo als Wertanlage? +
Als Geldanlage sollte man keinen Oldtimer kaufen. Der 944 Turbo bietet aber viel Leistung für deutlich weniger Geld als ein 911 derselben Zeit. Originale, unverbastelte Exemplare mit dokumentierter Historie sind am Markt am gefragtesten, der Turbo S wird meist höher gehandelt.
Wie viele Porsche 944 Turbo wurden gebaut? +
Laut der Produktionstabelle der englischen Wikipedia entstanden 1985 bis 1991 insgesamt 25.245 944 Turbo. Darin enthalten sind die Turbo S (Modelljahr 1988; Porsche nennt eine Auflage von 1.000 Stück, andere Quellen, u. a. RM Sotheby's und Wikipedia, 1.635) und die Turbo Cabriolets von 1991 (laut Porsche 528 Stück, je nach Quelle bis 625). Ab Modelljahr 1989 hatten alle Turbo den 250-PS-Motor des Turbo S.
Wie hoch ist die Versicherung für einen Porsche 944 Turbo? +
Die Prämie hängt vor allem von der vereinbarten Versicherungssumme laut Wertgutachten, der jährlichen Fahrleistung, dem Saisonkennzeichen und dem Alltagsfahrzeug ab. Für einen 944 Turbo lohnt sich ein Vergleich mehrerer Klassik-Versicherer mit konkretem Angebot.
Ist der Porsche 944 Turbo H-Kennzeichen-fähig? +
Ja. Der 944 Turbo wurde 1985 bis 1991 gebaut, damit sind alle Fahrzeuge mindestens 30 Jahre alt; die ersten Turbo von 1985 sind seit 2015 H-fähig. Voraussetzung ist ein weitgehend originaler, gepflegter Zustand. Leistungssteigerungen oder nicht zeitgenössische Umbauten können das H-Kennzeichen gefährden.
Was kostet die Wartung eines Porsche 944 Turbo? +
Belastbare Pauschalen gibt es nicht. Größere Posten sind der Zahnriemen- und Ausgleichswellenriemen-Wechsel (beim 944 laut Auto Zeitung rund 1.200 €, beim Turbo eher mehr) und die Kupplung, deren Tausch in Großbritannien bei freien Spezialisten 2026 rund 1.200 bis 1.800 Pfund kostet. Dazu kommen Turbolader, Pleuellager und Bremsen nach Zustand. Insgesamt ist der Turbo aufwendiger im Unterhalt als ein Saug-944.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.