Porsche 944 Turbo (951) Kaufberatung 2026
KKK-Turbo, Turbo S Sondermodell, Marktwerte, Schwachstellen und Kaufcheckliste
Der Porsche 944 Turbo (intern Typ 951) ist das Spitzenmodell der 944-Reihe. Mit 220 bis 250 PS aus 2,5 Litern Hubraum spielte er zwischen 1985 und 1991 in der Leistungsklasse des 911 Carrera 3.2; der Grundpreis lag 1985 bei 72.000 D-Mark. Diese Kaufberatung deckt den 944 Turbo und das Sondermodell 944 Turbo S von 1988 ab (Porsche nennt eine Auflage von 1.000 Stück, andere Quellen wie RM Sotheby's und Wikipedia 1.635).
- Modell-Historie und Bauzeitraum
- Karosserie-Varianten im Überblick
- Motorisierungen im Überblick
- Rost-Hotspots, die kritischen Zonen
- Allgemeine Schwachstellen
- H-Kennzeichen-Voraussetzungen
- Unterhaltskosten pro Jahr (Richtwerte)
- Kauf-Checkliste
- Welcher passt zu dir?
- Varianten im Wert-Vergleich
- Bezugsquellen
- Häufige Fragen
Modell-Historie und Bauzeitraum
Im Januar 1985 kam der 944 Turbo (intern Typ 951) als Spitzenmodell der 944-Reihe auf den Markt. Der 2,5-Liter-Vierzylinder M44/51 mit wassergekühltem KKK-Turbolader, Ladeluftkühler und Bosch-Motronic leistete 220 PS und 330 Nm. Der Grundpreis lag 1985 bei 72.000 D-Mark.
Das Transaxle-Konzept (Motor vorne, Getriebe an der Hinterachse) sorgt für eine nahezu ausgeglichene Gewichtsverteilung. Erkennbar ist der Turbo an der neu geformten Front mit integrierten Nebel- und Fernscheinwerfern unter den Blinkern und einem Lufteinlass dazwischen, an den in die Karosserie integrierten Stoßfängern, den Schwellerblenden und dem Diffusor unter dem Heck. Der cw-Wert sank von 0,35 auf 0,33.
Zum Modelljahr 1988 erschien der 944 Turbo S (laut Porsche 1.000 Stück, andere Quellen 1.635) mit 250 PS durch den größeren KKK-Lader K26-8, vorderen Bremsen aus dem 928 S4, M030-Fahrwerk mit einstellbaren Koni-Dämpfern, Sperrdifferenzial mit 40 % Sperrwirkung und 16-Zoll-Schmiederädern im Club-Sport-Design. Er war zunächst nur in Silberrosé Metallic erhältlich. Ab Modelljahr 1989 bekam der reguläre 944 Turbo den 250-PS-Motor serienmäßig, 1991 folgte das Turbo Cabriolet als Kleinserie.
Gesucht sind heute originale Exemplare mit lückenloser Wartungshistorie, insbesondere zum Zahnriemen. Der Turbo S wird am Markt meist höher gehandelt als der reguläre Turbo.
Karosserie-Varianten
Hauptvariante. Eigene Front mit integrierten Zusatzscheinwerfern und Lufteinlass, integrierte Stoßfänger, Schwellerblenden, Heckdiffusor; ab Modelljahr 1990 schwarzer, bogenförmiger Heckflügel.
Kleinserie mit 250-PS-Motor, Cabrio-Umbau bei ASC in Weinsberg. Laut Porsche 528 Stück, je nach Quelle bis 625. Nicht in die USA exportiert.
Motorisierungen im Überblick
Die wichtigsten Triebwerke der Baureihe. Für motorisierungsspezifische Schwachstellen und Marktwerte siehe die einzelnen Modell-Seiten unten.
2,5-Liter-Vierzylinder (2.479 cm³), SOHC, 8 Ventile, wassergekühlter KKK-Turbolader mit Ladeluftkühler, Verdichtung 8,0:1, 330 Nm bei 3.500/min, Bosch Motronic. 944 Turbo 1985–1988.
2,5-Liter-Vierzylinder, SOHC, 8 Ventile, größerer KKK-Lader K26-8 und geänderte Kennfelder, 350 Nm. 944 Turbo S (Modelljahr 1988) und alle 944 Turbo 1989–1991.
Rost-Hotspots, die kritischen Zonen
Rost ist der mit Abstand wichtigste Wertkiller. Diese Stellen vor dem Kauf zwingend prüfen. Der Schwere-Indikator zeigt den Reparatur-Aufwand.
Schweller, Wagenheber-Aufnahmen
KritischHauptthema wie beim 944: Die sichtbare äußere Schwellerverkleidung ist nur eine Abdeckung, dahinter auf versteckten Rost tasten. Die Karosserie ist verzinkt, aber nicht immun.
Untere Kanten der hinteren Radläufe, Hohlräume der hinteren Seitenteile
MittelTypische Prüfstellen beim 944 Turbo trotz Verzinkung.
Heckklappenrahmen
KritischBei undichter Heckklappen-Dichtung sammelt sich Wasser im Rahmen.
Bodenblech unter Sitzen
MittelDurchrosten möglich bei vernachlässigten Exemplaren. Wasser sammelt sich durch undichte Türen.
Fahrwerksaufnahmen
MittelAufnahmepunkte der Achsen und Böden auf Korrosion prüfen.
Frontstoßstange, Befestigungspunkte
MittelPlastik-Stoßstange verdeckt Karosserie-Rost. Bei Demontage prüfen.
Türeinstiege und Türfalze
NiedrigBei verstopften Abläufen und alten Dichtungen.
Tankgeber-Bereich (Kofferraumboden)
NiedrigBei undichter Tankgeber-Dichtung.
Allgemeine Schwachstellen
Diese Probleme treten unabhängig von der Motorisierung auf. Motorspezifische Schwachstellen findest du auf den einzelnen Modell-Seiten.
- !KKK-Turbolader Werkstatt 2.500–4.000 €Verschleiß bei höheren Laufleistungen, Überholung.
- !Zahnriemen + Wasserpumpe Werkstatt 6.000–9.000 € (Motorschaden bei Versäumnis)Zahnriemen und Ausgleichswellenriemen rechtzeitig wechseln (Porsche nennt 100.000 km, Spezialisten raten zu rund 80.000 km bzw. spätestens alle vier Jahre), Spann- und Umlenkrollen prüfen, Wasserpumpe spätestens bei jedem zweiten Wechsel. Reißt der Riemen, treffen Ventile auf Kolben.
- !Kupplung Werkstatt ca. 1.400–2.100 €Federn und Gummidämpfer der Kupplungsscheibe verschleißen. Der Tausch erfordert den Ausbau von Getriebe und Zentralrohr und ist entsprechend aufwendig.
- !Ölkühler-Schläuche selbst oder Werkstatt 600–1.000 €Undichte Ölkühler-Dichtung kann Öl ins Kühlwasser drücken; Ausgleichsbehälter auf Öl-Wasser-Gemisch prüfen.
- !Klima (R12) Werkstatt 1.200–2.000 €Aufwendige Umrüstung mit Kompressor-Tausch.
- !DME-Steuergerät (Bosch Motronic) WerkstattNach Chip-Umbauten fragen; Leistungssteigerungen gelten als Motorveränderung und sind für Originalität und H-Kennzeichen relevant.
- !Bremsanlage Werkstatt 600–1.000 € pro SeiteBrembo-Vierkolben-Festsättel; Sättel können festgehen, weil Stahl-Rückenplatten mit dem Aluminiumsattel reagieren, auch bei wenig gefahrenen Autos.
- !Karosserie selbst oder WerkstattRelativ rostresistent, aber Steinschläge an Vorderbau und Schwellern.
- !Zentralrohr-Lager (Transaxle) selbst oder WerkstattStarke Vibrationen deuten auf verschlissene Lager der Welle im Zentralrohr hin. Austausch oder Überholung möglich.
- !Sperrdifferenzial (Turbo S und späte Turbo) Werkstatt 1.500–2.500 €Sperrwirkung lässt nach, klackt beim Lastwechsel.
H-Kennzeichen, was du wissen musst
Da der 944 Turbo nur von 1985 bis 1991 gebaut wurde, haben alle Fahrzeuge die 30-Jahre-Grenze erreicht. Frühe 944 Turbo (1985) sind seit 2015 H-fähig, späte Modelle (1991) seit 2021.
- ✓ Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurück
- ✓ Originaler M44/51 oder M44/52 Motor mit dokumentierter Historie
- ✓ Weitgehend originale Turbo-Karosserie (Bugschürze mit Lufteinlass, Heckdiffusor)
- ✓ Original-Auspuff oder zeitgenössische Alternative mit Eintragung
- ✓ Positives H-Gutachten durch TÜV, DEKRA oder GTÜ
- ✓ Bei Leistungssteigerungen (Chip-Tuning, größerer Ladeluftkühler) ist das H-Kennzeichen gefährdet
Unterhaltskosten pro Jahr (Richtwerte)
Richtwerte, keine Einzelbelege: grobe Orientierung für die jährlichen Kosten bei Liebhaber-Nutzung mit wenigen tausend Kilometern. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Zustand, Variante, Werkstatt und Eigenleistung ab. Fest steht nur die Kfz-Steuer mit H-Kennzeichen (pauschal 191,73 € für Pkw).
| Versicherung (Klassik-Tarif) | 850–2.200 € (Turbo S oberes Ende) |
| Kfz-Steuer | 191,73 € (H-Pauschale) |
| Wartung und Inspektion | 500–1.000 € |
| Verschleißteile (anteilig) | 300–600 € |
| Jährliche Schraubereien | 500–1.200 € |
| Summe pro Jahr (Richtwert) | ca. 2.300–5.200 € pro Jahr (Turbo S höher) |
Versicherungs-Spanne über unseren Klassik-Versicherungs-Vergleicher konkretisierbar.
Kauf-Checkliste
Diese Punkte vor dem Kauf systematisch prüfen. Idealerweise mit einem Klassiker-Sachverständigen oder im Beisein eines erfahrenen Schraubers.
Authentizität bei Turbo S
- Bei 944 Turbo S (1988): Authentizität zwingend prüfen, Ausstattungsaufkleber (zwischen Reserverad und Rückleuchte) mit Fahrgestellnummer und Optionen kontrollieren
- Porsche-Datenkarte anfordern (von Porsche Classic abrufbar)
- Motornummer mit Fahrgestellnummer abgleichen
- Original-Turbo-S-Räder: 16 Zoll, geschmiedet von Fuchs, Club-Sport-Design (Design 90), 7 und 9 Zoll breit
- Original-Innenausstattung; bei Silberrosé-Fahrzeugen meist burgunderfarbener Stoff
- Bei ehemaligen Turbo-Cup-Fahrzeugen (Fahrgestellnummern-Endziffern 1501–1700): Renn-Historie dokumentieren lassen
Karosserie
- Schweller-Wagenheber-Aufnahmen einzeln prüfen
- Untere Kanten der hinteren Radläufe und Hohlräume der Seitenteile prüfen
- Heckklappenrahmen auf Wasserspuren und Rost
- Bodenblech unter den Sitzen (Teppich anheben)
- Frontstoßstange demontieren (falls möglich) für Karosserie-Check
- Fahrwerksaufnahmen und Böden auf Korrosion prüfen
- Lackdickenmessung
Turbo-Motor
- Nachweis über Zahnriemen- und Ausgleichswellenriemen-Wechsel (Porsche nennt 100.000 km, Spezialisten raten zu rund 80.000 km bzw. spätestens alle vier Jahre)
- Turbolader-Check: ab etwa 3.500/min kräftiger, gleichmäßiger Ladedruckaufbau bis nahe an die Drehzahlgrenze; Lagerspiel des Laders prüfen lassen
- Kompressions- oder Druckverlusttest über alle 4 Zylinder; auf gleichmäßige Werte achten
- Transaxle: starke Vibrationen deuten auf verschlissene Zentralrohr-Lager; Kupplung auf Rutschen prüfen
- Bei späten Turbo-Modellen (1989–1991): serienmäßig 250 PS mit dem Motor des Turbo S
- Klimaanlagen-Funktion prüfen: bei R12-Anlage ohne Funktion Umrüstkosten einkalkulieren (Richtwert siehe Schwachstellen)
- Ölverbrauch erfragen (sollte unter 0,5 Liter/1000 km bleiben, Turbo etwas höher als Sauger akzeptabel)
Sportausstattung
- Original-Räder laut Datenkarte prüfen (serienmäßig 16 Zoll, geschmiedete Fuchs-Räder optional); nicht originale Räder mindern den Wert
- Original-Bremsanlage: Brembo-Vierkolben-Festsättel, beim Turbo S vorne aus dem 928 S4
- Bei Turbo S: Sperrdifferenzial (40 % Sperrwirkung) auf Funktion testen
- Bei Turbo S: elektrisch verstellbare Sitze für Fahrer und Beifahrer
- Bei Turbo S: M030-Fahrwerk mit einstellbaren Koni-Dämpfern und höhenverstellbaren Federbeinen vorne auf Originalität prüfen
Dokumentation
- Porsche-Scheckheft mit Porsche-Stempeln oder Fachwerkstatt-Belegen
- Rechnungen über Zahnriemen-Wechsel, Turbo-Wartung
- Erstzulassungs-Nachweis und Halterhistorie
- Porsche-Datenkarte (von Porsche Classic abrufbar)
- Bei Turbo S: Datenkarte bzw. Echtheitsbestätigung über Porsche Classic dringend empfohlen
- TÜV-Bericht aktuell und nachvollziehbar
Welcher passt zu dir?
Entscheidungshilfe nach Käufer-Profil: finde die richtige Motorisierung und Karosserie-Variante für deinen Einsatzzweck.
Porsche 944 Turbo S (1988)
Kleinserie (laut Porsche 1.000 Stück, andere Quellen 1.635), 250 PS, M030-Fahrwerk, Sperrdifferenzial, Bremsen vorne aus dem 928 S4. Markt rund 29.000–70.000 € (Note 3 bis 1).
Porsche 944 Turbo (1989–1991, 250 PS)
Ab Modelljahr 1989 serienmäßig mit dem 250-PS-Motor des Turbo S, aber ohne dessen M030-Fahrwerk und Club-Sport-Räder. Markt rund 33.000–48.000 € für gute bis sehr gute Exemplare (250-PS-Jahrgänge am oberen Rand).
Porsche 944 Turbo Standard (1985–1988, 220 PS)
Originaler 951 mit 220 PS, deutlich günstiger als 911 der gleichen Ära. Markt rund 21.000–33.000 € (Note 3 bis 2).
Porsche 944 Turbo Cup (Markenpokal 1986–1989)
Rund 192 gebaute Cup-Fahrzeuge, als Rennwagen für den Markenpokal aufgebaut; Straßenzulassung im Einzelfall prüfen. Werte sind Einzelfallbewertungen, eine dokumentierte Renn-Historie ist entscheidend.
Alle Varianten im Wert-Vergleich
Klick auf eine Variante für die detaillierte Marktwert-Analyse und motorisierungs-spezifische Schwachstellen.
| Variante | Motor | Leistung | Verbrauch | Eignung | Wert (Note 2) |
|---|---|---|---|---|---|
| Porsche 944 Turbo | M44/51 oder /52 2.5L Turbo | 220–250 PS | 11–14 l/100km | Sportwagen / Sammler | 28.050–37.950 € |
| Porsche 944 Turbo S | M44/52 2.5L Turbo | 250 PS | 11–14 l/100km | Sammler-Rarität | 40.800–55.200 € |
Bezugsquellen, wo du dieses Modell findest
Vier Wege zum Klassiker, jeweils mit typischer Preislage und Risiko. Welcher passt, hängt von Budget, Zeit und gewünschter Absicherung ab.
Gepflegte Exemplare beim Porsche-Zentrum bzw. Klassiker-Spezialisten mit Historie und Gewährleistung.
Auf mobile.de, Classic Trader und in der Community; eine Vorkauf-Untersuchung (PPI) beim Porsche-Spezialisten ist Pflicht. Zahnriemen-Historie und Turbolader-Zustand prüfen.
Für seltene und dokumentierte Exemplare (Bring a Trailer, Classic Trader, RM Sotheby's).
Teils aus dem Ausland (USA); bei Importen Vollabnahme nach §21 StVZO und Euro-Spezifika prüfen.
Häufige Fragen zur Porsche-944-TURBO-Reihe
Was ist ein Porsche 944 Turbo wert? +
Was ist der Unterschied zwischen 944 Turbo und 944 Turbo S? +
Welche Schwachstellen hat der Porsche 944 Turbo? +
Lohnt sich der Porsche 944 Turbo als Wertanlage? +
Wie viele Porsche 944 Turbo wurden gebaut? +
Wie hoch ist die Versicherung für einen Porsche 944 Turbo? +
Ist der Porsche 944 Turbo H-Kennzeichen-fähig? +
Was kostet die Wartung eines Porsche 944 Turbo? +
Welcher 944 Turbo-Lack ist heute am gesuchtesten? +
Welche Modifikationen sind beim 944 Turbo akzeptabel? +
Was unterscheidet den 944 Turbo vom 951? +
Konkreten Wert berechnen
Nutze den Marktwert-Check mit allen 9 Bewertungs-Faktoren für dein konkretes Modell, inklusive Laufleistung, Historie und Originalität.
Zum Marktwert-Check- Wikipedia: Porsche 944
- Wikipedia (en): Porsche 944, Produktionszahlen 944 Turbo
- Porsche Classic: Porsche 944 Turbo
- Hiscox Pocket Price Guide 2026 (PDF)
- Classics World: Porsche 944 Buyers Guide
- 944turbo.org.uk: Porsche 944 Turbo Buying Guide
- Stuttcars: Porsche 944 Turbo S (1988)
- Porsche Newsroom: Geschichte der Transaxle-Modelle