Chromradar
Klassiker im Wert-Check
MARKTWERT 2026

Toyota Supra A70

Reihensechser-GT der 80er · 1986–1993

Toyota Supra A70 in Weiß, Seitenansicht, Baujahr 1988
Foto: FotoSleuth, Wikimedia Commons · Bildquelle

Der Toyota Supra A70 ist der unterschätzte Reihensechser-GT der späten 80er: Klappscheinwerfer, Targa-Option und mit dem 3.0-Turbo bis zu 238 PS, verpackt in einen komfortablen, langstreckentauglichen Sportwagen. Im Schatten des berühmten Nachfolgers A80 ist er der bezahlbare Weg in die Supra-Welt. Marktwerte 2026: rund 5.500 bis 42.000 Euro, originale Turbos und Targa-Exemplare am oberen Rand.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 35.700 – 48.299 €
Zustand 2 (Gut) 23.800 – 32.199 €
Zustand 3 (Gepflegt) 15.300 – 20.700 €
Zustand 4 (Alltag) 9.350 – 12.649 €
Zustand 5 (Restobjekt) 4.675 – 6.324 €
3-Jahres-Trend: +10%
Bauzeitraum
1986 – 1993
Versicherung (Zustand 2)
336–784 €/Jahr
Produktionszahl
sechsstellige Weltproduktion (1986 bis 1993), deutsche Auslieferungen deutlich seltener; Turbo A Homologation: 500 Stück
H-Kennzeichen ab
2016

Über den Toyota Supra A70

Mit dem A70 (1986 bis 1993) trennte Toyota die Supra endgültig vom Celica-Unterbau: eigenes Heckantriebs-Chassis, Reihensechszylinder und eine keilförmige Karosserie mit Klappscheinwerfern. In Deutschland standen der 3.0i mit 204 PS und der 3.0 Turbo mit bis zu 238 PS bei den Händlern, dazu die begehrte Targa-Dachvariante.

Technisch war der A70 seiner Zeit voraus: elektronisch geregeltes Fahrwerk (TEMS) je nach Markt, aufwendige Hinterachse und eine Ausstattung auf GT-Niveau. Der 7M-Motor ist laufruhig und stark, trägt aber eine bekannte Schwachstelle mit sich: Die ab Werk zu schwach angezogene Zylinderkopfdichtung ist das zentrale Kaufthema der Baureihe. Für Homologationszwecke entstand 1988 zudem der seltene Turbo A mit 270 PS.

Jahrzehntelang stand der A70 im Schatten des A80 und blieb günstig, entsprechend viele Exemplare wurden verheizt oder getunt. Inzwischen zieht die 80er-Nostalgie den Markt: Originale Turbos, Targa-Modelle mit wenig Kilometern und dokumentierte deutsche Auslieferungen werden knapp und teurer. Wer das Kopfdichtungs-Thema versteht, kauft viel Sportwagen für vergleichsweise wenig Geld.

Motorisierungen

  • 3.0i Reihensechszylinder (7M-GE), 204 PS, laufruhiger Sauger
  • 3.0 Turbo (7M-GTE), 232 bis 238 PS, der gesuchte Top-Motor
  • Turbo A (Homologation 1988), 270 PS, 500 Stück, Sammler-Halo

Karosserie-Varianten

  • Coupé (Liftback) mit Klappscheinwerfern
  • Targa mit herausnehmbarem Dachteil, besonders beliebt

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Zylinderkopfdichtung des 7M: ab Werk zu schwach angezogene Kopfschrauben führen zu Dichtungsschäden, eine fachgerecht erneuerte Dichtung mit korrektem Anzugsmoment ist ein Kaufargument.
  • ! Überhitzungsfolgen: Nach Kopfdichtungsschäden drohen verzogene Köpfe, Kühlsystem und Historie genau prüfen.
  • ! Turbo-Peripherie altert: Ladedruckschläuche, Ladeluftkühler-Anschlüsse und Unterdruckleitungen werden spröde.
  • ! Elektronik der 80er: Kombiinstrument, TEMS-Fahrwerkssteuerung und Klimaanlage sind typische Fehlerquellen.
  • ! Rost an Radläufen, Schwellern, Heckklappenrahmen und unter den Targa-Dichtungen, undichte Targa-Dächer sind verbreitet.
  • ! Innenraum- und Anbauteile werden knapp, besonders Interieur-Kunststoffe und Targa-Dichtungen.
  • ! Tuning-Vergangenheit: 7M und nachgerüstete 1JZ/2JZ-Swaps sind verbreitet, Originalität prüfen.

Worauf beim Kauf achten

  • Kopfdichtungs-Historie klären: Ein dokumentiert mit korrektem Drehmoment erneuerter Kopf ist beim 7M bares Geld wert.
  • Kühlsystem, Öl auf Wasser-Emulsion und Kompression prüfen, Überhitzungs-Vorgeschichte ausschließen.
  • Targa-Dach auf Dichtheit testen, Wasserränder an Teppich und Kofferraum verraten Undichtigkeiten.
  • Originale Turbos mit Historie gezielt suchen, sie tragen die Wertentwicklung der Baureihe.
  • Elektrik komplett durchprobieren: TEMS, Klima und Kombiinstrument sind teuer in der Instandsetzung.
  • Deutsche Erstauslieferungen sind selten und gesucht, Import-Historie bei EU/US-Fahrzeugen verifizieren.
  • H-Kennzeichen ist für frühe A70 seit 2016 möglich, ein originaler Zustand sichert die günstigen Konditionen.

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In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Toyota Supra A70

Was ist ein Toyota Supra A70 2026 wert? +
Die Marktwerte reichen 2026 von rund 5.500 Euro für ein läufiges Projekt bis etwa 42.000 Euro für ein erstklassiges Turbo- oder Targa-Exemplar mit geringer Laufleistung. Ein guter A70 im Zustand 3 liegt bei rund 18.000 Euro, sehr gute Exemplare um 28.000 Euro. Der europäische Markt bestätigt das: Classic-Trader-Referenzen zeigen gute 3.0i um 17.500 Euro und Top-Targa-Turbos mit unter 50.000 Kilometern um 45.000 Euro. Der seltene Turbo A liegt als Homologations-Halo deutlich darüber.
Wie problematisch ist die Kopfdichtung beim Supra A70? +
Sie ist das zentrale Kaufthema: Toyota zog die Kopfschrauben des 7M ab Werk mit zu geringem Drehmoment an, wodurch die Dichtung mit den Jahren durchbrennt. Die Reparatur ist machbar und dauerhaft, wenn Kopf geplant und mit korrektem Moment oder Stehbolzen montiert wird. Ein Exemplar mit dokumentiert sanierter Kopfdichtung ist deshalb dem unangetasteten Original vorzuziehen. Warnzeichen sind Wasser im Öl, weißer Rauch und ständiger Kühlmittelverlust.
Supra A70 Sauger oder Turbo, welcher ist der bessere Kauf? +
Der Turbo mit 232 bis 238 PS ist die gesuchte und wertstabilere Variante, der 204-PS-Sauger der entspanntere und günstigere Einstieg. Beide teilen das Kopfdichtungs-Thema, beim Turbo kommen alternde Ladedruck-Peripherie und mehr Hitze dazu. Targa-Versionen tragen in beiden Motorisierungen ein Preispremium. Wie immer gilt: Ein originaler, dokumentierter Sauger schlägt jeden verbastelten Turbo.
Was ist der Toyota Supra Turbo A? +
Der Turbo A von 1988 ist die Homologations-Version für die Gruppe A: 500 Stück, 270 PS, größerer Lader und eigenständige Front mit zusätzlichem Lufteinlass. Er ist der Sammler-Halo der Baureihe und wird international deutlich über der normalen Leiter gehandelt. Echte Exemplare sind über die Fahrgestellnummer verifizierbar. Für die Chromradar-Werteleiter ist er nicht eingerechnet, gute Turbo A liegen sechsstellig-nah.
Bekommt der Supra A70 ein H-Kennzeichen? +
Ja, alle Baujahre bis 1993 haben die 30-Jahre-Grenze überschritten oder erreichen sie fortlaufend, die frühen seit 2016. Voraussetzung ist ein weitgehend originaler Zustand, was bei der verbreiteten Tuning- und Swap-Historie die eigentliche Hürde ist. Mit H-Kennzeichen kostet die Kfz-Steuer pauschal 191 Euro im Jahr statt der Hubraum-Besteuerung des 3.0-Liter-Sechszylinders. Dazu kommen günstige Klassik-Tarife mit Wertgutachten.
Was kostet der Unterhalt eines Supra A70? +
Die Basis ist robust und günstig: Verschleißteile sind gut verfügbar, der Verbrauch liegt bei 10 bis 14 Litern. Teuer werden Kopfdichtungs-Sanierung (vierstellig), Elektronik-Reparaturen und rar werdende Interieur- und Targa-Teile. Mit H-Kennzeichen und Klassik-Versicherung liegt das Jahresbudget realistisch bei 1.000 bis 2.200 Euro. Eine Rücklage für die Kopfdichtung gehört in jede Kalkulation, sofern nicht bereits saniert.
Warum ist der Supra A70 so viel günstiger als der A80? +
Der A80 profitiert von Fast-and-Furious-Ruhm, 2JZ-Tuning-Legende und globaler JDM-Nostalgie, während der A70 lange als komfortabler GT unterm Radar lief. Dazu kommt die abschreckende Kopfdichtungs-Geschichte des 7M. Genau das macht den A70 zur Einstiegs-Chance: echte Supra-Historie, Reihensechser und Klappscheinwerfer zum Bruchteil des A80-Preises. Gute Exemplare ziehen bereits spürbar an, die Lücke bleibt aber groß.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Mai 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.