MARKTWERT 2026

Porsche 924 Carrera GT

Homologationsmodell · 2,0 Turbo 210 PS · 406 Exemplare · 1980–1981

Porsche 924 Carrera GT Coupé mit Kotflügelverbreiterungen und Lufthutze
Foto: Pelicanactor · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Der Porsche 924 Carrera GT ist das seltene Homologationsmodell der 924-Reihe, gebaut von August 1980 bis Anfang 1981 in 406 Exemplaren. Aus dem Transaxle-Einsteiger machte Porsche einen Sportwagen für den Motorsport: 2,0-Liter-Turbo mit Ladeluftkühler und 210 PS, Kotflügelverbreiterungen aus Polyurethan, Lufthutze auf der Motorhaube sowie Motorhaube und Türen aus Aluminium. Er war die Basis für die Rennversionen Carrera GTS, GTP und GTR. Heute liegt er wertmäßig weit über dem Serien-924. Marktwerte Stand Oktober 2026: gute Autos (Note 3) rund 58.000 Euro, sehr gute (Note 2) um 85.000 Euro, Spitzenstücke in Note 1 um 120.000 Euro.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 102.000 – 138.000 €
Zustand 2 (Gut) 72.250 – 97.749 €
Zustand 3 (Gepflegt) 49.300 – 66.700 €
Zustand 4 (Alltag) 35.700 – 48.299 €
Zustand 5 (Restobjekt) 25.500 – 34.500 €
Bauzeitraum
1980 – 1981
Versicherung (Zustand 2)
1.020–2.380 €/Jahr
Produktionszahl
406 Porsche 924 Carrera GT (Produktion ab August 1980, 406. Exemplar im Februar 1981), dazu 59 Carrera GTS und 17 Carrera GTR (plus zwei Ersatz-Chassis) als Sport- und Rennversionen
H-Kennzeichen ab
2010

Über den Porsche 924 Carrera GT

Der 924 Carrera GT ist die Motorsport-Homologation des 924 und liegt wertmäßig weit über dem Serien-924; nur die Kleinserien Carrera GTS und GTR sind noch deutlich teurer. Porsche legte ihn 1980 auf, um den 924 für den Motorsport in der Gruppe 4 zu homologieren. Dafür mussten innerhalb von zwei Jahren 400 Einheiten gebaut werden; beim Produktionsstart am 1. August 1980 waren bereits 250 verkauft, im Februar 1981 meldete Porsche das 406. Exemplar. 75 der Serienfahrzeuge entstanden als Rechtslenker für Großbritannien, in den USA wurde der Carrera GT nicht angeboten.

Technisch basiert er auf dem 924 Turbo. Dessen 2,0-Liter-Vierzylinder erhielt einen Ladeluftkühler (den der 924 Turbo nicht hatte), einen größeren Lader und eine von 7,5 auf 8,5:1 erhöhte Verdichtung und leistet so 154 kW (210 PS) bei 6.000/min, 40 PS mehr als der 924 Turbo. Mit fast 106 PS pro Liter hielt er laut Porsche den damaligen Rekord für straßenzugelassene Fahrzeuge. Optisch fallen die Kotflügelverbreiterungen aus Polyurethan, die Lufthutze für den Ladeluftkühler auf der Motorhaube (statt der NACA-Öffnung des 924 Turbo), ein Frontspoiler, ein großer Heckspoiler und die bündig eingeklebte Windschutzscheibe auf. Die Klappscheinwerfer blieben erhalten. Motorhaube und Türen aus Aluminium halten das Gewicht bei 1.180 kg.

Der Carrera GT war die Basis für ein ganzes Renn-Programm: Daraus gingen der 924 Carrera GTS (59 Exemplare, 245 PS, als Clubsport 270 PS), der Le-Mans-Rennwagen Carrera GTP und der Carrera GTR (375 PS, 17 komplett aufgebaute Fahrzeuge plus zwei Ersatz-Chassis) hervor. 1980 belegten die drei werksseitig eingesetzten 924 Carrera GTP in Le Mans die Plätze 6, 12 und 13, 1981 kam ein Werks-GTR auf Platz 11. Diese GTS- und GTR-Versionen spielen wertmäßig in einer eigenen, noch höheren Liga.

Heute gilt der 924 Carrera GT als eigenständiges Homologationsmodell mit belegter Motorsport-Geschichte. Originalität, Zustand der spezifischen Karosserie-Teile und die nachgewiesene Echtheit sind die entscheidenden Wertfaktoren.

Motorisierungen

  • → 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo mit Ladeluftkühler (M31/50), 154 kW (210 PS) bei 6.000/min, 1980–1981, 924 Carrera GT
  • → 2,0-Liter-Turbo, 180 kW (245 PS), 924 Carrera GTS (59 Exemplare, Clubsport 270 PS)
  • → 2,0-Liter-Turbo, 276 kW (375 PS), 924 Carrera GTR (Rennwagen)

Karosserie-Varianten

  • → Coupé 2-türig mit Kotflügelverbreiterungen aus Polyurethan, Lufthutze für den Ladeluftkühler, Motorhaube und Türen aus Aluminium (1980–1981)
  • → Carrera GTS und GTR als Sport- und Rennversionen, der GTS mit fest eingebauten Scheinwerfern unter Abdeckung

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Echtheits-Risiko: Wegen der hohen Werte und der optischen Nähe zum 924 Turbo ist die nachgewiesene Echtheit zentral. Fahrgestellnummer und Werksunterlagen (etwa ein Porsche-Zertifikat) prüfen, es wurden nur 406 Exemplare gebaut.
  • ! Karosserie und spezifische Teile: Die Kotflügelverbreiterungen aus Polyurethan, die Lufthutze sowie Motorhaube und Türen aus Aluminium sind Carrera-GT-spezifisch. Beschädigungen oder Nachbauteile mindern den Wert.
  • ! 2.0L-Turbo-Motor: Zustand von Turbolader, Ladeluftkühler, Schläuchen und Ladedruckregelung sowie die Wartungshistorie vom Spezialisten prüfen lassen.
  • ! Rost: Trotz verzinkter Bodengruppe laut TÜV Rheinland Seitenschweller und hintere Achsaufnahmen prüfen, dazu Handbremsseile (Festrosten nach Standzeit) sowie Feuchtigkeit in Heckleuchten und Klappscheinwerfern.
  • ! Zahnriemen und Nebenaggregate des Vierzylinders nach Intervall warten, eine vernachlässigte Wartung kann teuer werden.
  • ! Originalität der Innenausstattung und der spezifischen Leichtbau-Teile prüfen, vollständige originale Carrera GT sind selten und entsprechend wertvoll.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Echtheit zuerst: nur mit nachgewiesener Fahrgestellnummer, Werksbestätigung und lückenloser Historie kaufen, bei nur 406 Exemplaren ist jedes Auto dokumentiert nachvollziehbar.
  • ✓ Die Carrera-GT-spezifischen Karosserie-Teile (Verbreiterungen, Lufthutze, Motorhaube und Türen aus Aluminium) auf Originalität, Beschädigung und sauberen Sitz prüfen, Ersatz ist teuer.
  • ✓ Den 2.0L-Turbo von einem Porsche-Spezialisten checken lassen, Ladedruck, Turbolader und Kühlung sind wertentscheidend.
  • ✓ Rost an Seitenschwellern und hinteren Achsaufnahmen auf der Hebebühne kontrollieren, wie bei jedem 924.
  • ✓ Originalität, vollständige Ausstattung und dokumentierte Historie steigern den Wert erheblich, gerade bei diesem seltenen Modell.
  • ✓ Ein aktuelles Wertgutachten ist bei den erreichten Werten dringend zu empfehlen, für Kauf und Versicherung.
  • ✓ H-Kennzeichen ist möglich (seit 2010 bzw. 2011, je nach Erstzulassung), was Steuer und Klassik-Versicherung erleichtert.

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Modell
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Baujahr
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Zustand

In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Porsche 924 Carrera GT

Was ist ein Porsche 924 Carrera GT 2026 wert? +
Der Carrera GT liegt weit über dem Serien-924. Ein gutes Exemplar in Note 3 liegt Stand Oktober 2026 bei rund 58.000 Euro. Bei Collecting Cars brachten originale Autos 2025 rund 43.000 bis 46.000 Pfund (etwa 51.000 bis 55.000 Euro), Iconic erzielte 2024 für zwei gute Exemplare 56.250 und 58.500 Pfund (rund 67.000 bis 70.000 Euro); The Classic Valuer nennt für Verkäufe seit 2020 einen Median von rund 54.000 Pfund. Sehr gute Autos in Note 2 liegen um 85.000 Euro; ein 2017/18 restauriertes Exemplar brachte bei Broad Arrow im November 2025 97.750 Franken (rund 106.000 Euro). Spitzenstücke in Note 1 liegen um 120.000 Euro, der höchste erfasste Verkauf seit 2020 lag bei rund 125.600 Pfund (2023). Restaurierungsbedürftige Autos beginnen um 30.000 Euro. Die Carrera GTS und GTR liegen deutlich darüber.
Was ist der Unterschied zwischen 924 Turbo und 924 Carrera GT? +
Der 924 Turbo ist die serienmäßige Turbo-Variante mit 170 PS, ab 1981 177 PS. Der Carrera GT baut darauf auf, wurde aber von August 1980 bis Anfang 1981 in nur 406 Exemplaren als Gruppe-4-Homologation gebaut. Er hat 210 PS, erstmals einen Ladeluftkühler, einen größeren Lader und eine höhere Verdichtung, dazu die eigenständige Karosserie mit Kotflügelverbreiterungen aus Polyurethan, Lufthutze statt NACA-Öffnung auf der Haube, Frontspoiler und Aluminium-Motorhaube und -Türen. Während ein guter 924 Turbo mit dem Serien-924 bewertet wird (Note 2 rund 15.000 Euro), erreicht der Carrera GT als seltene Homologation ein Vielfaches und ist ein eigenständiges Sammlerstück.
Warum ist der 924 Carrera GT so selten und wertvoll? +
Der Carrera GT war eine Homologations-Kleinserie: Für die Zulassung zum Motorsport musste Porsche in zwei Jahren 400 Einheiten bauen, das 406. Exemplar wurde im Februar 1981 verkauft. Er war die Basis für GTS, GTP und GTR; GTP und GTR traten 1980 und 1981 in Le Mans an. Die kleine Stückzahl, die belegte Motorsport-Geschichte und die eigenständige Technik heben ihn weit über den Serien-924.
Was ist der Unterschied zwischen Carrera GT, GTS und GTR? +
Der Carrera GT ist das Homologationsmodell mit 210 PS in 406 Exemplaren. Der Carrera GTS folgte 1981 mit 245 PS in 59 Exemplaren (davon 15 Clubsport mit 270 PS), mit fest eingebauten Scheinwerfern unter Abdeckung statt Klappscheinwerfern und 1.121 kg statt 1.180 kg. Der Carrera GTR war der Rennwagen mit 375 PS; gebaut wurden 17 komplette Fahrzeuge plus zwei Ersatz-Chassis, 1981 kam ein Werks-GTR in Le Mans auf Platz 11. GTS und GTR spielen wertmäßig in einer eigenen, deutlich höheren Liga über dem Carrera GT und sind in dieser Bewertung nicht abgebildet.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim 924 Carrera GT? +
Bei der allgemeinen 924-Technik und dem 2.0L-Vierzylinder-Turbo ist die Versorgung dank großer Transaxle-Szene und Porsche Classic ordentlich. Schwieriger wird es bei den Carrera-GT-spezifischen Teilen wie den Kotflügelverbreiterungen aus Polyurethan, der Lufthutze und den Aluminium-Türen und der Aluminium-Haube; eine Beschädigung kann aufwendig werden. Porsche Classic, spezialisierte Transaxle-Betriebe und die internationale 924-Carrera-GT-Community sind die zentralen Anlaufstellen für Teile, Restaurierung und Echtheits-Prüfung dieses seltenen Modells.
Wo rostet der Porsche 924 Carrera GT? +
Die Bodengruppe des 924 war von Beginn an feuerverzinkt; die gesamte Karosserie laut Porsche Club GB ab Modelljahr 1978, laut Auto Bild ab 1981, ein Carrera GT von 1980/81 ist also in jedem Fall verzinkt. Trotzdem nennt der TÜV Rheinland als typische Roststellen die Seitenschweller und die hinteren Achsaufnahmen; die Schweller lassen sich durch die Lüftungsgitter an der B-Säule einsehen. Bei den Carrera-GT-spezifischen Kunststoff-Verbreiterungen ist auf Folgerost an den Anschraubpunkten zu achten. Eine Inspektion auf der Hebebühne gehört zum Pflichtprogramm, da bei einem Auto dieses Werts jede versteckte Durchrostung relevant ist und eine fachgerechte Reparatur unter Erhalt der Originalsubstanz aufwendig sein kann.
Welche Klassik-Versicherung passt zum Porsche 924 Carrera GT? +
Wegen der hohen Werte sollte der Carrera GT mit individueller Wertvereinbarung auf Basis eines aktuellen Wertgutachtens versichert werden. Für ein Exemplar mit Marktwert von 58.000 bis 85.000 Euro, H-Kennzeichen, Garage und geringer Jahresfahrleistung sind spezialisierte Klassik-Versicherer die richtige Wahl. Hiscox und Helvetia eignen sich für hochwertige, seltene Sammlerfahrzeuge mit Wertgutachten, OCC und ADAC Classic bieten solide Klassik-Tarife. Bei einem so seltenen Homologations-Porsche ist die nachgewiesene Echtheit auch versicherungsseitig relevant, ein aktuelles Gutachten ist ohnehin dringend anzuraten.
Welche Alternativen zum 924 Carrera GT gibt es? +
Im Segment der seltenen Transaxle- und Homologations-Porsche: der serienmäßige 924 Turbo als deutlich günstigerer Einstieg, der spätere 944 Turbo als stärkerer Transaxle-Sportler und der 968 als Schlusspunkt der Reihe. Wer ein seltenes Homologationsmodell sucht, findet im Carrera GT eine kleine Stückzahl mit direkter Verbindung zu den Le-Mans-Rennwagen GTP und GTR. Konzeptionell verwandt sind andere Gruppe-4-Homologationen der Ära. Der Carrera GT hebt sich durch seine eigenständige Karosserie, die geringe Stückzahl von 406 und seine Verbindung zu GTS, GTP und GTR deutlich vom Serien-924 ab.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.