Porsche 924
Transaxle-Einstieg · 924 / 924 S / 924 Turbo · 1976–1988
Der Porsche 924 ist der Einstiegs-Porsche der späten 70er und 80er und der Begründer der Transaxle-Ära, die später 944 und 968 fortsetzten. Von 1976 bis 1988 gebaut, kombinierte er einen frontmittig eingebauten Vierzylinder mit Transaxle-Bauweise (Getriebe an der Hinterachse) und ausgewogener Gewichtsverteilung. Vom genügsamen Basis-924 über den kräftigen 924 Turbo bis zum 924 S mit dem Porsche-Motor des 944 reichte die Palette, gekrönt vom seltenen 924 Carrera GT. Der 924 ist heute einer der günstigsten Einstiege in die klassische Porsche-Welt. Marktwerte für den 924 2.0 im Oktober 2026: rund 1.500 bis 24.000 Euro je nach Zustand, 924 S und 924 Turbo etwas darüber, der Carrera GT in einer eigenen Preisklasse.
Marktwerte nach Zustand
Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.
| Zustand | Marktwert-Range |
|---|---|
| Zustand 1 (Topzustand) | 20.400 – 27.599 € |
| Zustand 2 (Gut) | 12.750 – 17.250 € |
| Zustand 3 (Gepflegt) | 6.800 – 9.200 € |
| Zustand 4 (Alltag) | 2.550 – 3.449 € |
| Zustand 5 (Restobjekt) | 1.275 – 1.724 € |
Über den Porsche 924
Der 924 erschien 1976 als bewusst erschwinglicher Einstiegs-Porsche und nutzte zunächst einen von Audi/VW stammenden 2,0-Liter-Vierzylinder. Sein eigentliches Markenzeichen war die Transaxle-Bauweise: Motor vorn, Getriebe zusammen mit dem Differenzial an der Hinterachse, was eine nahezu ausgewogene Gewichtsverteilung und ein gutmütiges, ausgewogenes Fahrverhalten ermöglichte. Der 924 begründete damit die Transaxle-Familie, die später um 944 und 968 erweitert wurde.
1978 vorgestellt und ab Modelljahr 1979 ausgeliefert, folgte der 924 Turbo (Typ 931) mit KKK-Turbolader und 170 PS, ab Modelljahr 1981 177 PS. Bis Juni 1982 gebaut (für Italien bis 1984), entstanden 12.385 Exemplare. Die Spitze der Baureihe bildete der 924 Carrera GT: 1979 auf der IAA gezeigt, als Homologationsmodell mit 210 PS gebaut, insgesamt 406 Exemplare einschließlich Prototypen. Er spielt heute in einer eigenen Preisklasse.
1985 ersetzte der 924 S (Modelljahr 1986) das Basismodell: Er erhielt den 2,5-l-Vierzylinder aus dem 944 mit 150 PS, ab Modelljahr 1988 160 PS. Bis August 1988 entstanden 16.282 Exemplare des 924 S.
Lange galt der 924, besonders die frühen Vierzylinder, als der unterschätzte und billigste Weg zu einem Porsche. Gepflegte, originale Exemplare erzielen deutlich höhere Preise als durchschnittliche Fahrzeuge; der 924 Turbo und vor allem der Carrera GT liegen klar über dem Basismodell, der 924 S leicht darüber. Der 924 bietet damit weiterhin einen der bezahlbarsten Einstiege in die Porsche-Welt mit echtem Klassiker-Charakter.
Motorisierungen
- → 2,0-l-Vierzylinder (VW/Audi EA 831) 125 PS, 1976 bis 1985, 924 (US-Version anfangs 95 hp)
- → 2,0-l-Turbo 170 PS, ab Modelljahr 1981 177 PS, 1979 bis 1982 (Italien bis 1984), 924 Turbo (Typ 931)
- → 2,0-l-Turbo 210 PS, 1980 bis 1981, 924 Carrera GT (406 Exemplare inkl. Prototypen)
- → 2,5-l-Vierzylinder aus dem 944, 150 PS, ab Modelljahr 1988 160 PS, 1985 bis 1988, 924 S
Karosserie-Varianten
- → Coupé 2-türig Transaxle (1976 bis 1988), alle Motorisierungen
- → 924 Carrera GT, verbreiterte Homologations-Variante (1980 bis 1981), 406 Exemplare
Typische Schwachstellen
Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:
- ! Rost: Die ersten Baujahre waren nur teilverzinkt, ab Modelljahr 1978 ist die Karosserie komplett verzinkt (6 Jahre Garantie gegen Durchrostung, ab 1981 7 Jahre). Prüfen: Schweller, vordere Aufnahmen der Hinterachse sowie die hinteren Radhäuser unter dem Teppich, wo undichte Heckklappen oder Schiebedächer Wasser eintreten lassen. Unfallschäden an ungleichen Spaltmaßen und Lackunterschieden erkennen.
- ! 2,0-l-Motor (VW/Audi EA 831): gilt als zuverlässig. Zahnriemen nach Intervall wechseln (etwa alle 4 Jahre), bei hohen Laufleistungen verschlissene Ventilführungen (blauer Rauch) und Nockenwellenverschleiß durch eine gebrochene Ölleitung möglich.
- ! 924 Turbo (Typ 931): Der Turbolader ist das empfindlichste Bauteil. Ohne Nachlaufkühlung überhitzt das Öl in den Lagern nach dem Abstellen; blauer Rauch bei höheren Drehzahlen deutet auf Verschleiß hin. Die zweite Serie ab Modelljahr 1981 gilt als etwas weniger anfällig.
- ! Transaxle: Häufigster Getriebebefund sind verschlissene Lager der Zentralwelle oder des Differenzials (Heulgeräusch während der Fahrt). Die Kupplung sitzt vorn am Motor; für den Wechsel müssen Getriebe und Zentralrohr ausgebaut werden, was den Arbeitsaufwand erhöht.
- ! Frühe Fünfgang-Getriebe mit Sport-Schaltschema (erster Gang links unten) schalten sich kalt hakelig, Teile dafür sind selten und teuer; die Audi-Fünfgang-Getriebe ab 1980 gelten als robust.
- ! 924 S (2,5-l-Motor aus dem 944): Zahnriemen und Riemen der Ausgleichswellen nach Intervall wechseln, zusätzlich Öl und Kühlmittel auf Hinweise auf eine defekte Zylinderkopfdichtung prüfen.
- ! Carrera GT: Die Kunststoff-Kotflügel sind bei manchen Fahrzeugen schlecht gealtert, unfallfreie Exemplare sind schwer zu finden; Turbo- und Carrera-GT-spezifische Teile sind selten und teuer.
Worauf beim Kauf achten
- ✓ Der 924 S (mit 2,5-l-Motor aus dem 944) ist die stärkste Saugmotor-Variante, der 924 Turbo die kräftigere Serienalternative, der Carrera GT das seltene Sammlerstück.
- ✓ Rost ist das zentrale Kaufkriterium: Schweller, Radläufe und Bodenbleche genau prüfen, eine Hebebühnen-Inspektion ist Pflicht.
- ✓ Beim 924 S Zahnriemen- und Ausgleichswellenriemen-Historie prüfen, ein gerissener Riemen bedeutet kapitalen Motorschaden.
- ✓ Beim 924 Turbo auf den Zustand des Turboladers achten (blauer Rauch bei höheren Drehzahlen), die zweite Serie ab Modelljahr 1981 gilt als robuster.
- ✓ Originalität, Matching-Numbers und lückenlose Historie steigern den Wert, gerade bei Turbo und Carrera GT.
- ✓ Transaxle-Technik prüfen: Heulgeräusche deuten auf verschlissene Lager von Zentralwelle oder Differenzial, eine rutschende Kupplung bedeutet wegen des Getriebeausbaus einen aufwendigen Wechsel.
- ✓ Alle 924 sind inzwischen alt genug für das H-Kennzeichen (frühe Baujahre ab 2006, die letzten von 1988 seit 2018); Voraussetzung ist ein Oldtimer-Gutachten.
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Häufige Fragen zum Porsche 924
Was ist ein Porsche 924 2026 wert? +
Was ist die Transaxle-Bauweise beim 924? +
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- Porsche Newsroom: 50 Jahre Transaxle, Chronik
- Porsche Club GB 924 Buyers' Guide
- Classic-Trader Porsche 924
- classic.com Porsche 924 / 924 Turbo / 924S Market
- Stuttcars Porsche 924 Buyer's Guide