MARKTWERT 2026

Ford Capri RS 2600 / RS 3100

Homologationsmodelle · RS 2600 2,6-l-V6 / RS 3100 3,1-l-V6 · 1970–1974

Ford Capri RS2600 Coupé, Motorsport-Homologation
Foto: Charles from Port Chester, New York · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Der Ford Capri RS 2600 und der Capri RS 3100 sind die seltenen Homologationsmodelle der ersten Capri-Generation, gebaut für den Einsatz in der Tourenwagen-Europameisterschaft. Der RS 2600 erhielt ab September 1970 einen 2,6-Liter-Köln-V6 mit mechanischer Kugelfischer-Einspritzung und offiziell 150 PS, dazu Alufelgen und ein überarbeitetes Fahrwerk; nur die ersten rund 50 Homologationsautos waren echte Leichtbau-Versionen. Der RS 3100 mit auf 3,1 Liter aufgebohrtem Essex-V6 und Weber-Vergaser entstand von November 1973 bis Anfang 1974 in nur rund 250 Exemplaren und war die Basis für den Cosworth-GAA-Rennmotor. Beide liegen wertmäßig deutlich über dem Serien-Capri. Marktwerte Stand Oktober 2026: gute RS 2600 um 62.000 Euro, Spitzenautos um 85.000 Euro, der RS 3100 auf ähnlichem bis leicht höherem Niveau, Rennwagen mit Werkshistorie darüber.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 72.250 – 97.749 €
Zustand 2 (Gut) 52.700 – 71.300 €
Zustand 3 (Gepflegt) 35.700 – 48.299 €
Zustand 4 (Alltag) 20.400 – 27.599 €
Zustand 5 (Restobjekt) 11.050 – 14.949 €
Bauzeitraum
1970 – 1974
Versicherung (Zustand 2)
744–1.736 €/Jahr
Produktionszahl
RS 2600 3.532 Exemplare laut RS Owners Club (ab September 1970, Großteil bis 1973), RS 3100 rund 250 Exemplare (häufig 248 genannt, gebaut November 1973 bis Anfang 1974 in Halewood)
H-Kennzeichen ab
2000

Über den Ford Capri RS 2600 / RS 3100

Der RS 2600 und der RS 3100 sind die Motorsport-Homologationen des Capri I und die wertvollsten Serien-Capri der ersten Generation. Ford baute sie, um den Capri in der Tourenwagen-Europameisterschaft der frühen 1970er konkurrenzfähig zu machen, wo er unter anderem gegen BMW und Alfa Romeo antrat.

Der RS 2600 kam im September 1970 und nutzte eine 2,6-Liter-Version (2.637 cm³) des Köln-V6 mit Grauguss-Zylinderköpfen, einer von Weslake entwickelten Ansaugbrücke, mechanischer Kugelfischer-Einspritzung und offiziell 150 PS. Die ersten rund 50 Homologationsfahrzeuge waren Leichtbau-Versionen mit Türen, Motorhaube und Kofferraumdeckel aus Kunststoff, Plexiglas-Seitenscheiben und ohne Einspritzung. Die Serien-RS 2600 erhielten Alufelgen, ein tiefergelegtes Fahrwerk mit Bilstein-Gasdruckdämpfern und ein enger gestuftes Getriebe; ab Oktober 1971 kamen innenbelüftete Scheibenbremsen vorn hinzu, ab September 1972 das Facelift mit schwarzen Stoßstangen und Frontspoiler. Laut RS Owners Club entstanden 3.532 Exemplare, zunächst im Werk Köln-Niehl, ab 1972 in Saarlouis; der Großteil wurde bis 1973 gebaut. Mit Werks-RS 2600 gewannen Dieter Glemser (1971) und Jochen Mass (1972) die Fahrerwertung der Tourenwagen-EM.

Der RS 3100 folgte Ende 1973 als britische Homologation mit einem auf 3,1 Liter aufgebohrten Essex-V6, Weber-Doppelvergaser, 150 PS (148 bhp) und markantem Heckspoiler. Gebaut wurden im britischen Werk Halewood von November 1973 bis Anfang 1974 nur rund 250 Exemplare (häufig werden 248 genannt), alle mit Rechtslenkung. Damit wurde der Capri für 1974 in der Gruppe-2-Klasse über drei Liter startberechtigt; Cosworth entwickelte daraus den 3,4-Liter-GAA-Rennmotor mit Einspritzung, vier Ventilen pro Zylinder und über 400 PS.

Echtheit ist bei beiden das entscheidende Thema: Wegen der hohen Werte werden Serien-Capri zu RS-Optik umgebaut, weshalb nachgewiesene Fahrgestellnummer, Originalität und Historie über den Wert entscheiden. Rost und die Verfügbarkeit RS-spezifischer Teile sind die weiteren Kernfaktoren.

Motorisierungen

  • → 2,6-l-Köln-V6 (2.637 cm³) mit Kugelfischer-Einspritzung, offiziell 150 PS, 1970 bis 1973, RS 2600 (erste rund 50 Leichtbau-Homologationsautos ohne Einspritzung)
  • → 3,1-l-Essex-V6 mit Weber-Doppelvergaser, 150 PS (148 bhp), 254 Nm, 1973 bis 1974, RS 3100 (rund 250 Stück)
  • → Rennmotor: 3,4-l-Cosworth-GAA-V6 mit Einspritzung und über 400 PS für die Gruppe-2-Rennwagen ab 1974 (ohne Straßenzulassung)

Karosserie-Varianten

  • → Coupé 2-türig, RS 2600 mit Alufelgen und tiefergelegtem Fahrwerk mit Bilstein-Gasdruckdämpfern, erste Homologationsserie in Leichtbau (1970 bis 1973)
  • → Coupé 2-türig, RS 3100 mit Frontspoiler, Heckspoiler und Bilstein-Gasdruckdämpfern (1973 bis 1974)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Echtheits-Risiko ist beim RS-Capri das zentrale Kaufthema: Wegen der hohen Werte werden Serien-Capri zu RS 2600- oder RS 3100-Optik umgebaut. Fahrgestellnummer, Werksunterlagen und Historie zwingend prüfen.
  • ! Karosserie-Rost: Wie alle Capri I rosten Schweller, Radläufe, Endspitzen, A-Säulen, Bodenbleche und die Bereiche um Front- und Heckscheibe.
  • ! Kugelfischer-Einspritzung des RS 2600: mechanisch aufwendig, Einstellung und Instandsetzung erfordern echtes Spezialwissen, kompetente Betriebe sind rar.
  • ! Essex-V6 des RS 3100: solide Grundkonstruktion, bekannte Schwachpunkte sind das Nockenwellenrad mit Kunststoffzähnen (kann bei Überhitzung abscheren) und die Antriebswelle der Ölpumpe; RS-3100-spezifische Teile sind schwer beschaffbar.
  • ! RS-spezifische Teile (Sitze, Spoiler, Embleme, Leichtbau-Komponenten) sind selten und teuer, Nachfertigungen kursieren und mindern bei Originalitäts-Bewertung den Wert.
  • ! Verbastelte Historie: Viele Autos wurden im Lauf der Jahre für den Renneinsatz oder optisch verändert, Rückrüstung auf Originalzustand ist aufwendig und kostspielig.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Echtheit vor allem: nur mit nachgewiesener Fahrgestellnummer, Werksbestätigung und lückenloser Historie kaufen, idealerweise mit Eintrag in einschlägigen RS-Registern.
  • ✓ Eine Hebebühnen-Inspektion auf Rost an Schwellern, Endspitzen, Radläufen und Bodenblechen ist Pflicht, eine fachgerechte Sanierung ist sehr teuer.
  • ✓ Beim RS 2600 die Kugelfischer-Einspritzung von einem Spezialisten prüfen lassen, eine saubere Funktion ist wertentscheidend und teuer instandzusetzen.
  • ✓ Beim RS 3100 auf Originalität des Essex-V6 und der seltenen Anbauteile achten, die geringe Stückzahl macht jedes Detail wertrelevant.
  • ✓ Originale RS-Teile, Matching-Numbers und dokumentierte Renn- oder Besitzhistorie steigern den Wert erheblich, Nachbauten und Umrüstungen drücken ihn.
  • ✓ Ein aktuelles Wertgutachten ist bei diesen seltenen und teuren Autos dringend zu empfehlen, sowohl für den Kauf als auch für die Versicherung.
  • ✓ H-Kennzeichen ist für beide möglich (RS 2600 je nach Erstzulassung ab 2000, RS 3100 ab 2003/2004), was Steuer und Klassik-Versicherung erleichtert.

Genauen Wert für deinen Ford Capri RS 2600 / RS 3100 berechnen

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Marke
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Modell
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Baujahr
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Zustand

In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Ford Capri RS 2600 / RS 3100

Was ist ein Ford Capri RS 2600 oder RS 3100 2026 wert? +
Die RS-Capri liegen deutlich über dem Serien-Capri. Chromradar setzt Stand Oktober 2026 für einen originalen RS 2600 an: Note 1 rund 85.000 Euro, Note 2 rund 62.000 Euro, Note 3 rund 42.000 Euro, Note 4 rund 24.000 Euro, Restaurierungsobjekte um 13.000 Euro. Der Hiscox Pocket Price Guide 2026 nennt für den RS 2600 80.000 Euro in Note 1 und 55.000 Euro in Note 2; deutsche Händler bieten gute Exemplare im Oktober 2026 um 69.900 Euro an. Der seltene RS 3100 erzielte zuletzt 59.625 Pfund (Iconic Auctioneers, Mai 2025) und 50.500 Pfund (Evoke Classics, April 2026) für restaurierte Autos und liegt damit auf ähnlichem bis leicht höherem Niveau. Rennwagen mit Werkshistorie werden darüber gehandelt.
Was ist der Unterschied zwischen RS 2600 und RS 3100? +
Der RS 2600 kam im September 1970 als deutsche Homologation mit 2,6-Liter-Köln-V6, Kugelfischer-Einspritzung und offiziell 150 PS. Laut RS Owners Club entstanden 3.532 Exemplare, zunächst in Köln-Niehl, ab 1972 in Saarlouis. Mit ihm gewannen Dieter Glemser (1971) und Jochen Mass (1972) die Fahrerwertung der Tourenwagen-EM. Der RS 3100 folgte Ende 1973 als britische Homologation mit auf 3,1 Liter aufgebohrtem Essex-V6, Weber-Doppelvergaser und 150 PS (148 bhp) in nur rund 250 Exemplaren. Er machte den Capri für 1974 in der Gruppe-2-Klasse über drei Liter startberechtigt und war die Basis des 3,4-Liter-Cosworth-GAA-Rennmotors. Äußerlich erkennt man ihn am großen Heckspoiler.
Warum sind die RS-Capri so viel wertvoller als normale Capri? +
Die RS-Modelle waren Kleinserien-Homologationen für den Motorsport und technisch aufwendiger als jeder Serien-Capri I. Der RS 2600 mit Kugelfischer-Einspritzung und der seltene RS 3100 als Basis des Cosworth-Rennmotors stehen für die Renngeschichte des Capri in der Tourenwagen-EM der frühen 1970er, mit den Fahrertiteln 1971 und 1972. Geringe Stückzahl und Motorsport-Bezug heben sie deutlich über die Serien-Capri I, die laut Chromradar-Werteleiter in Note 2 bei rund 24.000 Euro liegen; ein guter RS 2600 kostet mehr als das Doppelte.
Wie erkenne ich einen echten RS-Capri? +
Echtheit ist beim RS-Capri das wichtigste und heikelste Thema, weil viele Serien-Capri zu RS-Optik umgebaut wurden. Entscheidend sind die Fahrgestellnummer, originale Werksunterlagen und eine lückenlose, nachvollziehbare Historie. RS-Register, markenkundige Gutachter und die spezifischen Details (Motor, Einspritzung beim RS 2600, Spoiler und Anbauteile beim RS 3100) helfen bei der Verifikation. Ein anerkanntes Wertgutachten mit Echtheits-Bestätigung ist bei diesen Summen unverzichtbar. Ohne belastbaren Echtheits-Nachweis ist Vorsicht geboten, da der Wertunterschied zu einem Nachbau enorm ist.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim RS 2600 und RS 3100? +
Bei den allgemeinen Capri-I- und V6-Teilen ist die Lage dank großer Capri-Szene und Nachfertigungen ordentlich. Schwierig und teuer wird es bei den RS-spezifischen Komponenten: die Kugelfischer-Einspritzung des RS 2600 erfordert rares Spezialwissen, RS-Sitze, Spoiler, Embleme und Leichtbau-Teile sind selten und werden hoch gehandelt. Beim RS 3100 ist wegen der minimalen Stückzahl fast jedes spezifische Teil eine Herausforderung. Die internationalen Ford-RS-Clubs und auf alte Ford spezialisierte Betriebe sind die zentralen Anlaufstellen für Teile, Restaurierung und Echtheits-Prüfung.
Wo rostet der Capri RS am stärksten? +
Wie alle Capri I sind die RS-Modelle rostgefährdet, und Rost ist ein zentraler Wertfaktor. Kritische Stellen sind die Schweller, vorderen und hinteren Radläufe, die Endspitzen, A-Säulen, Bodenbleche, Federbeindome und die Bereiche rund um Front- und Heckscheibe. Eine gründliche Inspektion auf der Hebebühne ist beim Kauf Pflicht, da versteckte Durchrostung häufig vorkommt und eine substanzielle Sanierung angesichts der RS-Originalität sehr teuer und heikel ist.
Welche Klassik-Versicherung passt zum Ford Capri RS? +
Wegen der hohen Werte sollten RS 2600 und RS 3100 mit individueller Wertvereinbarung auf Basis eines aktuellen Wertgutachtens versichert werden. Für einen RS 2600 mit Marktwert um 62.000 Euro, H-Kennzeichen, Garage und geringer Jahresfahrleistung sind spezialisierte Klassik-Versicherer die richtige Wahl. Hiscox und Helvetia eignen sich für hochwertige, seltene Sammlerfahrzeuge mit Wertgutachten, OCC und ADAC Classic bieten solide Klassik-Tarife. Bei einem Auto dieser Klasse ist die nachgewiesene Echtheit auch versicherungsseitig relevant, ein Gutachten ist ohnehin dringend anzuraten.
Welche Alternativen zum Capri RS gibt es? +
Im Segment der Renn-Homologations-Coupés der frühen 1970er ist der direkte Rivale der BMW 3.0 CSL (E9), gegen den die RS-Capri in der Tourenwagen-EM antraten. Weitere verwandte Sammlerstücke sind die Escort-RS-Modelle der gleichen Ära und innerhalb der Marke der Serien-Capri 3000 GT als bezahlbarer Einstieg in die Capri-Welt. Wer die Renn-DNA und die Seltenheit sucht, findet sie bei den RS-Capri, der RS 3100 ist mit rund 250 Exemplaren deutlich seltener als der RS 2600.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.