MARKTWERT 2026

Ford RS200

1,8-l-Turbo, 250 PS · Gruppe-B-Mittelmotor · rund 147 verkauft · 1984–1986

Ford RS200 Gruppe-B-Mittelmotor-Sportwagen
Foto: Vauxford · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Der Ford RS200 ist Fords Mittelmotor-Sportwagen für die Rallye-Gruppe-B, gebaut als Homologationsmodell in den 80er Jahren. Nach Prototypen aus Boreham (1984/85) wurden die Serienautos 1985/86 im Reliant-Werk in Shenstone montiert, um die für die Gruppe B nötigen 200 Straßenfahrzeuge zu homologieren. Er kombinierte einen längs hinter den Sitzen eingebauten Cosworth-Turbomotor, Allradantrieb mit vorn liegendem Getriebe und eine von Ghia gestaltete GFK-Karosserie. Mit dem Aus der Gruppe B nach der Saison 1986 endete die Werkskarriere abrupt; viele Straßenautos wurden erst Jahre später erstmals zugelassen. Marktwerte Oktober 2026 für Straßenfahrzeuge: rund 130.000 bis 380.000 Euro, RS200 S und Evolution darüber.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 323.000 – 436.999 €
Zustand 2 (Gut) 272.000 – 368.000 €
Zustand 3 (Gepflegt) 229.500 – 310.500 €
Zustand 4 (Alltag) 178.500 – 241.499 €
Zustand 5 (Restobjekt) 110.500 – 149.500 €
Bauzeitraum
1984 – 1986
Versicherung (Zustand 2)
3.840–8.960 €/Jahr
Produktionszahl
200 für die Homologation gefertigt, laut RS200-Registrar rund 147 verkauft (andere Quellen nennen 140 bis 158); 24 Autos wurden zur Evolution umgebaut, rund 20 als RS200 S ausgestattet
H-Kennzeichen ab
2016

Über den Ford RS200

Der RS200 entstand ab 1983, nachdem Ford das Projekt Escort RS1700T abgebrochen hatte, und sollte Ford einen konkurrenzfähigen Auftritt in der Gruppe-B-Rallye-WM ermöglichen. Anders als manche Konkurrenten auf Basis von Serienautos war der RS200 eine Neukonstruktion: Mittelmotor, Allradantrieb mit vorn liegendem Fünfganggetriebe und ein Fahrgestell aus einer Stahl-Plattform mit aufgeklebtem und vernietetem Mittelteil (Fast Car beschreibt eine Wanne mit Aluminiumwaben) und drei Stahlrohr-Hilfsrahmen. Das Fahrwerk konstruierte Tony Southgate (mit John Wheeler), die GFK-Karosserie zeichnete Filippo Sapino bei Ghia. Montiert wurden die Serienautos im Reliant-Werk in Shenstone, je nach Quelle von Reliant oder von Ford in dem angemieteten Werk; die GFK-Teile lieferte Reliant. Windschutzscheibe und Rückleuchten stammen vom frühen Sierra, die Türen sind gekürzte Sierra-Teile.

Antrieb war der längs eingebaute Cosworth BDT, ein 1,8-l-Vierzylinder (1.803 cm³) mit 16 Ventilen und Garrett-Turbolader, der im Straßentrimm 250 PS leistete. Werks-Rallyeautos kamen auf rund 380 bis 450 PS. Die Evolution-Ausbaustufe erhielt den von Brian Hart entwickelten 2,1-l-BDT-E, der je nach Ladedruck rund 450 bis 650 PS leistete; im Rallycross wurden noch höhere Werte erreicht. Das Ferguson-Allradsystem verteilte die Kraft normalerweise zu 37 Prozent nach vorn und 63 Prozent nach hinten.

Die FIA verlangte mindestens 200 Straßenfahrzeuge für die Homologation. Teile für 200 Autos wurden gefertigt, komplettiert und verkauft wurden aber deutlich weniger: Der RS200-Registrar Justin Smith geht von nur rund 147 verkauften Fahrzeugen aus, andere Quellen nennen 140 bis 158. 24 Autos wurden zur Evolution umgebaut (20 zunächst, vier weitere später), außerdem wurden rund 20 Autos als RS200 S mit bis zu 350 PS und besserer Ausstattung aufgebaut.

Mit dem Verbot der Gruppe B nach der Saison 1986 verlor der RS200 seine Bühne im Werks-Rallyesport; bestes WM-Ergebnis blieb Platz drei von Kalle Grundel bei der Rallye Schweden 1986. Danach fuhr er bis 1992 in der Rallycross-Europameisterschaft. Die kurze Geschichte und die kleine Stückzahl machen ihn heute zu einem gesuchten Sammlerauto.

Motorisierungen

  • → 1,8-l-Cosworth BDT Turbo (1.803 cm³, Garrett-Turbolader), 250 PS, Straßenversion 1984–1986
  • → 1,8-l-Cosworth BDT Turbo, bis zu 350 PS, RS200 S
  • → 2,1-l-Cosworth BDT-E Turbo (2.137 cm³, Entwicklung Brian Hart), je nach Ausbaustufe rund 450 bis 650 PS, Evolution

Karosserie-Varianten

  • → Mittelmotor-Coupé, zweitürig, Straßenversion (1984–1986)
  • → RS200 S, rund 20 Fahrzeuge mit bis zu 350 PS und besserer Ausstattung
  • → Evolution, 24 Fahrzeuge mit 2,1-l-BDT-E-Motor

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Seltenheit: Einige Teile sind Einzelanfertigungen und teuer, Getriebeteile werden knapp; viele Kleinteile stammen aber aus Ford-Serienmodellen und Karosserieteile sind erhältlich.
  • ! Turbolader: Verschleiß ist der häufigste Motorschaden, besonders wenn der Motor ohne Nachlauf abgestellt wurde.
  • ! Zahnriemen: Die Schraube der Zahnriemenscheibe kann abreißen und den Motor zerstören, deshalb das Datum des letzten Wechsels prüfen.
  • ! Motorsteuerung: Die originale Ford-EEC-IV-Steuerung gilt als grob, viele Autos haben ein nachgerüstetes Steuergerät; Originalteile sollten beiliegen.
  • ! Antriebsstrang: Lager der Kardanwelle (Vibrationen bei bestimmter Geschwindigkeit) und Kupplung verschleißen und müssen regelmäßig erneuert werden.
  • ! Evolution-Motor: Die Nikasil-beschichteten Zylinder lassen sich nicht aufbohren, blauer Rauch aus dem Auspuff ist ein Warnzeichen.
  • ! Standschäden: Viele Exemplare stehen jahrelang, vor Inbetriebnahme sind Riemen, Flüssigkeiten, Kraftstoffpumpe und Bremshydraulik fällig. Rost ist laut Kaufberatungen kein großes Thema.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Bei sechsstelligen Werten ist die lückenlose, dokumentierte Provenienz das wichtigste Kaufkriterium, jede Lücke in der Historie drückt den Wert massiv.
  • ✓ Evolution-Versionen (24 Stück) und die rund 20 RS200 S liegen preislich deutlich über den Standard-Straßenfahrzeugen; die Umbau-Historie sollte dokumentiert sein.
  • ✓ Originalität von Motor, Fahrgestell und Antriebsstrang gegen die Werksunterlagen prüfen, idealerweise mit Begutachtung durch einen RS200-Spezialisten.
  • ✓ Wartungs- und Restaurierungshistorie durch anerkannte Spezialwerkstätten ist Pflicht, Eigenarbeiten mindern Vertrauen und Wert.
  • ✓ Kauf nur über etablierte Auktionshäuser (Bonhams, RM Sotheby's, Iconic Auctioneers) oder renommierte Spezialhändler mit Gewährleistung.
  • ✓ Aktuelles Wertgutachten und spezialisierte Allgefahren-Versicherung vor dem Kauf organisieren.
  • ✓ H-Kennzeichen ist je nach Erstzulassung (viele Autos wurden erst 1987 bis 1990 erstmals zugelassen) frühestens seit 2016 möglich, inzwischen für alle Exemplare, spielt bei diesem Sammlerklasse-Fahrzeug aber eine untergeordnete Rolle gegenüber Provenienz und Zustand.

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Häufige Fragen zum Ford RS200

Was ist ein Ford RS200 2026 wert? +
Standard-Straßenfahrzeuge erzielten zuletzt bei britischen Auktionen 236.250 bis 290.576 Pfund (rund 283.000 bis 348.000 Euro), etwa bei Iconic Auctioneers im November 2024 und bei Historics im Mai 2026. Je nach Zustand ergibt sich 2026 eine Spanne von rund 130.000 Euro (Restaurierungsobjekt) bis 380.000 Euro (Bestzustand). Der RS200 S lag bei 305.000 und 382.500 Pfund, Evolution-Modelle bei 486.000 Pfund (Iconic, 2023) und 615.500 US-Dollar (Monterey, 2023). Der Markt ist sehr dünn, einzelne Verkäufe streuen stark.
Wie viele Ford RS200 wurden gebaut? +
Die FIA-Homologation für die Gruppe B verlangte mindestens 200 Straßenfahrzeuge, und Teile für 200 Autos wurden gefertigt. Verkauft wurden aber weniger: Der RS200-Registrar Justin Smith geht von nur rund 147 verkauften Autos aus, andere Quellen nennen 140 bis 158; ein Teil wurde zerlegt und als Ersatzteilspender genutzt. 24 Autos wurden zur Evolution umgebaut (20 zunächst, vier weitere später), außerdem entstanden rund 20 RS200 S.
Was macht den RS200 zur Gruppe-B-Ikone? +
Der RS200 war eine Neukonstruktion speziell für die Gruppe-B-Rallye-WM: Mittelmotor, Allradantrieb mit vorn liegendem Getriebe, ein Fahrgestell aus Stahl-Plattform und aufgesetztem Mittelteil mit Stahlrohr-Hilfsrahmen und ein längs eingebauter Cosworth-BDT-Turbomotor. Bestes WM-Ergebnis war Platz drei von Kalle Grundel bei der Rallye Schweden 1986. Nach schweren Unfällen, darunter der Unfall eines RS200 bei der Rallye Portugal 1986 mit drei getöteten Zuschauern, schaffte die FIA die Gruppe B nach der Saison 1986 ab. Der RS200 fuhr danach bis 1992 in der Rallycross-Europameisterschaft, Martin Schanche wurde 1991 damit Europameister.
Was ist die RS200 Evolution? +
Die Evolution war die für die Saison 1987 geplante Ausbaustufe mit dem von Brian Hart entwickelten 2,1-l-Cosworth-BDT-E-Motor (2.137 cm³), der je nach Ladedruck rund 450 bis 650 PS leistete. Wegen des Gruppe-B-Verbots kam sie in der Rallye-WM nicht mehr zum Einsatz, wohl aber im Rallycross. 24 Fahrzeuge wurden umgebaut, 20 zunächst und vier weitere später. Evolution-Exemplare erzielen die höchsten Auktionsergebnisse der Baureihe, zuletzt 486.000 Pfund bei Iconic Auctioneers (2023).
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim RS200? +
Gemischt: Einige Teile sind Einzelanfertigungen und teuer, etwa der Kühler, Getriebeteile werden knapper und Originalsitze sind schwer zu bekommen. Viele andere Teile stammen aus Ford-Serienmodellen und sind günstig, Karosserieteile sind erhältlich, und für die Wartung braucht es kein Spezialwerkzeug. In Großbritannien betreuen mehrere Spezialbetriebe die Autos; der Anschluss an die RS200-Community (Club und Website rs200.org) hilft bei Teilen und Fahrzeughistorie.
Für wen eignet sich ein Ford RS200? +
Für erfahrene Sammler mit entsprechendem Budget und Zugang zu Spezialisten. Wertentscheidend sind Provenienz, Originalität und der Status als Standard, S oder Evolution. Da der Markt sehr dünn ist und einzelne Auktionsergebnisse stark streuen, sollte vor dem Kauf ein unabhängiges Gutachten eines RS200-Spezialisten eingeholt werden. Einsteiger finden im Sierra RS Cosworth oder Escort RS Cosworth leichter zugängliche Ford-Sportwagen.
Welche Klassik-Versicherung passt zum RS200? +
Bei einem Marktwert im sechsstelligen Bereich ist eine Oldtimer-Versicherung mit vereinbartem Wert auf Basis eines aktuellen Wertgutachtens sinnvoll, idealerweise mit Allgefahren-Deckung. Konditionen wie Laufleistungsgrenzen, Geltungsbereich und Unterstellpflicht unterscheiden sich je Anbieter und sollten im Vergleich geprüft werden. Weil Auktionsergebnisse stark streuen, sollte das Gutachten regelmäßig aktualisiert werden.
Welche Alternativen zum Ford RS200 gibt es? +
Im Kreis der Gruppe-B-Homologations-Straßenfahrzeuge: Lancia Delta S4 Stradale, Audi Sport quattro, Peugeot 205 Turbo 16 und MG Metro 6R4. Sie teilen die kleinen Stückzahlen und die Herkunft aus der Gruppe-B-Ära, liegen preislich aber teils deutlich auseinander. Der RS200 unterscheidet sich durch das vorn liegende Getriebe bei Mittelmotor, das Ferguson-Allradsystem und den Cosworth-BDT-Motor; Mittelmotor und Allrad hatten auch Delta S4, 205 Turbo 16 und Metro 6R4.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.