MARKTWERT 2026

Ford Sierra RS500 Cosworth

2,0-l-Turbo, 224 bhp (rund 227 PS) · Tickford-Umbau · 500 Stück · 1987

Ford Sierra RS500 Cosworth, Homologations-Sondermodell mit Doppel-Heckspoiler
Foto: Calreyn88 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Der Ford Sierra RS500 Cosworth ist die Evolutionsstufe des dreitürigen Sierra RS Cosworth für den Gruppe-A-Tourenwagensport. Aston Martin Tickford baute 1987 in Bedworth genau 500 in Genk gefertigte Sierra RS Cosworth zum RS500 um. Mit dem Wagen gewann Ford unter anderem die DTM 1988 (Klaus Ludwig), die britische Tourenwagenmeisterschaft 1990 (Robb Gravett) und das Bathurst-1000-Rennen 1988 und 1989.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 153.000 – 206.999 €
Zustand 2 (Gut) 102.000 – 138.000 €
Zustand 3 (Gepflegt) 72.250 – 97.749 €
Zustand 4 (Alltag) 51.000 – 69.000 €
Zustand 5 (Restobjekt) 34.000 – 46.000 €
Bauzeitraum
1987 – 1987
Versicherung (Zustand 2)
1.440–3.360 €/Jahr
Produktionszahl
500 (umgebaut 1987 bei Aston Martin Tickford in Bedworth aus in Genk gebauten Sierra RS Cosworth)
H-Kennzeichen ab
2017

Über den Ford Sierra RS500 Cosworth

Über den Ford Sierra RS500 Cosworth

Das Gruppe-A-Reglement erlaubte es, von einem homologierten Grundmodell 500 weiterentwickelte Evolutionsmodelle nachzuschieben. Ford plante das beim Sierra RS Cosworth von Anfang an ein: Von den 5.545 in Genk gebauten dreitürigen RS Cosworth wurden die letzten 500 Fahrzeuge aus der Produktion Ende 1986 zurückgehalten, nach Großbritannien gebracht und in Essex eingelagert. Im März 1987 erhielt Aston Martin Tickford den Auftrag; an seinem Standort Bedworth in den Midlands begann am 9. April 1987 der Umbau des ersten RS500, der letzte war am 30. August 1987 fertig. Im August 1987 wurde der RS500 homologiert und kam in den Verkauf. Der Neupreis in Großbritannien lag bei 19.950 Pfund.

Technisch ersetzte Tickford den YBB-Motor durch den YBD, eine Variante des 2,0-Liter-Cosworth-YB mit dickwandigerem Block. Dazu kamen ein größerer Garrett-Turbolader (T04-Bauart), ein größerer Ladeluftkühler, eine stärkere Kraftstoffpumpe, verbesserte Öl- und Kühlsysteme sowie ein zweiter Satz von vier Weber-Einspritzdüsen mit eigener Kraftstoffleiste. Dieser zweite Düsensatz ist im Straßenauto nicht aktiv und war für den Rennsport gedacht. Die Serienleistung gab Ford mit 224 bhp bei 6.000/min an (rund 227 PS, gegenüber 204 PS beim normalen RS Cosworth), das Drehmoment mit 277 Nm. Im Renntrimm erreichten die Teams nach Angaben von Motor Sport anfangs rund 485 bhp und später standfeste rund 525 bhp.

Äußerlich unterscheidet sich der RS500 durch einen zusätzlichen kleinen Spoiler unten an der Heckklappe, eine Abrisskante auf dem großen Heckflügel, eine geänderte Frontschürze mit Spoilerlippe und Bremsluft-Einlässen anstelle der Nebelscheinwerfer sowie dezente RS500-Schriftzüge. Alle 500 Fahrzeuge waren Rechtslenker für den britischen Markt. Geplant war nur Schwarz, gebaut wurden 392 schwarze, 56 weiße und 52 Fahrzeuge in Moonstone Blue.

Im Rennsport war der RS500 über Jahre das Maß der Dinge: In der britischen Tourenwagenmeisterschaft gewann ein Sierra von 1988 bis 1990 jedes Rennen, der Fahrertitel gelang 1990 mit Robb Gravett. In der DTM wurde Klaus Ludwig 1988 Meister, dazu kamen die Bathurst-Siege 1988 und 1989 sowie der Teamtitel in der Tourenwagen-Europameisterschaft 1988. Heute ist der RS500 der teuerste Serien-Sierra: Gute Exemplare wechselten in Großbritannien 2023 bis 2026 meist für 75.000 bis 140.000 Pfund den Besitzer, der Auktionsrekord liegt bei 596.250 Pfund (Silverstone Auctions, Februar 2023, 5.192 Meilen).

Motorisierungen

  • → 2,0-l-Cosworth-YBD-Turbo (1.993 cm³), 224 bhp (rund 227 PS) bei 6.000/min, 277 Nm: dickwandigerer Block, größerer Garrett-Turbolader (T04-Bauart), größerer Ladeluftkühler, Weber-Marelli-Einspritzung mit zweitem, im Straßenauto inaktivem Satz von vier Einspritzdüsen. Getriebe: Borg-Warner T5, fünf Gänge, Hinterradantrieb.

Karosserie-Varianten

  • → Schrägheck dreitürig (1987, RS500-Aerodynamik: zusätzlicher Spoiler unten an der Heckklappe, Abrisskante am großen Heckflügel, geänderte Frontschürze mit Bremsluft-Einlässen statt Nebelscheinwerfern)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Echtheit ist beim RS500 das wichtigste Thema: Standard-Cosworth ließen sich mit Ford-Motorsport-Teilen auf RS500-Spezifikation umrüsten, Kopien sind laut Fachpresse verbreitet. Fahrgestellnummer (Bereich 38600 bis 39099) und YBD-Motornummer (Bereich 0015 bis 0537) prüfen.
  • ! Rost: Bodengruppe und Längsträger, Schweller, vorderen Querträger und Kofferraumboden kontrollieren. Viele Cosworth-Sierras wurden gestohlen oder verunfallt, daher auf Reparaturspuren achten.
  • ! YB-Motor: innere Korrosion im Kühlsystem kann zum Versagen der Zylinderkopfdichtung führen, auf Kühlmittelverlust auf der Auslassseite und Überhitzung achten; Zahnriemen alle 30.000 Meilen bzw. fünf Jahre. Viele RS500 tragen nach Renn- oder Tuning-Einsatz keinen Originalmotor mehr.
  • ! Turbolader: Spiel des Verdichterrads prüfen (Ansaugschlauch abnehmen), blauer Rauch deutet auf Ventilschaftdichtungen, weißer auf Laderverschleiß. Ladedruckprobleme gehen oft auf rissige Schläuche, Sensoren oder Regler zurück.
  • ! Getriebe Borg-Warner T5: grundsätzlich robust, aber auf verschlissene Synchronringe im zweiten und dritten Gang achten; Hakeln in allen Gängen kann auch auf einen verschlissenen Kupplungszug hindeuten.
  • ! Innenraum: Recaro-Sitze mit durchgesessenen Wangen, gerissene Armaturenbrett-Oberseite und schwer beschaffbare Stoffe sind typische Baustellen.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Identität zuerst: Fahrgestell- und Motornummer gegen die RS500-Nummernbereiche prüfen, Build-Nummer, Erstzulassungsdokumente und Historie lückenlos belegen lassen. Im Zweifel einen Cosworth-Spezialisten hinzuziehen.
  • ✓ Originaler YBD-Motor mit passender Nummer hebt den Wert deutlich; Autos mit Ersatz- oder Tuningmotor werden am Markt spürbar niedriger gehandelt.
  • ✓ Tuning- und Renngeschichte kritisch prüfen: Ehemalige Renn- oder stark leistungsgesteigerte Autos, die auf Serie zurückgebaut wurden, liegen preislich unter originalen Exemplaren.
  • ✓ Originalfarbe (Schwarz, Diamantweiß oder Moonstone Blue) und vollständige RS500-Aerodynamik im Originalzustand sind preisbestimmend.
  • ✓ Laufleistung belegen lassen: Sehr niedrige, nachweisbare Kilometer erzielen die höchsten Preise. Nach langer Standzeit Turbolader, Dichtungen, Kraftstoffsystem und Zahnriemen prüfen.
  • ✓ Alle RS500 sind Rechtslenker aus Großbritannien; für Deutschland fallen Transport, Einzelabnahme und Zulassung an.

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Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Ford Sierra RS500 Cosworth

Was ist ein Ford Sierra RS500 Cosworth 2026 wert? +
Der RS500 wird fast ausschließlich in Großbritannien gehandelt. Belegte Auktionsergebnisse der letzten Jahre: 91.125 Pfund (August 2023), 92.250 Pfund (Februar 2024), 123.750 Pfund für ein restauriertes Auto in Moonstone Blue (Februar 2024), 102.375 Pfund für ein sehr gutes schwarzes Auto mit 52.000 Meilen (Februar 2025), 78.750 Pfund für ein aufwendig restauriertes Auto (November 2025) und 76.500 Pfund (März 2026). Umgerechnet (1 Pfund = 1,1993 Euro) ergibt das für gute Exemplare rund 92.000 bis 148.000 Euro, sehr originale Autos mit niedriger Laufleistung liegen darüber. Unsere Bewertung: Note 1 rund 180.000 Euro, Note 2 rund 120.000 Euro, Note 3 rund 85.000 Euro. Der Rekord von 596.250 Pfund (Februar 2023, 5.192 Meilen) ist ein Ausreißer und nicht in die Bewertung eingerechnet.
Was unterscheidet den RS500 vom normalen Sierra RS Cosworth? +
Der RS500 basiert auf dem dreitürigen Sierra RS Cosworth und wurde 1987 von Aston Martin Tickford in Bedworth umgebaut. Technisch bekam er den YBD-Motor mit dickwandigerem Block, einen größeren Garrett-Turbolader, einen größeren Ladeluftkühler, verbesserte Öl- und Kühlsysteme und einen zweiten Satz von vier Einspritzdüsen, der im Straßenauto allerdings nicht aktiv ist. Die Leistung stieg von 204 PS auf 224 bhp (rund 227 PS). Äußerlich erkennt man ihn am zusätzlichen Spoiler unten an der Heckklappe, an der Abrisskante am großen Heckflügel und an der geänderten Frontschürze mit Bremsluft-Einlässen statt Nebelscheinwerfern. Die Änderungen dienten der Homologation für den Gruppe-A-Rennsport.
Wie erkenne ich einen echten RS500 von einer Replika? +
Das ist die zentrale Frage beim Kauf, denn Kopien sind laut Fachpresse verbreitet: Standard-Cosworth ließen sich mit Ford-Motorsport-Teilen auf RS500-Spezifikation bringen. Echte RS500 haben Fahrgestellnummern im Bereich 38600 bis 39099 (zu finden am Schlossträger und neben dem Fahrersitz) und YBD-Motornummern im Bereich 0015 bis 0537 (unter der Zahnriemenabdeckung). Abgeschliffene oder nachgeschlagene Nummern sind ein Warnsignal. Dazu gehören eine belegte Build-Nummer, die Erstzulassungsdokumente und eine nachvollziehbare Historie. Ohne diese Belege sollte ein Sachverständiger mit Cosworth-Erfahrung das Auto prüfen.
Wie viele RS500 wurden gebaut? +
Genau 500. Ford hielt die letzten 500 der insgesamt 5.545 in Genk gebauten dreitürigen Sierra RS Cosworth aus der Produktion Ende 1986 zurück und ließ sie 1987 bei Aston Martin Tickford in Bedworth zum RS500 umbauen. 500 Stück waren die Mindestzahl für ein Evolutionsmodell nach Gruppe-A-Reglement. Geplant war nur Schwarz, tatsächlich entstanden 392 schwarze, 56 weiße (Diamantweiß) und 52 Fahrzeuge in Moonstone Blue. Alle waren Rechtslenker für den britischen Markt. Wie viele heute noch im Originalzustand existieren, ist nicht belegt, viele Autos wurden im Motorsport eingesetzt oder umgebaut.
Worauf kommt es beim Werterhalt eines RS500 an? +
Entscheidend sind Echtheit, Originalität und Dokumentation. Die Auktionsergebnisse zeigen deutliche Abstufungen: Sehr originale Autos mit niedriger Laufleistung erzielen die höchsten Preise, restaurierte Autos mit Ersatzmotor oder ehemalige Renn- und Tuningautos liegen spürbar darunter. Eine verlässliche Prognose der künftigen Preisentwicklung ist nicht möglich. Wegen des hohen Wertes ist eine unabhängige Prüfung von Identität und Zustand vor dem Kauf unverzichtbar.
Welche Klassik-Versicherung passt zum RS500? +
Für einen RS500 ist eine Oldtimer-Police mit vereinbartem Wert auf Basis eines aktuellen Wertgutachtens sinnvoll, damit im Schadenfall nicht nur der Zeitwert erstattet wird. Spezialversicherer wie Hiscox oder OCC bieten Tarife für hochwertige Sammlerfahrzeuge. Den vereinbarten Wert regelmäßig mit dem Markt abgleichen, um eine Unterversicherung zu vermeiden. Details stehen im Chromradar-Ratgeber zur Klassik-Versicherung und im Versicherungs-Vergleich.
Welche Alternativen zum RS500 gibt es? +
Wer die Homologations-Geschichte sucht, findet im Escort RS Cosworth (227 PS, Allrad, Homologation für die Rallye-WM) den jüngeren Vertreter der Cosworth-Linie. Der normale Sierra RS Cosworth (dreitürig sowie als Sapphire mit Hinterrad- oder Allradantrieb) bietet die gleiche Motorfamilie zu einem Bruchteil des RS500-Preises. Aus Deutschland sind der BMW E30 M3 (ebenfalls Gruppe-A-Homologation) und der Mercedes 190 E 2.3-16 vergleichbare Tourenwagen der Epoche. Aus dem Opel-Lager entspricht dem am ehesten der Omega Evolution 500, die Kleinserie für die DTM; der Lotus Omega ist dagegen eine Hochleistungslimousine für die Straße.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.