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Porsche Boxster vs Cayman (987), welcher Mittelmotor-Porsche passt zu dir

Gleiche Technik, zwei Charaktere: der offene Roadster gegen das steifere Coupé. Wir vergleichen Marktwerte, die entscheidende 987.1-vs-987.2-Frage, Schwachstellen und Verfügbarkeit, damit du weißt, welcher 987 zu deinem Anwendungsfall passt.

von Patrick Leiß · Stand: 25. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 14 Min
Porsche Boxster und Cayman 987 an der Küstenstraße
Porsche
Porsche Boxster (987)
Boxster / S / Spyder · 2004–2012 · Mittelmotor-Roadster
Note 2: 27.000 EUR
Porsche
Porsche Cayman (987)
Cayman / S / R · 2005–2012 · Mittelmotor-Coupé
Note 2: 30.000 EUR

Marktwert direkt verglichen

Zustand Porsche Boxster (987) Porsche Cayman (987) Differenz
Note 1 42.000 EUR 48.000 EUR -6.000 EUR
Note 2 27.000 EUR 30.000 EUR -3.000 EUR
Note 3 19.000 EUR 22.000 EUR -3.000 EUR
Note 4 13.000 EUR 15.000 EUR -2.000 EUR
Note 5 8.000 EUR 9.000 EUR -1.000 EUR

Marktwerte aus dem Chromradar-Index, Stand 25. Oktober 2026. Differenz = Wert Porsche Boxster (987) minus Wert Porsche Cayman (987).

Selten liegen zwei Klassiker-Kandidaten technisch so nah beieinander und charakterlich so weit auseinander. Der Porsche Boxster (987) und der Porsche Cayman (987) teilen sich Plattform, Motoren, Fahrwerk und Cockpit, trennen sich aber in der einen Frage, die jede Kaufentscheidung prägt: offen oder geschlossen. Die Frage stellt sich 2026 neu, denn die ersten Exemplare des Vorgängers 986 werden ab Spätsommer H-fähig, und gute Exemplare beider 987-Modelle sind nicht mehr leicht zu finden. Dieser Vergleich beantwortet mit aktuellen Marktdaten, welcher 987 zu welchem Käufer passt.

Kurzfazit

Der Boxster ist der günstigere, häufigere und offenere 987: bestes Angebot, Einstieg ab rund 8.000 bis 13.000 EUR (Note 5 bis 4), perfekt als erster Porsche und Sommer-Genussauto. Der Cayman ist der steifere, seltenere und teurere 987: rund 11 % Aufpreis in Note 2 (30.000 vs 27.000 EUR im Chromradar-Index), dafür das präzisere Sportgerät und am Markt das seltenere Auto. Wichtiger als die Karosserieform ist aber die Generation: 987.1 (bis 2008) trägt das IMS-Lager-Risiko der M96/M97-Motoren, der 987.2 (ab 2009) mit der Motorfamilie 9A1 ohne Zwischenwelle hat das Thema konstruktiv abgeschafft. Wer sportlich fährt oder anlegt, nimmt den Cayman; wer offen genießt oder einsteigt, den Boxster; wer ruhig schlafen will, in beiden Fällen einen 987.2.

Die beiden Modelle im Profil

Porsche Boxster (987, 2004 bis 2012)

Die zweite Boxster-Generation kam 2004 und schärfte das Erfolgsrezept des 986 in allen Punkten: eigenständigere Front ohne die geteilten 996-Scheinwerfer, hochwertigeres Cockpit, mehr Leistung. Zum Start gab es den 2,7-Liter mit 240 PS und den Boxster S mit 3,2 Litern und 280 PS, ab Modelljahr 2007 leisteten die Basis 245 PS und der S mit 3,4 Litern 295 PS. Mit dem Facelift 2009 (987.2) kamen die neu konstruierten 9A1-Motoren ohne Zwischenwelle: 2,9 Liter mit 255 PS und Saugrohreinspritzung in der Basis, 3,4 Liter mit Direkteinspritzung und 310 PS im S, wahlweise mit dem neuen Doppelkupplungsgetriebe PDK statt der alten Tiptronic. 2010 krönte der Boxster Spyder mit 320 PS und manuellem Leichtverdeck die Baureihe. Gebaut wurde in Zuffenhausen und bei Valmet im finnischen Uusikaupunki, laut Porsche entstanden 79.039 Boxster 987 einschließlich RS 60 und Spyder.

Porsche Cayman (987, 2005 bis 2012)

Das Coupé folgte im September 2005 auf der IAA, und Porsche positionierte es bewusst oberhalb des Roadsters: Zum Marktstart gab es ausschließlich den Cayman S mit 3,4 Litern und 295 PS, die 2,7-Liter-Basis mit 245 PS folgte erst im Juli 2006. Als Coupé mit festem Dach ergänzte er den Roadster; der letzte Mittelmotor-Porsche vor dem Boxster war der 914 mit herausnehmbarem Targadach, gebaut bis 1976. Das feste Dach brachte eine deutlich steifere Karosserie und eine große Heckklappe, die zusammen mit dem Frontkofferraum 410 Liter Stauraum freigibt, mehr als mancher Kompaktwagen jener Jahre. Zum Facelift 2009 zogen die 9A1-Motoren ein (2,9 Liter / 265 PS mit Saugrohreinspritzung und 3,4 Liter / 320 PS mit Direkteinspritzung), im Februar 2011 folgte der um rund 55 Kilogramm erleichterte Cayman R mit 330 PS. Gebaut wurde der Cayman überwiegend bei Valmet in Finnland; eine offizielle Gesamtzahl nennt Porsche nicht, am Markt ist er seltener als der Boxster.

AspektBoxster (987)Cayman (987)
Bauzeit2004–20122005–2012
KarosserieRoadster, StoffverdeckCoupé mit Heckklappe
Motoren 987.12,7 l (240 PS, ab MJ 2007 245 PS), 3,2 l S (280 PS), ab MJ 2007 3,4 l S (295 PS)2,7 l (245 PS), 3,4 l S (295 PS)
Motoren 987.22,9 l (255 PS), 3,4 l S (310 PS)2,9 l (265 PS), 3,4 l S (320 PS)
Top-SondermodellBoxster Spyder (320 PS, 2010)Cayman R (330 PS, 2011)
Stückzahl gesamt79.039 (Porsche, inkl. RS 60 und Spyder)keine offizielle Angabe
Stauraumzwei kleinere Kofferräume410 Liter inkl. Heckklappe
H-Kennzeichen ab20342035

Marktwert und Wertentwicklung

Im Chromradar-Index (Stand Oktober 2026) liegen die beiden so auseinander:

ZustandsnoteBoxster (987)Cayman (987)Cayman-Aufpreis
Note 1 (Concours)42.000 €48.000 €+14 %
Note 2 (gut)27.000 €30.000 €+11 %
Note 3 (gebraucht)19.000 €22.000 €+16 %
Note 4 (verbraucht)13.000 €15.000 €+15 %
Note 5 (Projekt)8.000 €9.000 €+13 %

Der Cayman-Aufpreis von rund 10 bis 15 % zieht sich bemerkenswert konstant durch alle Zustandsnoten. Er speist sich aus dem knapperen Angebot, der Positionierung ab Werk und der Nachfrage der sportlich orientierten Käufer. Die PORSCHE FAHRER-Kaufberatung verortete das Gros der Cayman-Angebote schon 2020 zwischen 25.000 und 35.000 EUR, und auch Elferspot beschreibt gute Cayman als nie wirklich günstig.

Innerhalb beider Modellreihen gilt: S über Basis, 987.2 über 987.1, Handschalter tendenziell über Automatik. Die Sondermodelle Boxster Spyder und Cayman R liegen als Sub-Halos oberhalb unserer Range-Werte und sind in den Tabellen bewusst nicht eingerechnet. Einen Sonderfaktor hat 2026 der Blick zurück: Der Vorgänger Boxster 986 wird laut Hiscox als neuer Oldtimer ab rund 10.000 EUR gehandelt; die ersten Exemplare von 1996 können ab Spätsommer 2026 ein H-Kennzeichen bekommen. Der 987 selbst bleibt bis mindestens 2034 ein Youngtimer.

Die wichtigere Frage: 987.1 oder 987.2

Wer Boxster und Cayman vergleicht, stolpert schnell über eine Trennlinie, die quer zu beiden Modellen verläuft und die Kaufentscheidung stärker prägen sollte als die Karosserieform.

Kriterium987.1 (2004/05–2008)987.2 (2009–2012)
MotorenfamilieM96/M97, Saugrohreinspritzung9A1 ohne Zwischenwelle, Direkteinspritzung (DFI) nur beim 3,4-Liter
IMS-Lager-Risikovorhanden, Sanierungsnachweis prüfenkonstruktiv abgeschafft
Bore-Scoring-Risiko (Laufbuchsen)beim M97 per Endoskopie prüfenkein bekanntes Serienthema
Automatik-Option5-Gang-Tiptronic7-Gang-PDK
Preisniveaugünstigerspürbarer Aufpreis, “Sweet Spot”

Die M96/M97-Motoren der ersten Generation tragen das bekannte Zwischenwellenlager-Risiko (IMS): Versagt das Lager, droht ein kapitaler Motorschaden. Porsche besserte über die Baujahre nach, ein Restrisiko bleibt aber, weshalb ein dokumentierter IMS-Tausch oder eine Sanierung beim 987.1 bares Geld wert ist. Dazu kommt beim M97 das Thema Laufbuchsen-Riefen, das sich nur per Endoskopie sicher ausschließen lässt. Beide Generationen können undichte Kurbelwellensimmerringe zeigen; der Tausch kostet laut Elferspot gut 1.000 EUR. Der 987.2 räumte mit der 9A1-Generation auf: keine Zwischenwelle, beim 3,4-Liter Direkteinspritzung, verbesserte Ölversorgung mit zwei zusätzlichen Rückförderpumpen. Unsere 987-Kaufberatung nennt den 987.2 deshalb den Sweet Spot der Baureihe.

Schwachstellen und Unterhalt

Jenseits der Motorenfrage teilen sich beide Modelle die Schwächen der Plattform. Die Kühler und Klimakondensatoren in der Front sammeln Laub und korrodieren; ein süßlicher Geruch nach der Probefahrt kündigt den Tausch an. Im Innenraum blättert der Softlack auf Schaltern und Mittelkonsole, die Aufarbeitung ist kostspielig. Zündspulen werden porös, Koppelstangen und Querlenker poltern im Alter, und bei Fahrzeugen mit den ersten Dämpfern steht nach bald zwanzig Jahren eine Fahrwerksrevision an. Rost ist dank guter Verzinkung kaum ein Thema, Steinschläge und schlecht reparierte Unfallschäden sind die Ausnahme von der Regel; der Gebrauchtwagen-Check von auto motor und sport bestätigt dem 987C insgesamt solide Substanz bei zugleich nicht billigem Unterhalt.

Modellspezifisch bleibt beim Boxster das Verdeck der größte Einzelposten: Hydraulik, Mikroschalter und Stoff wollen geprüft sein, eine Komplett-Reparatur wird schnell vierstellig. Beim Cayman sind es profanere Ärgernisse, klappernde Heckklappen-Puffer und Rückleuchten-Abdeckungen, dazu das Track-Tool-Risiko: Weil der Cayman zwischenzeitlich sehr erschwinglich war und fahrdynamisch glänzt, diente er häufiger als Rennstrecken-Gerät, teils mit Umbauten und entsprechendem Verschleiß. Bei beiden gilt vor dem Kauf in der Preisklasse ab 20.000 EUR: Historie lückenlos belegen lassen und im Zweifel ein Wertgutachten erstellen, das schützt beim Kauf und später bei der Versicherung.

Markt, Verfügbarkeit und Versicherung

Das Angebots-Bild ist asymmetrisch: Boxster gibt es reichlich, vom Schnäppchen bis zum Sammlerstück, der Markt auf Classic Trader und den einschlägigen Börsen ist breit. Gute Cayman sind dagegen rar, unverbastelte 987.2 S oder gar R-Modelle tauchen selten auf und verschwinden schnell. Für Käufer heißt das: Beim Boxster darf man wählerisch sein und verhandeln, beim Cayman entscheidet oft die Schnelligkeit. Beide gehören zur 90er/2000er-Welle, die wir im Ratgeber Klassiker der 90er beschrieben haben: Die Generation, die diese Autos als Neuwagen bewunderte, kauft sie jetzt zurück.

Versicherungsseitig laufen beide 987 bei den Klassik-Versicherern als Sportwagen; die frühen 987.1 sind mit über 20 Jahren bereits youngtimer-fähig, etwa bei OCC oder der Württembergischen. Die Prämien-Spreizung zwischen den Anbietern ist gerade in der Sportwagen-Klasse erheblich. Unser Klassik-Versicherungs-Vergleich rechnet die Prämie für beide Modelle anbieter-spezifisch durch.

Fazit

Boxster oder Cayman ist beim 987 keine Frage von besser oder schlechter, sondern von Typ und Einsatzzweck. Der Boxster gewinnt als offener Genuss-Klassiker und als zugänglichster Einstieg in die Porsche-Welt, der Cayman als präziseres Sportgerät und selteneres Auto mit dem R als Leuchtturm. Die Preisdifferenz von rund 10 bis 15 % ist real, aber begründet, und die eigentlich wichtige Entscheidung liegt quer dazu: ein gepflegter 987.2 mit lückenloser Historie, egal ob offen oder geschlossen.

Empfehlung nach Einsatzzweck

Fahrdynamik und Landstraßen-Sport
Porsche Cayman (987)

Der Cayman hat durch das feste Dach die deutlich steifere Karosserie und wirkt in schnellen Wechselkurven noch präziser als der ohnehin exzellente Boxster. Die Fachpresse lobte das Chassis schon zum Marktstart als so gut, dass es nach mehr Leistung verlangte. Wer den 987 primär als Sportgerät für Landstraße oder gelegentliche Trackdays sucht, nimmt das Coupé. Aber ehrlich: Der Abstand ist klein, auch der Boxster ist eine der besten Fahrmaschinen seiner Ära.

Offenes Genuss-Fahren und Sommer-Klassiker
Porsche Boxster (987)

Hier ist der Fall klar, das Verdeck entscheidet. Der Boxster öffnet in Sekunden, der Mittelmotor-Sound klingt offen nochmal intensiver, und als Saison-Fahrzeug mit Saisonkennzeichen ist der Roadster das stimmigere Gesamtpaket. Dazu ist das Angebot größer und der Einstieg rund 10 bis 15 % günstiger als beim Cayman. Verdeck-Hydraulik, Mikroschalter und Verdeckstoff gehören dafür auf jede Kauf-Checkliste, eine Verdeck-Reparatur kann vierstellig werden.

Sammlerwert und Seltenheit
Porsche Cayman (987)

Der Cayman ist am Markt seltener als der Boxster (Porsche nennt für den Boxster 987 79.039 Exemplare, für den Cayman keine Gesamtzahl) und hat mit dem Cayman R ein gesuchtes Sondermodell an der Spitze. Die Auswahl guter Exemplare ist knapp, denn viele Cayman wurden als Track-Tool verschlissen. Wer auf Substanz setzt, kauft einen späten 987.2 oder gleich R / Black Edition mit lückenloser Historie. Beim Boxster spielt nur der seltene Spyder in dieser Liga.

Erster Porsche und Alltags-Youngtimer
Porsche Boxster (987)

Der Boxster ist der zugänglichere Einstieg: größeres Angebot, niedrigere Einstiegspreise ab rund 8.000 bis 13.000 EUR (Note 5 bis 4) und identische Technik-Basis. Die Auswahl macht es leichter, ein scheckheftgepflegtes Exemplar zum fairen Kurs zu finden, während gute Cayman rar und entsprechend selbstbewusst bepreist sind. Wichtiger als die Karosserieform ist beim ersten Porsche ohnehin die Generationen-Frage: Ein 987.2 ab Modelljahr 2009 nimmt dir das IMS-Thema komplett ab und ist der entspannteste Einstieg in die Mittelmotor-Welt.

Haeufige Fragen zum Vergleich

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Boxster 987 und Cayman 987? +
Technisch sind die beiden weitgehend identisch, der Cayman ist konstruktiv ein Boxster mit festem Dach und großer Heckklappe. Genau dieses Dach macht aber den Charakter-Unterschied: Die Karosserie des Coupés ist deutlich steifer, was sich in schnellen Kurvenwechseln und auf schlechtem Belag in noch mehr Präzision niederschlägt. Der Boxster kontert mit dem offenen Fahrerlebnis und dem intensiveren Mittelmotor-Sound direkt hinter den Sitzen. Dazu kommt die Positionierung: Porsche brachte den Cayman 2005 bewusst oberhalb des Boxster, anfangs nur als S mit 295 PS aus 3,4 Litern. Preislich liegt der Cayman bis heute über dem Roadster, im Chromradar-Index aktuell rund 11 % in Note 2. Die Entscheidung ist also weniger eine Technik- als eine Typ-Frage: offen genießen oder geschlossen präzise fahren.
Ist 987.1 oder 987.2 die bessere Wahl? +
Für die meisten Käufer ist der 987.2 ab Modelljahr 2009 die entspanntere Wahl, und diese Frage ist wichtiger als die Frage Boxster oder Cayman. Die erste Generation 987.1 (2004/2005 bis 2008) nutzt die M96/M97-Motorenfamilie, deren Zwischenwellenlager (IMS) ein dokumentiertes Ausfallrisiko trägt; bei Versagen droht ein kapitaler Motorschaden. Dazu kommen beim M97 mögliche Laufbuchsen-Riefen (Bore Scoring), die sich nur per Endoskopie sicher ausschließen lassen. Der 987.2 bekam die neue Motorengeneration 9A1: keine Zwischenwelle mehr, kein IMS-Risiko, dazu PDK statt Tiptronic und mehr Leistung bei weniger Verbrauch. Direkteinspritzung haben dabei nur die 3,4-Liter-Motoren der S-Modelle, der 2,9-Liter arbeitet mit Saugrohreinspritzung. Ein gepflegter 987.1 mit dokumentierter IMS-Sanierung und sauberer Endoskopie ist trotzdem kaufbar und günstiger. Wer das Thema komplett vermeiden will, zahlt den 987.2-Aufpreis und schläft ruhiger.
Warum ist der Cayman teurer als der Boxster? +
Drei Gründe wirken zusammen. Erstens die Positionierung ab Werk: Porsche verkaufte den Cayman von Anfang an oberhalb des Boxster, zum Marktstart 2005 gab es ihn sogar nur als S-Version. Zweitens die Verfügbarkeit: Für den Boxster 987 nennt Porsche 79.039 Exemplare, für den Cayman keine offizielle Gesamtzahl; am Markt ist das Coupé das seltenere Auto, gute Exemplare sind spürbar schwerer zu finden. Drittens die Nachfrage-Struktur: Das Coupé gilt als das fahraktivere, wintertauglichere und sammlerfähigere Auto, und mit dem Cayman R existiert ein Halo-Modell, das die ganze Baureihe nach oben zieht. Im Chromradar-Index ergibt das in Note 2 aktuell 30.000 EUR für den Cayman gegen 27.000 EUR für den Boxster. Der Abstand von rund 10 bis 15 % zieht sich durch alle Zustandsnoten.
Welche Schwachstellen haben Boxster und Cayman 987 gemeinsam? +
Die Technik-Basis ist identisch, also teilen sich beide fast alle Baustellen. Beim 987.1 sind das IMS-Lager und mögliches Bore Scoring die Hauptthemen, bei beiden Generationen kommen undichte Kurbelwellensimmerringe vor, deren Tausch laut Elferspot gut 1.000 EUR kostet. Die Kühler und Klimakondensatoren in der Front korrodieren gern, weil sich dort Laub und Feuchtigkeit sammeln; ein süßlicher Geruch nach der Probefahrt ist ein Warnsignal. Im Innenraum nervt der abblätternde Softlack auf Schaltern und Mittelkonsole, dessen professionelle Aufarbeitung teuer ist. Dazu kommen poröse Zündspulen, verschleißende Koppelstangen und Querlenker sowie bei älteren Exemplaren fällige Fahrwerksrevisionen. Rost ist dank guter Verzinkung dagegen kaum ein Thema, solange kein schlecht reparierter Unfallschaden vorliegt. Boxster-spezifisch bleibt das Verdeck der größte Einzelposten, beim Cayman sind es Klappergeräusche aus dem Heckbereich.
Lohnt sich ein Boxster Spyder oder Cayman R als Sammler-Variante? +
Beide Sondermodelle von 2010/2011 sind die Sammler-Spitze der Baureihe und spielen preislich in einer eigenen Liga oberhalb unserer Range-Werte. Der Cayman R ist rund 55 Kilogramm leichter als der Cayman S, leistet 330 PS und bekam Feinschliff an Fahrwerk und Ausstattung bis hin zu Griffschlaufen statt Türgriffen; Elferspot empfiehlt ihn ausdrücklich als Sammler-Tipp, selten und nie wirklich günstig war er schon immer. Der Boxster Spyder mit manuellem Stoffverdeck und gewichtsoptimierter Karosserie ist das Pendant auf der offenen Seite. Bei beiden gilt: Originalität und lückenlose Historie sind preisbestimmend, denn gerade diese Varianten wurden gern sportlich bewegt. Wer ein sauberes, unverbasteltes Exemplar findet, kauft die gesuchtesten Varianten der ganzen 987-Familie. Für reine Fahrer ist ein gepflegter S der deutlich günstigere Weg zu 90 % des Erlebnisses.
Wann bekommen Boxster und Cayman 987 ein H-Kennzeichen? +
Hier ist Geduld gefragt: Das H-Kennzeichen gibt es nach Paragraf 23 StVZO erst ab einem Fahrzeugalter von 30 Jahren. Die ersten Boxster 987 von 2004 werden also frühestens 2034 H-fähig, die ersten Cayman von 2005 entsprechend 2035, die letzten 987.2 von 2012 erst 2042. Interessant ist der Blick auf den Vorgänger: Die ersten Boxster 986 wurden ab Spätsommer 1996 zugelassen und können damit frühestens ab Spätsommer 2026 ein H-Kennzeichen bekommen, maßgeblich ist das Erstzulassungsdatum. Hiscox führt den 986 als neuen Oldtimer mit Einstiegspreisen ab rund 10.000 EUR. Versichern lässt sich der 987 übrigens schon heute als Youngtimer: Spezialversicherer wie OCC oder die Württembergische nehmen Fahrzeuge ab 20 Jahren an, was für die frühen 987.1 bereits gilt.
Welche Motorisierung ist der Sweet Spot bei Boxster und Cayman 987? +
Beim Cayman nennt unsere Kaufberatung den 987.2 als Sweet Spot: zuverlässige 9A1-Technik ohne IMS, am Markt gesucht und noch bezahlbar. Konkret heißt das Cayman 2.9 mit 265 PS oder Cayman S 3.4 mit 320 PS, jeweils ab 2009, mit Handschaltung oder gepflegtem PDK. Elferspot rät beim frühen 2,7-Liter-Basismodell zum optionalen Sechsgang-Getriebe, weil der Fünfgang-Schalter auf der Autobahn mit hohem Drehzahlniveau nervt, und sieht die Tiptronic als wenig passend zum sportlichen Charakter. Beim Boxster gilt dieselbe Logik: Der Boxster S ist gefragter als die Basis, der 987.2-S mit 310 PS und Direkteinspritzung ist das rundeste Gesamtpaket. Wer einen 987.1 ins Auge fasst, sollte den Aufpreis für dokumentierte IMS-Sanierung und frische Wartung höher gewichten als ein paar PS mehr auf dem Papier.

Quellen

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