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Klassiker im Wert-Check
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Ford Capri vs Opel Manta, das Erzrivalen-Duell der deutschen Coupé-Kultur

Köln gegen Rüsselsheim: Der Ford Capri III und der Opel Manta B waren die zwei bezahlbaren Heckantriebs-Coupés, die in den 70ern und 80ern auf jeder Straße, am Stammtisch und im Motorsport gegeneinander antraten. Wir vergleichen Marktwerte, Charakter und Sammler-Logik des V6-Kölners gegen den Rallye-Rüsselsheimer.

von Patrick Leiß · Stand: 16. Juni 2026 · Lesezeit ca. 15 Min
Ford
Ford Capri III
Coupé · 2.0 S / 2.8 Injection · 1978–1986
Note 2: 17.000 EUR · Trend 3 Jahre: +16%
Opel
Opel Manta B
Coupe · 1.3 / 1.6 / 2.0E Berlinetta · 1975–1988
Note 2: 18.000 EUR · Trend 3 Jahre: +15%

Marktwert direkt verglichen

Zustand Ford Capri III Opel Manta B Differenz
Note 1 28.000 EUR 35.000 EUR -7.000 EUR
Note 2 17.000 EUR 18.000 EUR -1.000 EUR
Note 3 9.000 EUR 8.500 EUR +500 EUR
Note 4 4.500 EUR 3.500 EUR +1.000 EUR
Note 5 1.500 EUR 800 EUR +700 EUR

Marktwerte aus dem Chromradar-Index, Stand 16. Juni 2026. Differenz = Wert Ford Capri III minus Wert Opel Manta B.

Kaum ein Duell ist so tief in der deutschen Auto-Kultur verwurzelt wie dieses: Der Ford Capri und der Opel Manta waren die zwei bezahlbaren Heckantriebs-Coupés, die in den 70ern und 80ern auf jeder Straße, an jedem Stammtisch und auf jeder Rennstrecke gegeneinander antraten. Köln gegen Rüsselsheim, V6-Klang gegen Rallye-Pedigree, zwei Coupés für jedermann, die mehr Image versprachen, als der Geldbeutel eigentlich hergab. Heute sind beide gesuchte Youngtimer mit komplettem H-Status, und ihre Marktwerte liegen erstaunlich dicht beieinander. Wir klären mit aktuellen Daten, welcher der beiden Erzrivalen zu welchem Käufer passt.

Kurzfazit

Der Capri III ist der klangvolle V6-Cruiser: 17.000 EUR in Note 2, +16 % über drei Jahre, mit dem Kölner Sechszylinder, der im 2.8 Injection 160 PS leistet, und einer breiten, internationalen Fan-Gemeinde. Wer ihn kauft, kauft Sound, Heckantrieb und das Image des Facharbeiter-Sportlers. Der Manta B ist der kultige Rallye-Rüsselsheimer: 18.000 EUR in Note 2, +15 % Trend, mit unverwüstlichen Vierzylindern, Walter-Röhrl-Pedigree, dem praktischen Combi Coupé und den begehrten Halos 400 und GSi. Die Faustregel: Wer V6-Klang und souveränes Cruisen sucht, nimmt den Capri. Wer Rallye-Kult, Pop-Kultur und das stärkere Spitzen-Sammlerpotenzial will, nimmt den Manta. An der absoluten Spitze ist der Manta teurer, in der Breite hält der Capri etwas besser den Wert. Bei beiden zählt eine rostfreie, originale Karosserie mehr als alles andere.

Die beiden Modelle im Profil

Ford Capri III (1978 bis 1986)

Der dritte und letzte Capri kam 1978 als behutsame Weiterentwicklung des 1974 gestarteten Vorgängers, mit tiefer heruntergezogener Motorhaube über den Doppelscheinwerfern und einem Frontspoiler, der die Aerodynamik verbesserte. Anders als der in Verruf geratene Zweiliter-Capri verzichtete der Dritte auf magere Kleinmotoren, unter 1,6 Litern fing er gar nicht erst an. Die Vierzylinder (68 bis 101 PS) machten ihn solide, doch sein Herz ist der Kölner V6: vom 2,0-Liter mit 90 PS über den 3,0-Liter mit 138 PS bis zum 1981 eingeführten 2.8 Injection mit 160 PS und K-Jetronic. Dazu kommen die seltenen Turbos mit 188 bis 200 PS. Im Motorsport war der Capri eine große Nummer, von den Werkspiloten Heyer und Ludwig bis zu den Zakspeed-Turbos mit bis zu 600 PS. Laut auto motor und sport entstanden vom Capri III kaum mehr als 300.000 Exemplare, die Linkslenker-Produktion endete schon 1984. Über alle drei Generationen liefen rund 1,9 Millionen Capri vom Band.

Opel Manta B (1975 bis 1988)

Der Manta B beerbte 1975 den rundlichen Manta A und sprach mit gestrecktem Radstand und kantiger Linie eine ganz andere Sprache, angelehnt an den Chevrolet Monza von GM-Designchef Bill Mitchell. In die B-Säulen integrierte Opel einen Überrollbügel, erkennbar am schwarzen Streifen im Dachhimmel. Technisch teilte er sein Fahrwerk mit dem Kadett, mit vorderen Doppelquerlenkern und hinterer Starrachse auf Schraubenfedern. Die Motorenpalette reichte vom 55-PS-Basismodell über die robusten CIH-Vierzylinder (1,6 bis 2,0 Liter) bis zum gesuchten GT/E mit 105 Einspritzer-PS und 185 km/h. Ausstattungsversionen wie die plüschige Berlinetta, der sportliche SR und später der GSi rundeten das Programm ab, dazu kam 1978 das praktische Combi Coupé CC mit großer Heckklappe. Die Speerspitzen sind der i200 und der rallye-homologierte Manta 400 mit 2,4-Liter-DOHC-16V. Im Rallyesport war der Manta mit Fahrern wie Walter Röhrl erfolgreich. Rund 439.000 Exemplare entstanden bis 1988.

AspektFord Capri IIIOpel Manta B
HerkunftKölnRüsselsheim
Bauzeit1978–19861975–1988
TechnikspenderFord TaunusOpel Ascona
AntriebFrontmotor, HeckantriebFrontmotor, Heckantrieb
Topmotor2.8 Injection V6, 160 PS (Turbos bis 200)Manta 400, 2.4 DOHC-16V
Sechszylinderja (Kölner V6)nein (nur Vierzylinder)
Karosserie-ExtraCoupé mit Heckklappezusätzlich Combi Coupé CC
Halo / Kult2.8i, Zakspeed-Motorsport400, GSi, Rallye, Pop-Kult

Innerhalb beider Baureihen lohnt der Blick auf die Varianten, die jeweils eine eigene Charakterstufe markieren:

ModellMotorLeistungEinordnung
Capri III 1.6 / 2.0Vierzylinder68–101 PSsolider, aber lahmer Einstieg
Capri III 3.0V6138 PSDrehmoment-Bulle, der klassische Capri
Capri III 2.8 InjectionV6160 PSTopmodell, beste Wertentwicklung
Manta B 1.6 / 2.0CIH-Vierzylinder55–110 PSrobuste Brot-und-Butter-Basis, GT/E als Spitze
Manta B GSiOHC-Vierzylinder110 PSsportliches Spätmodell mit Body-Kit
Manta 4002.4 DOHC-16Vca. 144 PS (Straße)rallye-homologierter Halo, sehr selten

Marktwert und Wertentwicklung

Im Chromradar-Index (Stand Juni 2026) stehen sich der Capri III und der Manta B so gegenüber:

ZustandsnoteFord Capri IIIOpel Manta BDifferenz
Note 1 (Concours)28.000 €35.000 €Manta +25 %
Note 2 (gut)17.000 €18.000 €Manta +6 %
Note 3 (gebraucht)9.000 €8.500 €Capri +6 %
Note 4 (verbraucht)4.500 €3.500 €Capri +29 %
Note 5 (Projekt)1.500 €800 €Capri +88 %

Das ist das Spannende an diesem Duell: Die Kurven kreuzen sich. An der Spitze ist der Manta klar teurer, weil die seltenen Sportversionen i200 und Manta 400 das Niveau nach oben ziehen, ein Concours-Manta erreicht 35.000 EUR gegen 28.000 EUR beim Capri. In gutem Zustand (Note 2) liegen beide mit 18.000 gegen 17.000 EUR praktisch gleichauf. In den mittleren und unteren Noten dreht sich das Bild: Hier hält der Capri seinen Wert deutlich besser, in Note 5 sogar fast doppelt so hoch. Der Grund ist die breite, auch internationale Fan-Basis des Capri, der gerade in Großbritannien Kultstatus genießt. Die externen Quellen stützen das Bild: auto motor und sport notiert, dass gute Manta heute nur noch für fünfstellige Beträge zu bekommen sind, und beim Capri sind ordentliche Exemplare laut Kaufberatung noch günstiger als ein aktueller Kleinwagen, während die V6-Spitzen davonziehen.

Bei den Trends ist es ein Fotofinish: Capri +16 %, Manta +15 % über drei Jahre. Beide profitieren davon, dass die Generation, die sie als Jugendtraum erlebt hat, heute kauft. Wie tief diese Coupés im Klassikermarkt verankert sind, zeigt der Hiscox Pocket Price Guide: Der Deutsche Oldtimer-Index notierte zuletzt bei 2.985 Punkten, 1,85 Prozent über dem Vorjahr, und der frühe Ford Capri taucht dort als Modell mit klarer positiver Wertentwicklung auf. Bezahlbare Coupés mit Heckantrieb sind gefragt, gerade weil es sie neu kaum noch gibt.

V6-Klang gegen Rallye-Pedigree

Der wichtigste inhaltliche Unterschied ist der Antrieb. Der Capri ist der Klang-Künstler: Sein Kölner V6 reicht laut auto motor und sport von dunklem Grummeln bis zu feinem Posaunen und macht ihn schon als kleiner Sechser zu einem souveränen, drehmomentstarken Cruiser. Mit dem 2.8 Injection und 160 PS wird er zum echten Fahrerauto, das auf der Landstraße mit Heckantrieb und straffem Fahrwerk Spaß macht. Diesen Trumpf kann der Manta nicht kontern, denn Opel blieb beim Manta B durchgängig bei Vierzylindern.

Der Manta kontert auf einer anderen Ebene: mit Kult und Motorsport. Sein Kadett-Fahrwerk taugte für erfolgreiche Rallye-Einsätze, unter anderem mit Walter Röhrl, und der rallye-homologierte Manta 400 trug diesen Ruhm auf die Straße. Dazu kommt der Pop-Kult, der den Manta über die Auto-Szene hinaus berühmt machte. Wo der Capri mit Sound und Image als Facharbeiter-Sportler punktet, gewinnt der Manta mit Pedigree und kulturellem Kultstatus. Genau diese Differenz, V6-Genuss gegen Rallye-Aura, prägt bis heute, wer welchen kauft.

Echtheit, Schwachstellen und die Halos

Bei den Schwachstellen sind sich die beiden ähnlicher, als ihnen lieb ist: Rost ist bei beiden der Hauptfeind. Beim Capri III gammelt es an Schwellern, Radläufen und A-Säulen sowie an Vorderachs- und Hinterachsträgern, eine dokumentierte Hohlraumkonservierung ist ein klares Wertmerkmal. Beim Manta B blüht die braune Pest über den Scheinwerfern, an Stehblechen, Kotflügelkanten, Schwellern, Hinterachsaufnahmen und am Kofferraumboden. Bei beiden gilt: Die Technik ist vergleichsweise einfach in den Griff zu bekommen, der Capri-V6 verlangt nur etwas mehr Schraub-Reserven, und beim Manta sollte man die ab 1979 verbauten OHC-Motoren wegen möglicher Haarrisse im Kopf prüfen. Die robusten CIH- und OHV-Motoren des Manta sowie die OHC-Vierzylinder des Capri gelten als langlebig. Originalität und eine gute Karosserie schlagen bei beiden alles andere, denn viele Exemplare wurden in den wilden Jahren totgetunt.

An der Spitze trennen sich die Welten. Beim Capri sind der 2.8 Injection und die raren Turbos die gesuchten Stücke, beim Manta der 400 und der GSi. Wie sich die Coupés in die größere Familie einordnen, zeigt der Blick auf die Technikspender: Der Capri teilte seine Mechanik mit dem Ford Taunus, der Manta mit dem Opel Ascona, beide jeweils die biedere Limousine zum schicken Coupé. Eine vollständige Übersicht der Varianten und ihrer typischen Schwachstellen liefern unsere Kaufberatungen zum Capri und zum Manta B.

Markt, Verfügbarkeit und Versicherung

Die Marktlagen ähneln sich. Beide Coupés haben eine rege, hilfsbereite Fan-Szene, die bei Teilen und Problemen unterstützt, der Capri zusätzlich eine starke internationale Gemeinde. Gute, rostfreie Originale sind bei beiden gesucht und entsprechend stabil bis steigend, während Projekte und verbastelte Autos günstig zu haben, aber oft teure Sanierungsfälle sind. Bei beiden gilt: Vor dem Kauf gehört eine Durchsicht oder ein Wertgutachten zum Pflichtprogramm, gerade wegen des Rostrisikos. Wer die Geschichte der bezahlbaren VW-Coupés mag, findet die Parallele in unserem Vergleich Scirocco vs Corrado, denn Scirocco, Capri und Manta waren die drei großen erschwinglichen Coupés ihrer Zeit.

Versicherungsseitig sind beide als gepflegte Klassiker mit H-Kennzeichen günstig, teurer wird es nur bei den Leistungsspitzen 2.8 Injection, Turbo, GSi und 400. Ob H-Kennzeichen oder Youngtimer-Police, den genauen Status klären wir im Ratgeber Youngtimer vs Oldtimer. Unser Klassik-Versicherungs-Vergleich rechnet die Prämie für beide Modelle anbieter-spezifisch durch, die Detail-Unterschiede der Anbieter haben wir im Versicherer-Vergleich aufgeschlüsselt.

Fazit

Capri oder Manta ist eine Frage von Klang gegen Kult. Der Ford Capri III ist der V6-Cruiser: Sein Kölner Sechszylinder, gekrönt vom 2.8 Injection mit 160 PS, gibt ihm einen Sound und eine Souveränität, die der Manta nicht kontern kann, dazu eine breite internationale Fan-Basis und die bessere Wertstabilität in der Breite. Der Opel Manta B ist der Rallye-Rüsselsheimer mit Pop-Kult: unverwüstliche Vierzylinder, Walter-Röhrl-Pedigree, das praktische Combi Coupé und die begehrten Halos 400 und GSi, die an der Spitze die höheren Preise erzielen. In gutem Zustand liegen beide fast gleichauf, die Trends sind ein Fotofinish. Wer V6-Klang und entspanntes Cruisen sucht, kauft den besten Capri-Sechszylinder, den das Budget hergibt. Wer Rallye-Aura, Kultstatus und das maximale Spitzen-Sammlerpotenzial will, kauft einen dokumentierten Manta, idealerweise GSi oder 400. Falsch macht man mit keinem der beiden etwas, solange die Karosserie ehrlich und der Wagen original ist.

Empfehlung nach Einsatzzweck

Sechszylinder-Klang und souveränes Cruisen
Ford Capri III

Hier hat der Capri ein Argument, das der Manta B schlicht nicht kontern kann: den V6. Während Opel beim Manta durchgängig auf Vierzylinder setzte, krönte Ford den Capri mit dem Kölner Sechszylinder, der laut auto motor und sport von dunklem Grummeln bis zu feinem Posaunen reicht und schon als kleiner 2,0-Liter mit 90 PS eine Wohltat gegenüber den Vierzylindern ist. Das Topmodell 2.8 Injection mit 160 PS macht den Capri zum echten Cruiser mit Charakter, der den Innenraum mit Bariton füllt und auf der Landstraße den Heckantrieb genießen lässt. Wer den klangvollen Reihen- oder V-Sechser und entspanntes, drehmomentstarkes Gleiten sucht, ist beim Capri klar besser aufgehoben. Der Manta kontert mit Spritzigkeit und Leichtfüßigkeit, aber nicht mit Klang.

Kult, Rallye-Pedigree und Pop-Kultur
Opel Manta B

Der Manta B ist mehr als ein Coupé, er ist ein Stück deutscher Popkultur. Sein Fahrwerk, technisch vom Kadett abgeleitet, taugte laut auto motor und sport auch für erfolgreiche Rallye-Einsätze, unter anderem mit Walter Röhrl am Lenkrad, ein gewaltiger Image-Booster. Dazu kommt der unverwüstliche Kult rund um die Manta-Witze und den Kinofilm, der dem Auto eine Bekanntheit verschafft hat, die weit über die Auto-Szene hinausreicht. An der Spitze stehen der rallye-homologierte Manta 400 mit 2,4-Liter-DOHC-Motor und der GSi, die heute begehrte Sammlerstücke sind. Der Capri hat mit Zakspeed und Hans Heyer ebenfalls Motorsport-Geschichte geschrieben, doch der Manta verbindet Rallye-Ruhm und Pop-Kult auf eine Weise, die ihn kulturell einzigartig macht.

Wertanlage und Spitzen-Sammlerstücke
Opel Manta B

An der absoluten Spitze hat der Manta die Nase vorn. In Note 1 stehen 35.000 EUR für einen Concours-Manta gegen 28.000 EUR beim Capri, denn die seltenen Sportversionen i200 und vor allem der Manta 400 ziehen das Niveau nach oben. Der 400 mit seinem 2,4-Liter-Vierventil-DOHC ist laut auto motor und sport ein wirklich begehrenswertes Exemplar, das nur gut betuchte Käufer und am besten beim vertrauenswürdigen Händler erwerben sollten. Diese Halo-Modelle geben dem Manta B die stärkere Sammler-Hierarchie. Der Capri kontert mit dem 2.8 Injection und den raren Turbos, bleibt in der Breite aber etwas günstiger. Wer auf das maximale Wertpotenzial der absoluten Top-Exemplare setzt, hat mit einem dokumentierten Manta 400 oder GSi die heißere Karte, sofern das Budget stimmt.

Bestes Auto fürs Geld und Wertstabilität im Alltag
Ford Capri III

In den mittleren und unteren Zustandsnoten dreht sich das Bild: Hier hält der Capri seinen Wert besser. In Note 3 stehen 9.000 EUR (Capri) gegen 8.500 EUR (Manta), in Note 4 sind es 4.500 gegen 3.500 EUR, und in Note 5 trennt die beiden fast das Doppelte. Der Capri profitiert von einer breiten, auch internationalen Fan-Gemeinde (in Großbritannien ist er Kult) und den robusten, einfachen Vierzylinder-OHC-Motoren, die laut auto motor und sport anspruchslos und langlebig sind. Beide steigen mit +16 beziehungsweise +15 Prozent fast gleich, doch wer ein solides, fahrbares Coupé fürs Budget sucht und nicht das absolute Spitzenexemplar jagt, bekommt im Capri III etwas mehr Wertstabilität fürs Geld. Bei beiden gilt: Eine gute, rostfreie Karosserie schlägt alles andere.

Haeufige Fragen zum Vergleich

Was unterscheidet Ford Capri und Opel Manta grundsätzlich? +
Beide sind bezahlbare Heckantriebs-Coupés der 70er und 80er und waren erbitterte Rivalen, der Capri aus Köln, der Manta aus Rüsselsheim. Technisch teilten sie ihr Grundprinzip: ein sportlich gezeichnetes Coupé auf der Basis einer biederen Limousine, der Capri vom Ford Taunus, der Manta vom Opel Ascona, jeweils etwas teurer als der Technikspender, aber genau deshalb noch erschwinglich. Der entscheidende Unterschied liegt im Antrieb: Ford krönte den Capri mit dem Kölner V6, der im 2.8 Injection 160 PS leistet und dem Coupé einen sonoren Klang verleiht, während Opel beim Manta B durchgängig auf Vierzylinder setzte. Dafür glänzte der Manta mit Rallye-Erfolgen (unter anderem mit Walter Röhrl) und einem Pop-Kult, der bis in Kinofilme und Witze reicht. Der Capri ist also der klangvolle V6-Cruiser, der Manta der kultige Rallye-Rüsselsheimer. Heute liegen ihre Marktwerte erstaunlich dicht beieinander.
Welcher ist heute mehr wert, Capri oder Manta? +
Das hängt von der Zustandsnote ab, denn die Kurven kreuzen sich. An der Spitze ist der Manta B teurer: In Note 1 stehen rund 35.000 EUR für einen Concours-Manta gegen 28.000 EUR beim Capri, weil die seltenen Sportversionen i200 und Manta 400 das Niveau nach oben ziehen. In gutem Zustand (Note 2) liegen beide mit 18.000 gegen 17.000 EUR fast gleichauf. In den mittleren und unteren Noten dreht sich das Bild: Hier hält der Capri seinen Wert besser, in Note 3 mit 9.000 gegen 8.500 EUR, in Note 5 sogar fast doppelt so hoch. Bei den Dreijahres-Trends liegen sie mit +16 (Capri) und +15 Prozent (Manta) praktisch gleichauf. Unterm Strich ist es kein klares Über- oder Unterlegen, sondern ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem der Manta die Spitze und der Capri die Breite für sich hat.
Welche Motoren sind bei Capri und Manta empfehlenswert? +
Beim Capri III führt die Empfehlung klar zum Sechszylinder. Die Vierzylinder (1.6 mit 68 bis 72 PS, 2.0 mit 101 PS) sind solide, aber lahm, erst der V6 macht den Capri zum vollwertigen Coupé: Schon der 2,0-Liter mit 90 PS ist laut auto motor und sport eine Wohltat, der 3,0-Liter leistet 138 PS, und das Topmodell ist der 2.8 Injection mit 160 PS. Wichtig: Bei frühen V6 die Stirnräder des Nockenwellenantriebs prüfen, nur die später gefertigten sind wirklich haltbar. Beim Manta B sind die robusten CIH-Motoren mit 1,6 bis 2,0 Litern und die OHV-Vierzylinder die solideste Wahl, der gesuchte GT/E bietet 105 Einspritzer-PS und 185 km/h. Vorsicht bei den ab 1979 verbauten OHC-Motoren mit Zahnriemen, die zu Haarrissen im Zylinderkopf und Nockenwellenverschleiß neigen. Für maximale Emotion sind 2.8 Injection (Capri) und GT/E, GSi oder 400 (Manta) die richtigen Adressen, bei beiden schlägt die Wartungshistorie den Kilometerstand.
Rosten Ford Capri und Opel Manta? +
Ja, und zwar beide kräftig, denn Rostschutz war in dieser Ära bei keinem der beiden eine Stärke. Beim Capri III sind die Schweller, Radläufe und A-Säulen die häufigsten Schwachstellen, dazu Vorderachs- und Hinterachsträger, eine dokumentierte Hohlraumkonservierung ist ein klares Wertmerkmal. Beim Manta B blüht die braune Pest laut auto motor und sport über den Scheinwerfern, an den Stehblechen, Kotflügelkanten, Schwellern, Hinterachsaufnahmen, am Fuß der Dachsäulen und am Kofferraumboden. Bei beiden gilt: Viele Exemplare wurden nicht mehr über den TÜV geschweißt und gingen den Weg alles Irdischen, überlebt haben vor allem die früh in kundige Hände gelangten Autos. Eine gründliche Karosserie-Untersuchung beim Markenspezialisten, am besten mit Endoskop in den Hohlräumen, ist bei beiden vor dem Kauf Pflicht. Die Technik bekommt man dagegen bei beiden vergleichsweise leicht in den Griff, der Rost ist das eigentliche Wertvernichtungs-Risiko.
Haben Capri und Manta ein H-Kennzeichen? +
Ja, beide sind längst komplett im H-Status. Der Ford Capri III lief von 1978 bis 1986, der Opel Manta B von 1975 bis 1988, beide sind also durchweg über 30 Jahre alt und damit voll H-fähig. Das H-Kennzeichen bringt eine pauschale Kfz-Steuer von 191,73 EUR nach Paragraf 23 StVZO und günstige Versicherungskonditionen, setzt aber einen weitgehend originalen, gepflegten Zustand voraus. Gerade bei diesen beiden Coupés, die in den wilden Jahren oft getunt, tiefergelegt und verbreitert wurden, lohnt sich der Blick auf die Originalität, denn umgebaute Autos brauchen vor der H-Abnahme Rückrüstaufwand. Original-Sportversionen wie ein Manta 400 oder ein Capri 2.8 Injection sind als H-Fahrzeug besonders attraktiv, weil hier niedrige laufende Kosten auf steigende Marktwerte treffen. Den genauen Unterschied zwischen Oldtimer und Youngtimer schlüsseln wir in einem eigenen Ratgeber auf.
Manta 400 oder Capri 2.8 Injection: was ist die bessere Sammler-Wette? +
Beide sind die Halos ihrer Baureihe, aber mit unterschiedlichem Profil. Der Opel Manta 400 ist die rallye-homologierte Speerspitze mit 2,4-Liter-Vierventil-DOHC-Motor, ein echtes Sammlerstück mit Motorsport-Pedigree, das laut auto motor und sport nur gut betuchte Käufer und am besten vom vertrauenswürdigen Händler erwerben sollten. Seine Seltenheit und der direkte Bezug zur erfolgreichen Rallye-Historie machen ihn zur exklusiveren Wette, entsprechend hoch sind die Preise für dokumentierte Exemplare. Der Ford Capri 2.8 Injection mit 160 PS ist der klangvolle V6-Gegenpart, breiter verfügbar und etwas zugänglicher im Preis, dafür mit dem unschlagbaren Charme des Kölner Sechszylinders und einer großen internationalen Fan-Basis. Noch seltener und teurer sind die Capri-Turbos mit 188 bis 200 PS. Für maximale Exklusivität und Rallye-Aura ist der Manta 400 die heißere Karte, für V6-Sound und einfachere Verfügbarkeit der Capri 2.8i. Beide brauchen lückenlose Historie und eine top Karosserie.
Welcher der beiden ist die bessere Alltagswahl? +
Beide sind als robuste Großserien-Coupés erstaunlich alltagstauglich, mit kleinen Unterschieden. Der Capri III punktet mit dem laufruhigen, drehmomentstarken V6, der entspanntes Cruisen erlaubt, und einer breiten Teileversorgung dank großer Fan-Szene, gerade auch in Großbritannien. Seine Vierzylinder-OHC-Motoren gelten als besonders langlebig. Der Manta B bietet mit dem Combi Coupé CC sogar eine besonders praktische Variante mit großer Heckklappe und umklappbaren Rücksitzlehnen, dazu viel Platz auch in der zweiten Reihe. Seine CIH-Motoren sind unverwüstlich, und die Teilelage ist dank reger Szene gut. Bei beiden sind die einfachen, robusten Motorisierungen die besten Alltagsbegleiter, während die Hochleistungs- und Sportversionen eher Liebhaberstücke für die schöne Strecke sind. Wer ein praktisches, kombiartiges Coupé will, schaut beim Manta CC vorbei, wer den V6-Klang im Alltag genießen möchte, beim Capri. Beide kommen als Hecktriebler mit etwas Übung auch mit Schnee zurecht.

Quellen

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