MARKTWERT 2026

Porsche 964 Carrera

Carrera 2/4 · 1989–1994

Porsche 964 Carrera 2/4, modernisierter 911 der frühen 90er
Foto: Alexander Migl · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Porsche 964 Carrera 2/4, modernisierter 911 der frühen 90er. Detail-Daten zu Motoren, Schwachstellen und Marktwert.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 97.750 – 132.250 €
Zustand 2 (Gut) 66.300 – 89.700 €
Zustand 3 (Gepflegt) 44.200 – 59.799 €
Zustand 4 (Alltag) 25.500 – 34.500 €
Zustand 5 (Restobjekt) 12.750 – 17.250 €
Bauzeitraum
1989 – 1994
Versicherung (Zustand 2)
936–2.184 €/Jahr
Produktionszahl
63.762 (Porsche-Angabe, alle 964 von 1988 bis 1994 inklusive Turbo; davon rund 5.300 Turbo aller Versionen, 2.282 Carrera RS plus 290 RS N/GT und 930 Speedster)
H-Kennzeichen ab
2019

Über den Porsche 964 Carrera

Über den 964 Carrera 2/4

Der Porsche 911 vom Typ 964 ist die dritte 911-Generation. Porsche modernisierte den 911 damit grundlegend: Unter dem Blech sind laut Porsche fast 85 Prozent aller Teile neu entwickelt. Zwischen 1988 und 1994 entstanden nach Porsche-Angaben 63.762 Fahrzeuge der Generation 964 als Coupé, Targa, Cabriolet und Speedster, einschließlich Turbo. Der Carrera 4 (ab Modelljahr 1989) war der erste Elfer mit Allradantrieb, der Hecktriebler Carrera 2 folgte zum Modelljahr 1990 und bot als erster 911 die Tiptronic. Servolenkung und ABS sind serienmäßig, Fahrer- und Beifahrer-Airbag ab 1991. Darüber stehen der 911 Turbo (3,3 Liter, ab 1993 3,6 Liter) und Kleinserien wie Carrera RS und Speedster. Heute ist der 964 ein gefragter luftgekühlter Klassiker.

### Aus der 964-Familie

Der 964 kam zum Modelljahr 1989 zunächst parallel zum auslaufenden G-Modell und löste es dann ab. Die von Ben Dimson gestaltete Karosserie übernimmt die Formensprache der Vorgänger weitgehend, die Stoßfänger sind aber als feste Elemente in die Karosserielinie integriert. Neu sind unter anderem der automatisch ausfahrende Heckspoiler, ein cW-Wert von 0,32, McPherson-Federbeine vorn und Schraubenfedern hinten statt der Drehstabfederung sowie der 3,6-Liter-Boxer mit Doppelzündung, Klopfregelung und Katalysator.

Motorisierungen

  • → M64/01 (3,6 l Sechszylinder-Boxer, 1989–1994): 250 PS bei 6.100 1/min, 310 Nm bei 4.800 1/min. Doppel-Zündanlage, Motronic. Carrera 2 mit Fünfgang-Schaltgetriebe G50 oder Vierstufen-Tiptronic (Tiptronic-Version mit Motortyp M64/02), Carrera 4 nur mit Fünfgang-Schaltgetriebe G64.
  • → M30/69 (3,3 Liter Turbo, 964 Turbo 1991–1992): 320 PS, 450 Nm bei 4.500 1/min. Aus dem 930 übernommen, mit verbesserter Motorsteuerung und um 30 % größerem Ladeluftkühler.
  • → M64/50 (3,6 l Turbo, 964 Turbo 3.6 1993–1994): 360 PS bei 5.500 1/min, 520 Nm bei 4.200 1/min. Basiert auf dem M64-Saugmotor und nutzt Lader und Ladeluftkühler des 3.3. Die 381 PS gehören zum Turbo S von 1992, der noch den 3,3-Liter-Motor hatte.
  • → M64/03 (3,6 l, Carrera RS, 1991–1992): 260 PS bei 6.100 1/min. Leichtbau-Version mit 325 Nm, Einmassenschwungrad, Sperrdifferenzial und Fünfgang-Getriebe G50/10; Straßenversion des Carrera-Cup-Rennwagens.

Karosserie-Varianten

  • → 964 Carrera 2/4 Coupé (1989–1994): Volumen-Variante. Carrera 2 (Heck), Carrera 4 (Allrad). M64-Sechszylinder-Boxer mit 3,6 Liter.
  • → 964 Carrera 2/4 Targa (Modelljahre 1990–1994): Mit herausnehmbarem Dach-Teil und festem Überrollbügel. Weniger gebaut als Coupé.
  • → 964 Carrera 2/4 Cabriolet (Modelljahre 1990–1994): Stoffverdeck, als Carrera 2 oder Carrera 4. Nach dem Coupé die häufigste Karosserie (Carrera 2 Cabrio 11.013 Stück, Carrera 4 Cabrio 4.802 Stück).
  • → 964 Carrera 2 Speedster (Sondermodell, 1992–1993 gebaut, Markteinführung Februar 1993): 930 Stück, dazu 15 mit Turbo-Karosserie. Niedriger Windschutzscheiben-Rahmen, charakteristische Doppel-Höcker-Verdeckabdeckung.
  • → 964 Turbo (Serienmodell, eigene Seite, Modelljahre 1991–1994): 1991–1992 mit 3,3 Liter (320 PS), ab Januar 1993 mit 3,6 Liter (360 PS, 1.437 Stück).
  • → 964 Carrera RS (Sondermodell, 1991–1992): Leichtbau-Straßenversion des Carrera-Cup-Rennwagens, vorgestellt im Frühjahr 1991 in Genf. 260 PS, 2.282 Stück plus 290 RS N/GT.

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Zweimassenschwungrad: Frühe Carrera 2 haben ein gummigefedertes Freudenberg-Schwungrad, das vorzeitig verschleißt. Porsche stellte den Carrera 2 ab Modelljahr 1993 auf ein LuK-Schwungrad um, viele frühe Autos sind umgerüstet. Zweimassenschwungrad mit Kupplung laut 911finder etwa 1.500–2.500 €.
  • ! Verteilerriemen der Doppelzündung: Bei frühen Modellen ist das Verteilergehäuse unbelüftet; reißt der Riemen, kann der Motor Schaden nehmen. Porsche rüstete eine Belüftung für den Verteiler nach; 911finder empfiehlt den Riementausch alle 80.000 bis 120.000 km (etwa 200–500 € inklusive Einbau).
  • ! Ölverlust: typisch an Ventildeckeln, Steuergehäusen und Kurbelwellen-Simmerringen. Frühe Motoren wurden zudem ohne Zylinderkopfdichtung montiert und können am Zylinderkopffuß Öl verlieren; Porsche änderte das im Modelljahr 1991 und gab für ältere Motoren eine Nachrüstlösung frei. Eine umfassende Abdichtung kann laut 911finder bis zu 8.000 € kosten.
  • ! DME-Relais: Defekt verursacht Startprobleme. Tausch 30–80 €, einfache Reparatur.
  • ! Klimaanlage: Originalkältemittel R12 ist verboten, Umrüstung auf R134a nötig. Reparaturen an Kompressor oder Verdampfer kosten laut 911finder oft über 2.000 €.
  • ! Bei Carrera 4: Das hydraulisch geregelte Allradsystem mit Sensoren und Steuergeräten ist wartungsintensiv; ein defektes Steuergerät kostet laut 911finder über 1.000 €, ein ABS-Steuergerät bis zu 4.000 €.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Karosserie, Rost-Check: Auf der Hebebühne: Schweller und Wagenheberaufnahmen (unter den Kunststoffverkleidungen), Kofferraumboden
  • ✓ Karosserie, Rost-Check: Scheibenrahmen an Front- und Heckscheibe sowie Batteriekasten
  • ✓ Motor & Antrieb: Steuerkettenspanner-Geräusch beim Kaltstart (rattern?)
  • ✓ Motor & Antrieb: Zweimassenschwungrad: bei Lastwechsel sauberer Übergang, Nachweis über Umrüstung auf LuK?
  • ✓ ECHTHEIT bei Turbo und Sondermodellen: Bei 964 Turbo: Porsche-Datenkarte zwingend
  • ✓ ECHTHEIT bei Sondermodellen: Bei 964 Carrera RS (2.282 Stück): lückenlose Herkunftsprüfung
  • ✓ Dokumentation: Porsche-Datenkarte vom Werk (Porsche Classic, kostenpflichtig)
  • ✓ Dokumentation: Scheckheft mit Porsche-Stempeln oder Spezial-Werkstatt-Belegen

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1
Marke
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Modell
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Baujahr
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Zustand

In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Porsche 964 Carrera

Was ist ein Porsche 964 wert? +
Ein 964 Carrera 2/4 in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 um 78.000 €, in Note 1 um 115.000 €, Note 3 um 52.000 €. Gesuchte Schalter-Coupés und Targa liegen darüber, Tiptronic-Fahrzeuge darunter. Restaurierungsobjekte beginnen um 15.000 €. Deutlich höher liegen Kleinserien: Carrera RS und Speedster notiert die Marktanalyse von world-of-911.de (April 2026) in Note 2 bei rund 165.000 bis 170.000 €, der 964 Turbo hat eine eigene Seite.
Was ist der Unterschied zwischen 964 Carrera 2 und Carrera 4? +
Carrera 2 (ab 1990) hat klassischen Heckantrieb. Carrera 4 (ab 1989, vor C2 eingeführt) hat permanenten Allradantrieb mit elektronisch gesteuerter Kraftverteilung. Carrera 4 ist alltagstauglicher (Winter), C2 ist klassischer und purer im Fahrgefühl. Beide haben den gleichen M64-Motor mit 250 PS.
Welche 964-Versionen sind besonders gesucht? +
Am höchsten gehandelt werden die Kleinserien: 1) 964 Turbo 3.6 (ab 1993, 360 PS, 1.437 Stück). 2) 964 Carrera RS (Straßenversion des Cup-Rennwagens, 2.282 Stück plus 290 N/GT). 3) 964 Carrera 2 Speedster (930 Stück). Bei den Serienmodellen erzielen originale Carrera-2-Schalter-Coupés mit dokumentierter Historie die höchsten Preise; Wertprognosen geben wir nicht ab.
Welche Schwachstellen hat der 964? +
Drei klassische Themen: 1) Ölverlust an Ventildeckeln, Steuergehäusen und Kurbelwellen-Simmerringen; frühe Motoren wurden ohne Zylinderkopfdichtung montiert und können am Zylinderkopffuß Öl verlieren. 2) Der Antriebsriemen des zweiten Zündverteilers: Bei frühen Modellen versagte er häufiger, Porsche gab ein Belüftungs-Kit frei; Tausch alle 80.000 bis 120.000 km. 3) Das gummigefederte Freudenberg-Zweimassenschwungrad früher Carrera 2 (ab Modelljahr 1993 LuK), Tausch mit Kupplung etwa 1.500–2.500 €. Dazu beim Carrera 4 die Allrad-Hydraulik mit ihren Steuergeräten.
Ist der Porsche 964 H-Kennzeichen-fähig? +
Ja, frühe 964 (1989) seit 2019 H-Kennzeichen-fähig. Späteste 964 (1994) ab 2024. Voraussetzung: originaler Zustand. Bei Tieferlegungen oder Performance-Modifikationen ist das H-Kennzeichen gefährdet. Pauschale Kfz-Steuer 191,73 €/Jahr.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.