Porsche 914/6
Sechszylinder-Mittelmotor · 2.0 Boxer 110 PS · 1969–1972
Der Porsche 914/6 ist die seltene Sechszylinder-Spitze des Mittelmotor-Targa 914, gebaut von 1969 bis 1972. Statt der VW-Vierzylinder erhielt er den 2,0-Liter-Sechszylinder-Boxer aus dem 911 T mit 110 PS, dazu Fünfloch-Räder, größere Bremsen und kürzere Getriebeübersetzungen. Mit 3.338 Exemplaren (Porsche-Angabe) ist er weit seltener als der Vierzylinder-914 und in der Porsche-Szene als Sammlerauto fest etabliert. Marktwerte Stand Oktober 2026: ordentliche Autos rund 58.000 Euro, sehr gute um 80.000 Euro, Spitzenexemplare um 110.000 Euro, die 914/6 GT-Rennversionen deutlich darüber.
Marktwerte nach Zustand
Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.
| Zustand | Marktwert-Range |
|---|---|
| Zustand 1 (Topzustand) | 93.500 – 126.499 € |
| Zustand 2 (Gut) | 68.000 – 92.000 € |
| Zustand 3 (Gepflegt) | 49.300 – 66.700 € |
| Zustand 4 (Alltag) | 32.300 – 43.700 € |
| Zustand 5 (Restobjekt) | 18.700 – 25.299 € |
Über den Porsche 914/6
Der 914/6 ist die von Porsche selbst veredelte Variante des gemeinsam mit Volkswagen entwickelten Mittelmotor-Targa 914. Während der volumenstarke 914/4 luftgekühlte VW-Vierzylinder-Boxer nutzte, bekam der 914/6 den 2,0-Liter-Sechszylinder-Boxer (Typ 901) aus dem 911 T mit 110 PS.
Mit dem stärkeren Motor kamen weitere Aufwertungen: Fünfloch-Räder statt Vierloch, größere Bremsen, kürzere Getriebeübersetzungen und das Zündschloss links vom Lenkrad wie im 911. Das machte den 914/6 zum echten Porsche, der das ausgewogene Mittelmotor-Handling des 914 mit der Drehfreude des Sechszylinders verband. Gebaut wurde er nur von 1969 bis 1972, dann wurde die Variante eingestellt, weil sie in der Herstellung zu teuer und im Preis nahe am 911 lag.
Nur 3.338 Exemplare des 914/6 entstanden (Porsche-Angabe, andere Quellen nennen 3.332 bis 3.353), gegenüber 115.631 Vierzylinder-914. Diese Seltenheit, kombiniert mit echter Porsche-Technik, hat dem 914/6 in der Sammler-Szene stets mehr Respekt eingebracht als dem Vierzylinder. Die extrem raren 914/6 GT-Rennversionen, mit denen 1970 der GT-Klassensieg in Le Mans (Gesamtrang 6, Team Sonauto) und ein Dreifachsieg beim Marathon de la Route am Nürburgring gelangen, spielen in einer eigenen, sechsstelligen Liga.
Während das VW-Porsche-Stigma die Vierzylinder lange drückte, hatte der 914/6 schon früh eine treue Anhängerschaft. Rost und vor allem die nachgewiesene Echtheit sind beim 914/6 die entscheidenden Wertfaktoren, da Vierzylinder-914 zu 914/6 umgebaut werden.
Motorisierungen
- → 2,0-Liter-Sechszylinder-Boxer (1.991 cm³, aus dem 911 T), 110 PS bei 5.800/min, 160 Nm bei 4.200/min, zwei Weber-Dreifachvergaser, 1969 bis 1972, 914/6
- → 914/6 GT (Gruppe 4, homologiert 1970): 2,0-Liter-Sechszylinder mit Doppelzündung, bis rund 210 PS (nicht Serie)
Karosserie-Varianten
- → Mittelmotor-Targa 2-sitzig (1969 bis 1972), herausnehmbares Targadach, Fünfloch-Räder
- → 914/6 GT, Renn-Version für Gruppe 4 mit Kotflügelverbreiterungen und Karosserieverstärkungen, rund 30 bis 40 ab Werk, eigene sechsstellige Sammlerliga
Typische Schwachstellen
Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:
- ! Echtheits-Risiko ist beim 914/6 das zentrale Kaufthema: Vierzylinder-914 werden zu 914/6-Technik oder -Optik umgebaut. Fahrgestellnummer, Motornummer und Matching-Numbers zwingend prüfen.
- ! Karosserie-Rost ist der größte Wertvernichter: Längsträger, Schweller, Batteriekasten, das berüchtigte Hell Hole unter dem Batteriekasten im Motorraum (Beifahrerseite), Targa-Aufnahmen und Bodenbleche rosten häufig und sicherheitsrelevant.
- ! Sechszylinder-Boxer (901): wie der 911-Motor wartungsintensiv und teuer in der Revision, Zustand und Originalität sind wertentscheidend.
- ! Targa-Dach und Dichtungen: Undichtigkeiten führen zu Wasser im Innenraum und Folgerost, Zustand sorgfältig prüfen.
- ! Schaltgestänge (langer Weg zum hinteren Getriebe): ausgeschlagene Lager führen zu schwammiger Schaltung, ein häufiger Mangel.
- ! Teile-Spezifika: 914/6-eigene Komponenten (Bremsen, Räder, Motorperipherie) sind seltener und teurer als beim Vierzylinder, Nachfertigungen mindern bei Originalitäts-Bewertung den Wert.
Worauf beim Kauf achten
- ✓ Echtheit vor allem: nur mit nachgewiesener Fahrgestell- und Motornummer, Matching-Numbers und lückenloser Historie kaufen, da Umbauten und Replicas kursieren.
- ✓ Rost ist das zweite Kernkriterium: Längsträger, Schweller, Batteriekasten und das Hell Hole unter dem Batteriekasten genau prüfen, eine Hebebühnen-Inspektion mit Endoskop ist Pflicht.
- ✓ Den Sechszylinder von einem Porsche-Spezialisten checken lassen, eine Revision des 901-Motors ist sehr teuer.
- ✓ Targa-Dach, Dichtungen und Innenraum auf Wasserspuren und Folgerost kontrollieren.
- ✓ Originalität, Matching-Numbers und dokumentierte Historie steigern den Wert erheblich, gerade bei diesem seltenen Modell.
- ✓ Ein aktuelles Wertgutachten ist bei den erreichten Werten dringend zu empfehlen, für Kauf und Versicherung.
- ✓ H-Kennzeichen ist für alle 914/6 möglich (frühestens ab 1999, Erstzulassung plus 30 Jahre), was Steuer und Klassik-Versicherung erleichtert.
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Häufige Fragen zum Porsche 914/6
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- Porsche Media: 914/6 (Vorgänger des Boxster)
- Wikipedia Porsche 914 (914/6)
- Classic.com Porsche 914/6 Market
- Hiscox Pocket Price Guide 2026