MARKTWERT 2026

Alfa Romeo Spider (105/115)

Duetto bis Serie 4 · Pininfarina · 1966–1993

Alfa Romeo Spider Duetto Pininfarina-Roadster
Foto: John Filiss (seriouswheels.com) · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Der Alfa Romeo Spider (105/115) ist die ikonische Pininfarina-Roadster-Familie, die in vier Serien zwischen 1966 und 1993 produziert wurde. Der Duetto der ersten Serie (1966 bis 1969) wurde durch den Film 'Die Reifeprüfung' mit Dustin Hoffman weltberühmt. Über 27 Jahre Bauzeit und vier Serien-Stufen entstanden mehr als 124.000 Exemplare. Die Spanne reicht vom Rundheck-Spider der ersten Serie (Hiscox 2026: bis rund 60.000 Euro in Note 1) bis zum Restaurierungsobjekt der späteren Serien für wenige tausend Euro. Doppelnockenwellen-Vierzylinder, Heckantrieb und das Pininfarina-Design machen den Spider zu einem gefragten italienischen Roadster.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 28.050 – 37.950 €
Zustand 2 (Gut) 18.700 – 25.299 €
Zustand 3 (Gepflegt) 12.750 – 17.250 €
Zustand 4 (Alltag) 5.950 – 8.049 €
Zustand 5 (Restobjekt) 2.550 – 3.449 €
Bauzeitraum
1966 – 1993
Versicherung (Zustand 2)
280–616 €/Jahr
Produktionszahl
124.104 (alle Spider 105/115, 1966 bis 1993)
H-Kennzeichen ab
1996

Über den Alfa Romeo Spider (105/115)

Pininfarina zeichnete den Spider als Nachfolger der Giulietta Spider. Die erste Serie (1966 bis 1969), nach einem Namenswettbewerb als 'Duetto' bekannt (offiziell hieß der Wagen Spider 1600, weil Pavesi die Namensrechte hielt), hatte das charakteristische runde Heck, in Italien 'Osso di Seppia' (Tintenfischknochen) genannt, und galt sofort als Designikone. Der Film 'Die Reifeprüfung' (1967) mit Dustin Hoffman machte den Duetto weltweit berühmt.

Die Serie 2 (1970 bis 1983) bekam ein abgeschnittenes 'Kamm-Heck' (Coda Tronca) und blieb über dreizehn Jahre fast unverändert. Die Serie 3 (1983 bis 1989) erhielt große Plastik-Stoßfänger und einen kleinen Heckspoiler, was unter Sammlern bis heute umstritten ist. Die Serie 4 (1990 bis 1993) bekam in Wagenfarbe lackierte Kunststoff-Stoßfänger, durchgehende Rückleuchten und beim 2.0 die Bosch-Motronic-Einspritzung (der 1.6 behielt in Europa die Weber-Vergaser), die umstrittenen Spoiler entfielen. Gebaut wurde sie bei Pininfarina in San Giorgio Canavese, die Serien 1 bis 3 in Grugliasco.

Motorseitig spannte sich der Spider von 1300 (89 PS) über 1600 und 1750 bis zum 2000 (132 PS beim 2000 Spider Veloce von 1971, später je nach Ausführung 115 bis 128 PS). Alle Varianten haben den Alfa-Vierzylinder mit zwei oben liegenden Nockenwellen; die US-Versionen erhielten ab Modelljahr 1969 eine mechanische SPICA-Einspritzung, ab 1982 Bosch-Einspritzung. Am höchsten bewertet werden die Rundheck-Spider der Serie 1, vor allem im Originalzustand.

Motorisierungen

  • → 1300 (Spider 1300 Junior) 89 PS, 1968 bis 1977
  • → 1600 (Spider 1600 Duetto) 109 PS, 1966 bis 1967; danach 1600 (Junior bzw. 1.6) 103 bis 110 PS bis 1993
  • → 1750 (1750 Spider Veloce) 118 PS, 1967/68 bis 1971/72 je nach Quelle; USA-Version mit SPICA-Einspritzung
  • → 2000 (2000 Spider Veloce) 132 PS ab 1971, später je nach Ausführung 115 bis 128 PS, bis 1993; USA mit SPICA-, ab 1982 Bosch-Einspritzung

Karosserie-Varianten

  • → Spider Roadster 2-türig, Stoffverdeck (1966 bis 1993)
  • → Duetto Serie 1 mit rundem „Osso di Seppia“-Heck (1966 bis 1969)
  • → Serie 2 Coda Tronca abgeschnittenes Kamm-Heck (1970 bis 1983)
  • → Serie 3 mit Plastik-Stoßfängern und Heckspoiler (1983 bis 1989)
  • → Serie 4 mit Stoßfängern in Wagenfarbe, ohne Spoiler (1990 bis 1993)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Karosserie-Rost an Schwellern, Radhäusern, A-Säule-Basis und Bodenblech ist der größte Wertfeind, eine Inspektion durch einen Alfa-Spezialisten vor dem Kauf ist dringend zu empfehlen.
  • ! Kühlsystem: zugesetzte Kühler und vernachlässigtes Kühlmittel führen zu Überhitzung, Zylinderkopfdichtungsschäden und Korrosion an den Aluminium-Gussteilen.
  • ! Hinterachse: Differenziale der späteren Serien können verschleißen (Geräusche, Undichtigkeiten), dazu Klopfen an der Kardanwellenlagerung.
  • ! Verdeck: schlechter Sitz an Seitenscheiben und Windschutzscheibe, eingetrübte Heckscheibe und falsch zusammenfaltende Mechanik sind häufig.
  • ! Vergaser-Synchronisation (Weber- oder Dell'Orto-Doppelvergaser) ist Spezialistensache, schlechte Einstellung führt zu Leistungsverlust und Verbrauch.
  • ! Getriebe: Synchronisierung im zweiten und dritten Gang sowie im Rückwärtsgang verschleißt, dazu rutschende Kupplungen und Lagergeräusche.
  • ! Elektrik: bei der Serie 4 gelten Fensterheber, Außenspiegel und Klimaanlage als typische Problemzonen.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Der Rundheck-Spider der Serie 1 (1966 bis 1969) ist die sammlerisch wertvollste Variante: Hiscox notiert 2026 den 1600 Duetto mit 37.800 Euro und den 1750 Spider Veloce mit 41.000 Euro in Note 2.
  • ✓ Die Serie 4 (1990 bis 1993) ist technisch die modernste Ausführung; Händlerangebote liegen im Oktober 2026 meist zwischen rund 14.000 und 29.000 Euro. Günstiger ist meist die Serie 3.
  • ✓ Karosserie-Originalität entscheidet über den Marktwert, Magneten und Endoskop sind beim Kauf Pflicht, Schweller und Radhäuser kritisch.
  • ✓ Matching-Numbers heben den Wert von Serie 1 und Serie 2 deutlich, bei Serie 3 und 4 weniger relevant.
  • ✓ Originales Stoffverdeck und intakte Verdeckmechanik sind Wert-Faktoren, Reparatur teuer und Spezialistensache.
  • ✓ Gemischaufbereitung prüfen: originale Doppelvergaser (Weber oder Dell'Orto) bzw. die originale SPICA- oder Bosch-Einspritzung der US-Versionen sind für Sammler wichtiger als nachträgliche Umbauten.
  • ✓ H-Kennzeichen: seit 2023 haben alle Baujahre bis 1993 die 30-Jahres-Grenze erreicht; entscheidend ist dann der Originalzustand laut Gutachten.

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In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Alfa Romeo Spider (105/115)

Was ist ein Alfa Romeo Spider 2026 wert? +
Laut Hiscox Pocket Price Guide 2026 liegt ein 1600 Spider Duetto in Note 2 bei 37.800 Euro, ein 1750 Spider Veloce der Serie 1 bei 41.000 Euro. Der 2000 Spider Veloce der Serie 2 (Coda Tronca) wird in Note 2 mit 21.800 Euro notiert, die Serie 3 ('Gummi') mit 18.000 Euro. Für die Serie 4 verlangen Händler im Oktober 2026 meist 14.000 bis 29.000 Euro. Am gefragtesten sind die Rundheck-Spider der Serie 1.
Welche Spider-Serie ist die sammlerisch beste Wahl? +
Der Duetto Serie 1 (1966 bis 1969) mit rundem „Osso di Seppia“-Heck ist die sammlerisch wertvollste und stilreinste Variante. Wegen des Films 'Die Reifeprüfung' hat er einen besonderen Kult-Status. Serie 2 Coda Tronca (1970 bis 1983) gilt als ausgewogene Wahl: stilrein, lange Bauzeit, gute Markt-Verfügbarkeit. Serie 3 mit Plastik-Stoßfängern ist sammlerisch umstritten, aber preislich attraktiv. Serie 4 ist die alltagstauglichste Variante, sammlerisch noch nicht voll etabliert.
Welche Motorisierung empfiehlt sich beim Spider? +
Der 2000 (je nach Baujahr 115 bis 132 PS) ist die ausgewogenste Wahl mit der meisten Leistung. Der 1750 Spider Veloce (118 PS) der Serie 1 ist laut Hiscox-Notierung die sammlerisch wertvollste Konfiguration. Die 1.3 Junior ist die schwächste und günstigste Variante. Alle Twin-Cam-Motoren sind robust und gut zu warten, Ersatzteile sind verfügbar.
Wie rostanfällig ist ein Alfa Spider? +
Alle Spider-Serien sind nicht verzinkt und rosten ohne Konservierung kräftig. Kritische Stellen: Schweller (innen hohl), Radhäuser hinten und vorne, A-Säule-Basis, Bodenblech, Türunterkanten, hinteres Kofferraumblech. Verdeckkasten-Boden ist eine versteckte Schwachstelle, oft erst bei Demontage des Verdecks erkennbar. Magneten, Endoskop und idealerweise Hebebühnen-Inspektion sind beim Kauf Pflicht. Restaurierte Exemplare mit dokumentierter Karosserie-Arbeit sind oft besser als 'originale' Spider mit verstecktem Rost.
Ist der Spider ein gutes Alltagsauto? +
Für kurze bis mittlere Strecken in der wärmeren Jahreshälfte ja, der Spider hat einen sehr alltagstauglichen Twin-Cam-Motor und einfache Mechanik. Die Serie 4 (1990 bis 1993) ist die alltagstauglichste Variante mit moderneren Stoßfängern. Für lange Autobahn-Etappen ist die Geräuschkulisse oben offen anstrengend. Im Winter sollte der Spider stillgelegt werden, weil Salz und Feuchtigkeit massiv beschleunigte Korrosion verursachen. Als Sommer-Cabrio ist er ideal.
Wo finde ich Ersatzteile für einen Alfa Spider? +
Spezialisten wie [Alfaholics](https://www.alfaholics.com/) in Großbritannien bieten Neuteile und Aufarbeitung an. Für Fachfragen sind Foren wie [alfabb.com](https://www.alfabb.com/) und der deutsche [Alfaclub e.V.](https://www.alfaclub.de/) mit Forum und Regionalgruppen erste Anlaufstellen. Karosseriebleche, besonders Schweller und Radhausreparaturteile, sind als Nachfertigung erhältlich, die Passgenauigkeit unterscheidet sich je nach Anbieter.
Welche Klassik-Versicherung empfiehlt sich für einen Alfa Spider? +
Für Spider mit H-Kennzeichen bieten Klassik-Spezialversicherer Tarife auf Basis eines vereinbarten Marktwerts an, meist mit Bedingungen zu Garage, Jahresfahrleistung und Zweitfahrzeug. Ab einem höheren Fahrzeugwert, etwa bei Rundheck-Spidern der Serie 1, ist ein Wertgutachten sinnvoll. Die konkrete Prämie hängt stark von Wert, Fahrleistung und Wohnort ab, ein Vergleich mehrerer Anbieter lohnt sich.
Welche Alternativen zum Alfa Spider gibt es? +
Im italienischen Roadster-Segment: Fiat 124 Sport Spider (ebenfalls Pininfarina, mit Lampredi-Doppelnockenwellenmotor, rund 200.000 gebaut), Lancia Beta Spider (Pininfarina-Entwurf, bei Zagato gebaut, 9.390 Exemplare). Aus Deutschland: BMW Z3 oder später Z4 (modernere Mechanik, aber weniger Klassik-Aura). Aus England: MG B Roadster (preisgünstiger, robuste Mechanik, weniger sportlich). Der Spider punktet mit dem Alfa-Doppelnockenwellenmotor und dem Pininfarina-Design.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.