MARKTWERT 2026

Alfa Romeo GTV / Spider (916)

Pininfarina-Coupé + Spider · Twin Spark / V6 · 1995–2005

Alfa Romeo GTV 916 Pininfarina-Coupé mit V6
Foto: OSX · gemeinfrei · Wikimedia Commons

Der Alfa Romeo GTV und Spider 916 sind die Pininfarina-Coupé- und -Cabriolet-Modelle der späten 90er und frühen 2000er. Die Fertigung lief Ende 1993 (erste Spider) bzw. 1994 in Arese an, ab Oktober 2000 baute Pininfarina in San Giorgio Canavese weiter, Produktionsende war Ende 2004; verkauft wurden die Autos bis 2005 (GTV) bzw. 2006 (Spider). Nach der verbreiteten Produktionstabelle (u. a. Wikipedia) entstanden 42.937 GTV und 38.891 Spider, zusammen rund 81.800; der Alfa Romeo Owners Club UK nennt rund 41.700 GTV und 39.000 Spider. Die Karosserie zeichnete Enrico Fumia bei Pininfarina, den Innenraum das Centro Stile Alfa Romeo unter Walter de Silva. Twin-Spark-Vierzylinder und V6-Motoren decken 144 bis 240 PS ab. Die Werteleiter von 1.100 bis 16.000 Euro bezieht sich auf die Twin-Spark-Volumenversionen; V6-Modelle, besonders der seltene 3.2 V6 der Phase 3 (512 GTV, 551 Spider), werden meist höher gehandelt.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 13.600 – 18.400 €
Zustand 2 (Gut) 8.500 – 11.500 €
Zustand 3 (Gepflegt) 5.100 – 6.899 €
Zustand 4 (Alltag) 2.550 – 3.449 €
Zustand 5 (Restobjekt) 935 – 1.265 €
Bauzeitraum
1995 – 2005
Versicherung (Zustand 2)
280–380 €/Jahr
Produktionszahl
ca. 81.800 (nach der verbreiteten Produktionstabelle 42.937 GTV und 38.891 Spider, Fertigung Ende 1993 bis Ende 2004; der Alfa Romeo Owners Club UK nennt rund 41.700 GTV und 39.000 Spider)
H-Kennzeichen ab
2025

Über den Alfa Romeo GTV / Spider (916)

Der GTV und der Spider vom Typ 916 wurden im Herbst 1994 auf dem Pariser Salon gezeigt, die offizielle Markteinführung folgte im März 1995 auf dem Genfer Salon; die Fertigung in Arese lief bereits Ende 1993 (erste Spider) bzw. 1994 an. Der GTV knüpfte an die Alfetta-GTV-Linie an, die 1986 auslief, der Spider löste den seit 1966 gebauten Spider (Tipo 105/115) ab. Die Karosserie entwarf Enrico Fumia bei Pininfarina, den Innenraum gestaltete das Centro Stile Alfa Romeo unter Walter de Silva. Der GTV ist ein 2+2-Coupé, der Spider ein Zweisitzer mit Stoffverdeck (manuell, elektrohydraulisch gegen Aufpreis).

Technisch basieren beide auf der stark abgewandelten Tipo-Due-Plattform des Fiat-Konzerns, von der Alfa 155 stammen Vorderachse und Antriebsstrang. Vorne arbeiten McPherson-Federbeine, hinten eine eigens entwickelte Mehrlenkerachse auf einem Aluminium-Hilfsrahmen. Gebaut wurde zunächst in Arese, ab Oktober 2000 bis Ende 2004 bei Pininfarina in San Giorgio Canavese.

Motorseitig reichte das Angebot vom 1.8 Twin Spark (144 PS, 1998 bis 2000) über den 2.0 Twin Spark (150 bzw. 155 PS) und den 2.0 JTS mit Direkteinspritzung (165 PS, ab 2003) bis zu den V6-Motoren: 2.0 V6 Turbo (200 PS, wegen der italienischen Hubraumbesteuerung entwickelt, fast nur im GTV), 3.0 V6 12V (192 PS, praktisch nur im Spider), 3.0 V6 24V (220 PS, ab 2000 218 PS) und 3.2 V6 24V (240 PS, ab 2003). Die Modellpflege vom Mai 1998 (Phase 2) brachte einen überarbeiteten Innenraum, Detailänderungen außen, den 1.8 TS und einen stärkeren 2.0 TS, die von 2003 (Phase 3) eine neue Front mit größerem Grill von Pininfarina sowie JTS und 3.2 V6.

Die Sonderserie GTV Cup von 2001 umfasste 419 Autos (180 mit 3.0 V6, 239 mit 2.0 TS), erkennbar am Aerodynamikpaket, belüfteten vorderen Kotflügeln, 17-Zoll-Felgen und einer nummerierten Plakette. Nach der verbreiteten Produktionstabelle (u. a. Wikipedia) entstanden 42.937 GTV und 38.891 Spider, zusammen rund 81.800 Fahrzeuge; der Alfa Romeo Owners Club UK nennt rund 41.700 GTV und 39.000 Spider. Den Großteil machen die 2.0-Twin-Spark-Versionen aus.

Motorisierungen

  • → 1.8 Twin Spark 16V, 144 PS, 169 Nm, 1998 bis 2000 (GTV und Spider)
  • → 2.0 Twin Spark 16V, 150 PS (1994 bis 1998), 155 PS (1998 bis 2000), ab 2000 Euro-3-Version mit 150 PS bis 2004
  • → 2.0 JTS Direkteinspritzung, 165 PS, 206 Nm, 2003 bis 2004/05
  • → 2.0 V6 Turbo 12V, 200 PS, 271 Nm, 1995 bis 2000 (GTV, ab 1998 auch Spider; je nach Quelle rund 6.900 bis 7.300 GTV und 170 bis 444 Spider)
  • → 3.0 V6 12V, 192 PS, 260 Nm, 1995 bis 2000 (praktisch nur Spider, laut Produktionstabelle 5 GTV)
  • → 3.0 V6 24V, 220 PS (GTV 1997 bis 2000), ab Herbst 2000 218 PS in GTV und Spider bis 2003; Sechsganggetriebe ab 1999
  • → 3.2 V6 24V, 240 PS, 289 Nm, 2003 bis 2004/05 (512 GTV, 551 Spider)

Karosserie-Varianten

  • → GTV Coupé 2+2 (Fertigung 1994 bis 2004, Verkauf bis 2005)
  • → Spider Roadster zweisitzig mit Stoffverdeck (Fertigung Ende 1993 bis 2004, Verkauf bis 2006)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Zahnriemen: Eine britische Kaufberatung nennt für die Twin-Spark-Motoren einen Wechsel alle 3 Jahre bzw. 36.000 Meilen, für die V6 alle 5 Jahre bzw. 48.000 Meilen, jeweils mit Spannrollen, beim V6 mit Wasserpumpe. Ein gerissener Riemen zerstört den Motor.
  • ! Rost: Schweller rosten unter den Kunststoffverkleidungen, wo sich Wasser und Schmutz sammeln, hintere Radläufe von innen; Reparaturbleche gibt es für die Radläufe nicht, laut britischer Kaufberatung sind rund 1.000 Pfund pro Seite inklusive Lack einzuplanen.
  • ! Spider-Verdeck: Ausfälle des elektrohydraulischen Verdeckantriebs sind ein bekanntes Ärgernis (Ersatzmotor laut Auto Zeitung rund 800 Euro plus Einbau); undicht wird das Verdeck meist an der Dichtung zwischen Scheibenrahmen und Tür.
  • ! Fahrwerk: Die unteren Querlenker vorn (McPherson-Achse) verschleißen bei sportlicher Fahrweise früh. Bei Twin-Spark-Modellen können ausgeschlagene Buchsen der Hinterachse den hinteren Hilfsrahmen beschädigen, neue Hilfsrahmen gibt es nicht mehr.
  • ! Zylinderkopfdichtungen können bei Twin Spark und V6 versagen; frühe Twin-Spark-Motoren hatten eine zu kurze Ölansaugleitung. Ölverbrauch prüfen (Twin Spark teils bis 1 Liter auf 1.000 Meilen).
  • ! Elektrik: Fensterheber, frühe Wischermotoren und Schalter sind anfällig; die Gummibuchse der Kraftstoffpumpe im Tank altert (E10 beschleunigt das).
  • ! Getriebe und Kupplung: Synchronisierung des zweiten und dritten Gangs verschleißt; der Kupplungsnehmerzylinder kann nach langen Standzeiten festgehen.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Die Sonderserie GTV Cup (2001, 419 Stück: 180 mit 3.0 V6, 239 mit 2.0 TS) erkennt man an Aerodynamikpaket, belüfteten vorderen Kotflügeln, 17-Zoll-Felgen, Halbleder-Ausstattung und nummerierter Plakette auf der Mittelkonsole.
  • ✓ Der 3.2 V6 (240 PS, Phase 3) ist mit 551 Spider und 512 GTV selten; im Handel erzielt er die höchsten Angebotspreise der Baureihe.
  • ✓ Zahnriemen-Historie bei allen Motoren zwingend prüfen (Twin Spark und V6), ohne dokumentierten Wechsel ist der Kauf riskant.
  • ✓ Spider-Verdeck-Funktion und Dichtigkeit testen, Reparatur teuer.
  • ✓ Karosserie-Originalität steht im Vordergrund, Magneten und Endoskop sind beim Kauf empfehlenswert.
  • ✓ Originale Innenausstattung (Cockpit vom Centro Stile Alfa Romeo) und unverbastelte Technik sind wichtig; tiefergelegte Autos und übergroße Räder meiden.

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Baujahr
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In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Alfa Romeo GTV / Spider (916)

Was ist ein Alfa Romeo GTV oder Spider (916) 2026 wert? +
Basis der Chromradar-Werteleiter ist der 2.0 Twin Spark: Note 1 rund 16.000 Euro, Note 2 rund 10.000 Euro, Note 3 rund 6.000 Euro, Note 4 rund 3.000 Euro, Restaurierungsobjekte ab etwa 1.100 Euro (Stand Oktober 2026). Spider erzielen im Handel tendenziell etwas mehr als GTV. V6-Modelle werden meist höher gehandelt: Bei Classic Trader und AutoScout24 wurden im Oktober 2026 für 2.0 V6 Turbo und 3.0 V6 je nach Laufleistung rund 6.000 bis 27.000 Euro, für den 3.2 V6 rund 15.000 bis 37.500 Euro angeboten (Angebotspreise, keine Verkaufspreise).
GTV oder Spider, welcher ist die bessere Wahl? +
Beide teilen Plattform, Motoren und Technik. Der GTV ist ein 2+2-Coupé mit kleinen Notsitzen und dem sportlicheren Zuschnitt, der Spider ein reiner Zweisitzer mit Stoffverdeck. Den 2.0 V6 Turbo gab es fast nur im GTV, den 3.0 V6 12V praktisch nur im Spider. Preislich liegen beide in der gleichen Größenordnung, Spider werden im Handel oft etwas höher angeboten.
Welche 916-Motorisierung ist die beste Wahl? +
Wer V6-Klang sucht, greift zum 3.0 V6 24V oder 3.2 V6 (Sechsganggetriebe), muss aber mehr bezahlen und höhere Wartungskosten einplanen. Der 2.0 V6 Turbo (200 PS) ist eine Rarität. Für den Alltagsklassiker reichen der 2.0 Twin Spark (150/155 PS) oder der 2.0 JTS (165 PS, ab 2003, mit rund 3.300 Exemplaren die seltenste Vierzylinder-Version). Der 1.8 TS (144 PS, 1998 bis 2000) ist die schwächste Version.
916 vs Mazda MX-5 NB, welcher ist die bessere Wahl? +
Beide sind offene Zweisitzer der späten 90er. Der Mazda MX-5 NB (1998 bis 2005) ist leichter, hat Hinterradantrieb und gilt als unkomplizierter im Unterhalt. Der Alfa Spider 916 hat Frontantrieb, ist schwerer (laut Auto Zeitung rund 1.370 bis 1.495 kg) und bietet mit den V6-Motoren deutlich mehr Leistung und italienischen Charakter. Wer wenig Werkstattaufwand will, nimmt den MX-5; wer ein auffälliges Pininfarina-Design sucht, den Spider.
Wie aufwändig ist die Wartung eines 916? +
Entscheidend ist der Zahnriemen: Eine britische Kaufberatung nennt für Twin Spark einen Wechsel alle 3 Jahre bzw. 36.000 Meilen, für V6 alle 5 Jahre bzw. 48.000 Meilen; der Twin Spark braucht zudem acht Zündkerzen. Für einen großen Service mit Wechsel beider Zahnriemen und der Wasserpumpe sind laut Auto Zeitung einige tausend Euro einzukalkulieren. Ölverbrauch regelmäßig kontrollieren. Für V6-Modelle ist eine Werkstatt mit Alfa-Erfahrung sinnvoll.
Sind 916 GTV und Spider H-Kennzeichen-faehig? +
Das H-Kennzeichen setzt eine Erstzulassung vor mindestens 30 Jahren voraus. Frühe Fahrzeuge mit Erstzulassung 1995 sind damit seit 2025 H-fähig, spätere Baujahre folgen jeweils 30 Jahre nach Erstzulassung (Phase 3 von 2003 bis 2005 also 2033 bis 2035, Spider-Restbestände mit Erstzulassung 2006 erst 2036). Voraussetzung ist ein positives Gutachten nach § 23 StVZO (originalgetreuer, gepflegter Zustand). Die Kfz-Steuer beträgt dann pauschal 191,73 Euro im Jahr.
Wie hoch ist die Versicherung für einen 916 GTV oder Spider? +
Konkrete Prämien hängen von Marktwert, Fahrleistung, Garage und Fahrerprofil ab und lassen sich nur per Angebot ermitteln. Für Fahrzeuge unter 30 Jahren bieten Spezialversicherer Youngtimer-Tarife an, für H-fähige Fahrzeuge Oldtimer-Tarife mit vereinbartem Wert. Bei V6-Modellen mit höherem Marktwert ist ein Wertgutachten sinnvoll. Den aktuellen Vergleich zeigt der Chromradar-Versicherungsrechner.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.