MARKTWERT 2026

Alfa Romeo Montreal

2.6 V8 aus Tipo 33 · Bertone · 1970–1977

Alfa Romeo Montreal V8 Bertone-Coupé mit Klappscheinwerfer-Lamellen
Foto: Niels de Wit from Lunteren, The Netherlands · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Der Alfa Romeo Montreal ist das V8-Coupé von Alfa Romeo aus den 70er Jahren. Zwei Designstudien von Marcello Gandini (Bertone) standen 1967 auf der Weltausstellung Expo 67 in Montreal, damals noch mit dem 1,6-Liter-Vierzylinder der Giulia. Die Serienversion debütierte im März 1970 in Genf mit einem 2,6-Liter-V8, der vom Motor des Tipo 33 Stradale abgeleitet ist, und wurde bis 1977 gebaut. Je nach Quelle entstanden 3.917 bis 3.925 Exemplare. Marktwerte zwischen rund 15.000 und 100.000 Euro spiegeln die Spannweite vom Restaurierungsobjekt bis zum Spitzenfahrzeug. Die beweglichen Lamellenblenden vor den Scheinwerfern, die Kiemen hinter den Türen und der Klang des V8 prägen den Montreal.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 85.000 – 114.999 €
Zustand 2 (Gut) 59.500 – 80.500 €
Zustand 3 (Gepflegt) 39.950 – 54.049 €
Zustand 4 (Alltag) 27.200 – 36.800 €
Zustand 5 (Restobjekt) 12.750 – 17.250 €
Bauzeitraum
1970 – 1977
Versicherung (Zustand 2)
840–1.960 €/Jahr
Produktionszahl
3.917 bis 3.925 je nach Quelle (1970–1977), davon 180 Rechtslenker
H-Kennzeichen ab
2000

Über den Alfa Romeo Montreal

Der Montreal wurde von Marcello Gandini gezeichnet, der 1967 als 29-Jähriger bei Bertone arbeitete, kurz nach seinem Entwurf des Lamborghini Miura. Typisch sind die pneumatisch betätigten Lamellenblenden, die beim Einschalten des Lichts die vier Scheinwerfer freigeben, die Lufteinlass-Attrappe auf der Haube und die Kiemen hinter den Türen.

Der Motor ist ein 90-Grad-V8 aus Leichtmetall mit 2.593 cm³ und zwei oben liegenden Nockenwellen je Zylinderbank, abgeleitet vom 2-Liter-V8 des Tipo 33 Stradale von 1967. Er leistet 200 PS bei 6.500/min und 235 Nm bei 4.750/min, hat Trockensumpfschmierung, eine mechanische SPICA-Saugrohreinspritzung und Steuerketten. Geschaltet wird über ein Fünfganggetriebe von ZF (S 5-18/3) mit Sperrdifferenzial; Bodengruppe und Fahrwerk mit Starrachse hinten stammen vom Giulia-Coupé (105). Die Karosserien entstanden bei Bertone in Grugliasco, Mechanik und Endmontage kamen von Alfa Romeo aus Arese.

Je nach Quelle wurden zwischen 1970 und 1977 3.917 (davon 180 Rechtslenker) bis 3.925 Exemplare gebaut. Heute ist der Montreal ein gesuchter italienischer Klassiker der 70er Jahre, dessen Wert stark von Rostfreiheit, Vollständigkeit der schwer erhältlichen Zierteile und dem Zustand von Motor und Einspritzung abhängt.

Motorisierungen

  • → 2,6-Liter-V8 (2.593 cm³) mit Trockensumpf und SPICA-Einspritzung, abgeleitet vom Tipo-33-Motor, 200 PS, 235 Nm, 1970–1977

Karosserie-Varianten

  • → Coupé 2+2, zweitürig, mit Lamellenblenden vor den Scheinwerfern (1970–1977)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! SPICA-Einspritzung ist mechanisch komplex und braucht regelmäßige Wartung, falsche Einstellung führt zu unrundem Lauf und hohem Verbrauch.
  • ! Rost an Frontschürze, Querträger unter dem Kühler, inneren Kotflügeln, Schwellern, Federtellern und Lenkgetriebe-Aufnahme, außerdem an Säulen, Türunterkanten, hinteren Radläufen, Kofferraumboden und unter den Kiemen hinter den Türen, wo sich Wasser im Dämmmaterial sammelt. Ersatzbleche sind kaum zu bekommen.
  • ! Lager der Zwischenwelle zum Antrieb der Wasserpumpe ist der bekannte Schwachpunkt des V8: Fällt es aus, können sich Öl und Kühlwasser mischen. Ölbehälter auf milchiges Öl prüfen. Der Motor hat Steuerketten, deren Gleitschienen mit dem Alter verschleißen.
  • ! Die pneumatisch betätigten Lamellenblenden vor den Scheinwerfern auf Funktion prüfen; Lamellen, Grill und Zierteile sind sehr schwer zu beschaffen.
  • ! Die Trockensumpfschmierung fasst viel Öl, der Motor muss vor hoher Belastung gründlich warmgefahren werden.
  • ! Im ZF-Fünfganggetriebe verschleißt der Rückwärtsgang vorzeitig. Bei Linkslenkern neigt das Burman-Lenkgetriebe zu Ermüdungsrissen, Rechtslenker haben ein ZF-Lenkgetriebe.
  • ! Innenraum-Originalität (Ledersitze, Armaturen, Lenker) ist Wertfaktor und schwer zu restaurieren.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Karosserie-Originalität ist entscheidend: Verbreiterungen, Spachtelmassen und Schweller-Reparaturen drücken den Wert massiv.
  • ✓ SPICA-Einspritzungs-Service-Historie und vollständige Dokumentation sind beim Kauf zwingend zu prüfen.
  • ✓ Übereinstimmende Motor- und Fahrgestellnummern (Matching Numbers) sind ein wichtiger Wertfaktor.
  • ✓ Lamellenblenden, Grill und Zierteile müssen vollständig sein, sie sind kaum nachzukaufen.
  • ✓ Innenraum-Originalität (Ledersitze, Armaturen, Cockpit-Schalter) ist entscheidender Wertfaktor.
  • ✓ Werkstattbesuch beim Alfa-V8-Spezialisten vor Kauf, Trockensumpf-Schmierung und SPICA brauchen Erfahrung.
  • ✓ Lückenlose Historie und Dokumentation, etwa ein FIVA-Pass, erleichtern den Verkauf auch international.

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In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Alfa Romeo Montreal

Was ist ein Alfa Romeo Montreal 2026 wert? +
Stand Oktober 2026 liegt ein Montreal in sehr gutem Zustand (Note 2) bei rund 70.000 Euro, Spitzenfahrzeuge (Note 1) bei rund 100.000 Euro. Ein guter Gebrauchtzustand (Note 3) kostet um 47.000 Euro, Note 4 rund 32.000 Euro. Restaurierungsobjekte beginnen bei etwa 15.000 Euro; da Blechteile kaum erhältlich sind, ist eine Restaurierung aufwendig und teuer. Händlerangebote auf Classic Trader lagen im Oktober 2026 zwischen rund 52.000 und 99.000 Euro.
Was macht den Montreal so besonders? +
Drei Dinge: Das Gandini-Design mit den beweglichen Lamellenblenden vor den Scheinwerfern und den Kiemen hinter den Türen. Der 2,6-Liter-V8, abgeleitet vom 2-Liter-V8 des Tipo 33 Stradale, mit Trockensumpf und SPICA-Einspritzung, der eine direkte Verbindung zum Sportwagenprogramm von Alfa herstellt. Und die geringe Stückzahl von je nach Quelle 3.917 bis 3.925 Exemplaren. Diese Kombination macht ihn für Sammler interessant.
Wie aufwändig ist die Wartung eines Montreal? +
Aufwendiger als bei den Vierzylinder-Alfas. Die SPICA-Einspritzung braucht einen Spezialisten, der die richtige Einstellreihenfolge kennt; die meisten Probleme kommen von gealterten Gummidichtungen der Pumpe. Am V8 ist das Lager der Wasserpumpen-Zwischenwelle der bekannte Schwachpunkt. Einen Zahnriemen gibt es nicht, der Motor hat Steuerketten, die außer gelegentlichem Nachspannen keine Wartung brauchen; die Gleitschienen altern. Der Montreal ist kein Auto für Schrauber ohne Erfahrung mit diesem Motor.
Montreal vs Porsche 911 G-Modell, was ist die bessere Wahl? +
Komplett unterschiedliche Charaktere: Der Porsche 911 G-Modell ist robuster, alltagstauglicher und hat ein viel dichteres Werkstattnetz. Der Montreal ist exotischer und seltener, dafür wartungsintensiver und bei Teilen schwieriger. Ein Montreal in Note 2 liegt bei rund 70.000 Euro. Für Sammler ist der Montreal die emotionalere Wahl, für Alltagsklassiker-Fahrer der 911 die rationalere.
Wo finde ich Werkstätten für einen Alfa Montreal? +
Werkstätten mit Erfahrung am Montreal-V8 und an der SPICA-Einspritzung sind selten. Gute Anlaufstellen sind der [Alfaclub e.V.](https://www.alfaclub.de/) mit Forum und Regionalgruppen sowie die unabhängige [Alfa Romeo Montreal Website](https://www.alfamontreal.info/) von Montreal-Autor Bruce Taylor, die Restaurierungs- und Wartungsspezialisten sowie Teilequellen auflistet und über die jährlichen internationalen Montreal-Treffen berichtet. In Großbritannien ist [Alfaholics](https://www.alfaholics.com/) ein bekannter Alfa-Spezialist.
Ist der Montreal eine gute Wertanlage? +
Der Montreal ist ein gesuchter Klassiker mit kleiner Stückzahl, markantem Design und Tipo-33-Abstammung des Motors. Prognosen zur Wertentwicklung geben wir nicht. Entscheidend für den Wert sind Originalität, Rostfreiheit, vollständige Zierteile, dokumentierte Historie und übereinstimmende Motor- und Fahrgestellnummern. Laufende Kosten für Einspritzung und Motor sollte man einplanen.
Wie hoch ist die Versicherung für einen Alfa Montreal? +
Die Prämie hängt von Versicherungswert, Fahrleistung, Abstellort und Tarif ab. Classic Trader nannte für einen Montreal mit rund 60.000 Euro Wert (Zustand 2 bis 3) Jahresbeiträge ab 390 Euro für Haftpflicht und Vollkasko (Stand September 2021). Hagerty UK schätzt für einen Wagen im Zustand 'Good' rund 260 Pfund im Jahr. Für einen Wertnachweis ist bei Spezialversicherern meist ein Gutachten nötig; Angebote mehrerer Oldtimer-Versicherer vergleichen.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.