KAUFBERATUNG 2026

Porsche 993 Kaufberatung 2026

Carrera 2/4 und 993 Turbo, der letzte luftgekühlte 911

Porsche 993, letzter luftgekühlter 911
Foto: OSX · gemeinfrei · Wikimedia Commons

Der Porsche 993 ist die vierte Generation des 911 und laut Porsche der letzte 911 mit klassischer Luftkühlung. Zwischen 1993 und 1998 entstanden 68.881 Exemplare als Coupé, Cabriolet und Targa. Neu waren die fast komplett überarbeitete Karosserie, die LSA-Mehrlenker-Hinterachse aus Aluminium und der weiterentwickelte 3,6-Liter-Boxer. Dazu kam der 993 Turbo, der erste 911 Turbo mit zwei Abgasturboladern und Allradantrieb.

Das Wichtigste in Kürze
Für wen geeignet
Für Liebhaber des letzten luftgekühlten 911, vom Carrera bis zum Biturbo-Turbo.
Preisspanne (Note 2)
993 Carrera Coupé rund 66.000–88.000 € (Note 3–2), 993 Turbo rund 200.000–260.000 € (Note 3–2).
Größtes Risiko
Ölverluste, verschlissene Ventilführungen und bei US-Fahrzeugen verkokte Sekundärluftbohrungen, dazu das hohe Preisniveau.
Inhalt dieser Kaufberatung
  1. Modell-Historie und Bauzeitraum
  2. Karosserie-Varianten im Überblick
  3. Motorisierungen im Überblick
  4. Rost-Hotspots, die kritischen Zonen
  5. Allgemeine Schwachstellen
  6. H-Kennzeichen-Voraussetzungen
  7. Unterhaltskosten pro Jahr (Richtwerte)
  8. Kauf-Checkliste
  9. Welcher passt zu dir?
  10. Varianten im Wert-Vergleich
  11. Bezugsquellen
  12. Häufige Fragen

Modell-Historie und Bauzeitraum

Der 993 löste 1993 den 964 ab. Unter Chefdesigner Harm Lagaay zeichnete Tony Hatter eine deutlich fließendere Karosserie: flachere Kotflügel mit neuen Polyellipsoid-Scheinwerfern, integrierte Stoßfänger und ein sanfter abfallendes Heck. Praktisch nur die Dachlinie blieb laut Porsche unverändert. Die Entwicklung dauerte vier Jahre und kostete rund 400 Millionen D-Mark.

Technisch wichtigste Neuerung war die LSA-Mehrlenker-Hinterachse aus Aluminium, die Fahrverhalten und Komfort spürbar verbesserte. Der 3,6-Liter-Boxer mit Doppelzündung leistete anfangs 272 PS, ab Modelljahr 1996 mit dem Varioram-Saugrohr 285 PS. Das Handschaltgetriebe bekam einen sechsten Gang.

Karosserievarianten: Coupé (Volumen), Cabriolet (ab Anfang 1994) und ab 1995 der Targa mit breitem elektrischem Glasdach, das unter die Heckscheibe gleitet und das herausnehmbare Dachteil ersetzt. Der Carrera 4 leitet über eine Visco-Kupplung 5 bis 35 Prozent der Antriebskraft an die Vorderachse. Carrera 4S (1996) und Carrera S (1997) kombinieren die breite Turbo-Karosserie mit dem Saugmotor.

Der 993 Turbo (1995–1998) war der erste 911 Turbo mit zwei Abgasturboladern und mit Allradantrieb: 408 PS bei 5.750/min und 540 Nm bei 4.500/min. Der Turbo S (1997/98, 345 Stück) leistete 450 PS. Daneben gab es den GT2 mit Heckantrieb und bis zu 450 PS, den Porsche als auf 100 Exemplare limitierte Auflage beschreibt, sowie den Carrera RS mit 3,8 Liter Hubraum und 300 PS (1.014 Stück einschließlich 227 Clubsport).

1998 löste der 996 mit wassergekühltem Motor den 993 ab. Porsche bezeichnet den 993 als letzten 911 mit klassischer Luftkühlung; bis 1998 entstanden 68.881 Exemplare.

Bauzeitraum
1993–1998
Produktionszahl
68.881 (laut Porsche), davon je nach Quelle gut 5.000 Turbo und Turbo S (Porsche Classic) bis 5.978 Turbo, 345 Turbo S (eine Porsche-Pressemappe nennt 435), 1.014 Carrera RS einschließlich 227 Clubsport; GT2 laut Porsche auf 100 Exemplare limitiert
Produktionsstätte
Porsche-Werk Zuffenhausen

Karosserie-Varianten

993 Carrera 2/4 Coupé 1993–1998

Volumen-Variante. Carrera 2 (Heck), Carrera 4 (Allrad). 272–285 PS.

993 Targa 1995–1998

Breites elektrisches Glasdach, das unter die Heckscheibe gleitet, statt herausnehmbarem Dachteil. Bauzeit Modelljahre 1996–1998.

993 Cabriolet 1994–1998

Elektrisches Stoffverdeck, Carrera 2 oder Carrera 4. Verdeckantrieb und Verriegelung prüfen (zur Verdeckverriegelung gab es einen Rückruf).

993 Turbo 1995–1998

Erster 911 Turbo mit zwei Abgasturboladern und Allradantrieb, 408 PS. Ab 1997 zusätzlich als Turbo S mit 450 PS (345 Stück).

993 Carrera RS (Sondermodell) 1995–1996

Leichtbau-Homologationsmodell mit 3,8 Liter und 300 PS, rund 100 kg leichter als der Carrera. 1.014 Stück einschließlich 227 Clubsport.

Motorisierungen im Überblick

Die wichtigsten Triebwerke der Baureihe. Für motorisierungsspezifische Schwachstellen und Marktwerte siehe die einzelnen Modell-Seiten unten.

M64/05 / M64/21 (3,6-Liter-Sechszylinder-Boxer)

272 PS bei 6.100/min (Modelljahre 1994–1995), ab Modelljahr 1996 mit Varioram-Saugrohr 285 PS. Doppelzündung, Motronic. Sechsgang-Schaltgetriebe oder Viergang-Tiptronic (ab Modelljahr 1995 Tiptronic S mit Schalttasten am Lenkrad); den Carrera 4 gab es nur mit Handschaltung.

M64/60 (3,6 Liter Biturbo, 993 Turbo)

408 PS bei 5.750 1/min, 540 Nm bei 4.500 1/min. Je Zylinderbank ein kleinerer Abgasturbolader (K16) statt eines großen, für besseres Ansprechverhalten. Allradantrieb serienmäßig, Sechsgang-Schaltgetriebe.

M64/60 S (993 Turbo S, 1997/98)

450 PS und 585 Nm (US-Version 424 hp), größere KKK-K24-Lader. 345 Stück, davon 176 für die USA.

M64/20 (3,8 Liter, Carrera RS)

300 PS und 355 Nm bei 5.400/min aus 3,8 Liter Hubraum. 1.014 Stück einschließlich 227 Clubsport.

Rost-Hotspots, die kritischen Zonen

Rost ist der mit Abstand wichtigste Wertkiller. Diese Stellen vor dem Kauf zwingend prüfen. Der Schwere-Indikator zeigt den Reparatur-Aufwand.

Schweller-Innenleben

Mittel

Auf der Hebebühne prüfen, vor allem bei vernachlässigten Fahrzeugen.

Hintere Radläufe

Mittel

Auf Unfall- und Reparaturspuren achten; bei Turbo, Carrera S und 4S ist die Karosserie hinten verbreitert.

Vordere Kofferraum-Mulde

Mittel

Wasser-Sammel-Stelle. Bei undichten Frontscheiben-Dichtungen.

Türen unten und Türfalz

Niedrig

Verstopfte Ablaufbohrungen.

Scheibenrahmen

Mittel

Nach unsachgemäßem Scheibentausch können hier Rostnester entstehen; sind Blasen sichtbar, wird die Reparatur teuer.

Allgemeine Schwachstellen

Diese Probleme treten unabhängig von der Motorisierung auf. Motorspezifische Schwachstellen findest du auf den einzelnen Modell-Seiten.

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    Ölverlust Werkstatt
    Kurbelwellendichtringe, Ventildeckel und Ölleitungen können undicht werden; starke Leckagen können im schlimmsten Fall den Motor schädigen.
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    Ventilführungen und Ölverbrauch Werkstatt
    Hitzebedingt verschleißen die Ventilführungen, Öl gelangt in den Brennraum (Blaurauch beim Kaltstart). Rund 1 l auf 1.000 km gilt als normal, bei viel Kurzstrecke bis 1,5 l.
  • !
    Sekundärluftbohrungen (US-Versionen) Werkstatt
    Bei US-Fahrzeugen, vor allem der Modelljahre 1996–1998, verkoken die Sekundärluftbohrungen gern durch Ölverbrennung; die Reparatur erfordert den Motorausbau. Fahrzeuge für andere Märkte sind laut Elferspot nicht betroffen.
  • !
    Zweimassenschwungrad Werkstatt
    Gegenüber dem 964 überarbeitet, der Tausch ist aber teuer und wird meist mit der Kupplung erledigt. Bei der Probefahrt auf Vibrationen und Geräusche achten, ebenso auf verschlissene Motor- und Getriebelager.
  • !
    Steuerkettenspanner Werkstatt
    Rasseln beim Kaltstart deutet auf verschlissene Kettenspanner hin; sie sollten dem aktuellen Teilestand entsprechen.
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    Klimaanlage Werkstatt ab ca. 2.000 €
    Kühlt sie nicht, wird die Reparatur meist teuer.
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    Bremssättel und Abgasanlage Werkstatt
    Die Aluminium-Bremssättel korrodieren, ein Tausch ist teuer. Auch die Verbindungen der Abgasanlage rosten.
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    Kupplungshydraulik Werkstatt
    Geber- und Nehmerzylinder der Kupplung können undicht werden.
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    Türfangbänder und Haubenlifter selbst machbar
    Die Türfangbänder sind knapp dimensioniert und versagen mit dem Alter (Knarzen beim Öffnen). Haubenlifter verschleißen, sind aber günstig.
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    993 Turbo: Abgasturbolader Werkstatt
    Zwei Lader: bei der Kaufuntersuchung Ladedruck, Rauchentwicklung und Ölverlust an den Ladern prüfen.

H-Kennzeichen, was du wissen musst

Erste Modelle H-fähig ab
2023
Jährliche Kfz-Steuer
Pauschale Kfz-Steuer 191,73 € pro Jahr (nur mit H-Kennzeichen). Die Versicherungsprämie hängt stark von Fahrzeugwert, Tarif und Nutzung ab; beim Turbo liegt sie wegen des höheren Werts deutlich über dem Carrera.

Frühe 993 (Erstzulassung Ende 1993) seit Ende 2023 H-Kennzeichen-fähig, die letzten (1998) ab 2028. Stand Oktober 2026 sind Fahrzeuge mit Erstzulassung bis Oktober 1996 H-fähig.

Voraussetzungen
  • ✓ Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurück
  • ✓ Weitgehend originaler Zustand der Karosserie und Technik
  • ✓ Originale Motorisierung dokumentiert
  • ✓ Original-Auspuff oder zeitgenössische Alternative
  • ✓ Positives H-Gutachten durch TÜV/DEKRA/GTÜ

Unterhaltskosten pro Jahr (Richtwerte)

Richtwerte, keine Einzelbelege: grobe Orientierung für die jährlichen Kosten bei Liebhaber-Nutzung mit wenigen tausend Kilometern. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Zustand, Variante, Werkstatt und Eigenleistung ab. Fest steht nur die Kfz-Steuer mit H-Kennzeichen (pauschal 191,73 € für Pkw).

Versicherung (Klassik-Tarif) 900–4.500 € (993 Turbo oberes Ende)
Kfz-Steuer 191,73 € (H-Pauschale, nur mit H-Kennzeichen)
Wartung und Inspektion 700–1.400 €
Verschleißteile (anteilig) 300–700 €
Jährliche Schraubereien 700–1.800 €
Summe pro Jahr (Richtwert) ca. 2.800–8.600 € pro Jahr (Turbo deutlich höher)

Versicherungs-Spanne über unseren Klassik-Versicherungs-Vergleicher konkretisierbar.

Kauf-Checkliste

Diese Punkte vor dem Kauf systematisch prüfen. Idealerweise mit einem Klassiker-Sachverständigen oder im Beisein eines erfahrenen Schraubers.

Karosserie

  • Schweller auf der Hebebühne
  • Hintere Radläufe auf Unfall- und Reparaturspuren (Turbo und S-Modelle: verbreitert)
  • Vordere Kofferraum-Mulde
  • Türen unten und Türfalz
  • Scheibenrahmen auf Rostnester (nach Scheibentausch)
  • Lackdickenmessung über alle Karosserieteile

Motor & Antrieb

  • Ölverlust: Kurbelwellendichtringe, Ventildeckel, Ölleitungen
  • Blaurauch beim Kaltstart (Ventilführungen, Kolbenringe)
  • Ölverbrauch: rund 1 l auf 1.000 km gilt als normal
  • Bei US-Fahrzeugen: Sekundärluftbohrungen verkokt?
  • Zweimassenschwungrad, Motor- und Getriebelager: Vibrationen und Geräusche
  • Kupplungsgeber- und Nehmerzylinder dicht?
  • Klappernde Antriebswellen bei geringer Laufleistung (Hinweis auf Rennstreckeneinsatz)
  • Bei 993 Turbo: Ladedruck, Rauchentwicklung und Ölverlust an den Ladern prüfen

Echtheit bei seltenen Varianten

  • Bei 993 Turbo: Porsche-Datenkarte zwingend
  • Bei Carrera RS (1.014 Stück): lückenlos belegte Herkunft
  • Bei Turbo S (345 Stück): nur mit lückenlos belegter Herkunft
  • Original-Lack-Code? Innenausstattungs-Code?

Dokumentation

  • Porsche-Datenkarte vom Werk
  • Scheckheft mit Porsche-Stempeln oder Spezial-Werkstatt-Belegen
  • Lückenlose Wartungs-Historie
  • Bei 993 Turbo: Lader-Wartung dokumentiert
  • TÜV-Bericht aktuell

Welcher passt zu dir?

Entscheidungshilfe nach Käufer-Profil: finde die richtige Motorisierung und Karosserie-Variante für deinen Einsatzzweck.

Klassischer 993-Einsteiger

Porsche 993 Carrera 2 (1994–1995)

272 PS, klassischer 911 mit Heckantrieb aus der letzten luftgekühlten Generation. Note 2 um 88.000 €, Note 3 um 66.000 €.

Allrad mit breiter Karosserie

Porsche 993 Carrera 4S (1996–1998)

Carrera 4 mit der breiten Karosserie, Bremsen und dem Fahrwerk des Turbo, aber ohne Heckflügel. Liegt am Markt deutlich über dem normalen Carrera (911finder: Verkaufs-Median Oktober 2025 bis Juni 2026 rund 141.000 €).

Targa-Liebhaber mit Glas-Dach

Porsche 993 Targa (1995–1998)

Elektrisches Glasdach, das unter die Heckscheibe gleitet. Preislich etwa auf dem Niveau des Coupés (classic.com-Benchmark Targa Handschalter rund 105.000 $, Coupé Handschalter rund 101.000 $).

Turbo-Fahrer mit großem Budget

Porsche 993 Turbo (1995–1998)

Erster 911 Turbo mit Biturbo und Allrad, 408 PS. Note 2 um 260.000 €. Der Turbo S (345 Stück, letzter luftgekühlter 911 Turbo) erzielte 2026 Auktionszuschläge von 660.000 bis 967.500 US-Dollar (etwa 589.000–863.000 €).

Alle Varianten im Wert-Vergleich

Klick auf eine Variante für die detaillierte Marktwert-Analyse und motorisierungs-spezifische Schwachstellen.

Variante Motor Leistung Verbrauch Eignung Wert (Note 2)
993 Carrera 2/4 M64/05 / M64/21 (3,6-Liter-Sechszylinder-Boxer) 272–285 PS 11–14 l/100km Sammler und Genießer ca. 88.000 €
993 Turbo M64/60 (3,6 Liter Biturbo) 408–450 PS 14–17 l/100km Sammler ca. 260.000 €

Bezugsquellen, wo du dieses Modell findest

Vier Wege zum Klassiker, jeweils mit typischer Preislage und Risiko. Welcher passt, hängt von Budget, Zeit und gewünschter Absicherung ab.

Händler

Gepflegte Exemplare beim Porsche-Zentrum bzw. Klassiker-Spezialisten mit Historie und Gewährleistung.

Privatkauf

Auf mobile.de, Classic Trader und in der Community; eine Vorkauf-Untersuchung (PPI) beim Porsche-Spezialisten ist Pflicht. Auf Ölverluste und Ölverbrauch achten, bei US-Fahrzeugen auch auf den Zustand der Sekundärluftbohrungen.

Auktion

Für seltene und dokumentierte Exemplare (Bring a Trailer, RM Sotheby's, Broad Arrow).

Import

Teils aus dem Ausland (USA); bei Importen Vollabnahme nach §21 StVZO und Euro-Spezifika prüfen.

Häufige Fragen zur Porsche-993-Reihe

Was ist ein Porsche 993 wert? +
Ein 993 Carrera Coupé in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 bei rund 88.000 €, im Topzustand (Note 1) um 130.000 €, Fahrzeuge mit deutlichen Mängeln (Note 4) um 42.000 € und Restaurierungsobjekte (Note 5) um 22.000 €. Der 993 Turbo liegt in Note 2 bei rund 260.000 €, Spitzenfahrzeuge mit geringer Laufleistung um 380.000 €. Deutlich darüber liegt der Turbo S (345 Stück) mit Auktionszuschlägen 2026 von 660.000 bis 967.500 US-Dollar (etwa 589.000–863.000 €). Der Carrera RS (1.014 Stück) erzielte 2025/26 meist rund 225.000–310.000 £ (etwa 270.000–370.000 €) und liegt damit weit über dem Carrera, aber etwa auf Turbo-Niveau.
Warum ist der 993 so begehrt? +
Vor allem, weil er laut Porsche der letzte 911 mit klassischer Luftkühlung ist. Dazu kommen die LSA-Mehrlenker-Hinterachse aus Aluminium, die Fahrverhalten und Komfort spürbar verbesserte, und die neu gezeichnete Karosserie, bei der laut Porsche praktisch nur die Dachlinie vom Vorgänger übernommen wurde. Viele Fans halten die 993-Form für eine der gelungensten der 911-Geschichte.
Was ist das Besondere am 993 Turbo? +
Der 993 Turbo war der erste 911 Turbo mit zwei Abgasturboladern und mit Allradantrieb. Statt eines großen Laders arbeitet je Zylinderbank ein kleinerer, das verbessert das Ansprechverhalten bei niedrigen Drehzahlen. Er leistet 408 PS und 540 Nm. Der Turbo S (1997/98, 345 Stück) kam auf 450 PS und gilt als letzter luftgekühlter 911 Turbo.
Welcher 993 ist am haltbarsten? +
Belastbare Haltbarkeitsunterschiede zwischen den Baujahren sind nicht belegt; entscheidend sind Wartungshistorie und Zustand. Typisch für alle 993 sind Ölverluste (Kurbelwellendichtringe, Ventildeckel, Ölleitungen) und hitzebedingt verschlissene Ventilführungen. Bei US-Versionen, vor allem der Modelljahre 1996–1998, verkoken häufig die Sekundärluftbohrungen, Fahrzeuge für andere Märkte sind laut Elferspot nicht betroffen. Das Zweimassenschwungrad wurde gegenüber dem 964 überarbeitet. Schaltgetriebe und Tiptronic gelten als grundsätzlich unproblematisch, bei älteren Tiptronic-Getrieben trotzdem auf harte oder verzögerte Schaltvorgänge achten.
Ist der Porsche 993 H-Kennzeichen-fähig? +
Frühe 993 (1993) seit 2023 H-Kennzeichen-fähig. Späteste 993 (1998) ab 2028. Voraussetzung: originaler Zustand. Mit H-Kennzeichen beträgt die pauschale Kfz-Steuer 191,73 € pro Jahr.
Lohnt sich der 993 als Investment? +
Eine Wertprognose geben wir nicht ab. Für den Preis entscheidend sind Originalität (Originallack, originaler Motor), Porsche-Datenkarte, lückenlose Servicehistorie und die Zahl der Vorbesitzer. Besonders gesucht sind Turbo S, Carrera RS, GT2 und Turbo; der Carrera ist der Einstieg.
Was kostet die Wartung eines 993? +
Als Richtwert rechnen wir mit rund 700–1.400 € pro Jahr für die reguläre Wartung, zusammen mit Verschleiß und Reparaturen mit etwa 1.700–3.900 € (ohne Versicherung und Steuer); beim Turbo eher am oberen Ende. Teure Einzelposten können Ölverlust-Reparaturen, verschlissene Ventilführungen oder eine Klimareparatur sein (laut Elferspot sind dafür schnell 2.000 € weg). Eine Porsche-Fachwerkstatt ist empfehlenswert.

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Quellen und weiterführende Informationen
Stand: Oktober 2026