MARKTWERT 2026

Porsche 997 Turbo

3,6-/3,8-l-Biturbo · 2006–2012 · Allrad, 997.1 mit Mezger-Motor

Porsche 997 Turbo Coupé in Silber, Allrad-Supersportler mit Mezger-Motor
Foto: Jakob Sigurðsson from Reykjavik, Iceland · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Porsche 997 Turbo, der Allrad-Turbo der Baureihe 997: als 997.1 mit Mezger-Motor, als 997.2 mit neu entwickeltem 3,8-Liter-Direkteinspritzer. Detail-Daten zu Motoren, Schwachstellen und Marktwert.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 114.750 – 155.250 €
Zustand 2 (Gut) 76.500 – 103.499 €
Zustand 3 (Gepflegt) 59.500 – 80.500 €
Zustand 4 (Alltag) 44.200 – 59.799 €
Zustand 5 (Restobjekt) 25.500 – 34.500 €
Bauzeitraum
2006 – 2012
Versicherung (Zustand 2)
1.080–2.520 €/Jahr
Produktionszahl
rund 32.000 laut Elferspot (997.1 Turbo: 15.626 Coupés und 6.099 Cabriolets; 997.2 Turbo: rund 3.301 Coupés und 1.752 Cabriolets; 997.2 Turbo S: rund 3.095 Coupés und 2.055 Cabriolets)
H-Kennzeichen ab
2036

Über den Porsche 997 Turbo

Über den 997 Turbo

Der 997 Turbo ist das Allrad-Topmodell der sechsten 911-Generation. Porsche zeigte ihn Ende Februar 2006 auf dem Genfer Salon, in Deutschland begann der Verkauf im Juni 2006, gebaut wurde er bis 2012. Er verbindet sehr hohe Fahrleistungen mit erstaunlicher Alltagstauglichkeit. Im 997.1 Turbo arbeitet noch der Mezger-Motor, dessen Konstruktion auf Hans Mezgers luftgekühlten Elfer-Motor und die Rennmotoren mit wassergekühlten Zylindern und Köpfen zurückgeht. Er hat kein anfälliges IMS-Kugellager wie die M96/M97-Motoren der Carrera-Modelle und gilt als sehr robust.

### 997.1 Turbo gegen 997.2 Turbo

Der 997.1 Turbo (2006 bis 2009) leistet 480 PS und 620 Nm (mit Overboost 680 Nm) aus 3,6 Litern, aufgeladen von zwei Turboladern mit variabler Turbinengeometrie (VTG). Er war wahlweise mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder fünfstufiger Tiptronic S zu haben, das Cabriolet kam im September 2007 dazu. Der 997.2 Turbo (vorgestellt auf der IAA im September 2009) bekam einen komplett neu konstruierten 3,8-Liter-Biturbo mit Direkteinspritzung und 500 PS, laut Porsche der erste völlig neue Motor in der Geschichte des 911 Turbo. Ein Mezger-Motor ist das nicht mehr. Neben dem Schaltgetriebe gab es nun optional das Siebengang-PDK. Ab Mai 2010 stand der Turbo S mit 530 PS beim Händler, nur mit PDK und mit serienmäßiger Keramikbremse PCCB. Handschalter sind bei Sammlern gesucht, der Turbo S bildet die Spitze der Baureihe. GT3 und GT2 haben eigene Seiten.

Motorisierungen

  • → M97/70 (3,6-l-Biturbo, Mezger-Bauart, 997.1 Turbo 2006 bis 2009): 480 PS, 620 Nm (Overboost 680 Nm), zwei VTG-Lader. Kein IMS-Kugellager wie bei den Carrera-Motoren, sehr robust.
  • → MA1.70 (3,8-l-Biturbo mit Direkteinspritzung, 997.2 Turbo ab Ende 2009): 500 PS, rund 650 Nm (Overboost 700 Nm), Neukonstruktion ohne Mezger-Basis und ohne IMS-Lager, Sechsgang-Schaltgetriebe oder PDK.
  • → MA1.70 in Turbo-S-Abstimmung (3,8-l-Biturbo, 997.2 Turbo S ab 2010): 530 PS, 700 Nm, nur mit PDK, Keramikbremse PCCB serienmäßig.

Karosserie-Varianten

  • → 997 Turbo Coupé (2006 bis 2012): Allradantrieb, Mezger-Motor (997.1) bzw. 3,8-Liter-Direkteinspritzer (997.2).
  • → 997 Turbo Cabriolet (2007 bis 2012): offenes Topmodell mit Allrad.
  • → 997 Turbo S Coupé und Cabriolet (2010 bis 2012): 530 PS, PDK, Keramikbremse PCCB und Torque Vectoring serienmäßig, Spitze der Baureihe.

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Mezger-Motor (997.1 Turbo): KEIN IMS-Problem, sehr haltbar. Hauptthema ist die Wartung der VTG-Lader (Wellenspiel, Ladedruck-Test).
  • ! Kühlmittelrohre (997.1 Turbo mit Mezger-Motor): wie beim 996 Turbo können die eingeklebten Kühlmittelrohre am Motor undicht werden oder sich lösen, die Abhilfe (mechanische Sicherung der Rohrenden) ist bekannt. Belege vor dem Kauf prüfen.
  • ! Kupplung (Handschalter): bei sportlich gefahrenen Exemplaren Verschleiß, Tausch aufwendig.
  • ! Tiptronic / PDK: grundsätzlich robust; Schaltverhalten prüfen und Ölservice nach Wartungsplan nachweisen lassen.
  • ! Zündspulen und Zündkerzen: regelmäßiger Wechsel nach Wartungsplan ist wichtig für sauberen Motorlauf unter Last.
  • ! PCCB-Keramikbremse (997.2 Turbo S): Ersatz extrem teuer, Zustand der Scheiben prüfen.
  • ! Allradantrieb PTM (Porsche Traction Management): Funktion und Wartung des Vorderachsantriebs kontrollieren.
  • ! Vorschäden: als Allrad-Supersportler oft hart bewegt, Unfall- und Tuninghistorie genau prüfen.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Generation klären: 997.1 Turbo (3,6-Liter-Mezger-Motor, VTG) oder 997.2 Turbo (3,8-Liter-Direkteinspritzer, Schaltgetriebe oder PDK).
  • ✓ Mezger-Vorteil nutzen: der 997.1 Turbo hat kein IMS-Risiko, das ist ein starkes Kaufargument.
  • ✓ Getriebe: Handschalter bringt bei Sammlern einen Aufschlag, PDK ist die schnellere Wahl.
  • ✓ Lader und Ladedruck: VTG-Lader testen lassen, gleichmäßiger Schub ohne Aussetzer.
  • ✓ Tuning meiden: viele Turbo wurden leistungsgesteigert, Serienzustand ist wertstabiler.
  • ✓ Authentizität: Turbo S gegen Papiere und Ausstattung (PCCB, PDK, Zentralverschluss-Räder) abgleichen; einen Turbo S gab es nur als 997.2.

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Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Porsche 997 Turbo

Was ist ein Porsche 997 Turbo 2026 wert? +
Ein 997 Turbo Coupé in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 bei rund 90.000 Euro. Ein durchschnittliches, fahrbereites Exemplar, etwa ein 997.1 Turbo mit Tiptronic (Note 3), kostet rund 70.000 Euro, während ein Top-Exemplar (Note 1), etwa ein 997.1 Handschalter oder ein 997.2 Turbo mit niedriger Laufleistung, rund 135.000 Euro und mehr erreicht. Fahrzeuge mit hoher Laufleistung, Investitionsstau oder offener Historie liegen um 52.000 Euro (Note 4), Restaurierungsobjekte und Autos mit Motorschaden um 30.000 Euro (Note 5). Handschalter kosten deutlich mehr als Tiptronic- oder PDK-Autos, der Turbo S liegt über der Leiter. Generation, Getriebe und Pflegezustand bestimmen den konkreten Preis.
Warum gilt der Mezger-Motor im 997 Turbo als so wichtig? +
Der Mezger-Motor des 997.1 Turbo geht auf Hans Mezgers Elfer- und Rennmotoren zurück und besitzt im Gegensatz zu den M96/M97-Carrera-Motoren kein anfälliges IMS-Kugellager. Genau dieses Lager ist beim 996 und beim 997.1 Carrera das große Sorgenkind. Auch der neue Direkteinspritzer des 997.2 Turbo kommt ohne IMS-Lager aus, ist aber kein Mezger mehr. Dadurch gilt der 997 Turbo als besonders haltbarer und sorgenfreier wassergekühlter 911. Sammler schätzen den Mezger als den richtigen Hochleistungsmotor der Baureihe. Das macht den 997.1 Turbo trotz seines Alters zu einer technisch sehr sicheren Wahl. Wichtig bleibt dennoch die Wartung der VTG-Turbolader und eine lückenlose Historie.
997.1 Turbo oder 997.2 Turbo, was ist die bessere Wahl? +
Der 997.1 Turbo (2006 bis 2009) hat den 3,6-Liter-Mezger-Motor mit VTG-Ladern und wahlweise Schaltgetriebe oder Tiptronic S. Der 997.2 Turbo (ab Ende 2009) bietet einen neu entwickelten 3,8-Liter-Direkteinspritzer mit 500 PS und wahlweise Schaltgetriebe oder das Siebengang-PDK, ist also das modernere und schnellere Auto. Beide sind technisch solide. Wer den Mezger-Motor will, nimmt den 997.1, wer mehr Leistung und das PDK sucht, den 997.2; 997.2-Handschalter sind selten und entsprechend teuer. Preislich liegt das 997.2 etwas höher. Eine falsche Wahl gibt es hier kaum, beide sind begehrt.
Welche Schwachstellen hat der 997 Turbo beim Kauf? +
Da weder der Mezger-Motor des 997.1 noch der Direkteinspritzer des 997.2 ein IMS-Problem hat, verschiebt sich der Fokus auf andere Punkte. Die VTG-Turbolader sollten auf Wellenspiel und gleichmäßigen Ladedruck geprüft werden, Aussetzer oder Pfeifgeräusche sind Warnsignale. Beim 997.1 mit Mezger-Motor sind außerdem undichte oder gelöste eingeklebte Kühlmittelrohre bekannt. Bei Handschaltern ist die Kupplung ein Verschleißteil, bei der seltenen PCCB-Keramikbremse des Turbo S ist Ersatz extrem teuer. Über alles hinweg gilt: der 997 Turbo ist ein harter Allrad-Supersportler, der oft sportlich bewegt und nicht selten getunt wurde. Serienzustand, dokumentierte Wartung und eine saubere Unfallhistorie sind daher beim Kauf entscheidend.
Ist der 997 Turbo H-Kennzeichen-fähig? +
Noch nicht. Das H-Kennzeichen verlangt ein Alter von mindestens 30 Jahren. Die ersten 997.1 Turbo von 2006 erreichen diese Schwelle 2036, die letzten 997.2 Turbo von 2012 erst 2042. Bis dahin läuft der 997 Turbo als Youngtimer, für den viele Anbieter Youngtimer-Tarife anbieten. Für den Marktwert spielt der H-Status beim Turbo eine untergeordnete Rolle, weil er schon heute als Sammlerfahrzeug gehandelt wird. Den Preis bestimmen vor allem Generation, Getriebe und Zustand.
Lohnt sich der 997 Turbo als Wertanlage? +
Der 997 Turbo ist ein gesuchter moderner 911, vor allem als 997.1 mit Mezger-Motor und Handschaltung. Geschätzt wird vor allem die Kombination aus rennsporterprobtem Motor ohne IMS-Risiko, Allradantrieb und Alltagstauglichkeit. Wertsteigerungen sind möglich, aber wie bei jedem Supersportler nicht garantiert, und die Unterhaltskosten sind erheblich. Wer als Anlage kauft, sollte ein technisch makelloses, unverbasteltes Exemplar mit lückenloser Historie wählen, idealerweise einen Handschalter. Ein getuntes oder hart bewegtes Auto ist dagegen riskant. Als Sachwert mit Fahrspaß ist der 997 Turbo eine nachgefragte Option im modernen 911-Markt.
Wo finde ich einen guten 997 Turbo und wie hoch ist die Versicherung? +
Gepflegte 997 Turbo finden sich bei Porsche-Zentren, spezialisierten Sportwagenhändlern und über Plattformen wie Classic-Trader und mobile.de. Entscheidend ist die Dokumentation: Scheckheft, nachvollziehbare Vorbesitzer, kein verschwiegenes Tuning und ein sauberer Laderzustand. Ob ein Youngtimer- oder Liebhabertarif möglich ist, hängt vom Anbieter und seinen Bedingungen ab (etwa Garage, Jahresfahrleistung, Wertgutachten); Prämien sollte man individuell vergleichen. Für ein Exemplar im sechsstelligen Bereich lohnt zusätzlich ein Wertgutachten gegen Unterversicherung. Den groben Marktwert kannst du vorab mit dem Chromradar Marktwert-Check abschätzen.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.