MARKTWERT 2026

Porsche 996 Turbo

3,6-l-Biturbo 420 PS · 2000–2005 · Mezger-Motor, Allrad

Porsche 996 Turbo, Mezger-V6 Twin-Turbo mit 420 PS
Foto: Hubert Berberich (HubiB) · gemeinfrei · Wikimedia Commons

Porsche 911 Turbo (Typ 996), 3,6-l-Biturbo-Boxer (Mezger-Motor M96/70) mit 420 PS und Allradantrieb. Daten zu Motor, Varianten, Schwachstellen und Marktwert.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 93.500 – 126.499 €
Zustand 2 (Gut) 63.750 – 86.250 €
Zustand 3 (Gepflegt) 46.750 – 63.249 €
Zustand 4 (Alltag) 34.000 – 46.000 €
Zustand 5 (Restobjekt) 18.700 – 25.299 €
Bauzeitraum
2000 – 2005
Versicherung (Zustand 2)
900–2.100 €/Jahr
Produktionszahl
rund 22.000 Turbo, Turbo Cabriolet und Turbo S (Sekundärquelle, keine Werksangabe gefunden)
H-Kennzeichen ab
2030

Über den Porsche 996 Turbo

Über den 996 Turbo

Der Porsche 911 Turbo der Baureihe 996 wurde im September 1999 auf der IAA in Frankfurt vorgestellt und ab 2000 (Modelljahr 2001) ausgeliefert. Er ist ein Serienmodell der 996-Reihe und der erste wassergekühlte 911 Turbo. Angetrieben wird er vom 3,6-l-Biturbo-Boxer M96/70 mit 420 PS, einem Mezger-Motor mit Trockensumpfschmierung, dessen Grundkonstruktion vom Rennwagen 911 GT1 abgeleitet ist. Serienmäßig hat der Turbo Allradantrieb, geschaltet wird mit sechs Gängen von Hand oder mit der Fünfgang-Tiptronic S. Zur Serienausstattung gehört ein automatisch ausfahrender Heckflügel.

### Varianten und Entwicklung

Ab Modelljahr 2002 bot Porsche die Werksleistungssteigerung X50 mit 450 PS an. Zum Modelljahr 2004 kam das Turbo Cabriolet hinzu, zum Modelljahr 2005 der Turbo S als Coupé und Cabriolet mit X50-Leistung und serienmäßiger Keramikbremse PCCB. Darüber stand der heckgetriebene 911 GT2 mit 462 PS, ab 2004 483 PS. Weil der Turbo nicht den M96-Motor der Carrera-Modelle nutzt, betrifft ihn das IMS-Lager-Problem nicht. Seine typischen Schwachstellen liegen eher bei den eingeklebten Kühlmittelrohren, den Frontkühlern und der Kupplung.

Motorisierungen

  • → M96/70 (3,6-l-Sechszylinder-Boxer mit zwei Turboladern, 911 Turbo 2000–2005): 420 PS bei 6.000/min, 560 Nm bei 2.700–4.600/min. Wassergekühlter Mezger-Motor mit Trockensumpfschmierung, Grundkonstruktion vom 911 GT1 abgeleitet. Kein IMS-Lager-Problem wie bei den M96-Carrera-Motoren.
  • → M96/70 mit Leistungssteigerung X50 (Werksoption ab Modelljahr 2002, beim Turbo S 2005 serienmäßig): 450 PS bei 5.700/min, 620 Nm bei 3.500–4.500/min. Größere Turbolader und Ladeluftkühler, 0,9 statt 0,8 bar Ladedruck, angepasste Motorsteuerung, verstärktes Getriebe.
  • → 911 GT2 (zur Einordnung): weiterentwickelter 3,6-l-Biturbo mit 462 PS, ab 2004 483 PS, Heckantrieb und ausschließlich Sechsgang-Schaltgetriebe.

Karosserie-Varianten

  • → 911 Turbo Coupé (2000–2005): Allradantrieb, Sechsgang-Schaltgetriebe oder Fünfgang-Tiptronic S. Mit Abstand häufigste Variante, X50 ab Modelljahr 2002 optional.
  • → 911 Turbo Cabriolet (Modelljahre 2004–2005): 420 PS, X50 optional.
  • → 911 Turbo S Coupé und Cabriolet (Modelljahr 2005): X50-Leistung mit 450 PS und Keramikbremse PCCB serienmäßig.
  • → 911 GT2 (2001–2005): Heckantrieb, 462 PS, ab 2004 483 PS, nur Schaltgetriebe. Am Markt deutlich über dem Turbo.

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Kühlmittelrohre: Die in die Kühlmittelverteiler eingeklebten Rohrstutzen können sich nach vielen Wärmezyklen lösen, dann geht schlagartig viel Kühlmittel verloren. Abhilfe ist Verstiften oder Verschweißen der Stutzen (bzw. Nachrüstrohre), meist mit Motorausbau.
  • ! Wasserkühler und Klimakondensator: liegen tief in der Front, sammeln Laub und Schmutz und korrodieren. Regelmäßig reinigen und auf Beschädigung prüfen.
  • ! Kupplung: hydraulisch unterstützt, Verschleiß ist am Pedal kaum zu spüren. Ein schwergängiges Pedal deutet auf einen defekten Druckspeicher hin.
  • ! Wastegate: Eine festgehende Wastegate-Welle kann zu Überladedruck und Motorschaden führen. Ladedruck bei der Probefahrt prüfen.
  • ! Steuerkette: Surrendes Geräusch beim Kaltstart ist ein Warnsignal für künftige Probleme.
  • ! Ölundichtigkeiten: Der Motor sollte trocken sein. Undichte Wellendichtringe sind vergleichsweise einfach zu tauschen, eine Undichtigkeit zwischen Nockenwellengehäuse und Zylinderkopf erfordert dagegen den Motorausbau.
  • ! Tiptronic S: gilt als robust, Elektrik und Schalttasten am Lenkrad prüfen.
  • ! Alterung: weiche Innenraumkunststoffe werden spröde, Dachhimmel lösen sich, Scheinwerfer vergilben, das Display der Klimabedienung kann ausfallen.
  • ! Kein IMS-Lager-Problem: Der Mezger-Motor M96/70 hat eine über Zahnräder angetriebene Zwischenwelle mit Gleitlagern im Ölkreislauf. Die IMS- und Laufbahnschäden der M96-Carrera-Motoren betreffen den Turbo nicht; beschädigte Zylinderlaufbuchsen lassen sich beim Mezger einzeln tauschen.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Motor: Kaltstart auf Steuerkettengeräusche abhören, Öldruck im Leerlauf (etwa 1,5–2 bar) und Ladedruck prüfen
  • ✓ Motor: Überdrehzahl-Speicher im Steuergerät auslesen lassen
  • ✓ Kühlung: Kühlmittelrohre verstiftet oder verschweißt? Rechnung verlangen
  • ✓ Kühlung: Frontkühler und Klimakondensator auf Korrosion und Laub prüfen
  • ✓ Antrieb: Kupplungsgefühl, Schaltung bzw. Tiptronic-Tasten am Lenkrad testen
  • ✓ Originalität: X50 oder Turbo S über Fahrzeugdatenträger und Unterlagen belegen lassen
  • ✓ Umbauten: Viele 996 Turbo sind leistungsgesteigert oder umgebaut; unveränderte Exemplare erzielen höhere Preise
  • ✓ Dokumentation: lückenloses Scheckheft bei Porsche Zentrum oder Spezialist

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1
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Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Porsche 996 Turbo

Was ist ein Porsche 996 Turbo wert? +
Ein 911 Turbo (996) Coupé in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 bei rund 75.000 €, ein ordentliches Gebrauchsfahrzeug (Note 3) bei rund 55.000 €. Topzustand mit niedriger Laufleistung erreicht rund 110.000 €, sehr gut erhaltene Schalter mit X50 auch mehr. Tiptronic-Fahrzeuge und umgebaute Autos liegen eher am unteren Rand, Turbo S und GT2 deutlich darüber.
Hat der 996 Turbo das IMS-Problem? +
Nein. Der 996 Turbo nutzt nicht den M96-Motor der Carrera-Modelle, sondern den Mezger-Motor M96/70. Dessen Zwischenwelle wird über Zahnräder angetrieben und läuft in Gleitlagern, die vom Ölkreislauf versorgt werden. Typische Schwachstelle des Turbo-Motors sind stattdessen die eingeklebten Kühlmittelrohre, die sich lösen können.
Schaltgetriebe oder Tiptronic? +
Serienmäßig hat der 996 Turbo ein Sechsgang-Schaltgetriebe, die Fünfgang-Tiptronic S war als Option erhältlich. Am Markt sind Schalter deutlich gefragter und teurer, die Tiptronic gilt technisch aber als robust.
Was ist das X50-Paket und was ist der Turbo S? +
X50 ist die Werksleistungssteigerung ab Modelljahr 2002: größere Turbolader und Ladeluftkühler, mehr Ladedruck und angepasste Motorsteuerung, zusammen 450 statt 420 PS und 620 Nm. Der Turbo S (Modelljahr 2005, Coupé und Cabriolet) hat X50 serienmäßig und zusätzlich die Keramikbremse PCCB.
Was ist der Mezger-Motor? +
So heißen die nach dem Porsche-Motorenkonstrukteur Hans Mezger benannten Sechszylinder, die auf die luftgekühlten 911-Motoren und den Rennmotor des 911 GT1 zurückgehen. In der 996-Reihe stecken sie in Turbo, GT2 und GT3; der Turbo nutzt die Version M96/70 mit Trockensumpfschmierung. Mit dem M96 der Carrera-Modelle haben sie konstruktiv wenig gemein.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.