Porsche 996 Turbo
3,6-l-Biturbo 420 PS · 2000–2005 · Mezger-Motor, Allrad
Porsche 911 Turbo (Typ 996), 3,6-l-Biturbo-Boxer (Mezger-Motor M96/70) mit 420 PS und Allradantrieb. Daten zu Motor, Varianten, Schwachstellen und Marktwert.
Marktwerte nach Zustand
Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.
| Zustand | Marktwert-Range |
|---|---|
| Zustand 1 (Topzustand) | 93.500 – 126.499 € |
| Zustand 2 (Gut) | 63.750 – 86.250 € |
| Zustand 3 (Gepflegt) | 46.750 – 63.249 € |
| Zustand 4 (Alltag) | 34.000 – 46.000 € |
| Zustand 5 (Restobjekt) | 18.700 – 25.299 € |
Über den Porsche 996 Turbo
Über den 996 Turbo
Der Porsche 911 Turbo der Baureihe 996 wurde im September 1999 auf der IAA in Frankfurt vorgestellt und ab 2000 (Modelljahr 2001) ausgeliefert. Er ist ein Serienmodell der 996-Reihe und der erste wassergekühlte 911 Turbo. Angetrieben wird er vom 3,6-l-Biturbo-Boxer M96/70 mit 420 PS, einem Mezger-Motor mit Trockensumpfschmierung, dessen Grundkonstruktion vom Rennwagen 911 GT1 abgeleitet ist. Serienmäßig hat der Turbo Allradantrieb, geschaltet wird mit sechs Gängen von Hand oder mit der Fünfgang-Tiptronic S. Zur Serienausstattung gehört ein automatisch ausfahrender Heckflügel.
### Varianten und Entwicklung
Ab Modelljahr 2002 bot Porsche die Werksleistungssteigerung X50 mit 450 PS an. Zum Modelljahr 2004 kam das Turbo Cabriolet hinzu, zum Modelljahr 2005 der Turbo S als Coupé und Cabriolet mit X50-Leistung und serienmäßiger Keramikbremse PCCB. Darüber stand der heckgetriebene 911 GT2 mit 462 PS, ab 2004 483 PS. Weil der Turbo nicht den M96-Motor der Carrera-Modelle nutzt, betrifft ihn das IMS-Lager-Problem nicht. Seine typischen Schwachstellen liegen eher bei den eingeklebten Kühlmittelrohren, den Frontkühlern und der Kupplung.
Motorisierungen
- → M96/70 (3,6-l-Sechszylinder-Boxer mit zwei Turboladern, 911 Turbo 2000–2005): 420 PS bei 6.000/min, 560 Nm bei 2.700–4.600/min. Wassergekühlter Mezger-Motor mit Trockensumpfschmierung, Grundkonstruktion vom 911 GT1 abgeleitet. Kein IMS-Lager-Problem wie bei den M96-Carrera-Motoren.
- → M96/70 mit Leistungssteigerung X50 (Werksoption ab Modelljahr 2002, beim Turbo S 2005 serienmäßig): 450 PS bei 5.700/min, 620 Nm bei 3.500–4.500/min. Größere Turbolader und Ladeluftkühler, 0,9 statt 0,8 bar Ladedruck, angepasste Motorsteuerung, verstärktes Getriebe.
- → 911 GT2 (zur Einordnung): weiterentwickelter 3,6-l-Biturbo mit 462 PS, ab 2004 483 PS, Heckantrieb und ausschließlich Sechsgang-Schaltgetriebe.
Karosserie-Varianten
- → 911 Turbo Coupé (2000–2005): Allradantrieb, Sechsgang-Schaltgetriebe oder Fünfgang-Tiptronic S. Mit Abstand häufigste Variante, X50 ab Modelljahr 2002 optional.
- → 911 Turbo Cabriolet (Modelljahre 2004–2005): 420 PS, X50 optional.
- → 911 Turbo S Coupé und Cabriolet (Modelljahr 2005): X50-Leistung mit 450 PS und Keramikbremse PCCB serienmäßig.
- → 911 GT2 (2001–2005): Heckantrieb, 462 PS, ab 2004 483 PS, nur Schaltgetriebe. Am Markt deutlich über dem Turbo.
Typische Schwachstellen
Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:
- ! Kühlmittelrohre: Die in die Kühlmittelverteiler eingeklebten Rohrstutzen können sich nach vielen Wärmezyklen lösen, dann geht schlagartig viel Kühlmittel verloren. Abhilfe ist Verstiften oder Verschweißen der Stutzen (bzw. Nachrüstrohre), meist mit Motorausbau.
- ! Wasserkühler und Klimakondensator: liegen tief in der Front, sammeln Laub und Schmutz und korrodieren. Regelmäßig reinigen und auf Beschädigung prüfen.
- ! Kupplung: hydraulisch unterstützt, Verschleiß ist am Pedal kaum zu spüren. Ein schwergängiges Pedal deutet auf einen defekten Druckspeicher hin.
- ! Wastegate: Eine festgehende Wastegate-Welle kann zu Überladedruck und Motorschaden führen. Ladedruck bei der Probefahrt prüfen.
- ! Steuerkette: Surrendes Geräusch beim Kaltstart ist ein Warnsignal für künftige Probleme.
- ! Ölundichtigkeiten: Der Motor sollte trocken sein. Undichte Wellendichtringe sind vergleichsweise einfach zu tauschen, eine Undichtigkeit zwischen Nockenwellengehäuse und Zylinderkopf erfordert dagegen den Motorausbau.
- ! Tiptronic S: gilt als robust, Elektrik und Schalttasten am Lenkrad prüfen.
- ! Alterung: weiche Innenraumkunststoffe werden spröde, Dachhimmel lösen sich, Scheinwerfer vergilben, das Display der Klimabedienung kann ausfallen.
- ! Kein IMS-Lager-Problem: Der Mezger-Motor M96/70 hat eine über Zahnräder angetriebene Zwischenwelle mit Gleitlagern im Ölkreislauf. Die IMS- und Laufbahnschäden der M96-Carrera-Motoren betreffen den Turbo nicht; beschädigte Zylinderlaufbuchsen lassen sich beim Mezger einzeln tauschen.
Worauf beim Kauf achten
- ✓ Motor: Kaltstart auf Steuerkettengeräusche abhören, Öldruck im Leerlauf (etwa 1,5–2 bar) und Ladedruck prüfen
- ✓ Motor: Überdrehzahl-Speicher im Steuergerät auslesen lassen
- ✓ Kühlung: Kühlmittelrohre verstiftet oder verschweißt? Rechnung verlangen
- ✓ Kühlung: Frontkühler und Klimakondensator auf Korrosion und Laub prüfen
- ✓ Antrieb: Kupplungsgefühl, Schaltung bzw. Tiptronic-Tasten am Lenkrad testen
- ✓ Originalität: X50 oder Turbo S über Fahrzeugdatenträger und Unterlagen belegen lassen
- ✓ Umbauten: Viele 996 Turbo sind leistungsgesteigert oder umgebaut; unveränderte Exemplare erzielen höhere Preise
- ✓ Dokumentation: lückenloses Scheckheft bei Porsche Zentrum oder Spezialist
Genauen Wert für deinen Porsche 996 Turbo berechnen
In welchem Zustand?
Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.
Häufige Fragen zum Porsche 996 Turbo
Was ist ein Porsche 996 Turbo wert? +
Hat der 996 Turbo das IMS-Problem? +
Schaltgetriebe oder Tiptronic? +
Was ist das X50-Paket und was ist der Turbo S? +
Was ist der Mezger-Motor? +
Vergleichbare Modelle
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- Porsche Newsroom: 60 Jahre 911, 5. Generation Motoren
- Porsche Newsroom: Der Typ 996, der erste Elfer mit wassergekühltem Boxer-Triebwerk
- Wikipedia Porsche 996
- Automotive Tech Info: Mezger-Motor wassergekühlt (Kühlmittelrohre)
- PistonHeads Kaufberatung 996 Turbo
- Classic Motorsports: Porsche 996 Turbo Buyer's Guide