MARKTWERT 2026

Porsche 997 Carrera

Carrera 2/4 / S / GTS · 2004–2012 · 997.1 gegen 997.2 (Direkteinspritzer)

Porsche 997 Carrera S Coupé, wassergekühlter 911 mit runden Scheinwerfern
Foto: MercurySable99 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Porsche 997 Carrera, die als besonders stimmig geltende wassergekühlte 911-Generation. Detail-Daten zu Motoren, Schwachstellen und Marktwert.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 72.250 – 97.749 €
Zustand 2 (Gut) 46.750 – 63.249 €
Zustand 3 (Gepflegt) 34.000 – 46.000 €
Zustand 4 (Alltag) 23.800 – 32.199 €
Zustand 5 (Restobjekt) 12.750 – 17.250 €
Bauzeitraum
2004 – 2012
Versicherung (Zustand 2)
660–1.540 €/Jahr
Produktionszahl
213.004 (gesamte Baureihe 997 von 2004 bis 2012 inklusive Turbo, GT3 und GT2; Carrera-Anteil nicht separat veröffentlicht)
H-Kennzeichen ab
2034

Über den Porsche 997 Carrera

Über den 997 Carrera 2/4

Der Porsche 997 ist die sechste 911-Generation und löste 2004 das umstrittene 996 ab. Mit den runden Hauptscheinwerfern kehrte Porsche zur klassischen 911-Optik zurück, was dem 997 bei Sammlern bis heute einen Ruf als besonders ausgewogene Baureihe einbringt. Gebaut wurde bis 2012, als Coupé, Cabrio und Targa, jeweils mit Heck- (Carrera) oder Allradantrieb (Carrera 4).

### 997.1 gegen 997.2, der zentrale Trennstrich

Die Baureihe zerfällt in zwei klar unterscheidbare Hälften. Das 997.1 (2004 bis 2008) trägt noch die Motoren M96/05 (3,6 Liter) und M97/01 (3,8 Liter) mit dem bekannten Risiko am Zwischenwellenlager (IMS) und der Riefenbildung in den Zylinderlaufbahnen (bore scoring). Das 997.2 (ab Modelljahr 2009, vorgestellt 2008) bekam die neue Motorgeneration 9A1 mit Direkteinspritzung und ohne Zwischenwellenlager, dazu wahlweise das PDK-Doppelkupplungsgetriebe. Dieser Technikwechsel ist der wichtigste Wertfaktor der Generation: ein gepflegtes 997.2 mit Handschaltung liegt deutlich über einem frühen 997.1. Die Topversionen Carrera S und der späte Carrera GTS sind besonders gesucht, GT3, Turbo und GT2 haben eigene Modellseiten.

Motorisierungen

  • → M96/05 (3,6-l-Sechszylinder-Boxer, 997.1 Carrera, Carrera 4 und Targa 4, 2004 bis 2008): 325 PS, 370 Nm. Zwischenwellenlager (IMS) und mögliche Riefen in den Zylinderlaufbahnen vor dem Kauf prüfen.
  • → M97/01 (3,8-l-Sechszylinder-Boxer, 997.1 Carrera S, 4S und Targa 4S, 2004 bis 2008): 355 PS, 400 Nm. Gleiche Prüfpunkte wie beim 3,6-Liter.
  • → MA1.02 (3,6-l-Boxer mit Direkteinspritzung, Motorgeneration 9A1, 997.2 Carrera, Carrera 4 und Targa 4, ab Modelljahr 2009): 345 PS. Kein Zwischenwellenlager mehr.
  • → MA1.01 (3,8-l-Boxer mit Direkteinspritzung, 997.2 Carrera S, 4S und Targa 4S, ab Modelljahr 2009): 385 PS; im Carrera GTS mit 408 PS und 420 Nm. Kein Zwischenwellenlager, PDK optional.

Karosserie-Varianten

  • → 997 Carrera 2/4 Coupé (2004 bis 2012): Volumen-Variante, Heck- oder Allradantrieb. 997.1 mit M96/05, 997.2 mit 9A1-Direkteinspritzer.
  • → 997 Carrera S Coupé (2004 bis 2012): 3,8 Liter, verbesserte Bremsanlage, serienmäßig mit tiefergelegtem PASM-Fahrwerk. Am Markt teurer gehandelt als der Basis-Carrera.
  • → 997 Carrera GTS (2010 bis 2012): 408 PS, breitere Karosserie, unter den späten 997.2 besonders gesucht.
  • → 997 Targa 4 / 4S (2006 bis 2012): Glasdach-System mit Allradantrieb.
  • → 997 Carrera Cabriolet (2005 bis 2012): Stoffverdeck, Carrera 2 oder 4.

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! IMS-Lager (nur 997.1 mit M96/05 und M97/01, 2004 bis 2008): Frühe M96/05 haben noch das 996-typische Lager, spätere Motoren ein größeres, das nur bei geöffnetem Motorgehäuse zu tauschen ist. Ausfälle sind deutlich seltener als beim 996, kommen aber vor und führen dann zum kapitalen Motorschaden. Nachweise über Prüfung oder Tausch sind ein Verhandlungspunkt.
  • ! Riefen in den Zylinderlaufbahnen (bore scoring, M96/05 und M97/01): Hinweise sind tickendes oder klopfendes Geräusch eines Zylinders, erhöhter Ölverbrauch und verrußte Endrohre. Endoskopie vor dem Kauf, eine fachgerechte Instandsetzung mit neuen Laufbuchsen und Kolben ist sehr teuer.
  • ! 997.2 mit 9A1-Motor: kein Zwischenwellenlager mehr. Riefenbildung in den Zylindern tritt deutlich seltener auf als beim 997.1, ist aber nicht ausgeschlossen; den Motor stets vollständig warmfahren.
  • ! PDK-Getriebe (ab 997.2): Schaltverhalten bei der Probefahrt prüfen und Wartungsnachweise verlangen.
  • ! Koppelstangen und Querlenker der Vorderachse: Verschleiß macht sich durch Poltern bemerkbar, günstig zu beheben.
  • ! Cabrio-Verdeck: Hydraulik und Mikroschalter prüfen, Reparatur kann ins Geld gehen.
  • ! Spaltmaße und Lack nach Unfall: bei Sportwagen immer auf nachlackierte Partien und Vorschäden achten.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Generation klären: 997.1 (M96/05 bzw. M97/01, mit IMS-Lager) oder 997.2 (9A1-Direkteinspritzer, ohne IMS-Lager). Das bestimmt Risiko und Wert maßgeblich.
  • ✓ Motor 997.1: IMS-Status und Bore-Scoring-Endoskopie dokumentieren lassen, Kaltstart anhören.
  • ✓ Getriebe: Handschalter bringt bei Sammlern einen klaren Aufschlag gegenüber Tiptronic (997.1) und PDK (997.2).
  • ✓ Ausstattung: Sportabgasanlage, PASM, Sportsitze und Schalensitze steigern den Wiederverkaufswert.
  • ✓ Dokumentation: lückenloses Porsche-Scheckheft oder Spezialwerkstatt-Belege, Vorbesitzerkette.
  • ✓ Authentizität S/GTS: Modellbezeichnung gegen Fahrzeugpapiere und Ausstattungsliste prüfen.

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Baujahr
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Zustand

In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Porsche 997 Carrera

Was ist ein Porsche 997 Carrera 2026 wert? +
Ein 997 Carrera in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 bei rund 55.000 Euro. Ein fahrbereites, durchschnittliches Exemplar (Note 3) kostet etwa 40.000 Euro, ein Top-Exemplar (Note 1), typischerweise ein 997.2 Carrera S oder 4S mit Handschaltung und niedriger Laufleistung, rund 85.000 Euro. Einfache 997.1 mit offenen Fragen zu IMS und Historie bilden mit etwa 28.000 Euro (Note 4) den Einstieg, Restaurierungsobjekte und Motorschäden liegen um 15.000 Euro (Note 5). Entscheidend sind Generation, Getriebe und Pflegezustand; der Carrera GTS liegt darüber.
997.1 oder 997.2, welcher ist die bessere Wahl? +
Technisch ist das 997.2 (ab 2009) klar im Vorteil, weil sein 9A1-Direkteinspritzer-Motor kein IMS-Lager mehr besitzt und damit das größte Motorrisiko der Baureihe entfällt. Dafür ist das 997.1 (2004 bis 2008) günstiger im Einkauf und für viele Fahrer der puristischere 911. Wer ein 997.1 kauft, sollte den IMS-Status und eine Bore-Scoring-Endoskopie dokumentiert bekommen. Wer maximale Sorgenfreiheit will und das Budget hat, greift zum 997.2. Bei beiden gilt: ein Handschalter ist bei Sammlern gefragter und wertstabiler als das Automatikgetriebe. Die Faustregel lautet daher 997.2 für Sicherheit, 997.1 für den Preis.
Hat der 997 Carrera ein IMS-Problem wie der 996? +
Nur teilweise. Alle 997.1 mit M96/05- und M97/01-Motor (2004 bis 2008) haben weiterhin ein Zwischenwellenlager, dessen Ausfallrisiko allerdings geringer ausfällt als beim 996. Mit dem 997.2 und seinem neuen 9A1-Motor ab 2009 verschwand das IMS-Lager komplett, dieses Risiko entfällt dort vollständig. Beim Kauf eines 997.1 sollte man sich daher Sanierungs- oder Tauschbelege zeigen lassen oder den Preis entsprechend kalkulieren. Wichtiger als die reine Statistik ist eine lückenlose Wartungshistorie und ein sauberer Kaltstart. Ein 997.1 mit dokumentiertem IMS-Status ist ein souveräner Klassiker, ein undokumentiertes Exemplar ein kalkuliertes Risiko.
Welche Schwachstellen hat der 997 Carrera beim Kauf? +
Beim 997.1 stehen das Zwischenwellenlager (IMS) und Riefen in den Zylinderlaufbahnen (bore scoring) ganz oben. Hinweise auf Riefen sind ein tickendes Geräusch eines Zylinders, erhöhter Ölverbrauch und verrußte Endrohre. Beim 997.2 entfällt das IMS-Lager, Riefenbildung kommt deutlich seltener vor. Über beide Generationen hinweg verschleißen Koppelstangen und Querlenker der Vorderachse, was sich durch Poltern zeigt. Beim Cabrio ist die Verdeckhydraulik zu prüfen. Eine Endoskopie und ein Fachmann-Check vor dem Kauf sind bei diesen Werten gut angelegtes Geld.
Ist der 997 Carrera H-Kennzeichen-fähig? +
Noch nicht, aber das rückt näher. Das H-Kennzeichen setzt ein Fahrzeugalter von mindestens 30 Jahren voraus. Die ersten 997.1 von 2004 erreichen diese Grenze im Jahr 2034, die letzten 997.2 von 2012 entsprechend 2042. Bis dahin läuft der 997 als Youngtimer, für den viele Anbieter Youngtimer-Tarife anbieten. Für die Wertentwicklung ist das H-Kennzeichen hier weniger entscheidend als bei den 80er-Klassikern, weil der 997 schon heute als Sammlerfahrzeug gehandelt wird.
Lohnt sich der 997 Carrera als Wertanlage? +
Eine Garantie auf Wertzuwachs gibt es nicht, und die Unterhaltskosten eines 911 sind kein Nebenthema. Am Markt liegen 997.2 und Handschalter klar über 997.1 und Automatik: Nach einer Auswertung der letzten Angebotspreise verkaufter Fahrzeuge (Oktober 2025 bis Juni 2026) beträgt der Aufschlag für Handschaltung je nach Variante rund 1.000 bis 10.000 Euro. Wer als Anlage kauft, sollte ein technisch sauberes, gut dokumentiertes Exemplar wählen, idealerweise ein 997.2 oder ein 997.1 mit nachgewiesenem IMS-Status, und einen Halte-Horizont von mehreren Jahren mitbringen.
Wo finde ich einen guten 997 Carrera und wie hoch ist die Versicherung? +
Gute Exemplare finden sich bei Porsche-Zentren mit Approved-Programm, bei spezialisierten Händlern und über Plattformen wie Classic-Trader und mobile.de. Wichtig ist weniger der Verkaufskanal als die Dokumentation: Scheckheft, IMS-Status (997.1) und eine nachvollziehbare Historie. Ob ein Youngtimer-Tarif möglich ist, hängt vom Anbieter und seinen Bedingungen ab (Fahrzeugalter, Zweitwagen, Wertgutachten). Prämien sollte man individuell vergleichen. Den groben Marktwert kannst du vorab mit dem Chromradar Marktwert-Check einordnen.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.