MARKTWERT 2026

Ford Focus RS Mk1

2,0-l-Turbo, 215 PS · Imperial Blue · 4.501 Stück · 2002–2003

Ford Focus RS Mk1 in Imperial Blue
Foto: Calreyn88 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Der Ford Focus RS der ersten Generation war die stärkste Ausbaustufe des ersten Focus und der erste RS-Ford seit dem Escort RS Cosworth. Ausgeliefert ab Oktober 2002 und gebaut bis November 2003 auf einer eigenen Linie im Werk Saarlouis, entstanden 4.501 Exemplare, alle in Imperial Blue. Der 2,0-l-Turbomotor leistet 215 PS und 310 Nm, die über ein Quaife-Sperrdifferenzial an die Vorderräder gehen. Dazu kommen Sachs-Dämpfer, Brembo-Bremsen, 18-Zoll-OZ-Räder und Sparco-Sitze. Marktwerte Stand Oktober 2026: rund 11.000 bis 55.000 Euro, Exemplare mit Auslieferungs- oder Kleinstlaufleistung deutlich darüber.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 46.750 – 63.249 €
Zustand 2 (Gut) 30.600 – 41.400 €
Zustand 3 (Gepflegt) 21.250 – 28.749 €
Zustand 4 (Alltag) 15.300 – 20.700 €
Zustand 5 (Restobjekt) 9.350 – 12.649 €
Bauzeitraum
2002 – 2003
Versicherung (Zustand 2)
432–1.008 €/Jahr
Produktionszahl
4.501 Exemplare, alle in Imperial Blue, gebaut im Werk Saarlouis; Auslieferung ab Oktober 2002, Produktionsende November 2003; davon 2.147 offiziell in Großbritannien verkauft
H-Kennzeichen ab
2032

Über den Ford Focus RS Mk1

Der Focus RS erschien 2002 als leistungsstärkste Version der ersten Focus-Generation. Entwickelt wurde er in Großbritannien von rund 60 Ingenieuren von Ford und Tickford Engineering, gebaut auf einer eigenen Linie im Werk Saarlouis. Herz ist der 2,0-l-Duratec-RS-Vierzylinder (1.988 cm³) mit geschmiedeten Kolben, Garrett-Turbolader (GT2560LS) und wassergekühltem Ladeluftkühler. Er leistet 215 PS bei 5.500/min und 310 Nm bei 3.500/min. Die Kraft geht über ein Fünfgang-Schaltgetriebe mit verstärkter AP-Racing-Kupplung und ein Quaife-Sperrdifferenzial an die Vorderräder. Das Fahrwerk ist tiefer, deutlich steifer und spurbreiter als beim Serien-Focus, mit Sachs-Racing-Dämpfern, Brembo-Vierkolbensätteln an 324-mm-Scheiben vorn und 18-Zoll-OZ-Rädern mit Michelin Pilot Sport.

Alle 4.501 Exemplare wurden in Imperial Blue lackiert und erhielten ein schwarz-blaues Leder-Alcantara-Interieur mit Sparco-Schalensitzen. Jedes Exemplar trägt eine nummerierte Plakette. Die Optik mit eigener Frontschürze, verbreiterten Kotflügeln und Heckspoiler lehnt sich an den Focus WRC an. Knapp die Hälfte der Produktion, 2.147 Fahrzeuge, ging offiziell nach Großbritannien; der britische Neupreis lag bei 19.995 Pfund.

Fahrdynamisch gilt der Focus RS als leicht, lebendig und fordernd. Fachpresse wie evo nennt als Schwäche die Antriebseinflüsse in der Lenkung, die stark von Fahrwerkseinstellung und Reifenzustand abhängen.

Am Markt entscheiden Originalität, Laufleistung und Historie über den Preis. Unveränderte Exemplare mit niedriger Laufleistung und lückenloser Historie erzielen die höchsten Preise, Autos mit Auslieferungskilometern wurden in Großbritannien für deutlich über 60.000 Pfund versteigert. Getunte oder hoch gelaufene Fahrzeuge liegen klar darunter.

Motorisierungen

  • → 2,0-l-Duratec-RS-Turbo (1.988 cm³), 215 PS, 310 Nm, Garrett-Turbolader mit wassergekühltem Ladeluftkühler, Fünfgang-Schaltgetriebe, Quaife-Sperrdifferenzial, 2002–2003 (einzige Motorisierung)

Karosserie-Varianten

  • → Dreitüriges Schrägheck (2002–2003), einzige Variante, ausschließlich Imperial Blue

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Turbolader: Verschlissene Lager oder Öldichtungen zeigen sich durch blauen Rauch beim Beschleunigen oder im Schiebebetrieb. Ausgeschlagene Halterungslager des Ladeluftkühlers führen zu Vibrationen und später zu Undichtigkeiten oder Schäden an der Halterung.
  • ! Antriebseinflüsse in der Lenkung sind bauartbedingt und reagieren empfindlich auf Fahrwerkseinstellung und Reifenzustand. Starkes Zerren kann auf verschlissene Fahrwerksbuchsen oder Dämpfer hindeuten, die bei hart gefahrenen Autos häufig sind.
  • ! Frühe Fahrzeuge hatten Probleme mit Gemischaufbereitung und Kaltstart; Ford startete einen Rückruf mit überarbeiteter Motorsteuerungs-Software. Nachweis über das Update prüfen.
  • ! Rost an Radläufen, um Außenspiegel und Heckklappengriff, unter den Kunststoff-Schwellerverkleidungen, an Bodenblechen und Wagenheberaufnahmen. Die Lackqualität war nicht besonders hoch, Steinschläge und Kratzer sind häufig.
  • ! RS-spezifische Karosserieteile wie Frontschürze, Kotflügelverbreiterungen und Zierteile sind schwer zu bekommen und teuer; neue RS-Kotflügel vorn und hinten gibt es laut evo nicht mehr.
  • ! Innenraum: Er altert laut evo schlechter als die Karosserie, Leder-Alcantara-Sitze auf Verschleiß prüfen. Die Dämmmatte unter der Motorhaube kann sich mit dem Alter lösen und bei höherem Tempo flattern.
  • ! Tuning- und Unfall-Risiko: viele wurden leistungsgesteigert oder hart gefahren, originaler Serienzustand mit Historie ist heute wertentscheidend.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Originalität und niedrige, dokumentierte Laufleistung sind die wichtigsten Wertfaktoren, unmodifizierte Serienexemplare führen den Markt an.
  • ✓ Lückenlose Historie mit Nachweis über Turbo-, Kupplungs- und Fahrwerkswartung sowie das Rückruf-Update der Motorsteuerung ist Pflicht, RS-spezifische Teile sind teuer.
  • ✓ Da alle Exemplare Imperial Blue sind, ist ein abweichender Lack ein klares Warnsignal für Unfall oder Neulackierung, Lackschichtdicke messen.
  • ✓ Fahrwerk und Antriebsstrang auf der Probefahrt prüfen: spürbare, aber nicht übermäßige Antriebseinflüsse in der Lenkung, sauberer Turbo-Schub.
  • ✓ Brembo-Bremsanlage, OZ-Räder und das Quaife-Differenzial auf Originalität und Funktion kontrollieren, Komplettheit steigert den Wert.
  • ✓ Sammlerstücke mit sehr niedriger Laufleistung erzielen deutliche Aufpreise, getunte oder unfallgeschädigte Autos bleiben zurück.
  • ✓ Ein H-Kennzeichen ist frühestens ab 2032 möglich (Erstzulassung 2002), bei Erstzulassung 2003 erst ab 2033. Der Wert basiert daher auf Seltenheit und Sammlernachfrage, nicht auf dem H-Status.

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Häufige Fragen zum Ford Focus RS Mk1

Was ist ein Ford Focus RS Mk1 2026 wert? +
Gepflegte Exemplare mit nachvollziehbarer Laufleistung und Historie liegen Stand Oktober 2026 im Bereich von rund 25.000 bis 36.000 Euro (Note 3 bis 2). Hoch gelaufene oder veränderte Autos beginnen bei etwa 18.000 Euro (Note 4), Restaurierungsobjekte bei rund 11.000 Euro. Sehr gute Originale mit niedriger Laufleistung erreichen um 55.000 Euro (Note 1). Der Markt ist überwiegend britisch: Octane nennt im Mai 2026 für gepflegte Originale 22.000 bis 30.000 Pfund, für Sammlerstücke Angebote über 40.000 Pfund. Bei Auktionen erzielte ein Auto mit 61.000 Meilen im März 2026 23.625 Pfund, ein Exemplar mit 4.000 Meilen im Mai 2026 63.000 Pfund.
Wie viele Focus RS Mk1 wurden gebaut? +
Es entstanden 4.501 Exemplare, ausgeliefert ab Oktober 2002, das Produktionsende war im November 2003. Gebaut wurde der Focus RS im Werk Saarlouis. Alle Fahrzeuge sind in Imperial Blue lackiert und haben ein schwarz-blaues Leder-Alcantara-Interieur. 2.147 Exemplare wurden offiziell in Großbritannien verkauft, der Rest ging in andere Märkte. Jedes Auto ist einzeln nummeriert.
Was macht den Focus RS Mk1 so besonders? +
Der Focus RS war der erste RS-Ford seit dem Escort RS Cosworth und technisch aufwendig: 2,0-l-Turbomotor mit 215 PS und 310 Nm, Quaife-Sperrdifferenzial, AP-Racing-Kupplung, Sachs-Racing-Dämpfer, Brembo-Bremsen und 18-Zoll-OZ-Räder. Ford ließ ihn gemeinsam mit Tickford Engineering entwickeln. Sein direkter, fordernder Charakter mit spürbaren Antriebseinflüssen in der Lenkung, die Einheitsfarbe Imperial Blue und die kleine Stückzahl machen ihn für Sammler interessant.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Focus RS Mk1? +
Mechanik und Verschleißteile auf Basis des normalen Focus der ersten Generation sind gut verfügbar. Schwieriger wird es bei den RS-spezifischen Teilen: Laut Octane sind Frontschürze, Kotflügelverbreiterungen und Zierteile schwer zu bekommen und teuer, laut evo gibt es RS-spezifische vordere und hintere Kotflügel nicht mehr als Ersatzteil. Auch Sparco-Sitze und RS-Innenraumteile sind gesucht. Hilfe bieten die britische Focus-RS-Szene und spezialisierte Ford-Händler.
Rostet der Focus RS Mk1? +
Ja, Rost ist ein Thema. Octane nennt Radläufe, die Bereiche um die Außenspiegel und um den Heckklappengriff, evo die Zonen unter den Kunststoff-Schwellerverkleidungen, die Bodenbleche und die Wagenheberaufnahmen. Da die Lackqualität nicht besonders hoch war, sind Steinschläge häufig. Ebenso wichtig sind Unfallschäden und Tuning-Folgen, denn viele Autos wurden hart gefahren. Eine genaue Prüfung von Karosserie, Lack (Lackschichtdicke), Fahrwerk und Antriebsstrang ist beim Kauf Pflicht.
Ist der Focus RS Mk1 eine gute Wertanlage? +
Eine Prognose zur Wertentwicklung geben wir nicht. Fest steht: Die Preisspanne ist groß und hängt fast vollständig von Originalität, Laufleistung und Historie ab. Exemplare mit Auslieferungskilometern wurden in Großbritannien zu Preisen weit über dem Durchschnitt versteigert (2022: 74.833 Pfund für ein Auto mit 21 Meilen), während veränderte oder hoch gelaufene Autos deutlich darunter bleiben. Wer kauft, sollte vor allem ein Auto suchen, das er gerne fährt, und den Zustand gründlich prüfen lassen.
Welche Klassik-Versicherung passt zum Focus RS Mk1? +
Mit Baujahr 2002/2003 ist der Focus RS noch kein H-Kennzeichen-Fahrzeug: frühestens 2032 bei Erstzulassung 2002, bei Erstzulassung 2003 ab 2033. Viele Anbieter versichern solche Fahrzeuge bereits über Youngtimer-Tarife mit Wertvereinbarung. Für ein gepflegtes Exemplar mit einem Marktwert um 36.000 Euro (Note 2) empfiehlt sich eine Police mit individueller Wertvereinbarung und aktuellem Wertgutachten. Ein Vergleich der Anbieter lohnt sich.
Welche Alternativen zum Focus RS Mk1 gibt es? +
Im Segment der Performance-Hot-Hatches der frühen 2000er: Honda Civic Type R (EP3), Renault Clio Sport 172/182 und Mégane RS, Seat León Cupra R, VW Golf IV R32 (Allrad-Konkurrent) sowie der spätere Focus RS Mk2 als nächste Generation. Der Focus RS der ersten Generation hebt sich durch sein Quaife-Sperrdifferenzial, den direkten, fordernden Charakter, die Einheitsfarbe Imperial Blue und die kleine Stückzahl von 4.501 ab.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.