Ford Focus RS Mk1
2,0-l-Turbo, 215 PS · Imperial Blue · 4.501 Stück · 2002–2003
Der Ford Focus RS der ersten Generation war die stärkste Ausbaustufe des ersten Focus und der erste RS-Ford seit dem Escort RS Cosworth. Ausgeliefert ab Oktober 2002 und gebaut bis November 2003 auf einer eigenen Linie im Werk Saarlouis, entstanden 4.501 Exemplare, alle in Imperial Blue. Der 2,0-l-Turbomotor leistet 215 PS und 310 Nm, die über ein Quaife-Sperrdifferenzial an die Vorderräder gehen. Dazu kommen Sachs-Dämpfer, Brembo-Bremsen, 18-Zoll-OZ-Räder und Sparco-Sitze. Marktwerte Stand Oktober 2026: rund 11.000 bis 55.000 Euro, Exemplare mit Auslieferungs- oder Kleinstlaufleistung deutlich darüber.
Marktwerte nach Zustand
Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.
| Zustand | Marktwert-Range |
|---|---|
| Zustand 1 (Topzustand) | 46.750 – 63.249 € |
| Zustand 2 (Gut) | 30.600 – 41.400 € |
| Zustand 3 (Gepflegt) | 21.250 – 28.749 € |
| Zustand 4 (Alltag) | 15.300 – 20.700 € |
| Zustand 5 (Restobjekt) | 9.350 – 12.649 € |
Über den Ford Focus RS Mk1
Der Focus RS erschien 2002 als leistungsstärkste Version der ersten Focus-Generation. Entwickelt wurde er in Großbritannien von rund 60 Ingenieuren von Ford und Tickford Engineering, gebaut auf einer eigenen Linie im Werk Saarlouis. Herz ist der 2,0-l-Duratec-RS-Vierzylinder (1.988 cm³) mit geschmiedeten Kolben, Garrett-Turbolader (GT2560LS) und wassergekühltem Ladeluftkühler. Er leistet 215 PS bei 5.500/min und 310 Nm bei 3.500/min. Die Kraft geht über ein Fünfgang-Schaltgetriebe mit verstärkter AP-Racing-Kupplung und ein Quaife-Sperrdifferenzial an die Vorderräder. Das Fahrwerk ist tiefer, deutlich steifer und spurbreiter als beim Serien-Focus, mit Sachs-Racing-Dämpfern, Brembo-Vierkolbensätteln an 324-mm-Scheiben vorn und 18-Zoll-OZ-Rädern mit Michelin Pilot Sport.
Alle 4.501 Exemplare wurden in Imperial Blue lackiert und erhielten ein schwarz-blaues Leder-Alcantara-Interieur mit Sparco-Schalensitzen. Jedes Exemplar trägt eine nummerierte Plakette. Die Optik mit eigener Frontschürze, verbreiterten Kotflügeln und Heckspoiler lehnt sich an den Focus WRC an. Knapp die Hälfte der Produktion, 2.147 Fahrzeuge, ging offiziell nach Großbritannien; der britische Neupreis lag bei 19.995 Pfund.
Fahrdynamisch gilt der Focus RS als leicht, lebendig und fordernd. Fachpresse wie evo nennt als Schwäche die Antriebseinflüsse in der Lenkung, die stark von Fahrwerkseinstellung und Reifenzustand abhängen.
Am Markt entscheiden Originalität, Laufleistung und Historie über den Preis. Unveränderte Exemplare mit niedriger Laufleistung und lückenloser Historie erzielen die höchsten Preise, Autos mit Auslieferungskilometern wurden in Großbritannien für deutlich über 60.000 Pfund versteigert. Getunte oder hoch gelaufene Fahrzeuge liegen klar darunter.
Motorisierungen
- → 2,0-l-Duratec-RS-Turbo (1.988 cm³), 215 PS, 310 Nm, Garrett-Turbolader mit wassergekühltem Ladeluftkühler, Fünfgang-Schaltgetriebe, Quaife-Sperrdifferenzial, 2002–2003 (einzige Motorisierung)
Karosserie-Varianten
- → Dreitüriges Schrägheck (2002–2003), einzige Variante, ausschließlich Imperial Blue
Typische Schwachstellen
Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:
- ! Turbolader: Verschlissene Lager oder Öldichtungen zeigen sich durch blauen Rauch beim Beschleunigen oder im Schiebebetrieb. Ausgeschlagene Halterungslager des Ladeluftkühlers führen zu Vibrationen und später zu Undichtigkeiten oder Schäden an der Halterung.
- ! Antriebseinflüsse in der Lenkung sind bauartbedingt und reagieren empfindlich auf Fahrwerkseinstellung und Reifenzustand. Starkes Zerren kann auf verschlissene Fahrwerksbuchsen oder Dämpfer hindeuten, die bei hart gefahrenen Autos häufig sind.
- ! Frühe Fahrzeuge hatten Probleme mit Gemischaufbereitung und Kaltstart; Ford startete einen Rückruf mit überarbeiteter Motorsteuerungs-Software. Nachweis über das Update prüfen.
- ! Rost an Radläufen, um Außenspiegel und Heckklappengriff, unter den Kunststoff-Schwellerverkleidungen, an Bodenblechen und Wagenheberaufnahmen. Die Lackqualität war nicht besonders hoch, Steinschläge und Kratzer sind häufig.
- ! RS-spezifische Karosserieteile wie Frontschürze, Kotflügelverbreiterungen und Zierteile sind schwer zu bekommen und teuer; neue RS-Kotflügel vorn und hinten gibt es laut evo nicht mehr.
- ! Innenraum: Er altert laut evo schlechter als die Karosserie, Leder-Alcantara-Sitze auf Verschleiß prüfen. Die Dämmmatte unter der Motorhaube kann sich mit dem Alter lösen und bei höherem Tempo flattern.
- ! Tuning- und Unfall-Risiko: viele wurden leistungsgesteigert oder hart gefahren, originaler Serienzustand mit Historie ist heute wertentscheidend.
Worauf beim Kauf achten
- ✓ Originalität und niedrige, dokumentierte Laufleistung sind die wichtigsten Wertfaktoren, unmodifizierte Serienexemplare führen den Markt an.
- ✓ Lückenlose Historie mit Nachweis über Turbo-, Kupplungs- und Fahrwerkswartung sowie das Rückruf-Update der Motorsteuerung ist Pflicht, RS-spezifische Teile sind teuer.
- ✓ Da alle Exemplare Imperial Blue sind, ist ein abweichender Lack ein klares Warnsignal für Unfall oder Neulackierung, Lackschichtdicke messen.
- ✓ Fahrwerk und Antriebsstrang auf der Probefahrt prüfen: spürbare, aber nicht übermäßige Antriebseinflüsse in der Lenkung, sauberer Turbo-Schub.
- ✓ Brembo-Bremsanlage, OZ-Räder und das Quaife-Differenzial auf Originalität und Funktion kontrollieren, Komplettheit steigert den Wert.
- ✓ Sammlerstücke mit sehr niedriger Laufleistung erzielen deutliche Aufpreise, getunte oder unfallgeschädigte Autos bleiben zurück.
- ✓ Ein H-Kennzeichen ist frühestens ab 2032 möglich (Erstzulassung 2002), bei Erstzulassung 2003 erst ab 2033. Der Wert basiert daher auf Seltenheit und Sammlernachfrage, nicht auf dem H-Status.
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Häufige Fragen zum Ford Focus RS Mk1
Was ist ein Ford Focus RS Mk1 2026 wert? +
Wie viele Focus RS Mk1 wurden gebaut? +
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Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Focus RS Mk1? +
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