MARKTWERT 2026

Ford Fiesta RS Turbo

Dritte Generation · 1,6-l-Turbo, 133 PS · 1990–1992

Ford Fiesta RS Turbo der Mk3-Generation
Foto: Vauxford · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Der Ford Fiesta RS Turbo war das Spitzenmodell des dritten Fiesta und übertrug den aufgeladenen CVH-Motor des Escort RS Turbo in den kleineren Dreitürer. Vorgestellt im April 1990, leistete der 1,6-l-CVH-Turbo mit Garrett-T2-Lader und Fords EEC-IV-Motorsteuerung 133 PS; für den Sprint von 0 auf 60 mph nennen zeitgenössische Quellen 7,7 bis 7,9 Sekunden. Laut Classics World wurden rund 4.500 Exemplare verkauft, 1992 löste der Fiesta RS1800 das Modell ab. Weil viele Autos Rost, Unfällen und Umbauten zum Opfer fielen, sind originale Exemplare heute selten. Marktwerte Stand November 2026: 3.000 bis rund 28.000 Euro.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 23.800 – 32.199 €
Zustand 2 (Gut) 15.300 – 20.700 €
Zustand 3 (Gepflegt) 10.200 – 13.799 €
Zustand 4 (Alltag) 5.950 – 8.049 €
Zustand 5 (Restobjekt) 2.550 – 3.449 €
Bauzeitraum
1990 – 1992
Versicherung (Zustand 2)
280–504 €/Jahr
Produktionszahl
rund 4.500 verkauft (Classics World), keine offizielle Ford-Stückzahl veröffentlicht; Bauzeit 1990–1992; laut DVLA-Statistik (Stand 15.08.2026) in Großbritannien noch 82 Fahrzeuge als Fiesta RS Turbo registriert
H-Kennzeichen ab
2020

Über den Ford Fiesta RS Turbo

Der Fiesta RS Turbo erschien im April 1990 als Dreitürer auf Basis des dritten Fiesta und ähnelte äußerlich dem ein Jahr zuvor eingeführten XR2i. Unter der Haube saß der 1,6-l-CVH-Motor (1.597 cm³) mit gesenkter Verdichtung, Garrett-T2-Turbolader (rund 0,55 bar Ladedruck) und Ladeluftkühler. Er leistete 133 PS bei 5.500/min und 183 Nm bei 2.400/min. Anders als beim Escort RS Turbo (größerer Garrett T3, Bosch KE-Jetronic) setzte Ford beim Fiesta auf die eigene EEC-IV-Motorsteuerung aus dem XR2i; der kleinere T2 wurde gewählt, weil im Motorraum kein Platz für den T3 war. Geschaltet wurde über ein Fünfganggetriebe vom Typ B5, eine Differenzialsperre wie beim Escort RS Turbo hatte der Fiesta laut Fachpresse nicht.

Äußerlich war der RS Turbo an RS-Schriftzügen, Anbauteilen, Lüftungsschlitzen in der Motorhaube und 14-Zoll-Leichtmetallrädern im Dreispeichen-Design zu erkennen. Das Fahrwerk lag rund 2,5 cm tiefer als beim XR2i, hinten kamen kürzere Dämpfer und ein Stabilisator hinzu. Innen gab es serienmäßig Recaro-Sitze, Lederlenkrad und Leder-Schaltknauf. In Großbritannien kostete er neu 11.950 Pfund und war in Schwarz, Radiant Red, Diamond White und Mercury Grey erhältlich, die letzten Autos liefen in Moondust Silver vom Band.

Laut Classics World wurden rund 4.500 Exemplare verkauft, eine offizielle Ford-Stückzahl ist nicht veröffentlicht. Gebaut wurde der RS Turbo bis zu den strengeren Abgasvorschriften 1992; Nachfolger wurde der Fiesta RS1800 mit 1,8-l-Zetec-16V-Motor und 130 PS. Verkauft wurde der RS Turbo vor allem in Großbritannien. Ein offizielles Angebot in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist nicht belegt, laut Wikipedia wurde der RS Turbo dort nie angeboten.

Diebstähle, Rost, Unfälle und Tuning haben den Bestand stark dezimiert. Originale, unveränderte Exemplare mit dokumentierter Historie sind heute selten.

Motorisierungen

  • → 1,6-l-CVH-Turbo (1.597 cm³), Garrett T2 mit Ladeluftkühler, Ford EEC-IV, 133 PS bei 5.500/min, 183 Nm bei 2.400/min, 1990–1992

Karosserie-Varianten

  • → Dreitürige Schräghecklimousine (1990–1992), einzige Karosserievariante

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Turbolader Garrett T2: nach hoher Laufleistung oder Tuning auf Ladedruckverlust, Pfeifen, Ölspuren und blauen Rauch achten.
  • ! Viele Autos wurden leistungsgesteigert (größerer T3-Lader, größerer Ladeluftkühler, Chiptuning); Motor und Kopfdichtung sind bei solchen Umbauten stärker belastet.
  • ! Rost ist das Hauptproblem: am stärksten betroffen ist laut Fiesta-Kaufberatung der Bereich um den Tankeinfüllstutzen, dazu die Nähte an Türschwellern und Kofferraumdichtung, die Heckklappe hinter der Dichtung und die Fußräume. Auktionsbeschreibungen nennen zusätzlich Windlauf und Batteriewanne.
  • ! Getriebe und Kupplung: Fünfganggetriebe B5, Getriebelager (Delle mittig in der Motorhaube als typisches Folgezeichen) und Kupplungshydraulik bei sportlich bewegten Autos prüfen, hakelige Schaltung ist ein Warnsignal.
  • ! Elektrik und EEC-IV-Motorsteuerung altern, Masseprobleme und korrodierte Steckverbindungen kommen vor.
  • ! Innenraum: Recaro-Sitze sind gesucht und werden gern ausgebaut oder sind durchgesessen; RS-spezifische Teile sind schwer zu ersetzen.
  • ! Umbau-Risiko: Echtheit über Fahrgestellnummer, Motornummer und Unterlagen prüfen, da einfache Fiesta zu RS-Turbo-Optik umgebaut werden.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Originalität ist entscheidend: ein seriennaher, unmodifizierter RS Turbo ist deutlich wertvoller als ein getuntes Exemplar, übermäßiges Tuning senkt den Wert.
  • ✓ Karosserie-Substanz genau prüfen: Rost am Tankeinfüllstutzen, an den Nähten von Türschwellern und Kofferraumdichtung und an der Heckklappe sowie schlecht reparierte Unfallschäden sind die häufigsten Wertvernichter.
  • ✓ Turbo-Funktion auf der Probefahrt testen: sauberer Schub ab mittlerem Drehzahlbereich, kein verzögertes Ansprechen, kein blauer Rauch.
  • ✓ Komplette Historie und übereinstimmende Motor- und Fahrgestellnummer heben den Wert spürbar, gerade auf dem britischen Markt.
  • ✓ RS-spezifische Teile (Bodykit, Felgen, Innenraum) auf Originalität und Vollständigkeit prüfen, Nachrüstteile sind teils schwer zu beschaffen.
  • ✓ Der RS Turbo wurde vor allem in Großbritannien verkauft. Ein offizielles Angebot in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist nicht belegt, laut Wikipedia wurde der RS Turbo dort nie angeboten. Bei Importen (meist Rechtslenker) Zustand, Papiere und deutsche Zulassungsfähigkeit vorab klären.
  • ✓ Das H-Kennzeichen ist 30 Jahre nach Erstzulassung möglich, also je nach Exemplar ab 2020 bis 2022; Voraussetzung ist ein weitgehend originaler Zustand.

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Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Ford Fiesta RS Turbo

Was ist ein Ford Fiesta RS Turbo 2026 wert? +
Ein originaler, gut erhaltener Fiesta RS Turbo in Note 2 liegt Stand November 2026 bei rund 18.000 Euro. Projekte und Autos mit deutlichem Arbeitsbedarf beginnen bei etwa 3.000 bis 7.000 Euro, sehr gute Originale erreichen rund 28.000 Euro. Der Markt liegt fast vollständig in Großbritannien: Der Median der dort erfassten Verkäufe seit 2020 liegt bei rund 13.700 Pfund, das höchste Auktionsergebnis bei 26.705 Pfund (WB & Sons, April 2024).
Wie viele Fiesta RS Turbo wurden gebaut? +
Ford hat keine offizielle Stückzahl veröffentlicht; laut Classics World wurden rund 4.500 Fiesta RS Turbo verkauft. Die Bauzeit war mit 1990 bis 1992 kurz, und die Überlebensrate ist durch Rost, Unfälle und Umbauten niedrig. Laut DVLA-Statistik (Stand August 2026) sind in Großbritannien unter der Bezeichnung Fiesta RS Turbo nur noch 82 Fahrzeuge registriert.
Was ist der Unterschied zum Escort RS Turbo? +
Beide nutzen einen aufgeladenen 1,6-l-CVH-Motor mit 132 bis 133 PS, aber unterschiedlich ausgeführt: Der Escort RS Turbo hat einen Garrett-T3-Lader, Bosch KE-Jetronic und eine Differenzialsperre, der Fiesta RS Turbo einen kleineren Garrett T2, Fords EEC-IV-Motorsteuerung und keine Sperre. Der T2 spricht früher an, der Ladedruck setzt knapp unter 2.000/min ein. Der Fiesta ist der kleinere und leichtere Dreitürer. Der Escort RS Turbo wurde länger gebaut (1984 bis 1990) und in deutlich höherer Stückzahl (Series 1: 8.604, Series 2 laut Auktionsangaben rund 22.000), vom Fiesta RS Turbo wurden rund 4.500 verkauft.
Wie ist die Ersatzteilversorgung beim Fiesta RS Turbo? +
Der Grundmotor (CVH) und viele Verschleißteile sind über britische Ford-Spezialisten gut zu bekommen, Karosserie-Standardteile des dritten Fiesta ebenfalls. Turbolader, Einspritzung und Motorsteuerung unterscheiden sich aber vom Escort RS Turbo (Garrett T2 und EEC-IV statt T3 und KE-Jetronic). Schwierig sind RS-Turbo-spezifische Teile wie Anbauteile, RS-Felgen, Recaro-Sitzbezüge und Innenraumteile. Der RS Owners Club und britische Foren sind die wichtigsten Anlaufstellen für seltene Teile und Echtheitsfragen.
Wo rostet der Fiesta RS Turbo am stärksten? +
Rost gilt als Hauptgrund, warum so wenige Fiesta RS Turbo überlebt haben. Am stärksten betroffen ist laut Fiesta-Kaufberatung der Bereich um den Tankeinfüllstutzen, wo sich Schmutz und Feuchtigkeit zwischen Innen- und Außenblech sammeln. Zu prüfen sind außerdem die Nähte an Türschwellern und Kofferraumdichtung, die Heckklappe hinter der Gummidichtung, die Fußräume sowie Schweller und Schürzen auf Verformungen; einzelne Auktionsbeschreibungen nennen zusätzlich Windlauf und Batteriewanne. Die hinteren Radläufe sind dank Kunststoffverkleidung weniger anfällig als beim einfachen Fiesta. Beim Kauf helfen eine Hohlraumkontrolle mit Endoskop und eine Lackschichtmessung; frischer Unterbodenschutz oder Spachtelstellen sind Warnsignale.
Worauf kommt es beim Wert eines Fiesta RS Turbo an? +
Entscheidend sind Originalität, lückenlose Historie und eine gesunde Karosserie. Die britischen Auktionsergebnisse zeigen die Spanne: Ein umgebautes Auto mit rund 129.600 Meilen erzielte im August 2025 bei Iconic Auctioneers 12.375 Pfund, ein originales Exemplar mit 12.000 Meilen bereits 2016 19.688 Pfund. Getunte oder rostige Autos liegen deutlich darunter. Eine Prognose zur Wertentwicklung gibt Chromradar nicht ab.
Welche Klassik-Versicherung passt zum Fiesta RS Turbo? +
Der Fiesta RS Turbo lässt sich bei Klassik-Versicherern mit vereinbartem Wert versichern, Voraussetzung ist meist ein Wertgutachten. Die Prämie hängt von Wert, Zulassung (H-Kennzeichen oder Saisonkennzeichen), Garage, Fahrleistung und Fahrerprofil ab. Für einen belastbaren Preis lohnt der Vergleich mehrerer Anbieter mit einem aktuellen Gutachten.
Welche Alternativen zum Fiesta RS Turbo gibt es? +
Unter den sportlichen Kleinwagen der frühen 90er: Peugeot 205 GTI (französischer Maßstab), Renault 5 GT Turbo und Clio 16V, Opel Corsa A GSi (deutscher Konkurrent), VW Polo G40 (Kompressor-Konkurrent) sowie innerhalb der Familie der Escort RS Turbo als nächstgrößere Stufe. Der Fiesta RS Turbo bietet das RS-Ford-Erbe in besonders kompakter, agiler Form und ist dank kurzer Bauzeit eine der selteneren Optionen.

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Datenquellen
Marktwerte: Stand November 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.