KAUFBERATUNG 2026

Porsche 944 Kaufberatung 2026

Transaxle-Sauger, Marktwerte, Schwachstellen, der komplette Leitfaden

Porsche 944, der erfolgreichste Transaxle-Porsche
Foto: MercurySable99 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Der Porsche 944 ist die größte Erfolgsgeschichte unter den Transaxle-Porsche der 80er-Jahre. Zwischen 1981 und 1991 baute Porsche über 163.000 Exemplare des 944, laut Porsche bis dahin der meistverkaufte Sportwagen der Firmengeschichte. Diese Kaufberatung deckt die Saugmotor-Varianten ab: Basis 944, 944 S (16V), 944 S2 (3,0 l) und 944 S2 Cabrio. Der 944 Turbo (951) hat eine eigene Kaufberatung.

Das Wichtigste in Kürze
Für wen geeignet
Der Transaxle-Sauger; einer der zugänglichsten Klassiker-Porsche, vom 944 bis zum S2 Cabrio.
Preisspanne (Note 2)
944 15.300–20.700 €, S2 Cabrio 22.950–31.050 € (jeweils Note 2).
Größtes Risiko
Versäumter Wechsel von Nockenwellen- und Ausgleichswellenriemen (Risiko eines teuren Motorschadens) sowie Kühlmittelverlust durch undichte Pumpen und Schläuche.
Inhalt dieser Kaufberatung
  1. Modell-Historie und Bauzeitraum
  2. Karosserie-Varianten im Überblick
  3. Motorisierungen im Überblick
  4. Rost-Hotspots, die kritischen Zonen
  5. Allgemeine Schwachstellen
  6. H-Kennzeichen-Voraussetzungen
  7. Unterhaltskosten pro Jahr (Richtwerte)
  8. Kauf-Checkliste
  9. Welcher passt zu dir?
  10. Varianten im Wert-Vergleich
  11. Bezugsquellen
  12. Häufige Fragen

Modell-Historie und Bauzeitraum

Der 944 entstand 1981 aus dem 924, Porsches Einstiegs-Coupé mit Audi-Vierzylinder. Während der 924 vielen nicht als echter Porsche galt, sollte der 944 dieses Image korrigieren. Porsche entwickelte einen eigenen Motor: einen 2,5-Liter-Vierzylinder mit Ausgleichswellen, abgeleitet aus der V8-Architektur des 928 (eine Zylinderbank halbiert). Das Transaxle-Konzept blieb: Motor vorne, Getriebe an der Hinterachse, nahezu ausgeglichene Gewichtsverteilung.

Der Erfolg war sofort spürbar: Im ersten Produktionsjahr gingen laut Porsche 30.000 Bestellungen ein, bis 1991 entstanden 163.302 Fahrzeuge der 944-Familie (inklusive Turbo), bis dahin Porsches meistverkaufter Sportwagen. Gebaut wurde der 944 im Audi-Werk Neckarsulm. Die Modellpalette wuchs: 1985 der 944 Turbo (Typ 951, eigene Kaufberatung), 1986 (Modelljahr 1987) der 944 S mit 16-Ventil-Kopf und 190 PS, zum Modelljahr 1989 der 944 S2 mit 3,0 Litern und 211 PS sowie das 944 S2 Cabriolet. Der Basis-944 erhielt im letzten Modelljahr 1989 einen 2,7-Liter-Motor mit 165 PS.

Heute zählt der 944 zu den zugänglichsten Porsche-Klassikern. Teile gibt es über Porsche Classic und Spezialisten, Porsche-spezifische Teile sind allerdings teuer, und die Schrauber-Community ist aktiv. Wer einen erschwinglichen Porsche-Klassiker mit Sport-DNA sucht, kommt am 944 nicht vorbei.

Bauzeitraum
1981–1991
Produktionszahl
163.302 (gesamte 944-Familie inklusive Turbo, Angabe Porsche)
Produktionsstätte
Audi-Werk Neckarsulm (Auftragsfertigung für Porsche), die letzten 944 entstanden 1991 in Zuffenhausen; Cabrio-Umbau bei ASC in Weinsberg

Karosserie-Varianten

944 Coupé 1981–1991

Standardkarosserie für alle Saugmotor-Varianten, verzinkt. Klappscheinwerfer und Hubdach stammen vom 924.

944 S2 Cabrio 1989–1991

Laut Porsche 6.980 Stück (andere Produktionsaufstellungen nennen 5.656), als Saugmotor nur mit dem 3,0-Liter-Motor des S2 (dazu 1991 das 944 Turbo Cabriolet, laut Porsche 528, je nach Quelle bis 625 Stück). Die Rohkarossen aus Neckarsulm wurden bei ASC in Weinsberg zum Cabrio umgebaut. Am Markt etwa auf dem Niveau des S2 Coupés oder leicht darüber.

Motorisierungen im Überblick

Die wichtigsten Triebwerke der Baureihe. Für motorisierungsspezifische Schwachstellen und Marktwerte siehe die einzelnen Modell-Seiten unten.

M44, 2,5 l 8V (163 PS)

2,5-Liter-Reihenvierzylinder mit zwei Ausgleichswellen, abgeleitet von einer Zylinderbank des 928-V8, Bosch-Motronic (DME), Alusil-Block. Ohne Katalysator ab Modelljahr 1982 (Porsche Classic: 944 2.5 1982–1988); laut de.wikipedia leisteten ab 1987 beide Motorvarianten 160 PS.

M44, 2,5 l 8V Kat (150 bzw. 160 PS)

Katalysator-Version ab Modelljahr 1986 mit 150 PS, ab Modelljahr 1988 für bleifreies Super mit 160 PS.

M44/12, 2,7 l 8V (165 PS)

Letztes Modelljahr des Basis-944 (1989), 225 Nm.

M44/40, 2,5 l 16V (190 PS)

Vierventil-DOHC-Motor des 944 S, Modelljahre 1987–1988.

M44/41, 3,0 l 16V (211 PS)

944 S2 und S2 Cabriolet 1989–1991, 280 Nm. Bei Vorstellung der hubraumgrößte Reihenvierzylinder in einem Serien-Pkw.

Rost-Hotspots, die kritischen Zonen

Rost ist der mit Abstand wichtigste Wertkiller. Diese Stellen vor dem Kauf zwingend prüfen. Der Schwere-Indikator zeigt den Reparatur-Aufwand.

Hinterachsaufnahme

Mittel

Trotz verzinkter Karosserie typische Roststelle laut Fachpresse. Von unten gründlich prüfen.

Schweller im Bereich der B-Säule, Schwellerabläufe

Mittel

Nach Entfernen des Lüftungsgitters kontrollierbar. Abläufe dürfen nicht verstopft oder durch falsches Anheben eingedrückt sein.

Türböden

Mittel

Bei verstopften Abläufen sammelt sich Wasser in den Türen.

Radhaustaschen hinten und Heckbereich

Mittel

Hinter den Radhäusern und ganz hinten auf Feuchtigkeit und Rost prüfen.

Unterflurleitungen vor der Hinterachse

Mittel

Im Knick nach oben auf Korrosion prüfen, der Ersatz ist teuer.

Wassereinbruch Innenraum

Niedrig

Poröser Ablaufschlauch im Schlossträger, undichte Scheibenverklebung oder geschrumpfte Dichtungen lassen Wasser ins Auto.

Unfallreparaturen

Mittel

Unsachgemäß reparierte Unfallschäden und Umbauten fördern Rost. Lackdicke messen, Spaltmaße prüfen.

Allgemeine Schwachstellen

Diese Probleme treten unabhängig von der Motorisierung auf. Motorspezifische Schwachstellen findest du auf den einzelnen Modell-Seiten.

  • !
    Nockenwellen- und Ausgleichswellenriemen Werkstatt rund 1.200 € pro Wechsel
    Porsche nennt 100.000 km, Spezialisten raten zu rund 80.000 km bzw. spätestens alle vier Jahre. Beide Riemen müssen getauscht werden, nicht nur der leichter zugängliche Ausgleichswellenriemen. Ein Riss des Nockenwellenriemens kann einen teuren Motorschaden verursachen.
  • !
    Ölundichtigkeiten Werkstatt
    Feuchte Ölwanne hinten deutet auf den Kurbelwellen-Simmerring (aufwendige Reparatur), Öl vorn rechts auf die Simmerringe am Stirntrieb, Öl an den Achsmanschetten auf Getriebe-Simmerringe.
  • !
    Ausgleichswellen-Lager (Lanchester) Werkstatt
    Zwei gegenläufige Ausgleichswellen glätten den Lauf des großen Vierzylinders. Ihr eigener Riemen muss beim Zahnriemenservice mitgewechselt werden.
  • !
    Klimaanlage Werkstatt
    Ältere Anlagen sind häufig außer Betrieb. Funktion prüfen und eine Instandsetzung vor dem Kauf kalkulieren.
  • !
    Klappscheinwerfer selbst oder Werkstatt
    Funktion und Einstellung beider Seiten prüfen. Falsch eingestellte Klappscheinwerfer gelten als kleineres Problem.
  • !
    Kühlsystem selbst oder Werkstatt
    Kühlmittelverlust ist laut ADAC der häufigste Mangel. Undichte Wasserpumpen oder Schläuche können zu Überhitzung und beschädigten Zylinderkopfdichtungen führen.
  • !
    Einspritzdüsen Werkstatt
    Undichte Einspritzdüsen sind bei älteren Fahrzeugen typisch. Heißstart nach etwa zehn Minuten Standzeit testen: Springt der Motor schlecht an oder läuft auf drei Zylindern, verliert das System Druck.
  • !
    Servolenkung und Vorderachse Werkstatt
    Ölige Lenkmanschetten deuten auf eine undichte Servolenkung. Traggelenke und Spurstangenköpfe können ausschlagen.
  • !
    Kupplung Werkstatt
    Verschleißteil, bei sportlicher Fahrweise früher fällig. Die Transaxle-Bauweise macht den Tausch aufwendiger als bei einem konventionellen Antrieb; Angebot vorab einholen.
  • !
    Innenraum selbst oder Werkstatt
    Risse im Armaturenbrett sind häufig, bei frühen Baujahren stärker. Das LCD-Display der Uhr fällt gern aus (neu rund 300 €, Reparatur beim Spezialisten etwa die Hälfte). Stark abgenutzte Sitzwangen und ein blank gegriffener Schaltknauf deuten auf hohe Laufleistung.

H-Kennzeichen, was du wissen musst

Erste Modelle H-fähig ab
2011
Jährliche Kfz-Steuer
Pauschale Kfz-Steuer von 191,73 €/Jahr. Klassik-Versicherung je nach Wert und Tarif, Richtwert 400–800 €/Jahr.

Der 944 wurde bis 1991 gebaut, damit haben alle Exemplare die 30-Jahres-Grenze erreicht. Frühe 944 (Erstzulassung Ende 1981) sind seit Ende 2011 H-fähig, die letzten S2 (1991/92) seit 2021/22.

Voraussetzungen
  • ✓ Erstzulassung mehr als 30 Jahre zurück
  • ✓ Originaler oder originalgetreuer Zustand
  • ✓ Änderungen nur, wenn sie innerhalb von zehn Jahren nach Erstzulassung erfolgt sind (zeitgenössisch)
  • ✓ Erhaltenswerter Gesamtzustand, Restaurierung mit originalen Ersatzteilen möglich
  • ✓ Begutachtung nach §23 StVZO durch TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS

Unterhaltskosten pro Jahr (Richtwerte)

Richtwerte, keine Einzelbelege: grobe Orientierung für die jährlichen Kosten bei Liebhaber-Nutzung mit wenigen tausend Kilometern. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Zustand, Variante, Werkstatt und Eigenleistung ab. Fest steht nur die Kfz-Steuer mit H-Kennzeichen (pauschal 191,73 € für Pkw).

Versicherung (Klassik-Tarif) 400–800 €
Kfz-Steuer 191,73 € (H-Pauschale)
Wartung und Inspektion 400–800 €
Verschleißteile (anteilig) 250–500 €
Jährliche Schraubereien 400–1.000 €
Summe pro Jahr (Richtwert) ca. 1.600–3.300 € pro Jahr

Versicherungs-Spanne über unseren Klassik-Versicherungs-Vergleicher konkretisierbar.

Kauf-Checkliste

Diese Punkte vor dem Kauf systematisch prüfen. Idealerweise mit einem Klassiker-Sachverständigen oder im Beisein eines erfahrenen Schraubers.

Karosserie

  • Hinterachsaufnahme von unten auf Rost prüfen
  • Schweller im Bereich der B-Säule (Lüftungsgitter entfernen) und Schwellerabläufe
  • Türböden und Radhaustaschen hinten
  • Unterflurleitungen vor der Hinterachse auf Korrosion
  • Innenraum auf Feuchtigkeit (Ablaufschlauch im Schlossträger, Scheibenverklebung)
  • Spaltmaße der Klappscheinwerfer
  • Lackdickenmessung an allen Karosserieteilen (Unfallreparaturen)

Motor & Antrieb

  • Wechselnachweis für Nockenwellen- und Ausgleichswellenriemen (Porsche: 100.000 km, Spezialisten raten zu rund 80.000 km bzw. spätestens alle vier Jahre)
  • Kompressionsmessung über alle 4 Zylinder
  • Ölverbrauch erfragen (sollte unter 0,5 Liter/1000 km bleiben)
  • Kühlwasser-Färbung (öl-haltig? = Kopfdichtung-Hinweis)
  • Probefahrt: Drehzahl bis 6.500/min, sauber durchdrehen ohne Aussetzer
  • Ölundichtigkeiten: Ölwanne hinten (Kurbelwellen-Simmerring), vorn rechts (Stirntrieb), Achsmanschetten (Getriebe)
  • Auspuff-Originalität, viele 944 haben Edelstahl-Nachbauten

Innenraum & Elektrik

  • Klappscheinwerfer-Mechanik (beide Seiten), sauberes Hoch- und Runterfahren
  • Klimaanlage testen, Instandsetzung bei Defekt vorab kalkulieren
  • Alle Fensterheber, Sitzheizung, Türschlösser durchprobieren
  • Original-Lenkrad und Originalsitze, Sitzwangen und Schaltknauf als Laufleistungs-Indiz
  • Armaturenbrett ohne Risse, LCD-Display der Uhr
  • Im Cabrio: Verdeck-Zustand, Heckscheibe (PVC kann trüb sein), Verdeckmechanik

Dokumentation

  • Porsche-Scheckheft mit Porsche-Stempeln oder Fachwerkstatt-Belegen
  • Rechnungen über Zahnriemen-Wechsel (zwingend)
  • Erstzulassungs-Nachweis und Halterhistorie
  • Porsche-Datenkarte (von Porsche Classic abrufbar)
  • Bei Sonderserien: Original-Datenkarte und Ausstattungscodes prüfen
  • TÜV-Bericht aktuell und nachvollziehbar

Welcher passt zu dir?

Entscheidungshilfe nach Käufer-Profil: finde die richtige Motorisierung und Karosserie-Variante für deinen Einsatzzweck.

Erstklassiger Porsche-Einstieg mit kleinem Budget

Porsche 944 Basis (ab Mitte 1985, Serie 944/II)

Einer der günstigsten Porsche-Klassiker, mit von Porsche selbst entwickeltem Motor. Markt 11.000–18.000 € für gute Exemplare. Robust, gute Teilversorgung, aktive Community.

Sportlicher Daily-Klassiker mit Saisonkennzeichen

Porsche 944 S2 (1989–1991, 3,0 l)

211 PS aus dem bei seiner Vorstellung hubraumgrößten Reihenvierzylinder in einem Serien-Pkw, deutlich stärker als Basis-944, immer noch günstiger als Turbo. Markt 17.000–25.000 €.

Sommer-Cabrio mit Sport-Anspruch

Porsche 944 S2 Cabrio

Laut Porsche 6.980 Stück, das einzige Saugmotor-944-Cabrio, mit dem 3,0-Liter-Motor des S2. Markt 18.000–27.000 €. Umbau der Karosserie bei ASC in Weinsberg.

Seltenere Vierventil-Variante

Porsche 944 S (1987–1988, 16V DOHC)

Vierventil-Sauger mit 190 PS, nur in den Modelljahren 1987 und 1988 gebaut (12.936 Stück). Markt 14.000–22.000 €.

Alle Varianten im Wert-Vergleich

Klick auf eine Variante für die detaillierte Marktwert-Analyse und motorisierungs-spezifische Schwachstellen.

Variante Motor Leistung Verbrauch Eignung Wert (Note 2)
Porsche 944 M44 2,5 l 8V (1989: 2,7 l) 150–165 PS 10–13 l/100km Sportwagen-Einstieg 15.300–20.700 €
Porsche 944 S M44/40 2,5 l 16V DOHC 190 PS 10–13 l/100km Sportwagen mit Vierventiler 18.700–25.300 €
Porsche 944 S2 M44/41 3,0 l 16V DOHC 211 PS 10–13 l/100km Sportwagen, stärkster Saug-944 21.250–28.750 €
Porsche 944 S2 Cabrio M44/41 3,0 l 16V DOHC 211 PS 10–13 l/100km Saison-Cabrio 22.950–31.050 €

Bezugsquellen, wo du dieses Modell findest

Vier Wege zum Klassiker, jeweils mit typischer Preislage und Risiko. Welcher passt, hängt von Budget, Zeit und gewünschter Absicherung ab.

Händler

Gepflegte Exemplare beim Porsche-Zentrum bzw. Klassiker-Spezialisten mit Historie und Gewährleistung.

Privatkauf

Auf mobile.de, Classic Trader und in der Community; eine Vorkauf-Untersuchung (PPI) beim Porsche-Spezialisten ist Pflicht. Zahnriemen-Historie und Ausgleichswellen-Zustand prüfen.

Auktion

Für seltene und dokumentierte Exemplare (Bring a Trailer, Classic Trader, RM Sotheby's).

Import

Teils aus dem Ausland (USA); bei Importen Vollabnahme nach §21 StVZO und Euro-Spezifika prüfen.

Häufige Fragen zur Porsche-944-Reihe

Was ist ein Porsche 944 wert? +
Ein Porsche 944 Basis in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 zwischen 15.300 € und 20.700 €. Topzustand bis 27.000 €, Restaurierungsobjekte ab 2.500 €. Der 944 S2 (3,0 l) liegt in Note 2 bei 21.250–28.750 €, das S2 Cabrio bei 22.950–31.050 €. Der 944 Turbo (951) hat eine eigene Preisklasse, siehe separate Kaufberatung.
Welche Schwachstellen hat der Porsche 944? +
Hauptpunkte: Nockenwellen- und Ausgleichswellenriemen (Porsche nennt 100.000 km, Spezialisten raten zu rund 80.000 km bzw. spätestens alle vier Jahre; ein Riss kann einen teuren Motorschaden verursachen), Kühlmittelverlust durch undichte Pumpen oder Schläuche (laut ADAC häufigster Mangel), Ölundichtigkeiten an Simmerringen, undichte Einspritzdüsen, Servolenkung sowie Risse im Armaturenbrett. Die 8V-Motoren gelten als robust, die 16V-Motoren brauchen mehr Wartung.
Wo rostet ein Porsche 944? +
Die Karosserie ist verzinkt, Rost ist deshalb seltener als bei vielen Zeitgenossen, kommt aber vor. Typische Stellen: Hinterachsaufnahme, Schweller im Bereich der B-Säule und Schwellerabläufe, Türböden, Radhaustaschen hinten und der Heckbereich. Dazu Unterflurleitungen vor der Hinterachse und Wassereinbruch über den Ablaufschlauch im Schlossträger. Schlecht reparierte Unfallschäden fördern Rost.
Welche Motorisierungen gibt es beim Porsche 944? +
Beim Saugmotor-944 gibt es vier Motoren: 2,5 Liter 8V (163 PS, mit Katalysator 150 PS bzw. ab Modelljahr 1988 160 PS), 2,7 Liter 8V (165 PS, nur Modelljahr 1989), 2,5 Liter 16V im 944 S (190 PS) und 3,0 Liter 16V im 944 S2 und S2 Cabriolet (211 PS). Dazu kommen 944 Turbo und 944 Turbo S (eigene Kaufberatung). Nachfolger wurde 1991 der 968.
Was ist der Unterschied zwischen 944 S und 944 S2? +
Der 944 S (Modelljahre 1987–1988) hat einen 2,5-Liter-Vierzylinder mit 16-Ventil-DOHC-Kopf und 190 PS. Der 944 S2 (1989–1991) nutzt einen auf 3,0 Liter vergrößerten 16-Ventiler mit 211 PS und 280 Nm, bei Vorstellung der hubraumgrößte Reihenvierzylinder in einem Serien-Pkw. Seine überarbeitete Karosserie erreicht wie der Turbo einen cw-Wert von 0,33. Am Markt liegt der S2 laut aktueller Werteleiter über dem 944 S.
Wie viele Porsche 944 wurden gebaut? +
Porsche nennt 163.302 gebaute 944 aller Versionen inklusive Turbo (1981–1991). Den größten Anteil stellt der Basis-944 (laut englischsprachiger Wikipedia 113.070), der 944 S kam auf 12.936 Stück, das S2 Coupé auf rund 14.000. Für das S2 Cabriolet nennt Porsche 6.980 Stück (andere Produktionsaufstellungen 5.656), für das 944 Turbo Cabriolet von 1991 laut Porsche 528, je nach Quelle bis 625. Der 944 Turbo (25.245 inklusive Turbo S und Turbo Cabriolet) hat eine eigene Kaufberatung.
Ist der Porsche 944 H-Kennzeichen-fähig? +
Ja. Der 944 wurde bis 1991 gebaut, damit haben alle Exemplare die 30-Jahres-Grenze erreicht. Voraussetzung ist ein originaler oder originalgetreuer, erhaltenswerter Zustand. Änderungen sind zulässig, wenn sie innerhalb von zehn Jahren nach Erstzulassung erfolgt sind; spätere Umbauten wie moderne Tieferlegungen oder Auspuffanlagen können das H-Kennzeichen gefährden.
Was kostet die Versicherung für einen Porsche 944? +
Die Prämie hängt von Fahrzeugwert, Fahrleistung, Tarif und Kennzeichenart ab. Als Richtwert für eine Klassik-Police mit H-Kennzeichen setzen wir 400 € (944 Basis) bis 800 € (944 S2 Cabrio) pro Jahr an. Für ein konkretes Angebot Spezialversicherer wie Hiscox oder OCC anfragen. Der 944 Turbo hat eine eigene Kaufberatung.
Welche Wartungskosten muss ich beim 944 einplanen? +
Unsere Richtwerte: Wartung 400–800 € und Verschleiß 250–500 € pro Jahr. Der Wechsel von Nockenwellen- und Ausgleichswellenriemen kostet rund 1.200 € und ist laut Porsche alle 100.000 km fällig, Spezialisten raten zu rund 80.000 km bzw. spätestens alle vier Jahre. Dazu kommen je nach Zustand Kupplung, Kühlsystem und Ölundichtigkeiten. Porsche-spezifische Ersatzteile sind teuer.
Welcher Porsche 944 hat die beste Wertentwicklung? +
Chromradar weist keine belastbare Mehrjahres-Zeitreihe aus und zeigt stattdessen den aktuellen Marktwert nach Zustandsnote. Bei den Saugmotor-944 sind das S2 Cabrio (Rarität und Cabrio-Faktor) und das S2 Coupé besonders gefragt, 944 S und Basis-944 sind ebenfalls solide Optionen. Der 944 Turbo hat eine eigene Kaufberatung.
Lohnt sich der Porsche 944 als Daily-Driver? +
Bei guter Substanz ja. Komfortable Sitze, gute Sicht, brauchbarer Kofferraum, Klima (falls funktional). Beim S2 nennt Porsche 10,3 Liter/100 km, Auto Bild maß im Test 13,6 Liter Super. Mit H-Kennzeichen und Saisonkennzeichen niedrige Unterhaltskosten. Empfehlung: 944 S2 mit dokumentierter Wartungshistorie.

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Quellen und weiterführende Informationen
Stand: Oktober 2026