MARKTWERT 2026

Mercedes S-Klasse W140

300 SE bis 600 SEL V12 · 1991–1998

Mercedes-Benz W140 S-Klasse, die letzte über-engineerte S-Klasse
Foto: OSX · gemeinfrei · Wikimedia Commons

Die Mercedes S-Klasse W140 gilt als besonders aufwendig konstruierte S-Klasse. Zwischen 1991 und 1998 entstanden im Werk Sindelfingen 406.717 Limousinen. Der 600 SE/S 600 brachte den ersten Serien-Zwölfzylinder in einem Mercedes-Benz Pkw (M 120, 6,0 Liter, anfangs 408 PS, später 394 PS). Heute ein gefragter Youngtimer.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 23.800 – 32.199 €
Zustand 2 (Gut) 13.600 – 18.400 €
Zustand 3 (Gepflegt) 8.075 – 10.925 €
Zustand 4 (Alltag) 3.825 – 5.175 €
Zustand 5 (Restobjekt) 1.530 – 2.070 €
Bauzeitraum
1991 – 1998
Versicherung (Zustand 2)
280–448 €/Jahr
Produktionszahl
406.717 Limousinen (1991–1998)
H-Kennzeichen ab
2021

Über den Mercedes S-Klasse W140

Der W140 startete 1991 als Nachfolger des W126 und sorgte für Aufsehen. Das unter Designchef Bruno Sacco entstandene Design war wuchtiger als der elegante Vorgänger: höher, breiter, mit massiven Stoßfängern und ausfahrbaren Peilstäben an den hinteren Kotflügeln als Einparkhilfe.

Technisch setzte er Maßstäbe: erster Serien-Zwölfzylinder in einem Mercedes-Benz Pkw, doppelt verglaste Seitenscheiben, CAN-Bus-Vernetzung und ab 1995 ESP (im Mai 1995 zuerst im S 600 Coupé, wenige Monate später in der Limousine). Veranschlagt waren rund 3 Milliarden DM Entwicklungskosten, am Ende wurde es mehr.

Im Juni 1993 kamen die neuen Bezeichnungen (S 280 bis S 600), im März 1994 die Modellpflege mit überarbeitetem Kühlergrill, Scheinwerfern und Stoßfängern. Im Juni 1996 folgten Fünfgang-Automatik (außer S 280), Seitenairbags und auf Wunsch Xenon-Licht. Bundeskanzler Helmut Kohl fuhr die neue S-Klasse als Dienstwagen.

Motorisierungen

  • → M 104 Reihensechszylinder 2,8 l (193 PS, 300 SE 2.8 / S 280) und 3,2 l (231 PS, 300 SE / S 320)
  • → M 119 V8 4,2 l (279–286 PS, 400 SE / S 420) und 5,0 l (320–326 PS, 500 SE / S 500)
  • → M 120 V12 6,0 l (anfangs 408 PS, ab September 1992 394 PS, 600 SE / S 600)
  • → OM 603 Turbodiesel 3,5 l (150 PS, 300 SD / S 350 Turbodiesel, 1992–1996)
  • → OM 606 Turbodiesel 3,0 l (177 PS, S 300 Turbodiesel, 1996–1998)

Karosserie-Varianten

  • → W140 Limousine (Standard-Radstand)
  • → W140 SEL/S-Lang Langversion (+100 mm)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Motorkabelbaum mit spröder Isolierung bei Fahrzeugen mit LH-Jetronic bzw. HFM-Motronic (Sechs-, Acht- und Zwölfzylinder bis zur Umstellung auf ME-Motronic 1995/1996)
  • ! M 120 V12: defekter Kurbelwellensensor lässt den warmen Motor ausgehen; Wartung aufwendig
  • ! Automatik 722.3/722.5/722.6: Öl- und Filterwechsel etwa alle 60.000 km empfohlen, beim 722.6 auf undichte Steckerhülse achten
  • ! Hydraulische Niveauregulierung hinten: erschöpfte Federspeicher (Heck schaukelt nach), korrodierte Leitungen
  • ! ADS (Adaptives Dämpfungs-System) und Niveauregulierung: Undichtigkeiten und Fehler kosten schnell einige Tausend Euro
  • ! Klimaanlage: Verdampfer oder Wärmetauscher defekt erfordert Ausbau des Armaturenbretts, laut W140-Kaufberatung 1.800–3.500 €
  • ! Verbundglas-Heckscheibe: Ränder werden durch eindringende Luft milchig
  • ! Komfortelektrik (CAN-Bus, Türzuziehhilfe, zahlreiche Stellmotoren) neigt im Alter zu Störungen
  • ! M 104: Zylinderkopfdichtung; M 119: Kunststoff-Gleitschienen der Steuerkette (Wechsel um 180.000 km empfohlen)
  • ! Rost an Schwellern, Wagenheberaufnahmen, Radläufen und Kofferraumdeckel

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Bis 1995/1996 (vor ME-Motronic): Zustand oder Tausch des Motorkabelbaums dokumentiert?
  • ✓ Beim V12 (M 120): Motor muss auch warm sauber laufen, Wartungshistorie prüfen
  • ✓ Hebebühne Pflicht: Schweller, Wagenheberaufnahmen, Radläufe, Niveauregulierung und Leitungen
  • ✓ Lückenloses Scheckheft, beim V12 besonders wichtig
  • ✓ S 320 ab Juni 1996 (ME-Motronic, Fünfgang-Automatik) als Einstieg ohne Kabelbaum-Problem
  • ✓ S 500 und S 600 in Langversion sind bei Sammlern gefragt
  • ✓ Fahrwerk (ADS, Niveauregulierung): Fehlerspeicher auslesen lassen
  • ✓ Klimaanlage in allen Funktionen testen

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Modell
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Baujahr
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Zustand

In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Mercedes S-Klasse W140

Was ist eine Mercedes W140 S-Klasse wert? +
Eine W140 Limousine in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 bei rund 16.000 €. Topzustand bis etwa 28.000 €, Restaurierungsobjekte ab 1.800 €. Gepflegte S 600 und S 500 in Langversion mit niedriger Laufleistung werden in Deutschland auch für 30.000 bis 59.000 € angeboten (Angebotspreise).
Wie wartungs-intensiv ist der V12 (M120)? +
Aufwendig. Der M 120 ist ein Vierventil-V12 mit zwei obenliegenden Nockenwellen je Zylinderbank und bis 1995 Bosch-LH-Jetronic. Typisch ist ein defekter Kurbelwellensensor, der den warmen Motor ausgehen lässt. Wartung und Ersatzteile sind deutlich teurer als bei Sechs- und Achtzylindern, ein Mercedes-Spezialist mit V12-Erfahrung ist zu empfehlen.
Was ist das Kabelbaum-Problem beim W140? +
Bei Fahrzeugen mit LH-Jetronic bzw. HFM-Motronic verwendete Mercedes für den Motorkabelbaum eine Isolierung, die im Alter spröde und brüchig wird. Betroffen sind Sechs-, Acht- und Zwölfzylinder bis zur Umstellung auf ME-Motronic (V8 und V12 ab September 1995, Sechszylinder ab Juni 1996). Abhilfe ist der Tausch des Kabelbaums.
Welcher W140-Motor ist am haltbarsten? +
Alle Motoren gelten bei Pflege als langlebig, haben aber typische Schwachpunkte: Beim M 119 V8 (S 420/S 500), einem Vierventiler mit zwei Nockenwellen je Bank, können die Kunststoff-Gleitschienen der Steuerkette brechen (Wechsel um 180.000 km empfohlen), Tickern deutet auf verschlissene Hydrostößel. Beim M 104 brennt gern die Zylinderkopfdichtung durch. Der M 120 V12 ist am teuersten im Unterhalt.
Ist die W140 H-Kennzeichen-fähig? +
Ja. Frühe W140 (1991) seit 2021, späteste (1998) ab 2028 H-Kennzeichen-fähig.
Lohnt sich der W140 als Investment? +
Eine Wertsteigerung ist nicht garantiert. Gut erhaltene S 600 und S 500 mit niedriger Laufleistung erzielen aber heute die höchsten Preise der Baureihe.
Was kostet die Wartung eines W140? +
Die laufenden Kosten hängen stark von Motor und Zustand ab, der V12 ist am teuersten. Größere Posten sind der Tausch des Motorkabelbaums (Benziner vor ME-Motronic), Arbeiten an Niveauregulierung und ADS (schnell einige Tausend Euro) sowie ein Verdampfer-Tausch an der Klimaanlage (laut W140-Kaufberatung 1.800–3.500 €, da das Armaturenbrett raus muss).

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Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.