KAUFBERATUNG 2026

Mercedes W124 Kaufberatung 2026

Limousine, T-Modell, Coupé, Cabrio, robuste Mittelklasse im Kaufcheck

Mercedes W124 Limousine, der beste Mercedes aller Zeiten
Foto: Fiver, der Hellseher · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Der Mercedes W 124 (ab 1993 E-Klasse) gilt bei vielen Liebhabern als besonders solide Mercedes-Mittelklasse: robust im Geist des W 123, aber moderner, sicherer und aerodynamisch deutlich besser. Mercedes-Benz stellte die Limousine im November 1984 vor, gebaut wurde die Baureihe bis 1997. Neben Limousine, T-Modell, Coupé und Cabriolet gab es eine Limousine mit langem Radstand und Fahrgestelle für Sonderaufbauten. Diese Kaufberatung deckt die vier Volumen-Karosserien ab, der 500 E (eine Limousine mit V8) hat eine eigene Kaufberatung.

Das Wichtigste in Kürze
Für wen geeignet
Für Einsteiger und Sammler: vom robusten Vorkammer-Diesel über das T-Modell bis zu Coupé und Cabrio.
Preisspanne (Note 2)
Note 2: Limousine rund 10.500 €, T-Modell 14.500 €, Coupé 16.500 €, Cabrio 26.000 € (Note 1 bis 40.000 €). Der 500 E liegt separat bei rund 72.000 € (Note 2).
Größtes Risiko
Rost an Hinterachs- und Wagenheberaufnahmen sowie brüchige Motorkabelbäume bei den Vierventil-Benzinern ab Baujahr 1992, vor Kauf prüfen.
Inhalt dieser Kaufberatung
  1. Modell-Historie und Bauzeitraum
  2. Karosserie-Varianten im Überblick
  3. Motorisierungen im Überblick
  4. Rost-Hotspots, die kritischen Zonen
  5. Allgemeine Schwachstellen
  6. H-Kennzeichen-Voraussetzungen
  7. Unterhaltskosten pro Jahr (Richtwerte)
  8. Kauf-Checkliste
  9. Welcher passt zu dir?
  10. Varianten im Wert-Vergleich
  11. Bezugsquellen
  12. Häufige Fragen

Modell-Historie und Bauzeitraum

Die Baureihe 124 löste den W 123 ab. Mercedes-Benz stellte die Limousinen am 26. November 1984 bei Sevilla der Presse vor, im Dezember 1984 kamen sie auf den Markt. Ziel war ein leichteres, aerodynamisch deutlich besseres Auto mit weiter verbesserter Sicherheit: Je nach Motorisierung und Ausstattung erreichte die Limousine cW-Werte von 0,29 bis 0,30. Die Raumlenker-Hinterachse kannte man bereits aus dem kleineren W 201.

Das Design entstand unter Chefdesigner Bruno Sacco: sachlich, schnörkellos, zeitlos. Mit der Modellpflege im September 1989 erhielten Limousinen und T-Modelle die seitlichen Flankenschutz-Verkleidungen, die nach Sacco benannten „Sacco-Bretter“, die das Coupé in ähnlicher Form schon vorher trug.

Die Modellpalette wuchs schnell: Ende 1984 die Limousine, 1985 das T-Modell (S 124), im März 1987 das Coupé (C 124), 1989 die Limousine mit langem Radstand und im September 1991 das Cabriolet (A 124, Serienfertigung ab März 1992). 1989 kam der Vierventil-Sechszylinder M 104 im 300 E-24 (220 PS), 1990 der 500 E, dessen Rohbau und Endmontage bei Porsche in Zuffenhausen erfolgten (eigene Kaufberatung). Dazu kamen die seltenen AMG-Varianten E 36 AMG und E 60 AMG. Im Juni 1993 erhielt die Baureihe den Namen E-Klasse.

Mit insgesamt 2.737.860 Fahrzeugen ist die Baureihe 124 laut Mercedes-Benz die erfolgreichste E-Klasse. Heute zählen laut Mercedes-Benz Classic vor allem die Topmotorisierungen der Limousinen sowie Coupés und Cabriolets zu den gesuchten Sammlerfahrzeugen.

Bauzeitraum
1984–1997
Produktionszahl
2.737.860 (alle Varianten, laut Mercedes-Benz)
Produktionsstätte
Sindelfingen (Limousine, Coupé, Cabriolet), Bremen (T-Modell und Fahrgestelle), Rohbau und Endmontage 500 E bei Porsche in Zuffenhausen

Karosserie-Varianten

W124 Limousine 1984–1995

Volumen-Variante mit 2.213.167 gebauten Exemplaren. Benziner vom 200 bis zum V8 400 E bzw. E 420 (M 119, 279 PS), Diesel vom 200 D bis zum 300 D Turbo. Ab Juni 1993 als E-Klasse umbenannt (E 200 bis E 420).

S124 T-Modell (Kombi) 1985–1996

Serienmäßig mit hydropneumatischer Niveauregulierung an der Hinterachse, Radstand wie die Limousine (2.800 mm). Gebaut in Bremen, 340.503 Stück. Bis E 320 T, dazu der sehr seltene E 36 AMG T.

C124 Coupé 1987–1996

Coupé ohne B-Säule auf um 85 mm verkürztem Radstand, gebaut in Sindelfingen (141.498 Stück). 230 CE bis E 320 Coupé, dazu der E 36 AMG.

A124 Cabrio 1992–1997

Erstes viersitziges Mercedes-Cabriolet seit dem Ende der W 111 Cabriolets 1971. Elektrohydraulische Verdeckbetätigung zunächst Sonderausstattung, ab Juni 1993 Serie. 300 CE-24 Cabriolet, ab 1993 E 200 bis E 320 Cabrio und E 36 AMG. 33.952 Stück, heute die teuerste der vier Volumen-Karosserien.

Motorisierungen im Überblick

Die wichtigsten Triebwerke der Baureihe. Für motorisierungsspezifische Schwachstellen und Marktwerte siehe die einzelnen Modell-Seiten unten.

M 102 (Benzin, 4 Zylinder)

200 (Vergaser), 200 E und 230 E mit KE-Jetronic. Robust und unkompliziert; bei frühen KE-Jetronic-Motoren können Mengenteiler Ärger machen.

M 111 (Benzin, 4 Zylinder, Vierventiler, ab 1992)

E 200 (136 PS) und E 220 (150 PS). Nachfolger des M 102, drehmomentstark und sparsam.

M 103 (Benzin, 6 Zylinder, Zweiventiler)

260 E (160 PS) und 300 E (180 bis 188 PS je nach Ausführung). Sehr laufruhig und langlebig.

M 104 (Benzin, 6 Zylinder, Vierventiler, ab 1989)

300 E-24 (220 PS), ab 1992 280 E/E 280 (193 PS) und 320 E/E 320 (220 PS), im E 36 AMG mit 3,6 Litern. Auf Zylinderkopfdichtung und Motorkabelbaum achten.

OM 601 / OM 602 / OM 603 (Vorkammer-Diesel)

200 D (72, später 75 PS) bis 300 D Turbo (147 PS). Gelten als zähe Kilometerfresser.

OM 605 / OM 606 (Vorkammer-Diesel, ab 1993)

E 250 Diesel (5 Zylinder) und E 300 Diesel (6 Zylinder), überarbeitete Vorkammer-Diesel mit Vierventiltechnik.

Rost-Hotspots, die kritischen Zonen

Rost ist der mit Abstand wichtigste Wertkiller. Diese Stellen vor dem Kauf zwingend prüfen. Der Schwere-Indikator zeigt den Reparatur-Aufwand.

Hinterachsaufnahmen (alle Karosserien)

Kritisch

Die vier verstärkten Aufnahmebleche der Raumlenkerachse rosten gern von innen, der Zustand ist nur auf der Hebebühne erkennbar. Laut auto motor und sport der schlimmste Befund, besonders bei späten Fahrzeugen.

Vorderachsträger und Querlenkeraufnahmen

Kritisch

Unterfahrschutz abnehmen und prüfen. Ein durchgerosteter Vorderachsträger muss ersetzt werden, Schweißen ist nicht zulässig.

Wagenheberaufnahmen und Schweller

Kritisch

Typische Schwachstelle aller Baujahre, bei vernachlässigten Exemplaren durchgerostet.

Hintere Radläufe

Mittel

Klassischer Rostherd älterer W 124.

Vordere Kotflügel und Radhaus vorn rechts

Mittel

Kotflügel über den Blinkergehäusen und an den Spitzen. Unter dem Waschwasserbehälter im rechten Radhaus sammelt sich bei verstopftem Ablauf Schmutz.

Türen auf Höhe der Sacco-Bretter

Mittel

Die Verkleidungen (ab 1989) können Rost verdecken und sollten bei der Prüfung abgenommen werden.

Heckscheibenrahmen, Kofferraumdeckel und Heckleuchten

Mittel

Blech um die Heckscheibe sowie Heckpartie; über geschrumpfte Heckleuchten-Dichtungen kann Wasser eintreten.

T-Modell: Heckklappe und Unterkante der Seitenscheiben

Mittel

Kombi-spezifische Roststellen.

Wasserbasislack (Baujahre ab Ende 1992/1993)

Mittel

Großflächige Lackabplatzer mit Unterrostung deuten auf die Wasserbasislack-Jahre hin. Beim Cabrio nennt Auto Bild Klassik zusätzliche Roststellen an Türoberkanten, Motorhaube, Radläufen und Antennenfuß.

Allgemeine Schwachstellen

Diese Probleme treten unabhängig von der Motorisierung auf. Motorspezifische Schwachstellen findest du auf den einzelnen Modell-Seiten.

  • !
    Motorkabelbaum (Vierventil-Benziner ab Baujahr 1992) Werkstatt ab ca. 440 € (Instandsetzung, ohne Einbau)
    Die Isolierung wird durch Hitze brüchig und zerbröselt, Folge können Kurzschlüsse und defekte Motorsteuergeräte sein. Besonders oft genannt: E 280, E 320 und die V8. Die Instandsetzung eines Motorkabelbaums kostet beim Spezialisten zum Beispiel für den E 220 rund 440 bis 590 €, dazu kommt der Einbau.
  • !
    Zylinderkopfdichtung Werkstatt
    Kann bei allen Benzinern im Alter durchblasen, kritisch vor allem bei den Sechszylindern. Beim M 104 wird ein alter Kabelbaum beim Dichtungswechsel oft gleich mit beschädigt.
  • !
    KE-Jetronic (frühe M 102/M 103) Werkstatt
    Mengenteiler können defekt sein, die Teileversorgung ist gut.
  • !
    Automatikgetriebe Werkstatt
    Ab etwa 300.000 km steht oft eine Überholung an; ruppige Schaltvorgänge sind ein Warnsignal.
  • !
    Turbodiesel Werkstatt
    Die Diesel gelten als sehr haltbar, beim Turbo kommt der Lader als mögliche Schwachstelle hinzu.
  • !
    Vorderachse Werkstatt
    Traggelenke und weitere Achskomponenten vorn sind verschleißanfällig.
  • !
    Klima (R12) Werkstatt
    Ältere Anlagen mit R12; Umrüstung auf R134a und Funktion prüfen.
  • !
    Schiebedach selbst oder Werkstatt
    Mechanik wird bei höheren Laufleistungen schwergängig.
  • !
    Cabrio-Verdeck Werkstatt
    Elektrohydraulik mit sechs Hydraulikzylindern, auf Undichtigkeiten und sauberen Ablauf prüfen.
  • !
    T-Modell Niveauregulierung Werkstatt
    Hydropneumatische Niveauregulierung an der Hinterachse auf Funktion prüfen.
  • !
    Coupé und Cabrio: Gurtbringer selbst oder Werkstatt
    Die elektrischen Gurtbringer verdienen einen Funktionstest.
  • !
    MB-Tex / Leder-Sitze selbst oder Werkstatt
    Bei UV-Belastung Risse.
  • !
    Vakuum-Zentralverriegelung selbst oder Werkstatt
    Türschloss-Membranen werden brüchig.

H-Kennzeichen, was du wissen musst

Erste Modelle H-fähig ab
2014
Jährliche Kfz-Steuer
Pauschale Kfz-Steuer von 191,73 €/Jahr. Versicherung je nach Modell, Wert und Tarif, Richtwerte siehe Unterhaltskosten.

Die ersten Limousinen kamen im Dezember 1984 auf den Markt und sind damit seit Ende 2014 H-fähig. Limousinen (gebaut bis 1995), T-Modelle und Coupés (bis 1996) haben die 30-Jahre-Grenze inzwischen weitgehend erreicht. Bei den bis Juli 1997 gebauten Cabrios entscheidet das Erstzulassungsdatum: späte Exemplare werden erst 2027 oder 2028 H-fähig.

Voraussetzungen
  • ✓ Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurück
  • ✓ Hauptbaugruppen (Karosserie, Fahrwerk, Motor, Bremsen, Lenkung, Räder, Elektrik, Innenraum) weitgehend original oder zeitgenössisch verändert
  • ✓ Guter Pflege- und Erhaltungszustand
  • ✓ Gutachten nach § 23 StVZO, z. B. durch TÜV, DEKRA oder GTÜ, inklusive Hauptuntersuchung

Unterhaltskosten pro Jahr (Richtwerte)

Richtwerte, keine Einzelbelege: grobe Orientierung für die jährlichen Kosten bei Liebhaber-Nutzung mit wenigen tausend Kilometern. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Zustand, Variante, Werkstatt und Eigenleistung ab. Fest steht nur die Kfz-Steuer mit H-Kennzeichen (pauschal 191,73 € für Pkw).

Versicherung (Klassik-Tarif) 280–700 € (Cabrio/500E oberes Ende)
Kfz-Steuer 191,73 € (H-Pauschale)
Wartung und Inspektion 300–600 €
Verschleißteile (anteilig) 200–450 €
Jährliche Schraubereien 300–700 €
Summe pro Jahr (Richtwert) ca. 1.270–2.640 € pro Jahr (500E deutlich höher)

Versicherungs-Spanne über unseren Klassik-Versicherungs-Vergleicher konkretisierbar.

Kauf-Checkliste

Diese Punkte vor dem Kauf systematisch prüfen. Idealerweise mit einem Klassiker-Sachverständigen oder im Beisein eines erfahrenen Schraubers.

Karosserie, Rost-Check kritisch

  • Auf die Hebebühne: Hinterachsaufnahmen der Raumlenkerachse
  • Unterfahrschutz ab: Vorderachsträger und Querlenkeraufnahmen
  • Schweller und Wagenheberaufnahmen einzeln prüfen
  • Hintere Radläufe
  • Vordere Kotflügel (über den Blinkern, Spitzen) und Radhaus vorn rechts unter dem Waschwasserbehälter
  • Sacco-Bretter abnehmen, Türen darunter prüfen
  • Heckscheibenrahmen, Kofferraumdeckel, Heckleuchten-Dichtungen
  • Bei T-Modell: Heckklappe und Unterkante der Seitenscheiben
  • Lackabplatzer mit Unterrostung (Wasserbasislack ab Ende 1992/1993)
  • Lackdickenmessung über alle Karosserieteile

Motor & Antrieb

  • Bei Vierventil-Benzinern ab Baujahr 1992: Motorkabelbaum auf brüchige Isolierung prüfen oder Tauschrechnung verlangen
  • Zylinderkopfdichtung: Öl- oder Wasserverlust, Ölschlamm im Kühlwasser
  • Bei frühen KE-Jetronic-Motoren: Kaltstart und Leerlauf
  • Kompressionsmessung über alle Zylinder
  • Ölverbrauchs-Historie erfragen
  • Probefahrt: alle Gänge sauber
  • Bei Automatik: kein Schlupf, keine ruppigen Schaltvorgänge
  • Bei Turbodiesel: Turbolader auf Ölverlust und Pfeifen prüfen
  • Vorderachse: Traggelenke und Lenkungsspiel

Spezialitäten je Karosserie

  • Bei T-Modell: Niveauregulierung funktionsfähig (Heck hebt/senkt)
  • Bei Cabrio: Verdeck mehrmals öffnen und schließen, Hydraulik auf Undichtigkeiten prüfen
  • Bei Coupé und Cabrio: elektrische Gurtbringer testen
  • Bei Coupé: Spaltmaße und Fensterführung der Türen ohne B-Säule
  • Schiebedach (falls vorhanden): Mechanik nicht schwergängig
  • Klimaanlage: R134a-Umrüstung dokumentiert? Funktion testen

Dokumentation

  • Mercedes-Scheckheft mit MB-Stempeln oder Fachwerkstatt-Belegen
  • Rechnungen über Kabelbaum-Tausch (Vierventil-Benziner ab Baujahr 1992) und Zylinderkopfdichtung
  • Erstzulassungs-Nachweis und vollständige Halterhistorie
  • Mercedes-Classic-Datenkarte
  • Bei Cabrio: Verdeck-Wartungs-Nachweise
  • Bei T-Modell: Wartung der Niveauregulierung
  • TÜV-Bericht aktuell und nachvollziehbar

Welcher passt zu dir?

Entscheidungshilfe nach Käufer-Profil: finde die richtige Motorisierung und Karosserie-Variante für deinen Einsatzzweck.

Erstklassiker mit unverwüstlicher Technik

Mercedes W124 230E oder 300E Limousine

Vierzylinder M 102 oder Sechszylinder M 103, einfache Technik, sehr gute Teileversorgung. Gute Exemplare (Note 3 bis 2) liegen bei rund 6.500–10.500 €. Tipp für Dieselfreunde: die Vorkammer-Diesel bis zum 300 D Turbo.

Familien-Klassiker mit Praxistauglichkeit

Mercedes W124 T-Modell (E320T oder 300TD-Turbo)

Hydropneumatische Niveauregulierung serienmäßig, großer Laderaum, alltagstauglich. Note 2 bis 1: rund 14.500–24.000 €.

Sommer-Klassiker mit Komfort

Mercedes W124 Cabrio (E320 Cabrio)

Elektrohydraulisches Verdeck, Mercedes-Komfort. Note 2 bis 1: rund 26.000–40.000 €.

Sammler-Investment in Sport-Mercedes

Mercedes 500E (separate Pillar)

Rohbau und Endmontage bei Porsche in Zuffenhausen, 5,0-Liter-V8 mit 326 PS, verbreiterte Kotflügel. Note 2 bis 1: rund 72.000–120.000 €.

Alle Varianten im Wert-Vergleich

Klick auf eine Variante für die detaillierte Marktwert-Analyse und motorisierungs-spezifische Schwachstellen.

Variante Motor Leistung Verbrauch Eignung Wert (Note 2)
W124 Limousine M102/M103/M104/M111/M119 + OM601–606 72–279 PS 9–13 l/100km (Diesel 6–9) Daily bis Sammler 8.925–12.075 €
W124 T-Modell M102/M103/M104/M111 + OM601–606 72–272 PS 9–13 l/100km (Diesel 6–9) Alltagsklassiker 12.325–16.675 €
W124 Coupé (C124) M102/M103/M104/M111 118–272 PS 10–13 l/100km Sammler / sportlich 14.025–18.975 €
W124 Cabrio (A124) M104/M111 136–272 PS 10–13 l/100km Saison-Cruiser / Sammler 22.100–29.900 €
Mercedes 500E M119 V8 (326 PS) 320–326 PS 13–16 l/100km Sammler / Investment 61.200–82.800 €

Bezugsquellen, wo du dieses Modell findest

Vier Wege zum Klassiker, jeweils mit typischer Preislage und Risiko. Welcher passt, hängt von Budget, Zeit und gewünschter Absicherung ab.

Händler

Gepflegte Exemplare beim Mercedes-Klassiker-Spezialisten bzw. im Markencenter mit Historie und Gewährleistung.

Privatkauf

Großer Markt auf mobile.de, Classic Trader und Kleinanzeigen; Rost und Servicehistorie zwingend prüfen. Motorkabelbaum (Vierventil-Benziner ab Baujahr 1992) und Unterboden auf der Hebebühne zwingend prüfen.

Auktion

Für seltene und dokumentierte Exemplare (Sondermodelle, AMG, Cabrio).

Import

Teils aus dem Ausland (USA, trockene Klimazonen); Euro-Spec-Umbau und Vollabnahme nach §21 StVZO einplanen.

Häufige Fragen zur Mercedes-Benz-W124-Reihe

Was ist ein Mercedes W124 wert? +
Eine W124 Limousine in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 bei rund 10.500 €, Topzustand (Note 1) bei rund 16.000 €, Restaurierungsobjekte (Note 5) ab etwa 1.200 €. In Note 2 liegen das T-Modell bei rund 14.500 €, das Coupé bei 16.500 € und das Cabrio bei 26.000 €. Der 500 E liegt eigenständig bei rund 72.000 € in Note 2 (eigene Kaufberatung).
Warum gilt der W124 als 'bester Mercedes aller Zeiten'? +
Häufig genannt werden drei Gründe: 1) Solide Verarbeitung im Geist des W 123, kombiniert mit moderner Technik wie Raumlenker-Hinterachse, ABS (ab 1988 Serie) und Fahrer-Airbag (ab Oktober 1992 Serie). 2) Große Vielfalt: Limousine, T-Modell, Coupé, Cabriolet, Langversion und Fahrgestell, dazu V8- und AMG-Modelle. 3) Mit 2.737.860 gebauten Fahrzeugen ist die Baureihe 124 laut Mercedes-Benz die erfolgreichste E-Klasse, Teileversorgung und Fachwissen sind entsprechend gut.
Welcher W124-Motor ist am haltbarsten? +
Als besonders robust gelten die Vorkammer-Diesel OM 601 bis OM 603 und die Zweiventil-Sechszylinder M 103 im 260 E und 300 E, die zudem sehr laufruhig sind. Laut auto motor und sport sind viele W 124-Motoren bei ordentlicher Wartung für eine halbe Million Kilometer gut. Bei allen Benzinern sollte man die Zylinderkopfdichtung im Blick behalten.
Warum ist das Kabelbaum-Problem beim W124 kritisch? +
Bei den Vierventil-Benzinern ab Baujahr 1992 (M 104, M 111 und V8) wird die Isolierung des Motorkabelbaums durch die Hitze im Motorraum brüchig und zerbröselt. Folge können Kurzschlüsse und Überspannungen sein, die Motorsteuergeräte beschädigen. Besonders häufig genannt werden die Vierventil-Sechszylinder E 280 und E 320 sowie die V8-Modelle. Die Instandsetzung des Kabelbaums kostet beim Spezialisten zum Beispiel für den E 220 rund 440 bis 590 €, dazu kommt der Einbau; für den kompletten Tausch in der Werkstatt werden rund 500 bis 1.500 € genannt. Vor dem Kauf nach einer Rechnung über den Tausch fragen.
Welche W124-Karosserie ist am gesuchtesten? +
Gemessen an Note 2 liegt der 500 E beim knapp Siebenfachen der Limousine, das Cabrio beim knapp 2,5-Fachen, das Coupé beim 1,6-Fachen und das T-Modell beim 1,4-Fachen. Bei den Limousinen sind der 300 E-24 und der seltene E 60 AMG gesucht, bei T-Modell, Coupé und Cabrio der E 36 AMG.
Wie viele Mercedes W124 wurden gebaut? +
Laut Mercedes-Benz entstanden zwischen 1984 und 1997 insgesamt 2.737.860 Fahrzeuge der Baureihe 124: 2.213.167 Limousinen, 340.503 T-Modelle, 141.498 Coupés, 33.952 Cabriolets, 2.342 Limousinen mit langem Radstand und 6.398 Fahrgestelle für Sonderaufbauten. Der 500 E entstand einschließlich E 500 und E 60 AMG 10.479-mal, vom E 60 AMG nur 147 oder 148 Exemplare.
Ist der W124 H-Kennzeichen-fähig? +
Ja. Maßgeblich ist die Erstzulassung plus 30 Jahre. Die ersten Limousinen kamen im Dezember 1984 auf den Markt und sind seit Ende 2014 H-fähig. Limousinen, T-Modelle und Coupés haben die Grenze inzwischen weitgehend erreicht, späte Cabrios (gebaut bis Juli 1997) werden erst 2027 oder 2028 H-fähig. Voraussetzung ist ein Gutachten nach § 23 StVZO: Hauptbaugruppen weitgehend original oder zeitgenössisch verändert, guter Erhaltungszustand. Tieferlegungen, moderne Räder oder Leistungssteigerungen können das H-Kennzeichen gefährden.
Was kostet die Wartung eines W124? +
Als Richtwert rechnen wir mit 300–600 € für die jährliche Wartung plus 200–450 € für Verschleißteile, also etwa 500–1.050 € pro Jahr ohne größere Reparaturen. Typische Einzelposten: Motorkabelbaum bei Vierventil-Benzinern ab Baujahr 1992 (Instandsetzung ab rund 440 € plus Einbau, Tausch in der Werkstatt rund 500 bis 1.500 €), Zylinderkopfdichtung, beim Automatikgetriebe ab etwa 300.000 km oft eine Überholung, beim Cabrio die Verdeckhydraulik. Rost an Hinterachs- und Wagenheberaufnahmen kann deutlich teurer werden als die Technik.
Welcher W124-Lack ist heute am gesuchtesten? +
Belastbare Daten zu Farbaufschlägen gibt es nicht. Wichtiger als der Farbton ist, dass die Lackierung der Originalfarbe laut Datenkarte entspricht und in gutem Zustand ist. Bei vielen Fahrzeugen ab Ende 1992/1993 kam Wasserbasislack zum Einsatz, der zu Abplatzern und Unterrostung neigen kann.
Was ist der Unterschied zwischen W124 und der späteren E-Klasse? +
Der W 124 wurde im Juni 1993 mit der Modellpflege in E-Klasse umbenannt (vorher 200 E, 230 E usw., danach E 200, E 220 usw.). Die neuen Vierventilmotoren M 111 und M 104 (E 280/E 320) waren bereits 1992 eingeführt worden. Der Nachfolger W 210 kam 1995 als komplett neue Generation. Viele Liebhaber sehen im W 124 die letzte konsequent auf Langlebigkeit ausgelegte E-Klasse.

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Quellen und weiterführende Informationen
Stand: Oktober 2026