VW Golf I Cabriolet (Karmann)
Erdbeerkörbchen · 1.5 / 1.6 / 1.8 · 1979–1993
Das VW Golf I Cabriolet (Typ 155), wegen seines festen Überrollbügels Erdbeerkörbchen genannt, wurde von Juni 1979 bis 1993 bei Karmann in Osnabrück gebaut. Mit 388.522 Exemplaren überholte es laut Volkswagen das Käfer Cabriolet, und es war das erste Auto seiner Klasse mit fest installiertem Überrollbügel. Weil es auf der Golf-I-Basis weiterlief, während die Limousine bereits zum Golf II und Golf III wechselte, ist das Golf I Cabriolet ein Klassiker mit eigener Identität. Marktwerte Stand Oktober 2026: rund 1.200 bis 22.000 Euro, außergewöhnliche Exemplare mit sehr geringer Laufleistung aus erster Hand auch darüber.
Marktwerte nach Zustand
Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.
| Zustand | Marktwert-Range |
|---|---|
| Zustand 1 (Topzustand) | 18.700 – 25.299 € |
| Zustand 2 (Gut) | 11.900 – 16.099 € |
| Zustand 3 (Gepflegt) | 6.800 – 9.200 € |
| Zustand 4 (Alltag) | 2.975 – 4.024 € |
| Zustand 5 (Restobjekt) | 1.020 – 1.380 € |
Über den VW Golf I Cabriolet (Karmann)
Das Golf I Cabriolet (intern Typ 155) wurde am 27. Februar 1979 auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt, fünf Jahre nach der Golf-I-Limousine. Die Produktion lief im Juni 1979 an, entwickelt und gebaut wurde das Cabrio bei Karmann in Osnabrück, wo bis Januar 1980 parallel noch das Käfer Cabriolet entstand. Der fest installierte Überrollbügel machte es zum ersten Auto seiner Klasse mit dieser Lösung und gab ihm den Spitznamen Erdbeerkörbchen.
Die Bauzeit von rund 14 Jahren (1979–1993) ist eine Besonderheit: Während die geschlossenen Golf-Modelle 1983 zum Golf II und 1991 zum Golf III wechselten, blieb das Cabriolet auf der Golf-I-Plattform. Es erhielt 1983 eine Modellpflege, ab 1985 gab es Katalysator-Versionen, 1987 kamen voluminösere Radläufe und Seitenschweller, ab 1990 war ein elektrohydraulisches Verdeck erhältlich und 1992 ein Fahrer-Airbag auf Wunsch. Nach 388.522 Exemplaren endete die Produktion 1993, Nachfolger wurde das Golf III Cabriolet.
Motorseitig begann das Cabrio 1979 mit dem 1.5 (70 PS) im GLS und dem 1.6 mit K-Jetronic (110 PS) im GLi. Später folgten der 1.6 mit 75 PS bzw. 72 PS mit Kat sowie 1.8-Liter-Motoren mit 90, 95 und 98 PS und der 1.8 GLi mit 112 PS. Zuletzt gab es nur noch den 1.8 mit 98 PS und geregeltem Katalysator. Gesuchte Sondermodelle sind laut Volkswagen und AUTO BILD Klassik vor allem Etienne Aigner, Acapulco, Genesis, Bel Air und Classicline.
Technisch basiert das Cabrio auf dem Golf I, die Bodengruppe ist jedoch verstärkt. Die Motoren gelten als robust und reparaturfreundlich, viele Teile stammen aus dem Großserienregal von Volkswagen. Das macht das Erdbeerkörbchen zu einem vergleichsweise alltagstauglichen Klassiker-Cabrio.
Motorisierungen
- → 1.5 Liter (1.471 cm³), 70 PS (51 kW), 110 Nm, ab 1979 (GLS)
- → 1.6 Liter (1.588 cm³) GLi mit K-Jetronic, 110 PS (81 kW), 140 Nm, 1979–1982
- → 1.6 Liter (1.595 cm³), 75 PS (55 kW), 125 Nm
- → 1.6 Liter (1.595 cm³) mit Katalysator, 72 PS (53 kW), 120 Nm, ab 1986
- → 1.8 Liter (1.781 cm³), 90 PS (66 kW), 145 Nm, 1983–1988
- → 1.8 Liter (1.781 cm³), 95 PS (70 kW), 142 Nm, 1985–1989
- → 1.8 Liter (1.781 cm³) mit geregeltem Katalysator, 98 PS (72 kW), 143 Nm, 1989–1993
- → 1.8 Liter (1.781 cm³) GLi, 112 PS (82 kW), 153 Nm, 1982–1989 (ohne Katalysator)
Karosserie-Varianten
- → Cabriolet 2-türig mit festem Überrollbügel (1979 bis 1993, einzige Karosserie)
Typische Schwachstellen
Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:
- ! Verdeck: Risse im Bezug meist an den Knickstellen durch Sonne und Alter, Undichtigkeiten an den Dichtungen über den vorderen Seitenscheiben und an den Gummilippen von A- und B-Säule. Das ab 1990 erhältliche elektrohydraulische Verdeck gilt nicht als besonders störanfällig.
- ! Rost an Radläufen, Türunterkanten und Schwellern, am Übergang von der Heckwand zur Reserveradmulde, am Tankeinfüllstutzen, an Achsaufnahmen und vorderen Federbeindomen sowie im Bereich der hinteren Dichtung, wo sich Wasser sammelt.
- ! Fahrwerk: Das schwere Verdeck lastet auf der Hinterachse, gebrochene Federn und angerostete Federteller sind typisch. Dazu kommen ausgeschlagene Radlager, Achsmanschetten, Spur- und Querlenker.
- ! Motor: Die Vierzylinder gelten als robust und reparaturfreundlich. Typisch sind Undichtigkeiten am Kühlmittelflansch und ein defekter Hallgeber am Verteiler (unrunder Lauf, Zündaussetzer). Den letzten Zahnriemenwechsel per Nachweis prüfen.
- ! Innenraum: Der Dachhimmel aus Kunstleder kann ausbleichen oder sich lösen, ein frisch gereinigter Himmel kann Wasserflecken verbergen. Die Persenning für das geöffnete Verdeck sollte vorhanden sein.
- ! Wassereintritt: Flecken im Kofferraum oder an den Verkleidungen weisen auf undichte Dichtungen hin, eine Waschanlagen-Probe bei der Probefahrt deckt Undichtigkeiten auf.
- ! Elektrik: Die Anlage ist einfach aufgebaut. Häufige Fehlerquellen sind nachträglich eingebaute Radios mit zerschnittenen Kabelbäumen und ein schwacher Akku, der Störungen der Multifunktionsanzeige auslöst.
Worauf beim Kauf achten
- ✓ Gesucht sind vor allem gut ausgestattete Sondermodelle wie Bel Air, Acapulco, Classicline und Etienne Aigner (Lederausstattung mit Sitzheizung, elektrisches Stoffverdeck, elektrische Fensterheber vorn). Young Line, Fashion Line und Sportline sind einfacher ausgestattet und günstiger.
- ✓ Der Verdeckzustand ist ein zentrales Kaufkriterium. Neue Verdecke sind lieferbar, ein PVC-Verdeckbezug ohne Heckscheibe kostet als Teil rund 485 Euro, dazu kommt die Montage. Kokosmatte und Spannstoff mit Gurten sollten mit erneuert werden.
- ✓ Karosserie-Substanz unbedingt von unten prüfen, vor allem Schweller, Radläufe, Übergang Heckwand zur Reserveradmulde, Tankeinfüllstutzen und vordere Federbeindome. Nicht auf Verkäuferfotos verlassen.
- ✓ Originalräder und ein gepflegter Innenraum sind für den Wert entscheidend. Ein Windschott am Überrollbügel ist unproblematisch, es war auch ab Werk erhältlich. Stark modifizierte Fahrzeuge verlieren an Wert.
- ✓ Die Classicline ist besonders in Dunkelgrün mit beigem Verdeck gefragt, auch Dunkelblau und Dunkelrot sind beliebt.
- ✓ Die späten 1.8-Liter-Modelle mit geregeltem Katalysator (98 PS ab 1989) sind alltagstauglich, Sammler bevorzugen dagegen oft die frühen Modelle vor der Modellpflege von 1983.
- ✓ H-Kennzeichen: Seit 2023 haben alle Baujahre die 30-Jahres-Grenze erreicht, frühe Fahrzeuge von 1979 bereits seit 2009. Voraussetzung ist ein Oldtimergutachten.
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Häufige Fragen zum VW Golf I Cabriolet (Karmann)
Was ist ein VW Golf I Cabriolet 2026 wert? +
Warum heißt das Golf I Cabriolet Erdbeerkörbchen? +
Welche Sondermodelle gibt es beim Golf I Cabriolet? +
Wie viel kostet eine Verdeck-Erneuerung beim Golf I Cabrio? +
Welche Rost-Stellen sind beim Golf I Cabrio besonders kritisch? +
Welche Golf I Cabriolets sind besonders gefragt? +
Welche Klassik-Versicherung empfiehlt sich für das Golf I Cabriolet? +
Welche Alternativen zum Golf I Cabriolet gibt es? +
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title="Volkswagen VW Golf I Cabriolet (Karmann) Marktwert-Check"
loading="lazy"></iframe> - Volkswagen Newsroom: Historie Golf I, III und IV Cabriolet
- Volkswagen Newsroom: Motorversionen Golf 1 Cabriolet (Steckbrief)
- Wikipedia: VW Golf Cabriolet (Abschnitt Golf I Cabriolet)
- AUTO BILD: VW Golf I Cabrio (1979–1992), Kaufberatung
- AUTO BILD Klassik: VW Golf 1 Cabrio
- Classic Trader: Volkswagen Typ 155