KAUFBERATUNG 2026

Mercedes /8 (W114/W115) Kaufberatung 2026

Strich-Acht Limousine und Coupé, Mercedes-Mittelklasse 1968–1976

Mercedes /8 (W114/W115), Strich-Acht
Foto: 1bumer · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Der Mercedes /8 (gesprochen „Strich-Acht“) war die erste Mercedes-Baureihe, die sich mehr als eine Million Mal verkaufte. Zwischen 1968 und 1976 baute Mercedes-Benz 1.919.056 Exemplare der Baureihen W114 (Sechszylinder) und W115 (Vier- und Fünfzylinder, Benziner und Diesel). Der /8 war das Brot-und-Butter-Auto der gehobenen Mittelschicht der 70er und ist heute ein beliebter Oldtimer. Diese Kaufberatung deckt die Limousinen (W114 und W115) und das seltenere Coupé (W114) ab.

Das Wichtigste in Kürze
Für wen geeignet
Der Strich-Acht, Mercedes-Mittelklasse von 1968 bis 1976; solide Limousine und gesuchtes Coupé.
Preisspanne (Note 2)
Limousine 11.500–15.500 €, Coupé 19.500–26.500 € (Note 2).
Größtes Risiko
Rost, vor allem im Verborgenen (Wasserkasten, Fußräume, Schweller, hintere Seitenteile), dazu die D-Jetronic-Einspritzung bei 250 CE, 280 E und 280 CE.
Inhalt dieser Kaufberatung
  1. Modell-Historie und Bauzeitraum
  2. Karosserie-Varianten im Überblick
  3. Motorisierungen im Überblick
  4. Rost-Hotspots, die kritischen Zonen
  5. Allgemeine Schwachstellen
  6. H-Kennzeichen-Voraussetzungen
  7. Unterhaltskosten pro Jahr (Richtwerte)
  8. Kauf-Checkliste
  9. Welcher passt zu dir?
  10. Varianten im Wert-Vergleich
  11. Bezugsquellen
  12. Häufige Fragen

Modell-Historie und Bauzeitraum

Der /8 löste 1968 die „kleine Heckflosse“ W 110 ab und brachte Mercedes ins moderne Zeitalter. Paul Bracq zeichnete eine schnörkellose, sachliche Limousine mit klaren Linien. Technisch neu waren die Schräglenker-Hinterachse („Diagonal-Pendelachse“) und Scheibenbremsen an allen vier Rädern. Sicherheitslenkung mit Pralltopf (seit August 1967 in allen Mercedes-Pkw) und Knautschzonen (seit der „Heckflosse“ 1959) brachte er bereits als Serienstand mit.

Intern unterschied Mercedes zwischen W114 (Sechszylinder-Modelle 230, 250, 280) und W115 (Vier-Zylinder Benzin 200/220/230.4 sowie Diesel 200D/220D/240D/240D 3.0). Karosserie und Innenraum waren weitgehend identisch; kleine Unterschiede im Vorderbau gab es erst bei den 1972 eingeführten 280 und 280 E mit M 110-Motor.

Ende 1968 wurde das Coupé (intern W114) vorgestellt und ab 1969 zunächst als 250 C und 250 CE ausgeliefert, ab 1972 auch als 280 C und 280 CE, mit niedrigerer Dachlinie, B-Säulen-loser Konstruktion und dem gleichen sachlichen Designansatz. Heute ist das Coupé die am höchsten bewertete /8-Karosserie.

In Deutschland war der /8 Geschäftswagen und vor allem Taxi: Bis Opel im Juli 1972 den Rekord D mit Dieselmotor brachte, war Mercedes der einzige deutsche Hersteller von Diesel-Pkw. Später fuhren viele Exemplare als Taxi in Nordafrika und im Nahen Osten weiter. Ein griechisches 240-D-Taxi legte mit drei Austauschmotoren 4,6 Millionen Kilometer zurück und steht heute im Mercedes-Benz Museum. Ab Januar 1976 löste der W123 den /8 ab; die Limousine lief noch bis Dezember 1976 weiter, weil Mercedes dies dem Taxigewerbe zugesagt hatte.

Bauzeitraum
1968–1976
Produktionszahl
ca. 1.919.000 (Limousine + Coupé + Langversion)
Produktionsstätte
Sindelfingen (Hauptwerk), dazu Montage u. a. in Südafrika, Argentinien und Portugal

Karosserie-Varianten

W115 Limousine (Vier-Zylinder & Diesel) 1968–1976

Volumen-Variante. 200, 220, 230.4 Benziner und 200 D bis 240 D 3.0 (erster Serien-Pkw mit Fünfzylindermotor). Standard-Geschäftsauto.

W114 Limousine (Sechszylinder) 1968–1976

Sechszylinder-Limousinen 230.6, 250 und 280 / 280 E. Mehr Leistung, höhere Ausstattung. Karosserie weitgehend identisch mit W115, 280 und 280 E mit längerer hinterer Stoßstange.

W114 Coupé 1969–1976

250 C, 250 CE, 280 C und 280 CE. Niedrigere Dachlinie, B-Säulen-los. 67.048 Stück gebaut (gegenüber rund 1,85 Millionen Limousinen, Langversionen und Fahrgestellen), heute die am höchsten bewertete /8-Karosserie.

Langversion (8-Sitzer) 1968–1976

Um 650 mm verlängerter Radstand (3.400 mm), acht Sitze in drei Reihen, gemeinsam mit den Limousinen in Sindelfingen gebaut. Basis 230/230.6 (W114) sowie 220 D und 240 D (W115). Fast 10.000 Stück, vor allem für Taxi- und Reiseunternehmen, Hotels und Behörden. Heute selten.

Motorisierungen im Überblick

Die wichtigsten Triebwerke der Baureihe. Für motorisierungsspezifische Schwachstellen und Marktwerte siehe die einzelnen Modell-Seiten unten.

M 115 (4-Zyl. Benzin)

200 (95 PS), 220 (105 PS, bis 1973) und 230.4 (110 PS, ab 1973). Stromberg-Vergaser, robust und wartungsfreundlich.

M 180, M 114, M 130, M 110 (6-Zyl. Benzin)

230 bzw. 230.6 (M 180, 120 PS), 250 und 250 C (M 114 2,5 l, 130 PS; ab 1972 M 130 2,8 l, 130 PS), 250 CE (M 114 mit D-Jetronic, 150 PS), 280 und 280 C (M 110 DOHC, 160 PS) sowie 280 E und 280 CE (M 110 mit D-Jetronic, 185 PS). Der 250 CE war der erste Mercedes mit elektronisch geregelter Einspritzung.

OM 615/OM 616 (4-Zyl. Vorkammer-Diesel)

200 D (OM 615, 55 PS), 220 D (OM 615, 60 PS, meistgebauter W115) und ab 1973 240 D (OM 616, 65 PS). Laufleistungen von einer Million Kilometern waren im Taxibetrieb keine Seltenheit.

OM 617 (5-Zyl. Diesel, ab 1974)

240 D 3.0 mit 3.005 cm³ und 80 PS, erster Serien-Pkw mit Fünfzylindermotor, 53.690 Stück. Der Motor ging später im W123 (300 D) weiter.

Rost-Hotspots, die kritischen Zonen

Rost ist der mit Abstand wichtigste Wertkiller. Diese Stellen vor dem Kauf zwingend prüfen. Der Schwere-Indikator zeigt den Reparatur-Aufwand.

Lüftungs-Wasserkasten unter der Frontscheibe

Kritisch

Mittlerer, unterer Bereich und seitliche Ausläufer. Schwer einsehbar und eine der wichtigsten Roststellen.

Schweller und Wagenheber-Aufnahmen

Kritisch

Vor allem vorne innen. Schweller einzeln abklopfen, Wagenheber-Aufnahmen genau ansehen.

Fußräume vorne

Kritisch

Unter der in Wagenfarbe lackierten Bitumenmatte kann ein Loch klaffen. Blasen entlang der Diagonalstreben deuten auf Durchrostung.

Hintere Seitenteile, Radläufe und Endspitzen

Kritisch

Rost frisst sich oft unbemerkt vom Innenkotflügel her durch; dann muss häufig der komplette hintere Kotflügel samt Innenradlauf getauscht werden.

Vordere Kotflügel, Lampentöpfe und Stehwände

Mittel

Bereich um die Scheinwerfertöpfe und die Stehwände, an denen die Kotflügel verschraubt sind. Auch Motorhaubenfalze und vorderen Querträger prüfen.

Kofferraum: Reserveradwanne, Stoßdämpferdome, Heckschürze innen

Mittel

Gummimatte anheben. Fehlende Wasserabläufe und schwache Konservierung begünstigen Rost.

Türen und Schiebedach

Mittel

Türen unten an verstopften Abläufen; bei Fahrzeugen mit Schiebedach rostet der Deckelrand gern.

Allgemeine Schwachstellen

Diese Probleme treten unabhängig von der Motorisierung auf. Motorspezifische Schwachstellen findest du auf den einzelnen Modell-Seiten.

  • !
    Vergaser (alle Modelle ohne Einspritzung) Werkstatt
    Vierzylinder mit Stromberg-, Sechszylinder mit Zenith- bzw. Solex-Registervergaser. Unruhiger Leerlauf deutet oft auf ausgeschlagene Drosselklappenwellen.
  • !
    D-Jetronic (250 CE, 280 E, 280 CE) Werkstatt
    Erste elektronisch geregelte Einspritzung bei Mercedes. Fehlersuche an Steuergerät und Sensoren gehört in eine erfahrene Werkstatt.
  • !
    Diesel (OM 615/616/617) Werkstatt
    Spontaner Kaltstart, gleichmäßiges Rußbild und Warmstart ohne Vorglühen prüfen; schlechtes Startverhalten deutet auf mangelnde Kompression.
  • !
    Getriebe Werkstatt
    Schalt- und Automatikgetriebe gelten bei regelmäßiger Wartung als robust. Beim Automatik sollte das Öl am Messstab klar rot sein.
  • !
    Hinterachse und Antrieb Werkstatt
    Heulende Differenziale eher lästig als gefährlich; Mittellager der Kardanwelle und Antriebswellen-Manschetten prüfen.
  • !
    Lenkung und Vorderachse Werkstatt
    Ausgeschlagene, nicht mehr nachstellbare Lenkgetriebe, verschlissene Trag- und Führungsgelenke, rissige Gummilager.
  • !
    Bremsen selbst oder Werkstatt
    Kolben der hinteren Bremssättel setzen sich gern fest.
  • !
    Polster und Innenausstattung Werkstatt
    Gute originale Stoffpolster sind sehr selten; wegen der vielen Ausstattungsvarianten ist passender Ersatz mühsam zu finden.
  • !
    Vakuum-Zentralverriegelung selbst oder Werkstatt
    Membranen und Leitungen werden mit dem Alter undicht.
  • !
    Originalradio Becker selbst machbar
    Oft nicht mehr funktionsfähig, für Sammler aber ein Wertfaktor.

H-Kennzeichen, was du wissen musst

Erste Modelle H-fähig ab
1998
Jährliche Kfz-Steuer
Pauschale Kfz-Steuer 191,73 €/Jahr. Klassik-Versicherung je nach Anbieter, Fahrzeugwert und Tarif; Coupés wegen höherer Werte meist teurer.

Alle /8 sind mehr als 30 Jahre alt und damit grundsätzlich H-Kennzeichen-fähig. Entscheidend ist ein positives Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO.

Voraussetzungen
  • ✓ Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurück
  • ✓ Weitestgehend Originalzustand (zeitgenössische Änderungen möglich)
  • ✓ Guter Erhaltungszustand
  • ✓ Positives Gutachten nach § 23 StVZO durch TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS
  • ✓ Untersuchung im Umfang einer Hauptuntersuchung

Unterhaltskosten pro Jahr (Richtwerte)

Richtwerte, keine Einzelbelege: grobe Orientierung für die jährlichen Kosten bei Liebhaber-Nutzung mit wenigen tausend Kilometern. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Zustand, Variante, Werkstatt und Eigenleistung ab. Fest steht nur die Kfz-Steuer mit H-Kennzeichen (pauschal 191,73 € für Pkw).

Versicherung (Klassik-Tarif) 280–650 € (Coupé oberes Ende)
Kfz-Steuer 191,73 € (H-Pauschale)
Wartung und Inspektion 350–700 €
Verschleißteile (anteilig) 200–450 €
Jährliche Schraubereien 350–800 €
Summe pro Jahr (Richtwert) ca. 1.370–2.790 € pro Jahr

Versicherungs-Spanne über unseren Klassik-Versicherungs-Vergleicher konkretisierbar.

Kauf-Checkliste

Diese Punkte vor dem Kauf systematisch prüfen. Idealerweise mit einem Klassiker-Sachverständigen oder im Beisein eines erfahrenen Schraubers.

Karosserie, Rost ist DAS Thema

  • Schweller und Wagenheber-Aufnahmen einzeln drücken/prüfen
  • Fußräume vorne unter der Bitumenmatte (Teppich anheben!)
  • Vordere Kotflügel, Lampentöpfe und Stehwände
  • Hintere Radläufe / Bördelkanten
  • Kofferraum-Mulde und Reserverad-Bereich
  • Türen unten und Türfalz innen
  • Lüftungs-Wasserkasten unter der Frontscheibe
  • Lackdickenmessung über alle Karosserieteile

Motor & Antrieb

  • Bei Benzinern: Vergaser-Zustand (Standgas, Beschleunigung)
  • Bei 250 CE, 280 E und 280 CE: D-Jetronic funktionsfähig?
  • Bei Diesel: spontaner Kaltstart, gleichmäßiges Rußbild, Warmstart ohne Vorglühen
  • Kompressionsmessung über alle Zylinder
  • Automatikgetriebe: sanfte Schaltvorgänge, Öl am Messstab klar rot
  • Probefahrt: Hinterachs-Geräusche bei Lastwechsel
  • Ölverbrauchs-Historie erfragen

Innenraum & Elektrik

  • Original-Polster (MB-Tex oder Stoff), Risse?
  • Original-Lenkrad und Holz-Armaturen (falls vorhanden)
  • Vakuum-Zentralverriegelung funktioniert?
  • Sicherungskasten im Vorderwagen, Korrosion?
  • Originalradio (Becker) als Wertfaktor
  • Bei Coupé: rahmenlose Fenster gehen sauber rauf und runter?

Dokumentation

  • Mercedes-Scheckheft mit MB-Stempeln
  • Erstzulassungs-Nachweis (idealerweise Erstauslieferung-Beleg)
  • Mercedes-Classic-Datenkarte vom Werk
  • Halterhistorie möglichst lückenlos
  • TÜV-Bericht aktuell und nachvollziehbar
  • H-Gutachten vorhanden?

Welcher passt zu dir?

Entscheidungshilfe nach Käufer-Profil: finde die richtige Motorisierung und Karosserie-Variante für deinen Einsatzzweck.

Klassiker-Einsteiger mit kleinem Budget

Mercedes 200 oder 220 (W115 Vier-Zylinder)

Einfache Vergaser-Technik, gute Teilversorgung, gut geeignet für Selbstschrauber. Chromradar-Werteleiter Limousine: Note 3 um 8.000 €, Note 2 um 13.500 €.

Diesel-Enthusiast und Vielfahrer

Mercedes 240 D 3.0 (W115 mit OM 617)

Erster Serien-Pkw mit Fünfzylindermotor, 80 PS, 53.690 Stück. Preislich im Rahmen der Limousinen-Leiter (Note 2 rund 11.500–15.500 €).

Sechszylinder-Komfort-Fahrer

Mercedes 280 E (W114) Limousine

Mit D-Jetronic-Einspritzung 185 PS. Top-Modell der Limousine, klassischer 70er-Charakter. Note 2 laut Limousinen-Leiter 11.500–15.500 €, Topzustand bis 25.000 €.

Sammler mit Stil

Mercedes 280 CE Coupé (W114)

B-Säulen-lose Eleganz, rahmenlose Fenster. Unter Sammlern gefragt. Note 2 laut Coupé-Leiter 19.500–26.500 €; den 280 CE notiert Hiscox 2026 mit 26.000 € (Note 2) und 44.000 € (Note 1).

Alle Varianten im Wert-Vergleich

Klick auf eine Variante für die detaillierte Marktwert-Analyse und motorisierungs-spezifische Schwachstellen.

Variante Motor Leistung Verbrauch Eignung Wert (Note 2)
/8 Limousine (W114/W115) M 115/M 180/M 114/M 130/M 110 + OM 615–OM 617 55–185 PS Benziner ca. 12–16 l/100 km, Diesel ca. 9,5–13 l/100 km (Werksangaben) Sammler / Klassiker 11.500–15.500 €
/8 Coupé (W114) M 114/M 130/M 110 (250 C, 250 CE, 280 C, 280 CE) 130–185 PS ca. 11,7–12,5 l/100 km (Werksangaben) Sammler / sportlich 19.500–26.500 €

Bezugsquellen, wo du dieses Modell findest

Vier Wege zum Klassiker, jeweils mit typischer Preislage und Risiko. Welcher passt, hängt von Budget, Zeit und gewünschter Absicherung ab.

Händler

Gepflegte Exemplare beim Mercedes-Klassiker-Spezialisten bzw. im Markencenter mit Historie und Gewährleistung.

Privatkauf

Großer Markt auf mobile.de, Classic Trader und Kleinanzeigen; Rost und Servicehistorie zwingend prüfen, bei 250 CE, 280 E und 280 CE den Zustand der D-Jetronic.

Auktion

Für seltene und dokumentierte Exemplare (etwa Coupés, Langversionen oder frühe Fahrzeuge mit lückenloser Historie).

Import

Teils aus dem Ausland (USA, trockene Klimazonen); Umbau auf Europa-Ausführung und Vollabnahme nach §21 StVZO einplanen.

Häufige Fragen zur Mercedes-Benz-W114-W115-Reihe

Was ist ein Mercedes /8 wert? +
Eine /8-Limousine (W114/W115) in gutem Zustand (Note 2) liegt im Oktober 2026 zwischen 11.500 und 15.500 €. Topzustand bis 25.000 €, Restaurierungsobjekte ab 1.500 €. Das deutlich seltenere Coupé (W114) liegt bei 19.500–26.500 €, Topzustand bis 40.000 €.
Was ist der Unterschied zwischen W114 und W115? +
Chassis, Karosserie und Innenraum sind weitgehend gleich, der Unterschied liegt im Motor: W114 = Sechszylinder (230 bzw. 230.6, 250, 280, 280 E), W115 = Vier- und Fünfzylinder, Benziner und Diesel (bis zum 240 D 3.0). Kleine Abweichungen im Vorderbau haben nur 280 und 280 E. Das Coupé (250 C, 250 CE, 280 C, 280 CE) ist intern immer W114.
Warum heißt der /8 Strich-Acht? +
Der Vorgänger W 110 („Heckflosse“) trug teils die gleichen Verkaufsbezeichnungen und wurde bis Februar 1968 parallel gebaut. Zur Unterscheidung erhielten die neuen Modelle in den Fahrzeugpapieren das Kürzel „/8“, abgeleitet vom Erscheinungsjahr 1968. Daraus wurde der Spitzname „Strich-Acht“.
Welcher /8-Diesel ist der haltbarste? +
Alle /8-Diesel gelten als sehr langlebig: der OM 615 (200 D, 220 D), der OM 616 (240 D) und der Fünfzylinder OM 617 (240 D 3.0). Laufleistungen von einer Million Kilometern waren im Taxibetrieb keine Seltenheit; ein 240 D brachte es mit drei Austauschmotoren auf 4,6 Millionen Kilometer. Der 240 D 3.0 war der erste Serien-Pkw mit Fünfzylindermotor, sein OM 617 lief später im W123 (300 D) weiter.
Ist das /8 Coupé eine gute Wertanlage? +
Eine Wertprognose ist nicht seriös möglich. Das W114 Coupé ist unter Sammlern gefragt und selten: 67.048 Coupés gegenüber rund 1,85 Millionen Limousinen, Langversionen und Fahrgestellen. Gute Exemplare (Note 2) liegen bei 19.500–26.500 €, Topzustand bis 40.000 €.
Wie problematisch ist Rost beim /8? +
Sehr problematisch. Bis 1971 gab es praktisch keine Hohlraumversiegelung, die zweite Serie ab 1973 ist besser geschützt. Kritisch: Lüftungs-Wasserkasten, vordere Fußräume, Schweller samt Wagenheber-Aufnahmen, vordere Kotflügel mit Lampentöpfen, hintere Seitenteile und Radläufe. Ein optisch perfektes Exemplar kann unten komplett durchgerostet sein. Lackdickenmessung und Hebebühne sind Pflicht.
Ist der /8 H-Kennzeichen-fähig? +
Ja, alle /8 sind seit 1998 (Produktionsstart 1968) bzw. 2006 (Produktionsende 1976) H-Kennzeichen-fähig. Voraussetzung: originaler Zustand. Bei Tieferlegungen oder Tuning-Modifikationen ist das H-Kennzeichen gefährdet. Pauschale Kfz-Steuer 191,73 €/Jahr.
Welcher /8 ist als Einsteiger empfehlenswert? +
Die Limousine 200, 220 oder 230.4 (W115 Vier-Zylinder). Einfache Vergaser-Technik, gute Teilversorgung, gut für Selbstschrauber. Laut Chromradar-Werteleiter rund 8.000 € in Note 3 und 11.500–15.500 € in Note 2. Die bessere Karosserie ist wichtiger als Sonderausstattung.

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Quellen und weiterführende Informationen
Stand: Oktober 2026