MARKTWERT 2026

Alfa Romeo 164

Tipo-4 · Pininfarina · 3.0 V6 / Q4 / 24V · 1987–1997

Alfa Romeo 164 Pininfarina-Limousine mit Busso V6
Foto: Calreyn88 · CC0 · Wikimedia Commons

Der Alfa Romeo 164 ist die Oberklasse-Limousine auf der Tipo-4-Plattform, die Alfa Romeo gemeinsam mit Fiat (Croma), Lancia (Thema) und Saab (9000) nutzte. Gebaut wurde er von September 1987 bis Juni 1997 im Werk Arese, verkauft bis 1998, je nach Quelle entstanden 268.757 bis rund 273.000 Exemplare. Die Karosserie entwarf Enrico Fumia bei Pininfarina, unter der Haube arbeiteten Twin-Spark-Vierzylinder, der Busso-V6, ein 2.0 V6 Turbo und ein VM-Turbodiesel. Ab 1993/94 gab es den 164 Q4 mit permanentem Allradantrieb. Die Marktwerte reichen von etwa 800 Euro für Restaurierungsobjekte bis rund 13.000 Euro für Spitzenfahrzeuge der gängigen Versionen; die 24V-Topversionen QV und Q4 mit 232 PS werden höher gehandelt.

Marktwerte nach Zustand

Marktwert-Range mit ±15% Schwankungsbreite. Tatsächlicher Wert variiert je nach Laufleistung, Historie, Originalität und Region.

Zustand Marktwert-Range
Zustand 1 (Topzustand) 11.050 – 14.949 €
Zustand 2 (Gut) 6.800 – 9.200 €
Zustand 3 (Gepflegt) 3.825 – 5.175 €
Zustand 4 (Alltag) 1.870 – 2.530 €
Zustand 5 (Restobjekt) 680 – 919 €
Bauzeitraum
1987 – 1997
Versicherung (Zustand 2)
280–380 €/Jahr
Produktionszahl
ca. 270.000 (alle 164, gebaut 1987 bis 1997; je nach Quelle 268.757 bis rund 273.000), laut de.wikipedia 158.057 mit 2.0-Motoren, 69.748 mit 3.0 V6 und 45.602 Turbodiesel
H-Kennzeichen ab
2017

Über den Alfa Romeo 164

Der 164 kam im September 1987 als Alfa Romeos Ableger der Tipo-4-Plattform auf den Markt, die sich Fiat, Lancia, Alfa Romeo und Saab teilten. Die gemeinsame Basis senkte die Entwicklungskosten, die Karosserie unterscheidet die vier Marken: Enrico Fumia zeichnete bei Pininfarina den Alfa mit dem Scudetto in der flachen Front und der keilförmigen Limousinen-Silhouette. Gebaut wurde er im Werk Arese.

Motorseitig reichte das Angebot vom 2.0 Twin Spark (148 PS, mit Katalysator 144 bis 146 PS) über den vor allem für den italienischen Markt gedachten 2.0 Turbo-Vierzylinder (175 PS, ab 1988) und den 2.0 V6 Turbo, der ihn 1991 ablöste (je nach Quelle 204 bis 210 PS, als Super 205 PS), bis zum 3.0 Busso-V6 mit 12 Ventilen (192 PS, mit Katalysator 184 PS, als QV 1990 bis 1992 mit 200 PS). Mit dem Facelift zum 164 Super im Herbst 1992 kam der 3.0 V6 24V (210 PS), die Topversionen QV 24V und Q4 leisteten 232 PS. Dazu gab es einen 2,5-Liter-Turbodiesel von VM mit 117 bzw. 125 PS.

Der 164 Q4 hatte das gemeinsam mit Steyr-Daimler-Puch entwickelte Viscomatic-Allradsystem mit Viskokupplung, Zentraldifferenzial und Torsen-Hinterachsdifferenzial sowie ein Sechsgang-Schaltgetriebe von Getrag. Zum Facelift gab es in Europa erstmals einen Fahrerairbag, ab 1994 auch einen Beifahrerairbag. Je nach Quelle entstanden 268.757 bis rund 273.000 Exemplare, die Produktion endete im Juni 1997. Heute erzielen QV- und Q4-Versionen die höchsten Preise unter den 164, die 2.0-Twin-Spark-Versionen liegen im unteren Preissegment. Die Plattform-Verwandtschaft mit Lancia Thema, Fiat Croma und Saab 9000 erleichtert die Versorgung mit manchen Fahrwerks- und Technikteilen.

Motorisierungen

  • → 2.0 Twin Spark Vierzylinder (164 2.0 TS / Super) 148 PS, mit Katalysator 144 bis 146 PS, 1987 bis 1997
  • → 2.0 Turbo Vierzylinder (164 2.0 Turbo, vor allem für Italien) 175 PS, 1988 bis 1991
  • → 2.0 V6 Turbo (164 2.0 V6 Turbo / Super) je nach Quelle 204 bis 210 PS, als Super (ab 1993) 205 PS, 1991 bis 1997
  • → 3.0 Busso V6 12V (164 3.0 V6 / Super) 192 PS, mit Katalysator 184 PS, Super 180 PS, 1987 bis 1997
  • → 3.0 Busso V6 12V (164 QV) 200 PS, 1990 bis 1992
  • → 3.0 Busso V6 24V (164 Super 3.0 V6 24V) 210 PS, 1992 bis 1997
  • → 3.0 Busso V6 24V (164 QV 24V) 232 PS, 1992/93 bis 1997
  • → 3.0 Busso V6 24V (164 Q4 Allrad) 232 PS, 1993/94 bis 1997
  • → 2.5 Turbodiesel von VM (164 TD / Super TD) 117 PS, ab 1992 125 PS, 1987 bis 1997

Karosserie-Varianten

  • → Limousine 4-türig mit Pininfarina-Karosserie (1987 bis 1997)

Typische Schwachstellen

Vor dem Kauf besonders auf diese bekannten Schwachstellen achten:

  • ! Busso-V6-Zahnriemen: Die ursprüngliche Werksvorgabe lag laut dem britischen Alfa-Spezialisten Italicar bei 72.000 Meilen bzw. fünf Jahren, Italicar rät zu 60.000 Meilen, Auto Bild Klassik nennt 60.000 bis 80.000 km. Spannrollen und Wasserpumpe (teils mit Kunststoff-Flügelrad) beim Wechsel mit erneuern, ein Riemenriss kann den Motor schwer beschädigen. Die hydraulischen Spannrollen werden nicht mehr produziert, es gibt Umrüstsätze auf mechanische Spanner.
  • ! Rost ist laut Auto Bild Klassik selten ein großes Thema: Die Karosserie war anfangs teilverzinkt, ab 1990 vollverzinkt. Korrosion tritt vor allem an den Radläufen, der Zugstrebenaufnahme und an Bohrungen für Halterungen im Unterboden auf.
  • ! Elektrik ist die Hauptschwachstelle: Kontrollleuchten im Instrumententräger und Schalter in der Mittelkonsole fallen öfter aus, bei QV und Q4 kommt die elektronisch geregelte Dämpfung hinzu. Reparaturen sind aufwendig, Elektronikteile schwer zu bekommen.
  • ! 164 Q4: Viscomatic-Allradsystem mit Viskokupplung, Zentral- und Torsen-Differenzial ist komplex und Q4-spezifisch, Teile sind knapp; Wartungsnachweise und Funktion prüfen.
  • ! Die Klimaanlage gilt als Schwachstelle. Ältere Anlagen für R12-Kältemittel, das nicht mehr nachgefüllt werden darf, lassen sich auf R134a umrüsten.
  • ! Achslager und Bremsen sind stark beansprucht, Fahrwerksbuchsen, Querlenker und Stoßdämpfer verschleißen bei hohen Laufleistungen. Der V6 verliert oft Öl.

Worauf beim Kauf achten

  • ✓ Die Topversionen sind der 164 QV 24V (Frontantrieb) und der 164 Q4 (Allrad), beide mit 232 PS aus dem 3.0 V6 24V. Der Super 3.0 V6 24V hat 210 PS.
  • ✓ Q4-Versionen (1993/94 bis 1997) sind selten und werden über den frontgetriebenen 164 gehandelt; im Oktober 2026 reichten deutsche Angebote von 9.900 bis 28.500 Euro, Auktionszuschläge lagen 2023 bei umgerechnet rund 7.500 bis 8.500 Euro.
  • ✓ Busso-V6-Zahnriemen-Service-Historie zwingend prüfen, ohne dokumentierten Wechsel ist der Kauf riskant.
  • ✓ Alle Schalter, Kontrollleuchten und elektrischen Helfer vor dem Kauf auf Funktion prüfen.
  • ✓ Originale Sitzbezüge (Velours oder Leder) und ein unverbasteltes Cockpit sind für Sammler wichtig.
  • ✓ Der frontgetriebene QV (1990 bis 1992 mit 200 PS, ab 1992/93 als QV 24V mit 232 PS) ist seltener als die Standardversionen und wird höher gehandelt.

Genauen Wert für deinen Alfa Romeo 164 berechnen

1
Marke
2
Modell
3
Baujahr
4
Zustand

In welchem Zustand?

Ehrlich einschätzen — der Zustand beeinflusst den Wert mehr als jedes andere Merkmal.

Häufige Fragen zum Alfa Romeo 164

Was ist ein Alfa Romeo 164 2026 wert? +
Die Chromradar-Leiter für die gängigen Versionen (2.0 TS, 3.0 V6) liegt im Oktober 2026 bei rund 13.000 Euro in Note 1, 8.000 Euro in Note 2, 4.500 Euro in Note 3, 2.200 Euro in Note 4 und 800 Euro für Restaurierungsobjekte. Deutsche Angebote lagen im Oktober 2026 meist zwischen 7.000 und 13.500 Euro, einfache 2.0 TS mit hoher Laufleistung ab etwa 3.200 Euro. Die Topversionen QV und Q4 werden höher gehandelt: Q4-Angebote reichten von 9.900 bis 28.500 Euro.
Welche 164-Variante ist die beste Wahl? +
Für Sammler: der 164 Q4 (1993/94 bis 1997) mit Allradantrieb, Getrag-Sechsganggetriebe und 232 PS oder der frontgetriebene QV 24V mit derselben Leistung. Für Fahrer mit V6-Wunsch: der 3.0 V6 12V oder der Super 3.0 V6 24V mit 210 PS. Für Alltagsklassiker: der 2.0 Twin Spark (148 PS, mit Katalysator 144 bis 146 PS) mit guter Verfügbarkeit. Eine Besonderheit ist der 2.0 V6 Turbo (ab 1991, je nach Quelle 204 bis 210 PS, als Super 205 PS); sein Vorgänger, der 2.0 Turbo mit Vierzylinder (175 PS, ab 1988), war vor allem für den italienischen Markt gedacht.
164 vs BMW 5er E34 530i, welcher ist die bessere Wahl? +
Beide sind Oberklasse-Limousinen der späten 80er und frühen 90er. Der BMW E34 530i gilt als robuster und hat die dichtere Werkstatt-Infrastruktur. Der 164 ist mit Busso-V6, Frontantrieb und Pininfarina-Karosserie die exotischere Wahl und auf dem deutschen Markt seltener. Preislich liegt ein 164 3.0 V6 in Note 2 bei rund 8.000 Euro (Chromradar-Leiter), für den E34 gilt die Chromradar-Bewertung auf der E34-Modellseite. Wer V6-Charakter mit italienischem Design sucht, ist beim 164 richtig.
Wie zuverlässig ist der 164 im Alltag? +
Laut Auto Bild Klassik gilt der Busso-V6 bei guter Pflege und rechtzeitigem Zahnriemenwechsel als nahezu unverwüstlich. Der Zahnriemen-Service ist zwingend: Die Werksvorgabe lag laut Italicar bei 72.000 Meilen bzw. fünf Jahren, Spezialisten raten zu kürzeren Intervallen, Auto Bild Klassik nennt 60.000 bis 80.000 km. Hauptschwachstelle ist die Elektrik (Kontrollleuchten, Schalter der Mittelkonsole), dazu kommen Klimaanlage, Achslager und Bremsen. Fahrzeuge ab 1990 sind technisch verbessert und vollverzinkt.
Ist der 164 H-Kennzeichen-fähig? +
Ja. Für das H-Kennzeichen zählt die Erstzulassung plus 30 Jahre: Die ersten 164 von 1987 sind seit 2017 H-fähig, ein 164 mit Erstzulassung 1992 seit 2022. Gebaut wurde bis 1997, manche Fahrzeuge wurden aber erst 1998 oder später erstzugelassen und werden entsprechend später H-fähig. Voraussetzungen sind ein weitgehend originaler, gepflegter Zustand und ein positives Gutachten nach § 23 StVZO durch TÜV, DEKRA oder GTÜ. Zeitgenössische Änderungen sind zulässig, nicht zeitgenössische Umbauten (Felgen, Auspuff, Fahrwerk) können das Gutachten gefährden. Mit H-Kennzeichen beträgt die Kfz-Steuer pauschal 191,73 Euro im Jahr.
Wie hoch ist die Versicherung für einen 164? +
Die Prämie hängt von Marktwert, Zustand, Fahrleistung, Stellplatz und Kennzeichen ab. Für einen 164 mit H-Kennzeichen kommen Oldtimer-Tarife spezialisierter Anbieter (zum Beispiel OCC, Allianz, Helvetia oder ADAC) in Frage, die meist eine Wertermittlung oder ein Wertgutachten verlangen. Konkrete Beiträge sollte man im Chromradar-Versicherungsvergleich oder direkt beim Anbieter mit den eigenen Daten berechnen.
Wo finde ich Ersatzteile für einen 164? +
Verschleißteile für Busso-V6 und Twin-Spark-Motoren (Zahnriemen, Spannrollen, Wasserpumpe) sind über Alfa-Spezialisten gut verfügbar. Bei Fahrwerks- und Technikteilen hilft teilweise die Tipo-4-Verwandtschaft mit Lancia Thema, Fiat Croma und Saab 9000. Karosserie-, Innenraum- und Q4-spezifische Teile sind knapper und oft nur gebraucht zu finden. Erste Anlaufstellen sind Foren wie [alfabb.com](https://www.alfabb.com/) mit eigenem 164-Bereich und [alfaowner.com](https://www.alfaowner.com/) sowie die Alfa-Romeo-Clubs.

Vergleichbare Modelle

Versicherung für deinen Alfa Romeo 164

Klassik-Versicherer wie Hiscox, OCC und Allianz Classic bieten für den Alfa Romeo 164 typischerweise Tarife zwischen 280–380 €/Jahr. Vergleich aller Anbieter im unabhängigen Versicherungs-Vergleicher.

Versicherungstarife vergleichen
Alfa Romeo 164 Marktwert auf eigener Seite einbinden (fuer Blogger und Foren)

Du betreibst einen Klassiker-Blog, ein Forum oder die Webseite eines Vereins? Du darfst den modellspezifischen Marktwert-Check kostenlos einbinden. Der "Powered by Chromradar"-Backlink ist Pflicht-Teil des Snippets.

<iframe src="https://chromradar.de/embed/marktwert/alfa-romeo/164/"
        width="100%" height="640"
        style="border:0;max-width:720px;display:block;margin:0 auto"
        title="Alfa Romeo Alfa Romeo 164 Marktwert-Check"
        loading="lazy"></iframe>
Datenquellen
Marktwerte: Stand Oktober 2026. Daten dienen als Indikation, keine Bewertung einzelner Fahrzeuge.